COVAX

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COVAX ist die Abkürzung für Covid-19 Vaccines Global Access, einer Organisation, die einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen gewährleisten will. Sie ist eine von drei Säulen des Access to COVID-19 Tools (ACT) Accelerator zur Beschleunigung des „Zugangs zu COVID-19-Instrumenten“, die im April 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Kommission und Frankreich als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie gegründet wurde. Sie hat die Zusammenführung von Regierungen, globalen Gesundheitsorganisationen, Herstellern, Wissenschaftlern, dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft und deren Philanthropie zum Ziel, um einen innovativen und gerechten Zugang zu COVID-19-Diagnostika, -Behandlungen und -Impfstoffen zu ermöglichen. Die COVAX-Säule ist auf letztere ausgerichtet. Sie stellt eine globale Lösung für diese Pandemie dar, um sicherzustellen, dass Menschen in allen Teilen der Welt unabhängig von ihrer finanziellen Situation Zugang zu SARS-CoV-2-Impfstoffen erhalten, sobald diese verfügbar sind.[1]

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WHO hat in Zusammenarbeit mit der Global Alliance for Vaccines and Immunisation (GAVI, „Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung“) und der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI, „Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung“) auch COVAX implementiert, um die globale Impfstoffentwicklung zu koordinieren. Im Juli 2020 gab die WHO bekannt, dass 165 Länder, die bis zu 60 % der Weltbevölkerung repräsentieren, dem COVAX-Plan der WHO für eine faire und gerechte Verteilung eines eventuell zugelassenen Impfstoffs zugestimmt haben, um sicherzustellen, dass jedes teilnehmende Land einen garantierten Anteil an Dosen erhält, um die am stärksten gefährdeten 20 % seiner Bevölkerung bis Ende 2021 impfen zu können.

Gemeinsam sollen bis Ende 2021 zwei Milliarden Dosen Impfstoffe eingekauft und fair verteilt werden. Es geht darum, zum Beispiel auch Pfleger und Ärzte und Ärztinnen in Afrika prioritär zu versorgen und nicht nur die Bevölkerung in den wohlhabenden Industriestaaten. Unabhängig vom Einkommensniveau haben alle teilnehmenden Länder nach ihrer Entwicklung gleichen Zugang zu diesen Impfstoffen. Zielsetzung ist auch, dass die Pandemie weltweit bekämpft werden muss, denn Impfungen in den reicheren Industrienationen alleine würden eine erneute Ausbreitung, die aus den anderen Ländern wieder importiert würde, nicht verhindern.

Für Länder mit niedrigerem Bruttoinlandsprodukt, die sich diese Impfstoffe sonst nicht leisten könnten, sowie für eine Reihe von Ländern mit höherem Einkommen, die keine bilateralen Geschäfte mit Herstellern eingehen, ist COVAX der einzig gangbare Weg, mit dem ihre Bürger Zugang zu COVID-19-Impfstoffen erhalten können.[2] Von Juli 2020 bis November stieg die Zahl der beteiligten Länder auf 184 Länder, von denen 92 Volkswirtschaften mit niedrigem und mittlerem Einkommen (Stand 12. November 2020) berechtigt sind, über Gavi COVAX Advance Market Commitment (AMC) Zugang zu COVID-19-Impfstoffen zu erhalten.

Sicherstellung der Impfstoffdosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Dezember 2020 teilte die WHO mit, dass weitere Vorbestellungen von 170 Millionen Dosen des AstraZeneca/Oxford Impfstoffes getätigt wurden. Zusätzlich wurde im Memorandum bekannt, dass auch eine Vereinbarung mit Johnson & Johnson besteht um 500 Million Dosen des Impfstoffes von Janssen Pharmaceutica sicherzustellen. COVAX hat bisher schon eine Vereinbarung mit dem Serum Institute of India (SII) für weitere 200 Millionen Dosen getroffen, mit der Option die Bestellung auf weitere 700 Millionen Dosen des AstraZeneca/Oxford oder des Novavax-Impfstoffkandidaten zu erweitern. Zusätzlich besteht eine Absichtserklärung mit Sanofi/GSK für weitere 200 Millionen Dosen. Zusammen mit dem eigenen COVAX Portfolio von einer Milliarde von Impfstoffdosen, plant die Organisation nun 2 Milliarden Dosen beginnend im 2021 für 190 Nationen und Territorien zur Verfügung zu stellen.[3][4]

