Château d’Orion

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Château d’Orion
Bewohner des Château d’Orion (18. bis 20. Jhd.)
Marguerite Labbé
Nadège Rochat und Florian Noack

Das im 17. Jahrhundert errichtete Château d’Orion, welches stark identitätsstiftend für die Region Béarn wirkt, liegt im Südwesten Frankreichs und ist seit seiner Entstehung eine wichtige Anlaufstelle für die umliegende Bevölkerung.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde Orion, im Département Pyrénées-Atlantiques. Bekannt ist das Gebiet durch das Weinanbaugebiet Jurançon und die Therme von Salies-de-Béarn. Ebenso liegt der Ort direkt am bekannten Pilgerweg Jakobsweg[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das typische Béarnaiser Landschloss wurde über die Jahrhunderte hinweg laufend erweitert. Bis heute ist die ursprüngliche Innenausstattung weitgehend erhalten geblieben, teilweise befindet sie sich sogar noch im Originalzustand.

Die Familie Casamayor war der ersten Besitzer des Anwesens. Bis zur französischen Revolution betreuten sie die naheliegende Kirche. Nach der Restauration in Frankreich kaufte die Familie Jean-Ninon Larrouy, welche dank dem Handel mit dem begehrten Bayonner Schinken zu Reichtum und Wohlstand gekommen war, das Gut im 19. Jahrhundert.

Über die Erben Louis und anschließend Henriette Larrouy kam das Haus in den Besitz des berühmten französischen Chirurgen Paul Reclus.[2][3] Dieser experimentierte in Paris mit Kokain als Narkosemittel und erfand die Wundsalbe Pommade de Reclus[4]. Seiner begehrten Tochter Madeleine Reclus widmete Hénri de Regnier, der Dichter und Freund André Gides, ein eigenes Sonett, in dem es heißt: „Ich liebe ihr Haus, das den Namen eines Sterns trägt, den ihre Augen erhellen…“. Zwei der insgesamt fünf Brüder von Paul Reclus waren ebenfalls zu Ihrer Zeit bekannte Persönlichkeiten. Élisée Reclus war einer der bekanntesten Anarchisten Frankreichs sowie ein weltberühmter Geograph[5] und Armand Reclus wirkte als Ingenieur am Bau des Panamakanals mit[6].

Sein Nachfahre Jean Labbé heiratete in den 1950er Jahren Marguerite Bérard, die Tochter des damaligen französischen Erziehungsministers Léon Berard. Diese lebt noch heute auf Schloss Orion.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch heute noch ist das Haus öffentlich zugänglich und das gesamte Anwesen erstreckt sich über 30 Hektar, davon sind 15 Hektaren Waldfläche. Nach der Übergabe des Hauses an die deutsche Familie Premauer, die das Château d’Orion im Jahr 2003 gekauft hatte, wurden viele Teile des Hauses renoviert und erneuert. Das Unternehmen Château d’Orion, welches daraufhin gegründet wurde, betreibt das Château als Gäste- und Veranstaltungshaus. Diverse regelmäßig durchgeführte kulturelle Veranstaltungen des regionalen Vereins stellen sicher, dass das Château d’Orion als ein gesellschaftliches und kulturelles Zentrum der Region erhalten bleibt.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antanas Sutkus, Fotoausstellung über Jean-Paul Sartre (2005)
  • Denkwoche mit Julian Nida-Rümelin: Nachdenken über Rationalität, Freiheit und Verantwortung (Moderation: Ulrike Schneiberg) (2005)
  • Denkwoche mit Jean-Christophe Ammann: Von der Bewegung im Kopf zum Glück zu Sehen (2005)
  • Heinrich Mann Tage (2008)
  • Denkwoche mit Hans-Peter Dürr: Die Weltsicht des Hans-Peter Dürr (2008)
  • Denkwoche mit Eckard Minx: Zukunft gestalten - Zukunft leben, eine kurze Reise in die Zukunft (2009)
  • Denkwoche mit Julian Nida-Rümelin: Freiheit, Verantwortung und Rationalität (2009)
  • Denkwoche mit Egon Bahr: Lebenswerke - Wandel durch Annäherung (2010)
  • Denkwoche mit Manfred Osten: Goethes Entdeckung der Langsamkeit (2011)
  • Konzert mit Nadège Rochat & Florian Noack (2011)
  • Konzert des Jakobichor Göttingen (2011)[7]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Les Chemins Saint-Jaques-de-Compostelle en Béarn. (kein Datum). Abgerufen am 8. Februar 2012 von http://www.lebearn.net/compostelle.html
  2. Paul Reclus: Phlégmon ligneux de cou. In: Revue de Chirurgie. Bd. 16, 1896, ZDB-ID 390139-7, S. 522–531.
  3. Médiathèque municipale de Saint-Foy-la-Grande. (kein Datum). Abgerufen am 8. Februar 2012 von http://bm-saintefoylagrande.jimdo.com/patrimoine/paul-reclus/
  4. Catherine Mautrait, Robert Raoult: Guide pratique des dermatoses et soins courants à l'officine à l'usage des pharmaciens, des préparateurs et des médecins cliniciens. Masson, Paris u. a. 1994, ISBN 2-225-84279-5, S. 163 ff.
  5. Hélène Sarrazin: Élisée Reclus ou „La passion du monde“. Aubéron, Bordeaux 1997, ISBN 2-908650-60-6.
  6. Gérard Fauconnier: Panama. Armand Reclus et le canal des deux Océans. Atlantica, Anglet 2004, ISBN 2-84394-668-9.
  7. Kantorei St. Jacobi. (kein Datum). Abgerufen am 9. Februar 2012 von http://www.evlka.de/extern/goettingen/jacobikantorei/html/frankreich_2011.html

Koordinaten: 43° 25′ 7″ N, 0° 51′ 52″ W