Silke Helfrich

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Silke Helfrich (2016)

Silke Helfrich (* 1967) ist eine deutsche Autorin, Herausgeberin, Forscherin und Aktivistin zu Gemeingütern und Commons.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie studierte Philologie/Romanistik, Sozialwissenschaften mit ökonomischem Schwerpunkt und Pädagogik an der Karl-Marx-Universität Leipzig.[1] Von 1996 bis 1998 arbeitete sie für die Heinrich-Böll-Stiftung in Thüringen und leitete von 1999 bis 2007 das stiftungseigene Regionalbüro für Zentralamerika, Kuba und Mexiko.

Helfrich ist Mitgründerin des deutschsprachigen Commons-Instituts und betreibt den CommonsBlog.[2][3] Sie ist Teil der Commons Strategies Group.[4] 2018 und 2019 war Helfrich Fellow des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam.[5]

Helfrich spricht Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch.[6]

Engagement für Gemeingüter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silke Helfrich veröffentlichte mehrere Sachbücher und Sammelbände zu materiellen und geistigen Gemeingütern, sowie Peer-to-Peer-Netzwerken (P2P) und -produktion.[1][7] Sie wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Ihr besonderer Fokus liegt dabei auf den sozialen Prozessen und Mustern, in denen gemeinschaftliche Güter entstehen und erhalten bleiben (Commoning), sowie den Begriffen, die selbige beschreiben können. Bisherige Ausdrücke entsprächen dabei oftmals nicht der notwendigen Bedingung, eine nachhaltige und offene Nutzung zu implizieren.[8][9] Freie Lizenzen sollen im besten Fall dazu beitragen, die Allmende langfristig zugänglich zu halten und strukturelle Vorteile wie beispielsweise von großen Unternehmen im Voraus auszuschließen (Peer Openness).[10]

»Man darf sich die Commons-Welt nicht vorstellen wie ein Schlaraffenland, sondern wie ein Picknick, zu dem alle etwas beitragen.«

Silke Helfrich: Die Tageszeitung, 2019[11]

In Fair, Frei und Lebendig wirbt Helfrich für das Federated-Wiki-Konzept Ward Cunninghams.[12] Als Moderatorin einer Spendengala der Berliner Gazette warb sie 2015 für selbstorganisierte Bürger-Kliniken in Griechenland.[13][14]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammelbände und Monographien

Einzelbeiträge (Auswahl)

  • Silke Helfrich und Johannes Euler: Vom mit und für zum durch. Zum Verhältnis vom Forschen und Beforschtwerden und zur Erforschung von Commons. In: Brigitte Aulenbacher et al. (Hrsg.): Öffentliche Soziologie. Wissenschaft im Dialog mit der Gesellschaft. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2017, ISBN 978-3-593-50635-7.
  • Silke Helfrich: Commoning als Strategie der Armutsbekämpfung. In: Die Armutskonferenz (Hrsg.): Was allen gehört. Commons. Neue Perspektiven in der Armutsbekämpfung. Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Wien 2013, ISBN 978-3-7035-1609-2. (online verfügbar)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Silke Helfrich. Autorinnenprofil. In: Perlentaucher.de - Das Kulturmagazin. Perlentaucher Medien GmbH, abgerufen am 25. Mai 2019.
  2. Startseite. In: Das Commons-Institut. Commons entstehen durch Commoning. Commons-Institut e.V., abgerufen am 13. Mai 2019.
  3. Startseite. In: CommonsBlog. Fundsachen von der Allmendewiese. Silke Helfrich, abgerufen am 13. Mai 2019.
  4. Our Team. Who's who in the Commons Strategies Group. In: Commons Strategies Group CSG. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  5. Menschen. Silke Helfrich. In: Institute for Advanced Sustainability Studies IASS Potsdam. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  6. Silke Helfrich. In: Speakerinnen.org. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  7. Silke Helfrich. In: transcript. Independent Academic Publishing. transcript Verlag. Roswitha Gost & Dr. Karin Werner GbR, abgerufen am 13. Mai 2019.
  8. Silke Helfrich, Commons. In: Exploring Economics. Netzwerk Plurale Ökonomik e. V., abgerufen am 20. Mai 2019.
  9. Silke Helfrich: Sorge tragen. Commons und Gender. In: Gunda-Werner-Institut. Heinrich-Böll-Stiftung, 28. März 2012, abgerufen am 25. Mai 2019.
  10. Silke Helfrich, Lilli Iliev: Allmende statt Open Everything. Ein Gastbeitrag von Silke Helfrich. In: Wikimedia Deutschland. Blog. Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V., 24. April 2020, abgerufen am 1. Mai 2020.
  11. Hanna Voß und Stefan Reinecke: Sozialismus ohne Klassenkampf. Die Tageszeitung, 27. Juli 2019, abgerufen am 28. Juli 2019.
  12. Silke Helfrich und David Bollier: Frei, fair und lebendig. Die Macht der Commons. transcript Verlag, Bielefeld 2019, ISBN 978-3-8394-4530-3, S. 231–235, doi:10.14361/9783839445303.
  13. Silke Helfrich: Das neue Spiel. Es gibt nichts in dieser Welt, das nicht auch unser Commons sein könnte. In: Berliner Gazette. Berliner Gazette e.V., 6. Oktober 2015, abgerufen am 13. September 2019.
  14. UN|COMMONS. Kampf um Gemeineigentum. In: Berliner Gazette. Berliner Gazette e.V., Oktober 2015, abgerufen am 13. September 2019.