Hochschule Mainz

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Hochschule Mainz
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Gründung hervorgegangen aus der kurfürstlichen Maler- und Bildhauerakademie 1757
Trägerschaft staatlich
Ort Mainz
Bundesland Rheinland-Pfalz
Land Deutschland
Präsident Gerhard Muth
Studenten 5.488 WiSe 2016/2017[1]
Mitarbeiter 410 [2]
davon Professoren 148
Website www.hs-mainz.de

Die Hochschule Mainz ist eine Hochschule des Landes Rheinland-Pfalz. Sie ist mit der Johannes Gutenberg-Universität und der Katholischen Hochschule eine der drei öffentlichen Hochschulen in der Landeshauptstadt Mainz. Die Hochschule Mainz verteilt sich auf fünf Standorte. Sie kooperiert im Rahmen des berufs- und ausbildungsintegrierenden Studienangebotes mit mehr als 600 Unternehmen und unterhält weltweit zu rund 90 Universitäten[3] partnerschaftliche Beziehungen mit speziellen Austauschprogrammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschule Mainz, Standort Campus

Die Hochschule Mainz ist aus den beiden Mainzer Abteilungen der 1971 gegründeten Fachhochschule Rheinland-Pfalz hervorgegangen. Am 1. September 1996 trat das neue Fachhochschulgesetz in Kraft, das die Aufteilung der Fachhochschule Rheinland-Pfalz in sieben eigenständige Hochschulen regelte. Die Fachhochschule Mainz wurde 1996 als eigenständige Institution mit drei Fachbereichen neu gegründet.

Am 1. September 2014 änderte die Fachhochschule Mainz ihren Namen in Hochschule Mainz.[4]

Das Studienangebot umfasst Bachelor- und Master-Studiengänge in klassischer Form (Vollzeit) sowie als dual bzw. berufsintegrierende Studiengänge in Teilzeit. Außerdem bietet die Hochschule zahlreiche Weiterbildungsmaster-Studiengänge für Berufstätige an.[5]

Die Geschichte der Ausbildung von Künstlern, Baumeistern und Handwerkern außerhalb des Zunftwesens begann in Mainz im Jahr 1757, mit Gründung der Mainzer „Maler- und Bildhauerakademie“.[6] Die Bildung von drei Hauptabteilungen Anfang des 20. Jahrhunderts (Lehrwerkstätten für Architektur, Innendekoration und Graphische Künste) legte den Grundstock, „[…] der bis in die Gründungsphase der Fachhochschule Bestand haben sollte“.[7]

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Kunstgewerbeschule 1933 zur Adolf-Hitler-Bauschule. Der damalige Direktor Arno Körnig wurde kommissarisch ersetzt und progressive Lehrer sowie die jüdischen Kollegen entlassen. Nach dem Wiederaufbau des Schulgebäudes an der Rheinstraße/Ecke Holzstraße wurde Ende 1946 in der Staatsbau- und Landeskunstschule der Lehrbetrieb aufgenommen. „Für die Bauschule wurde mit dem Erlass vom 23. März 1957 der Schritt von der Bauschule zur „Staatlichen Ingenieurschule Bau- und Vermessungswesen“ vollzogen“.[8]

Mit den Wirtschaftswissenschaften entwickelte sich Ende der 1960er Jahre ein weiterer Ausbildungszweig; 1964 nahm die „Höhere Wirtschaftsfachschule für die Region Rheinhessen“ den Betrieb auf. Der Grundstein für die Fachhochschule des Landes Rheinland-Pfalz wurde am 1. Juni 1970 mit der Verabschiedung des Fachhochschulgesetzes gelegt.[9]

Lehre und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachbereiche und Studienangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Studienangebot gliedert sich in die drei Fachbereiche:

Forschung und Technologietransfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Hochschule Mainz wird Forschung in den Fachbereichen Technik, Gestaltung, Wirtschaft gebündelt. Als Forschungsschwerpunkte wurden die Bereiche „Informationstechnik und Kommunikation“ sowie „Material und Werkstoffe in Architektur, Bauingenieurwesen und Gestaltung“ definiert. Dabei setzt die Hochschule Mainz auf Interdisziplinarität, gezielte Zusammenführung einzeln agierender Forschungsbereiche sowie enge Verzahnung von Forschung und Lehre. Angewandte Forschungsprojekte werden in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft sowie öffentlichen Einrichtungen durchgeführt. Das reicht von praxisbezogenen Abschlussarbeiten, Promotionsarbeiten bis zu Drittmittelprojekten in Forschung und Entwicklung.

Innerhalb Fachbereiche und der Forschungsschwerpunkte sind sieben Forschungsinstitute und weiteren Arbeitsschwerpunkte aktiv.[10] Institute:

  • i3mainz - Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
  • iS-mainz - Institute for Innovative Structures
  • ai- mainz - Architektur-Institut
  • idg - Institut Designlabor Gutenberg
  • img - Institut für Mediengestaltung
  • ifams – Institut für angewandtes Management in der Sozialwissenschaft
  • iuh – Institut für unternehmerisches Handeln

Arbeitsschwerpunkte:

  • Amtliche Baustoffprüfstelle
  • Lichtlabor
  • Forschungsgruppe Kommunal- und Umweltwirtschaft
  • Forschungsgruppe Wirtschaftsinformatik
  • Marktforschungslabor
  • Virtuelles Studio

Für Fragen zur Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft steht zusätzlich die Abteilung Forschung und Transfer als Ansprechpartner zur Verfügung.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule Mainz verteilt sich auf fünf Standorte:

