Anderson Paak

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Anderson Paak im Jahr 2015
Anderson Paak im Jahr 2015
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Malibu
  CH 33 31.01.2016 (1 Wo.)
  US 79 06.02.2016 (4 Wo.)
Oxnard
  CH 46 25.11.2018 (1 Wo.)
  UK 42 29.11.2018 (1 Wo.)
  US 11 01.12.2018 (3 Wo.)
Ventura
  CH 34 21.04.2019 (1 Wo.)
  UK 27 25.04.2019 (1 Wo.)
  US 4 27.04.2019 (4 Wo.)
Singles
Bloody Waters (mit Ab-Soul & James Blake)
  UK 98 22.02.2018 (1 Wo.)
Tints (mit Kendrick Lamar)
  UK 81 18.10.2018 (1 Wo.)

Anderson Paak (* 8. Februar 1986 in Oxnard, Kalifornien als Brandon Paak Anderson), auch Anderson .Paak geschrieben, ist ein US-amerikanischer R&B-Sänger, Rapper, Schlagzeuger und Musikproduzent. Früher veröffentlichte er unter dem Namen Breezy Lovejoy.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 – 2013: Frühes Leben und erste musikalische Erfahrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anderson Paak ist geboren und aufgewachsen in Oxnard in Kalifornien als Teil einer afroamerikanisch-koreanischen Familie. Als er sieben Jahre alt war, sah er mit an, wie sein getrennt von seiner Mutter lebender Vater diese verprügelte und anschließend verhaftet und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde.[2] 1997 begann er in der lokalen Baptistenkirche mit dem Schlagzeugspielen und produzierte fortan in seinem Zuhause eigene Musik.[3] Gegen Ende seiner Highschool-Ausbildung wurde dann seine Mutter wegen Betrugs in Millionenhöhe in Gewahrsam genommen. Von da an hielt er sich mit Gelegenheitsjobs und vereinzelten Auftritten als Musiker unter dem Künstlernamen Breezy Lovejoy über Wasser. Eine feste Arbeit bekam er schließlich auf einer legalen Marihuanaplantage in Santa Barbara[2] und veröffentlichte 2010 eine erste EP mit dem Titel Violets Are Blue. 2011 wurde er jedoch unerwartet entlassen, was zu hohen Schulden führte, sodass er für kurze Zeit mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind obdachlos war.[3]

Anderson wurde dann jedoch von Shafiq Husayn von Sa-Ra als Assistent, Kameramann, Editor, Songwriter und Produzent eingestellt. Dadurch erlangte er Zugang zu Sa-Ras Tonstudio, wo er seinen Erstling O.B.E., Vol. 1 fertigstellen konnte und diesen 2012, erneut unter dem Pseudonym Breezy Lovejoy, veröffentlichte.

Direkt danach wurde er von Haley Reinhart angeworben, die er als Schlagzeuger auf ihrer Tournee begleitete.

2013 – 2016: Änderung des Künstlernamens, Durchbruch mit Suede und erste Charterfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 änderte er seinen Künstlernamen zu Anderson .Paak. Der Punkt soll ihn und andere dabei laut eigener Aussage stets an die Wichtigkeit von Details erinnern.[3] Im selben Jahr nahm er unter dem neuen Namen eine EP auf, die ausschließlich aus Coverversionen bestand und dementsprechend Cover Art genannt wurde.

Im Jahr darauf erschien sein zweites Album, Venice. Darüber hinaus arbeitete er mit dem Produzenten des Labels Stones Throw Records, Knxwledge, zusammen und veröffentlichte mit diesem als das Duo NxWorries eine EP. Das darauf enthaltene Stück Suede sorgte im World Wide Web für Aufmerksamkeit, wo es auf den Plattformen SoundCloud und YouTube jeweils um die eine Million Aufrufe erhielt. Daraufhin erhielt Paak von einem A&R-Manager von Aftermath Entertainment eine Einladung zu einer Tonstudio-Sitzung mit Dr. Dre. Dieser hörte dabei Suede das erste Mal und war begeistert, was dazu führte, dass Paak auf sechs Liedern des Albums Compton vertreten war.[2]

Dadurch wurde er schlagartig einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und unterschrieb schließlich Ende 2016 einen Plattenvertrag bei Dr. Dres Aftermath Entertainment.[3] Zunächst gab er allerdings zu Beginn des Jahres 2016 seinen nächsten Langspieler, Malibu, heraus, mit dem er seinen ersten Charterfolg erzielen konnte. Das Album erreichte die Schweizer und die US-Albumcharts, verließ beide aber bereits nach einer Woche wieder, bevor es 2017 in den USA noch zweimal wiedereinstieg. Im Sommer 2016 gab er ein Tiny Desk Concert, das mit über 38 Millionen Aufrufen auf YouTube[4] zum erfolgreichsten Konzert der Reihe avancierte.

