Christoph Strasser (Extremsportler)

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Christoph Strasser beim Race Around Austria 2010

Christoph Robert Strasser (* 4. November 1982 in Leoben, Österreich) ist ein österreichischer Extremsportler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strasser wuchs in Kraubath an der Mur auf und lebt zurzeit in Graz. Nach dem Zivildienst begann er ein Studium der Umwelttechnik an der Montanuniversität Leoben, das er jedoch nicht abschloss.[1]

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er in seiner Jugend als Fußballspieler aktiv war, begann Christoph Strasser mit 18 Jahren mit dem Radsport. 2002 nahm er an seinem ersten 24-Stunden-Rennen teil. 2005 war er mit 22 Jahren jüngster Finisher des Race Across the Alps. In den folgenden Jahren gewann er mehrere 24-Stunden-Rennen. Er wurde mit 25 Jahren jüngster Ultra-Radmarathon-Weltmeister. 2009 qualifizierte er sich erstmals für das Race Across America (RAAM), musste aber aus gesundheitlichen Gründen das Rennen nach 2.400 km auf Platz 4 liegend aufgeben.

Ein Jahr später, am 24. Juni 2011, gewann Strasser als dritter Österreicher nach Franz Spilauer und Wolfgang Fasching (3 Siege ab 1997) das Race Across America und als jüngster Sieger aller Zeiten.

Am 19. Juni 2013 feierte Strasser seinen bis dato größten Erfolg: Er gewann zum zweiten Mal das Race Across America. Dabei unterbot er mit einer Fahrzeit von 7 Tage 22 Std. 52 Min. die Zeit von Pete Penseyres aus dem Jahre 1986, stellte damit einen neuen Streckenrekord auf und fuhr die Strecke erstmals in einer Zeit unter acht Tagen.

Am 18. Juni 2014 gewann er zum dritten Mal das Race Across America. Damit ist er der erste Österreicher, der den Titel im Folgejahr verteidigen konnte. Dabei unterbot er mit einer Fahrzeit von 7 Tage 15 Std. 56 Min. seinen eigenen im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord.

Am 21. März 2015 verbesserte er in Berlin den 24-Stunden-Weltrekord im Freien auf 896,173 km.[2]
Der Versuch, 2015 das Race Across America als erster Teilnehmer dreimal hintereinander zu gewinnen, scheiterte aufgrund eines Lungeninfektes.[3] Im August gewann Strasser das Race Around Austria und konnte mit 3 Tagen, 14 Stunden und 44 Minuten seine eigene Rekordzeit aus dem Jahr 2014 für die 2.200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter erneut unterbieten.[4]

Im September 2015 verunfallte Strasser mit rund 45 km/h auf einer Trainingsfahrt: Im Raum Fohnsdorf stürzte er auf den Asphalt, nachdem ihn ein Auto, aus einer nachrangigen Querstraße kommend, rammte. Ein Bruch der rechten Kniescheibe, eine gravierende Verletzung der rechten Schulter und ein Bändereinriss an der linken Schulter waren die Folge. Eine Woche nach dem Unfall konnte er auf einem Bein humpeln und wieder mit einer Hand essen. „Als Rennradfahrer ist man dem Risiko im Straßenverkehr ausgesetzt. Ich hatte im Laufe meiner Karriere viel Glück, oft ist es gutgegangen, jetzt hatte ich halt mal Pech,“ zitierte ihn der ORF am 21. September. „Ich werde 2016 wieder topfit sein.“[5]

Am 30. September 2015 wurde im Orpheum Graz die Fotoausstellung Leiden für die Leidenschaft eröffnet. Der Fotograf Alexander Karelly (Lupi Spuma) begleitete Strasser von 2009 bis 2015 bei sechs Rennen und wurde von ihm motiviert, selbst Langstreckenrennen zu fahren. Karelly rollte beim Glocknerman stolz als letzter durchs Ziel.[6][7]

Im August 2016 gewann Strasser zum dritten Mal in Folge das Race Around Austria. Dabei benötigte er 3 Tage, 12 Stunden und 41 Minuten.[8] Am 13. Juni 2017 startet Strasser wiederum beim RAAM und beendete es zum vierten Mal nach 8 Tagen, 9 Stunden und 34 Minuten als Sieger.[9] Im selben Jahr verbesserte er im Tissot Velodrome im schweizerischen Grenchen den 24-Stunden-Weltrekord auf der Bahn auf 941,873 Kilometer.[10]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
  • Tortour Suisse - im 6er-Team
  • Race Across America, jüngster Sieger
2010
  • Rekord - Transaustria - UMCA Record
  • Glocknerman - Weltmeisterschaft Ultra Radmarathon
2008
  • Kraftwerktrophy - 12h Dark Solo
2007
  • Glocknerman - Weltmeisterschaft Ultra Radmarathon, Streckenrekord und jüngster Ultra Weltmeister
2006
  • 24h Rennen Fohnsdorf
  • 24h Rennen Kelheim

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christoph Strasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 4800 4800 Kilometer reine Kopfsache, abgerufen am 18. November 2017
  2. http://kurier.at/sport/sportmix/rad-steirer-strasser-verbessert-24-stunden-weltrekord-896-173-km/120.721.703
  3. http://www.christophstrasser.at/aktuelles_live_newsletter/news/aktuelles/article/christoph-muss-raam-vorzeitig-beenden/
  4. Race Around Austria: Strasser mit neuer Rekord-Zeit im Ziel (16. August 2015)
  5. http://sport.orf.at/stories/2238218/2238216/ Trainingsunfall nach dem Urlaub, orf.at, 21. September 2015, abgerufen 21. September 2015.
  6. http://www.spielstaetten.at/program-detail.3.53055.htm „Leiden für die Leidenschaft“ // Christoph Strasser: RAAM, Race Across America, 2009 bis 2015; Fotoausstellung, Orpheum, Spielstätten Graz. 2015, abgerufen 29. September 2015.
  7. http://www.lupispuma.com/albums/race-across-america-2014-preparation-christoph-strasser/ RACE ACROSS AMERICA 2014 | Preparation Christoph Strasser, Lupi Spuma fine fotography GmbH, 2014, abgerufen 29. September 2015. – Bilder von Strasser im Windkanal und beim Rennen.
  8. http://www.racearoundaustria.at/news/news/article/strasser-comeback-endet-mit-drittem-sieg/ Strasser-Comeback endet mit drittem Sieg
  9. http://sport.orf.at/stories/2275317/
  10. Radsportler Strasser knackt 24-Stunden-Weltrekord. In: rad-net.de. 15. Oktober 2017, abgerufen am 15. Oktober 2017.