Hochschule Mainz, Standort Holzstraße
Hochschule Mainz, Standort Wallstraße

Standort Campus Lucy-Hillebrand-Straße 2 49° 59′ 3″ N, 8° 13′ 42″ O

  • Fachbereich Wirtschaft
    • iuh - Institut für Unternehmerisches Handeln
    • IFAMS - Institut für angewandtes Management in der Sozialwirtschaft
  • Fachbereich Technik - Lehreinheit Geoinformatik und Vermessung
    • i3mainz - Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
  • Zentrale Verwaltung

Standort Holzstraße 36 49° 59′ 50″ N, 8° 16′ 45″ O

  • Fachbereich Technik - Lehreinheiten Architektur und Bauingenieurwesen
    • ai-mainz - Architekturinstitut Mainz
    • iS-mainz - Institute of Innovative Structures
  • Fachbereich Gestaltung - Lehreinheiten Innenarchitektur und Kommunikationsdesign
    • Designlabor Gutenberg

Standort Wallstraße 11

  • Fachbereich Gestaltung - Lehreinheit Mediendesign/Zeitbasierte Medien
    • img - Institut für Mediengestaltung

Standort Holzhofstraße 8 (z. T. Studiengang Kommunikationsdesign, z. T. Studiengang Architektur, z. T. Studiengang Innenarchitektur)

Standort Rheinstraße (Mastergebäude der Lehreinheiten Innenarchitektur, Kommunikationsdesign)

Bauliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Verteilung der Hochschule Mainz auf mehrere, weit über das Stadtgebiet verstreute Standorte, ist vom Land Rheinland-Pfalz seit längerem ein Neubau angestrebt worden. Zum Sommersemester 2009 haben die Zentrale Verwaltung, der Fachbereich Wirtschaft, die Lehreinheit Geoinformatik und Vermessung sowie das Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik (i3mainz) den seit langem projektierten Neubau-Komplex in der Lucy-Hillebrand-Straße bezogen.

Der neue Standort (49° 59′ 3″ N, 8° 13′ 42″ O) liegt weit im Westen der Stadt, von der Johannes Gutenberg-Universität durch die Koblenzer Straße getrennt. In direkter Nachbarschaft befindet sich ein Wohnheim („K 3“) für 500 Studierende. Die Standorte Holzstraße und Wallstraße werden vorerst weiter bestehen bleiben.

Insgesamt wird der Neubau der Hochschule Mainz sowohl bei den Studierenden, wie auch dem Lehrpersonal, positiv aufgenommen. Es gibt jedoch auch Kritik. So stammt das Raumprogramm des ersten Bauabschnitts aus den 1990er Jahren. Bereits mit der heutigen Studierendenzahl ist der neue Bauabschnitt voll ausgelastet. Gerhard Muth, der im November 2006 zum neuen Präsidenten der Hochschule Mainz gewählt wurde, nannte deshalb die Überarbeitung des zweiten Bauabschnitts als einen Schwerpunkt seiner Amtszeit.

Kritik am geplanten 2. und 3. Bauabschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren gab es vermehrt Kritik an der Planung eines 2. und 3. Bauabschnittes am gleichen Standort. Hier war ursprünglich geplant, alle weiteren Fachbereiche, Lehreinheiten und Institute der Hochschule aufzunehmen. Die geplanten 1600 m² studentischen Arbeitsplätze wurden jedoch auf einen möglichen dritten Bauabschnitt ohne Realisierungstermin verschoben. Der Fachbereich Gestaltung erklärte, dass für ihn ein Umzug in einen 2. Bauabschnitt ohne studentische Arbeitsplätze die Lehre nicht gewährleistet und er in diesem Fall einen verkleinerten 2. Bauabschnitt nur für den Fachbereich Technik bevorzugt.

Der Fachbereich Technik, der in gleichem Maße von dem Umzug betroffen ist wie der Fachbereich Gestaltung, steht dem Umzug in den zweiten Bauabschnitt positiv gegenüber. Der Fachbereichsrat, das gewählte Gremium der Professorinnen und Professoren, der Mitarbeiter und Studierenden, hat den Neubau immer konstruktiv kritisch begleitet. Der Fachbereich Technik ist derzeit dabei, in den Lehreinheiten Architektur und Bauingenieurwesen das vor Jahren genehmigte und bis heute bindende Raumprogramm mit den aktuellen Anforderungen in Einklang zu bringen. Auch der Fachbereich Wirtschaft unterstützt nachdrücklich die zeitnahe Erstellung des nächsten Bauabschnitts, da dort dringend benötigte studentische Arbeitsplätze realisiert werden.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochschule Mainz (abgerufen am 19. September 2017)
  2. Hochschule Mainz (abgerufen am 19. September 2017)
  3. International (abgerufen am 23. September 2015)
  4. Fachhochschule Mainz wird Hochschule Mainz – metropolnews.info
  5. Studienangebot – hs-mainz.de
  6. Andreas Greulich: Von der kurfürstlichen Akademie zur UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES. Kehrer Verlag, Heidelberg, 2002, ISBN 3-933257-87-5, S. 13.
  7. Andreas Greulich: Von der kurfürstlichen Akademie zur UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES. Kehrer Verlag, Heidelberg, 2002, ISBN 3-933257-87-5, S. 45.
  8. Andreas Greulich: Von der kurfürstlichen Akademie zur UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES. Kehrer Verlag, Heidelberg, 2002, ISBN 3-933257-87-5, S. 51 ff.
  9. Andreas Greulich: Von der kurfürstlichen Akademie zur UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES. Kehrer Verlag, Heidelberg, 2002, ISBN 3-933257-87-5, S. 67.
  10. hs-mainz.de
  11. Mainzer Allgemeine Zeitung vom 8. November 2013, Stellungnahme der Dekaninnen aus dem Fachbereich Technik und Wirtschaft

Koordinaten: 49° 59′ 48″ N, 8° 16′ 44″ O