Im Folgenden trat er auf den Werken von zahlreichen anderen Künstlern auf, bevor er wieder mit Knxwledge arbeitete und mit ihm als NxWorries das Album Yes Lawd! aufnahm.

2016 – 2017: Musikpreisnominierungen und Tourneen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Soul Train Music Awards 2016 wurde Paak für die Kategorien Best New Artist und Centric Certified Award nominiert.[5] Den Centric Certified Award gewann er.[6]

Für die 59. Verleihung der Grammys wurde er für den Award for Best New Artist und mit Malibu für den Award for Best Urban Contemporary Album vorgeschlagen,[7] unterlag jedoch Chance the Rapper, respektive Lemonade von Beyoncé. Außerdem trat er gemeinsam mit A Tribe Called Quest, Busta Rhymes und Consequence bei der Zeremonie auf und nutzte die Bühne für einen Protest gegen den US-Präsidenten Donald Trump und insbesondere dessen Executive Order 13769.[8][9]

Anschließend begleitete Paak als Opening Act, zusammen mit seiner Begleitband The Free Nationals, Bruno Mars für den Europa-Teil von dessen 24K-Magic-Welttournee,[10] sowie danach J. Cole für den Nordamerika-Teil von dessen 4-Your-Eyez-Only-Welttournee.[11]

2018 – 2019: Neue Singles, Oxnard und Grammygewinn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 stieg sein mit Ab-Soul und James Blake aufgenommener Beitrag zur Kompilation Black Panther: The Album, Bloody Waters, wie fast alle Lieder des Albums in der Woche nach der Veröffentlichung, in die britischen Musikcharts ein. Der Song erreichte Platz 98 und verließ die Liste nach einer Woche wieder.

Wenig später erschien eine neue eigene Single von Anderson Paak, ’Til It’s Over. Das Lied war Teil einer Serie von Werbespots unter der Regie von Spike Jonze und in Zusammenarbeit mit FKA twigs für Apples HomePod.[12] Im Mai 2018 folgte dann mit Bubblin’ eine weitere Single, für die auch ein Musikvideo und ein Remix mit Busta Rhymes veröffentlicht wurde.[13][14] Bei der 61. Verleihung der Grammys gewann Bubblin’, gemeinsam mit King’s Dead von Jay Rock, Kendrick Lamar, Future und James Blake den Award for Best Rap Performance.[15]

Beide Songs sollten jedoch nicht auf dem kommenden Album Oxnard enthalten sein. Stattdessen wurde als dessen erste Auskopplung Tints mit Kendrick Lamar ausgewählt. Der Titel erreichte im Vereinigten Königreich den 81. Rang der Charts, konnte sich darin aber nur eine Woche halten.

Am 16. November 2018 wurde Oxnard schließlich veröffentlicht. Das Werk wurde von Dr. Dre abgemischt, der gleichzeitig auch Executive Producer war.[16] Mit dem Einstieg auf Platz 11 in den Billboard 200 und in diversen anderen Charts wurde es sein bis dahin bestplatziertes Album.

2019: Erste Headlinertourneen und Ventura[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss kündigte Anderson Paak seine erste große Tournee als Headliner an. Die Andy's Beach Club World Tour führte ihn von Mitte Februar bis Ende März 2019 durch die USA und Europa.[17] Von Mai bis Juni desselben Jahres fand außerdem die Best Teef In The Game Tour statt, bei der Anderson Paak bei allen Auftritten von Thundercat und The Free Nationals, sowie bei einigen von Earl Sweatshirt, Noname, Mac DeMarco oder Jessie Reyez unterstützt wurde.[18]

