Citavi

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Citavi
Citavi 5 - Literatur, Zitate, Vorschau
Citavi - Wissen organisieren
Basisdaten
Entwickler Swiss Academic Software
Aktuelle Version 5.4[1]
(22. September 2016)
Aktuelle Vorabversion 5.4.2
(22. November 2016)
Betriebssystem Windows 10, Windows 8.1, Windows 8, Windows 7, Windows Vista, Windows Server 2012, Windows Server 2008
Kategorie Literaturverwaltungsprogramm
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja, sieben Sprachen[2]
www.citavi.com

Citavi ist ein Literaturverwaltungsprogramm für Microsoft Windows. Es wird von der Firma Swiss Academic Software mit Sitz in Wädenswil bei Zürich entwickelt. Es basiert auf der Software-Plattform .NET.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger war das an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entwickelte Programm LiteRat[3], dessen Version 1.0 im Jahre 1995 erschien. 2006 wurde die neu entwickelte Version unter dem Namen Citavi 2.0 veröffentlicht, 2010 erschien die Version 3. Mit Citavi 3 war das Programm erstmals auch mit englischsprachiger Bedienoberfläche nutzbar, es basierte zudem nicht mehr auf der MS Access-Database-Engine, sondern auf SQLite. Seit der Version 4, die im Jahr 2013 erschien, kann die Benutzeroberfläche zwischen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch und Spanisch umgestellt werden.[4] Citavi 5 ist im April 2015 erschienen.[5]

Citavi 5 gibt es in Editionen für Einzelnutzer, für kleine und für große Teams. Für Einzelnutzer und kleine Teams wird die Projektdatei (Citavi nennt seine Datenbanken "Projekte") als SQL-Containerdatei lokal auf dem Rechner oder auf einem Netzlaufwerk gespeichert. "Citavi Free", die kostenlose Basisversion, ist ohne Lizenzschlüssel nutzbar, allerdings mit der Einschränkung auf 100 Dokumente pro Projekt. Um auch umfangreichere Projekte bearbeiten zu können, wird eine "Citavi for Windows"-Lizenz benötigt, die es für Studenten und Privatanwender, für Anwender staatlicher oder gemeinnütziger Organisationen sowie für Firmenkunden gibt. Um mit einem größeren Team zeitgleich auf die Daten zugreifen und differenzierte Zugriffsrechte vergeben zu können, muss die kommerzielle Version "Citavi for DBServer" lizenziert werden. Die Projektdaten werden in diesem Fall in einem Microsoft SQL Server gespeichert, der entweder lokal im Intranet der Organisation installiert oder in einer privaten Cloud auf Windows Azure betrieben wird. Für Citavi for DBServer gibt es nur Lizenzen für staatliche und gemeinnützige Organisationen sowie für Firmenkunden.

Eine eigenständige Entwicklung für OS X wurde 2011 eingestellt[6], eine betriebssystemunabhängige Webversion ist in Arbeit.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Citavi integriert die Verwaltung von Literaturangaben und Volltexten mit Funktionen zur Wissensorganisation und einer einfachen Aufgabenplanung, die auf die Bedürfnisse der Arbeit mit Texten zugeschnitten ist. Die ins Programm integrierte, kontextualisierte Schnellhilfe wird ergänzt durch einen einführenden E-Mail-Newsletter, Videos, ein Online-Handbuch und ein Support-Forum.[7]

Literaturverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachweise verschiedener Dokumenttypen (Bücher, Artikel, Vorträge, Ton- und Filmdokumente etc.) können gesammelt, verwaltet, gespeichert und inhaltlich erschlossen werden.
  • Citavi unterstützt Literaturrecherchen, indem es Onlinezugriffe auf wissenschaftliche Literaturdatenbanken (unter anderem PubMed, Web of Science etc.), Buchhandels- und Bibliothekskataloge ermöglicht. Ebenso wird der offene COinS-Standard unterstützt. Außerdem können RSS-Feeds in Citavi abonniert werden.
  • Die Citavi-Picker, Add-Ons für Webbrowser (Mozilla Firefox, Internet Explorer und Google Chrome) erkennen Internationale Standardbuchnummern, PubMed-IDs und DOI auf Webseiten, die dazugehörigen Titel können per Klick nach Citavi importiert werden. Webseiten können per Mausklick importiert und in PDF-Dokumente umgewandelt werden, um den Inhalt der Seite zu sichern. Mit dem Citavi Picker für Adobe Acrobat und Acrobat Reader können PDF-Dokumente importiert werden. Falls verfügbar, werden die bibliographischen Angaben automatisch nachrecherchiert.
  • PDF-Dokumente können in Citavi annotiert werden.[8]
  • Citavi kann mit Textverarbeitungsprogrammen verknüpft werden. Für Word steht ein Add-On zur Verfügung. Damit können Kurznachweise und Zitate aus Citavi direkt in den eigenen Text eingearbeitet werden, ohne Word zu verlassen. Das Literaturverzeichnis wächst automatisch beim Schreiben, ein nachträgliches Formatieren entfällt. Bei OpenOffice Writer und LibreOffice Writer sowie bei Programmen, welche Dokumente im Format RTF verarbeiten können (wie Scrivener), werden Platzhalter in den Text eingefügt, die beim abschließenden Formatieren zu einem Literaturverzeichnis zusammengeführt werden. Die Verbindung zum LaTeX-Editor LyX wird über eine Named Pipe hergestellt, weitere LaTeX-Editoren können direkt angesprochen werden, um aus Citavi Zitate und LaTeX-Zitierkommandos (beispielsweise \cite{Mueller2008}) einzufügen.[9]
  • In Citavi stehen über 6.500 Zitierstile zur Auswahl (Stand: 22. November 2016). Weitere Stile für wissenschaftliche Zeitschriften werden auf Anfrage kostenlos erstellt und Fehler in vorhandenen Zitierstilen zentral korrigiert. Zitationsstile können auch anhand von Merkmalen gesucht werden, ein leistungsfähiger Zitationsstileditor erlaubt die Bearbeitung vorhandener und das Erstellen von eigenen Stilen.

Wissensorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Citavi kann Textstellen und Bilder aus Dokumenten als Zitate sowie Texte und Bilder als eigene Gedanken verwalten. Diese Zitate und Gedanken können als Textbausteine in der Textverarbeitung verwendet werden, die Zitate werden dabei ordnungsgemäß belegt. Citavi unterscheidet fünf Zitattypen und zwei weitere Typen zum Festhalten von eigenen Gedanken in Text- oder Bildform.[10] Zitate werden bei der Annotation von PDF-Dokumenten in Citavi mit dem Dokument verlinkt, so dass man vom Zitat aus per Mausklick direkt auf die genaue Fundstelle im PDF-Dokument zugreifen kann.
Zitattypen in Citavi 5
  • Die Gliederung der eigenen Publikation kann in einem Kategoriensystem abgebildet werden. Innerhalb der Kategorien können die Zitate und Gedanken so geordnet werden, dass sie die eigene Argumentation abbilden. Dies ermöglicht eine Strukturierung der Arbeit vor dem eigentlichen Schreibprozess.

Aufgabenplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Titelaufgaben (dokumentbezogen) und Projektaufgaben (projektbezogen) erlauben die Organisation von Terminen wie Leihfristen und Arbeitsschritte. Aufgaben wie 'Diskutieren' oder 'Prüfen' können direkt mit Textstellen in PDF-Dokumenten verknüpft werden.

Kompatibilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Citavi-Titeldaten können von anderen Literaturverwaltungsprogrammen importiert werden,[11] und Citavi kann die Daten aus anderen Literaturverwaltungsprogrammen importieren, entweder direkt, wie im Fall von EndNote und BibTeX-Dateien, ober über einen Import-Filter oder den Umweg einer RIS-Exportdatei wie beim Import aus Mendeley, ProCite, Reference Manager, RefWorks, Zotero und anderen.[12]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Citavi - Download Citavi 5. In: Webseite Citavi. Swiss Academic Software, September 2016, abgerufen am 22. September 2016.
  2. Citavi im Detail - Citavi anpassen - Sprache wechseln. In: Handbuch Citavi 5. Swiss Academic Software, August 2016, abgerufen am 22. August 2016.
  3. LiteRat. Version 1.06 für Windows 3.1 bis Windows XP. In: Webseite LiteRat. Swiss Academic Software, 2. Januar 2015, abgerufen am 23. August 2016.
  4. Skript zum Kurs. Literaturverwaltung mit Citavi - Basiskurs. 1. Warum Literaturverwaltungsprogramme - warum Citavi? In: mediatum - digital collection management. Technische Universität München, Universitätsbibliothek, 5. April 2016, S. 3, abgerufen am 22. August 2016 (PDF; 1,48 MB).
  5. Juliane Thümmel: Wissen organisieren mit Citavi. In: b.i.t. online. Band 19, Nr. 1, 2016, S. 84–85 (Volltext [PDF; 83 kB; abgerufen am 23. August 2016]).
  6. Citavi Forum - Informationen zur Mac-Entwicklung. In: Citavi Forum. Swiss Academic Software, 16. September 2011, abgerufen am 23. August 2016.
  7. Literaturverwaltungsprogramme im Vergleich. In: mediatum - digital collection management. Technische Universität München, Universitätsbibliothek, 3. August 2016, S. 15, abgerufen am 22. August 2016 (PDF; 360 KB).
  8. Skript zum Kurs. Literaturverwaltung mit Citavi - Aufbaukurs. PDF-Bearbeitung im Vorschaufenster. In: mediatum - digital collection management. Technische Universität München, Universitätsbibliothek, 4. Juli 2016, S. 32, abgerufen am 22. August 2016 (PDF; 2,11 MB).
  9. Skript zum Kurs. Literaturverwaltung mit Citavi - Aufbaukurs. Wie verwende ich den Publikationsassistenten zusammen mit einem TeX-Editor? In: mediatum - digital collection management. Technische Universität München, Universitätsbibliothek, 4. Juli 2016, S. 24, abgerufen am 22. August 2016 (PDF; 2,11 MB).
  10. Skript zum Kurs. Literaturverwaltung mit Citavi - Aufbaukurs. Wissenselemente aufnehmen und Kategorien zuordnen. In: mediatum - digital collection management. Technische Universität München, Universitätsbibliothek, 4. Juli 2016, S. 30, abgerufen am 22. August 2016 (PDF; 2,11 MB).
  11. Citavi im Detail - Titel exportieren. In: Handbuch Citavi 5. Swiss Academic Software, August 2016, abgerufen am 23. August 2016.
  12. Citavi im Detail - Titel importieren - Aus anderen Programmen importieren. In: Handbuch Citavi 5. Swiss Academic Software, August 2016, abgerufen am 22. August 2016.