Orion (Pyrénées-Atlantiques)

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Orion
Orion (Frankreich)
Orion
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Oloron-Sainte-Marie
Kanton Orthez et Terres des Gaves et du Sel
Gemeindeverband Béarn des Gaves
Koordinaten 43° 25′ N, 0° 52′ WKoordinaten: 43° 25′ N, 0° 52′ W
Höhe 83–230 m
Fläche 9,80 km2
Einwohner 145 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 64390
INSEE-Code

Landschaft östlich von Orion

Orion ist eine französische Gemeinde mit 145 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Oloron-Sainte-Marie und zum Kanton Orthez et Terres des Gaves et du Sel (bis 2015: Kanton Sauveterre-de-Béarn).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet ebenfalls Orion.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orion liegt ca. 35 km nordwestlich von Oloron-Sainte-Marie in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Salies-de-Béarn L’Hôpital-d’Orion
Burgaronne Nachbargemeinden Ozenx-Montestrucq
Andrein
Orriule

Orion befindet sich im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Zuflüsse des Gave d’Oloron durchqueren das Gebiet der Gemeinde:

  • der Arrec Héuré mit seinem Nebenfluss,
    • dem Arriou de Lagouarde,
  • der Saleys mit seinen Nebenflüssen,
    • dem Arriougrand mit seinem Zufluss,
      • dem Arriou de Lalèbe,
    • dem Arriou de Laspecès und
    • dem Ruisseau de Beigmau.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francis Jammes Léon Bérard
Francis Jammes
Léon Bérard

Der Ort ist seit dem 9. Jahrhundert unter Pilgern auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela bekannt. Auf dem Route über Vézelay kamen sie durch Orion, wo sie im Mittelalter in einer Pilgerherberge empfangen wurden. In der Volkszählung des Béarn im Jahre 1385 wurden 21 Haushalte gezählt und vermerkt, dass das Dorf zur Bailliage von Sauveterre gehört. Es gab einen Adelssitz und ein Laienkloster, das dem Vicomte von Béarn unterstand. Seit dem 17. Jahrhundert gehörte das Laienkloster der Familie Casamajor. In sehr viel späterer Zeit wurden dort regelmäßig Künstler und Gelehrte empfangen, wie z. B. Francis Jammes, die Gebrüder Reclus oder Léon Bérard.[3][4][5]

Toponyme und Erwähnungen von Orion waren:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von rund 450 in der Mitte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf ein Niveau von rund 160 Einwohnern, das bis heute gehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 185 169 174 167 154 165 155 153 145
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[7] INSEE ab 2009[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Jacques[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das einschiffige Langhaus der Jakobus dem Älteren geweihten Kirche wird mit einer halbrunden Apsis verlängert und von zwei Seitenkapellen eingerahmt, die ein falsches Querschiff bilden. Der befestigte Glockenturm besitzt Schießscharten und Zwillingsfenster. 1946 und in jüngster Zeit wurde die Kirche vollständig restauriert.[9] Der Chor wird durch drei Glasfenster verschönert. Eines davon zeigt den heiligen Jakob mit einer Jakobsmuschel auf seinem Hut, einem Pilgerstab, einer Schultertasche und einer Feldflasche. Das Fenster würdigt die vielen Pilger, die die Route über Vézelay eingeschlagen haben. Ein weiteres Fenster ist dem heiligen Rochus gewidmet, auf dem er mit seinem Hund zu sehen ist. Das dritte Fenster ist in einem moderneren Stil in leuchtenden Farben, insbesondere blau, gehalten. Als Ornamente sind ein Stern, eine Jakobsmuschel, ein Schwert und die Inschrift „Compostelle“ zu erkennen.[10] Im Altarraum der Kirche befindet sich eine gut erhaltene Kredenz in Form einer Wandnische in der Wand des Chors. Sie ist mit einem Kielbogen mit mehreren Rippen verziert.[11]

Château d’Orion, ehemaliges Laienkloster

Château d’Orion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich ursprünglich um das Gebäude des ehemaligen Laienklosters. Es wurde im 14. Jahrhundert unweit der Pfarrkirche errichtet, und im Laufe der Jahrhunderte ist es mehrmals umgebaut worden.[4] Die deutsche Familie Premauer kaufte das Schloss im Jahre 2003 und restaurierte es in weiten Teilen. Heute ist es ein Gästehaus und eine Begegnungsstätte mit regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen. Elke Jeanrond-Premauer hat stellvertretend für die Equipe des Schlosses im Jahre 2013 den Europäischen Bürgerpreis gewonnen.[12]

Bauernhof Pondepeyre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist ein Beispiel von mehreren alten Bauernhöfen der Gemeinde. Sein unregelmäßiges Mauerwerk aus Kieseln und Steinen, seine wenigen kleinen Fenster sind Anzeichen des fortgeschrittenen Alters des Hauses. Die Umrahmung der Fenster und Türen mit Werksteinen lassen bei aller Bescheidenheit, die das Bauernhaus auf dem ersten Augenblick vermittelt, auf einen gewissen Wohlstand der Besitzer zum Zeitpunkt des Baus schließen.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty

Die Landwirtschaft ist traditionell der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.[3] Orion liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[14]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[15]
Gesamt = 20

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 18 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[16]

Logo des Jakobswegs

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Montréal-du-Gers im Département Gers führt durch die Gemeinde.[17]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orion wird durchquert von den Routes départementales 23 und 30.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Reclus

Paul Reclus, geboren am 7. März 1847 in Orthez, gestorben am 29. Juli 1914 in Paris, war ein französischer Chirurg und Mitglied der Académie nationale de Médecine. Er war Besitzer des Château d’Orion.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orion (Pyrénées-Atlantiques) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Orion (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  2. Ma commune : Orion (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  3. a b Orion (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  4. a b Abbaye laïque d’Orion (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  5. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 126. 1863. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  6. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  7. a b Notice Communale Orion (fr) EHESS. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune d’Orion (64427) (fr) INSEE. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  9. Église Saint-Jacques (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  10. Vitrail de l’église Saint-Jacques (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  11. Crédence de l’église Saint-Jacques (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  12. Château d´Orion - Im Gespräch. SARL Château d’Orion. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chateau-orion.com Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  13. Maison Pondepeyre (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  14. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  15. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune d’Orion (64427) (fr) INSEE. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  16. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  17. GR® 654 - le chemin de Saint-Jacques-de-Compostelle via Vézelay (fr) Fédération française de la randonnée pédestre. Abgerufen am 19. Oktober 2017.