Zwischen beiden Tourneen erschien am 12. April 2019 sein viertes Album Ventura. Mit Platz 4 in den Charts seines Heimatlandes erreichte er damit sein bis dahin bestes Ergebnis seiner Karriere. Für das Album erhielt er erneut eine Nominierung bei der 62. Verleihung der Grammy Awards, diesmal in der Kategorie Best R&B Album. Im gleichen Jahr ebenfalls vorgeschlagen war das auf dem Werk enthaltene Stück Come Home featuring André 3000, für Best R&B Performance.[19]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben

  • 2012: O.B.E., Vol. 1 (als Breezy Lovejoy)
  • 2014: Venice
  • 2016: Malibu
  • 2018: Oxnard
  • 2019: Ventura

EPs

  • 2010: Violets Are Blue
  • 2013: Cover Art
  • 2015: The Anderson .Paak EP (von den Blended Babies; Anderson .Paak ist auf jedem Lied gefeatured)

Singles (mit Auszeichnungen)

  • 2016: Come Down (US: Gold)[20]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: Schweiz (hitparade.ch) / UK / USA (Billboard)
  2. a b c Chris Martins: Anderson Paak: Dr. Dre's Golden Child Goes From Protege to Solo Star. Billboard, 14. Januar 2016, abgerufen am 1. November 2016 (englisch).
  3. a b c d Anderson .Paak: 8 Milestones On His Road To The GRAMMYs. GRAMMY.com, 1. Februar 2017, abgerufen am 12. Februar 2017 (englisch).
  4. Anderson .Paak & The Free Nationals: NPR Music Tiny Desk Concert. NPR Music/YouTube, 22. August 2016, abgerufen am 5. September 2019.
  5. Best New Artist 2016. BET, abgerufen am 28. November 2016 (englisch).
  6. Centric Certified Award 2016. BET, abgerufen am 28. November 2016 (englisch).
  7. Final Nominations List. (PDF; 2,74 MB) The 59th Grammys. Grammy.com, 7. Dezember 2016, S. 3, 12, abgerufen am 20. Dezember 2016 (englisch).
  8. Grammys 2017: Trump, Tod und Göttinnen. laut.de, 13. Februar 2017, abgerufen am 13. Februar 2017.
  9. Randall Roberts: Anderson .Paak teams with A Tribe Called Quest to perform medley, and Busta Rhymes blasts Donald Trump. Los Angeles Times, 12. Februar 2017, abgerufen am 13. Februar 2017 (englisch).
  10. Noah Yoo: Anderson .Paak, Nile Rodgers, Disclosure, Bruno Mars Hit the Studio Together: Watch. Pitchfork, 25. April 2017, abgerufen am 1. Mai 2017 (englisch).
  11. Milca P.: J. Cole Adds Anderson.Paak to Second Leg of "4 Your Eyez Only" Tour. HotNewHipHop, 17. Juni 2017, abgerufen am 18. Juni 2017 (englisch).
  12. Sheldon Pearce: “’Til It’s Over” by Anderson .Paak Review. Pitchfork, 6. März 2018, abgerufen am 17. November 2018 (englisch).
  13. Jon Blistein: Hear Anderson Paak’s New High-Speed Song ‘Bubblin’. Rolling Stone, 17. Mai 2018, abgerufen am 17. November 2018 (englisch).
  14. Salvatore Maicki: Busta Rhymes hops on Anderson .Paak’s “Bubblin (Remix)”. The FADER, 13. Juli 2018, abgerufen am 17. November 2018 (englisch).
  15. Winners & Nominees – 61st Annual GRAMMY Awards. GRAMMY.com, abgerufen am 9. Dezember 2018 (englisch).
  16. Salvatore Maicki: Anderson .Paak’s new album Oxnard has arrived. The FADER, 16. November 2018, abgerufen am 17. November 2018 (englisch).
  17. Emina Lukarcanin: Anderson .Paak Announces 2019 Andy's Beach Club World Tour. Billboard, 3. Dezember 2018, abgerufen am 7. April 2019 (englisch).
  18. Trey Alston: Anderson .Paak's Teeth Are The Star Of His New Tour, And He’s Got A New Album Too. MTV, 28. Februar 2019, abgerufen am 7. April 2019 (englisch).
  19. 2020 GRAMMY Awards: Complete Nominees List. GRAMMY.com, 20. November 2019, abgerufen am 24. November 2019 (englisch).
  20. Auszeichnungen für Musikverkäufe: US