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regierung der Volksrepublik China hat im Oktober 2020 erklärt, dass sie der COVAX-Organisation beigetreten ist. Das Land verpasste die initiale Anmeldung im September 2020, trat dann aber der Organisation über einen Vertrag mit der Global Alliance for Vaccines and Immunization (GAVI) bei. China hat GAVI von 2016 bis 2020 mit 5 Millionen USD unterstützt um Impfungen für Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen. Der chinesische Premier Xi Jinping erklärte, dass COVID-19-Impfungen als „public good“ zu betrachten sind um die Versorgung für arme Nationen zu gewährleisten.[5][6]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Angaben des Auswärtigen Amts ist Deutschland COVAX über die Europäische Union (EU) beigetreten und engagiert sich mit 675 Millionen Euro im ACT-Accelerator, der auch Mechanismen für den weltweiten Zugang zu Medikamenten gegen Covid-19 und Diagnostik entwickelt. Deutschland wird sich zusätzlich mit einem substantiellen Beitrag zur Unterstützung von Entwicklungsländern beteiligen. Daneben hat Deutschland unter anderem 300 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Covid-19-Kontext bereitgestellt und setzt sich in allen internationalen Gremien für einen weltweit fairen, transparenten und bezahlbaren Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Medikamenten und diesbezüglicher Diagnostik ein.[7]

Europäische Union[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EU leistet 500 Millionen Euro Anschubfinanzierung für COVAX und bringt ihre technische Expertise ein. Daneben haben EU-Mitgliedsstaaten ihre Zuwendungen aufgestockt, etwa Frankreich um 100 Millionen Euro, Spanien um 50 Millionen Euro und Finnland um 2 Millionen Euro. Die vereinbarten Abnahmegarantien sorgen dafür, dass die Hersteller ihre Produktionskapazitäten für die Versorgung aller Länder zur Verfügung stellen, und dass Impfstoffe und Güter ohne Ausfuhrbeschränkungen ungehindert zirkulieren können.[8]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regierung der Vereinigten Staaten erklärte, dass sie sich nicht an COVAX beteiligen würde. Begründet wurde dies mit der führenden Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation, die nach Ansicht der Trump-Administration einseitig Chinas Interessen vertritt.[9] Nach den Präsidentschaftswahlen 2020 wollen die Vertreter von COVAX wegen eines Beitritts Kontakt mit dem President Joe Biden, aufnehmen.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. COVAX explained, GAVI, 3. September 2020. Abgerufen am 15. November 2020. (englisch)
  2. More than 150 countries engaged in COVID-19 vaccine global access facility. World Health Organization. 15. Juli 2020. Archiviert vom Original am 15. Juli 2020. Abgerufen am 15. November 2020. (englisch)
  3. "COVAX Announces additional deals to access promising COVID-19 vaccine candidates; plans global rollout starting Q1 2021". World Health Organization. Abgerufen am 19. Dezember 2020.
  4. Noah HD (Dez. 2020). "COVAX global Covid vaccine program secures nearly 2 billion doses as UNICEF prepares for distribution" cnbc.com. Abgerufen am 19. Dezember 2020.
  5. Shih G. & Rauhala E. (Oct.2020). "China joins WHO-backed vaccine plan that White House spurned" The Washington Post. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  6. GAVI (The Vaccine Alliance) -China- Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  7. Die Covid-19-Pandemie gemeinsam und solidarisch bekämpfen, Auswärtiges Amt, 23. September 2020. Abgerufen am 15. November 2020.
  8. EU erhöht ihren Beitrag zu COVAX auf 500 Mio. EUR, um COVID-19-Impfstoffe für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu sichern, Europäische Kommission, 12. November 2020. Abgerufen am 15. November 2020.
  9. Tommy Beer: U.S. Won’t Join Global Coronavirus Vaccine Effort Because It’s Led By The WHO. In: Forbes. 1. September 2020, abgerufen am 15. November 2020 (englisch).
  10. Vaccine alliance expects to hold talks with Biden team on COVAX, Reuters, 13. November 2020. Abgerufen am 15. November 2020.