Zotero

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zotero
 zotero 
Screenshot von Zotero und OpenURL Referrer
Zotero wertet im englischen Artikel Abraham Lincoln als COinS eingebettete bibliographische Informationen aus
Basisdaten
Entwickler Center for History and New Media der George Mason University, USA
Erscheinungsjahr 8. Oktober 2006
Aktuelle Version 4.0.28.x [1]
(30. Juli 2015)
Betriebssystem plattformunabhängig
Programmier­sprache JavaScript
Kategorie Literaturverwaltungsprogramm als Erweiterung für Firefox
Lizenz AGPL v3[2]
Deutschsprachig ja
www.zotero.org

Zotero [zoʊˈtɛroʊ] ist ein freies, quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm zum Sammeln, Verwalten und Zitieren unterschiedlicher Online- und Offline-Quellen. Das Programm wurde ursprünglich als Erweiterung für den Webbrowser Mozilla Firefox entwickelt und steht mittlerweile auch in einer Version zur Verfügung, die mithilfe einer Browser-Erweiterung mit Safari und Google Chrome zusammenarbeitet.

Zotero unterstützt die Bearbeitung bibliografischer Angaben und Literaturlisten, besonders in wissenschaftlichen Publikationen.

Die Software wird vom Center for History and New Media der George Mason University entwickelt. Sie versteht sich als moderne Alternative zu herkömmlichen, an Offline-Publikationen orientierten Programmen.[3] Der Name Zotero leitet sich vom albanischen Wort zotëroj („etwas schnell erfassen, bewältigen“) her.[4]

Funktion[Bearbeiten]

Zotero untersucht die vom Benutzer gerade betrachteten Webseiten wie digitale Bibliotheken, Online-Bibliothekskataloge (OPAC), Google Scholar oder Online-Buchhändler wie Amazon.com auf bibliografische Informationen und speichert diese per Mausklick in einer lokalen Datenbank. Dazu nutzt es eigene Parser (in der Dokumentation Translator genannt), aber auch offene Standards wie COinS[5] und unAPI. Handelt es sich um einen Volltext, der online abrufbar ist, wie einen Aufsatz oder ein E-Book, kann Zotero eine lokale Kopie davon anlegen. Die Einträge in der Datenbank können um Schlagwörter (Tags), Notizen und weitere Metadaten, Querverweise zwischen Quellen sowie um sonstige beliebige Dateien im Anhang ergänzt werden.

Zotero gibt Literaturlisten in verschiedenen Zitationsstilen aus und importiert und exportiert verschiedene Metadatenformate, darunter BibTeX, EndNote und MODS. Die Übernahme der Daten in die Textverarbeitung kann entweder per Drag and Drop von Zotero in das Editorfenster oder über ein Plug-In erfolgen, das für die Programme Microsoft Word und OpenOffice.org Writer beziehungsweise LibreOffice Writer bereitsteht.[6]

Erweiterungen[Bearbeiten]

Zotero ist offen für Erweiterungen. So können beispielsweise Benutzer Zitationsstile in der Citation Style Language und Entwickler weitere Parser hinzufügen. In Verzeichnissen stehen mehrere hundert Zitationsstile zum Herunterladen bereit,[7] die lediglich in das lokale styles-Verzeichnis kopiert werden müssen; nach einem Neustart von Zotero können sie ausgewählt und direkt verwendet werden. Dieses Stile können aber auch an eigene Bedürfnisse angepasst werden.[8]

So ist es möglich, die Zitierweise sehr vieler, auch deutschsprachiger Fachzeitschriften unmittelbar beim Export der Belege aus Zotero umzusetzen. Im einfachsten Fall werden die englischen Grundformen eines Standardstils wie dem des Chicago Manual of Style ins Deutsche oder in eine andere Sprache übertragen einschließlich der Notation für Daten und Online-Belege.

Mobile Betriebssysteme[Bearbeiten]

Seit einiger Zeit wird die Entwicklung von Zotero-Clients für mobile Betriebssysteme vorangetrieben. Derzeit existieren jeweils zwei Apps für iOS (ZotPad, BibUp) und Android (Zandy, Scanner for Zotero).[9] Für das betriebssystemunabhängige Zotfile findet ein Fundraising statt. Es soll eine kostenlose App für Android entwickelt werden.[10]

Kontroversen[Bearbeiten]

Am 4. Juni 2009 wurde eine Klage von Thomson Reuters abgewiesen, in der dem Zotero-Projekt bei der Implementierung des Formats der Literaturverwaltung EndNote Reverse Engineering vorgeworfen worden war.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zotero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Änderungsprotokoll bei zotero.org, abgerufen am 21. August 2015 (englisch).
  2. Licensing. Zotero-Website, 24. Mai 2012 (englisch).
  3. About. In: zotero.org. Abgerufen am 19. Oktober 2011 (englisch).
  4. The Etymology of Zotero
  5. Hierdurch können auch Literaturangaben aus Wikipedia übernommen werden, sofern sie mit der Literaturvorlage im Mediawiki-Quelltext ausgezeichnet worden waren – in der deutschsprachigen Wikipedia muss hierzu zwingend die deutschsprachige Literaturvorlage verwendet werden. – Vergleiche auch: Zotero & Wikipedia. In: Zotero-Blog (englisch). 11. April 2007. Abgerufen am 5. März 2011.
  6. Word Processor Plugins zur Integration von Zotero in Microsoft Word und OpenOffice/NeoOffice (englisch). In: zotero.org. Abgerufen am 5. März 2011.
  7. Finding Styles auf citationstyle.org, abgerufen am 26. Februar 2015.
  8. Citation Styles auf zotero.org, abgerufen am 26. Februar 2015.
  9. Zotero Mobile. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  10. Zotero Reader Android App. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  11. Sean Takats, Thomson Reuters Lawsuit Dismissed, 4. Juni 2009; Statement from George Mason University on Center for History and New Media's Zotero Software, 29. Oktober 2008; Open-Source-Projekt Zotero verklagt, Pro-Linux, 1. Oktober 2008.