Schloss Philippsburg (Braubach)

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Nordtor des Schlosses Philippsburg
Südseite des Schlosses Philippsburg
Schloss Philippsburg auf einem Gemälde von 1607
Plan des Schlosses Philippsburg

Das Schloss Philippsburg ist eine Schlossanlage am südlichen Stadtrand von Braubach in Rheinland-Pfalz, die seit 1999 das Europäische Burgeninstitut beheimatet.

Durch zahlreiche Umbauten ist heute nur noch wenig von der originalen Bausubstanz erhalten. Lediglich ein Treppenturm am westlichen Wohnbau sowie zwei Torbauten mit Fachwerkgiebeln sind erhalten geblieben. Trotzdem wird an dieser Anlage in Verbindung mit der benachbarten Marksburg die geschichtliche Wandlung adeliger Residenzen von der mittelalterlichen Höhenburg zum frühneuzeitlichen Schloss in Tallage sehr gut deutlich.

Nach dem Denkmalschutzgesetz von Rheinland Pfalz ist Schloss Philippsburg ein geschütztes Kulturdenkmal und in der Landes-Denkmalliste eingetragen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Philippsburg erhielt seinen Namen durch den Landgrafen Philipp II. von Hessen-Rheinfels, der die Anlage als neue Residenz in Auftrag gab, da die Marksburg zu dieser Zeit den gehobenen adeligen Wohnansprüchen nicht mehr genügte und deshalb als künftiger Witwensitz für seine Ehefrau Anna Elisabeth von Pfalz-Simmern nicht in Frage kam. Verantwortlich für die Bauausführung in der Zeit von 1568 bis 1571 zeichnete der hessische Baumeister Anton Dauer, der somit das erste Renaissanceschloss am Mittelrhein errichtete.

Unter Einbezug der mittelalterlichen Stadtbefestigung Braubachs wurde ein dreigeschossiges Haupthaus mit einer dem Rhein zugewandten Schaufassade errichtet, das durch eine vorgelagerte Befestigung – bestehend aus zwei Rundtürmen und einer mit Schießscharten versehenen Kurtine – geschützt wurde. Ihm schloss sich südöstlich ein weiterer Flügel an, während im Nordosten des Haupthauses Wirtschaftsgebäude standen.

Nach dem Tod ihres Mannes bewohnte Landgräfin Anna Elisabeth die Anlage von 1583 bis 1602. Ihr folgte als Bewohner Landgraf Johann der Streitbare, der Schloss Philippsburg von 1643 bis 1651 als Residenz nutzte.

Nach seinem Tode 1651 blieb es dann weitgehend unbewohnt und verwahrloste durch den Verlust der Residenzfunktion. Ab 1802 war das Schloss im Besitz des Herzogtums Nassau, dessen Herrscher die verfallene Anlage 1804/05 renovieren ließ. Dabei mussten das Steildach mitsamt den Zwerchhäusern und deren dekorativen Giebeln sowie das dritte Geschoss des Wohnhauses entfernt werden.

In der Nachfolgezeit wurde das Schloss teilweise als Amtsgericht genutzt.

Der Unternehmer Johann Christian Heberlein kaufte den Komplex im Jahre 1822 und baute ihn zu einem Hotel aus. Bei den dazu vorgenommenen Bauarbeiten verlor das Hauptgebäude endgültig seine repräsentative Gestalt und erhielt sein heute eher bescheiden wirkendes Äußeres.

Beim Bau der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke im Jahr 1861 mussten zusätzlich Teile der südlichen Vorburg mitsamt dem so genannten Muckenturm sowie die Fortifikation an der Rheinfront abgerissen werden.

Seit 1997 gehört die Philippsburg der Deutschen Burgenvereinigung, die dort Ende 1999 nach weiteren Umbauten im sogenannten Hanika-Haus das Europäische Burgeninstitut mit burgenkundlicher Bibliothek einrichtete. In dem ehemaligen Wirtschaftsgebäude sind heute Wohnungen eingerichtet. Der Innenhof des Schlosses ist für Besucher frei zugänglich.

Der Renaissancegarten des Schlosses ist heute Teil der Route der Welterbe-Gärten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Thon: Weltkulturerbe Mittelrheinthal. Superior, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-936216-14-2, S. 32.
  • Alexander Thon, Manfred Czerwinski: Die schönsten Burgen Deutschlands. Teil 2: Mittelrheintal von Rüdesheim bis Bonn. CD-ROM. Superior, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-936216-08-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Philippsburg (Braubach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Rhein-Lahn-Kreis, Koblenz 2013 (PDF; 1,3 MB).

Koordinaten: 50° 16′ 13″ N, 7° 38′ 53″ O