DSV (Unternehmen)

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DSV
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DK0060079531
Gründung 1976
Sitz Hedehusene, Dänemark
Leitung Jens Bjørn Andersen (CEO)
Jens H. Lund (CFO)
Kurt K. Larsen (Chairman)
Mitarbeiter 45.636[1]
Umsatz 10,1 Mrd. EUR
Branche Transport/Logistik
Website www.dsv.com
Stand: 2017 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2017

DSV A/S ist ein Transport- und Logistikunternehmen. 1976 gegründet, beschäftigt DSV mehr als 45.000 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern.[1] DSV ist im Nasdaq OMX Nordic gelistet und Bestandteil des OMX Copenhagen 20. DSV verfolgt ein Asset Light Business Model: Die tatsächlichen Transportvorgänge werden durch externe Dienstleister durchgeführt, während DSV selbst weder Schiffe noch Flugzeuge und nur eine begrenzte Anzahl an Lastkraftwagen besitzt.[2]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DSV wurde 1976 von Leif Tullberg[3] und neun unabhängigen Spediteuren unter dem vollständigen Namen „DSV, De Sammensluttede Vognmænd af 13-7 1976 A/S“ (dänisch für „Die zusammengeschlossenen Fuhrmänner des 13. Juli 1976“) gegründet.[4][5] Seit 1987 ist das Unternehmen im Aktienindex OMX Copenhagen 20 an der Kopenhagener Börse gelistet. Eigentlich war der Zusammenschluss lediglich dazu gedacht, als Fuhrunternehmen im Auftrag der beteiligten Spediteure zu fungieren.[6] Dies änderte sich 1989, als DSV durch den Zukauf zweier konkurrierender Exportunternehmen – Borup Autotransport A/S und Hammerbro A/S – auf den internationalen Markt expandierte.

Ab den späten 1990er Jahren begann DSV durch Beteiligungen an anderen Unternehmen, vor allem aber durch Kauf von Konkurrenten, seine Marktposition stetig auszubauen. Der Zukauf von Samson Transport Co. A/S verdreifachte 1997 die Transport- und Logistikaktivitäten von DSV.[7] Eine weitere Vervierfachung wurde durch den Erwerb von DFDS Dan Transport Group A/S im Jahr 2000 generiert, womit sich DSV im weltumspannenden Marktumfeld etablierte.[7] 2001 führte DSV eine Gliederung in drei Unternehmensbereiche für Landtransporte, Luft- und Seefracht sowie Lieferketten- und Lagerlogistik ein, wobei die Transportaktivitäten weiterhin unter dem nach der Übernahme von DFDS Dan Transport Group A/S verwendeten Namen DFDS Transport firmierten. Das Hauptunternehmen behielt weiterhin seinen ursprünglichen Namen, bis dieser 2003 offiziell auf „DSV A/S“ verkürzt wurde.

2005 integrierte DSV das Bremer Logistikunternehmen J.H. Bachmann in seine Luft- und Seefrachtsparte. Im selben Jahr wechselte Leif Tullberg in den Aufsichtsrat.[8] Damit wurde Kurt K. Larsen, der im Zuge des Zusammenschlusses mit Borup Auto Transport im Jahre 1989 zu DSV kam und seitdem gemeinsam mit Tullberg als CEO fungierte, alleiniger Unternehmensleiter. Mit dem Erwerb von Koninklijke Frans Maas Groep N.V. wurde DSV 2006 die drittgrößte Transportfirma mit einem eigenen Straßentransportnetzwerk in Europa.[7] Um dem Zuwachs Rechnung zu tragen und eine logische Verbindung mit dem Hauptunternehmen herzustellen, wurde 2007 die Bezeichnung DFDS Transport fallengelassen.[9] Die Sparten des Unternehmens lauten seitdem DSV Road, DSV Air & Sea und DSV Solutions.[10] 2008 wurde der Leiter der Straßentransportsparte Jens Bjørn Andersen zum CEO berufen, während Kurt K. Larsen den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm.[11] DSV ist weiterhin bestrebt, seine Geschäftsfelder durch Zukäufe zu erweitern, um ein weltumspannendes Logistiknetzwerk aufzubauen. 2015 verlegte das Unternehmen seine Firmenzentrale von Brøndby ins wenige Kilometer entfernte Hedehusene.[12]

2016 übernahm DSV den weltweit tätigen Logistikdienstleister UTi Worldwide, der rund 23.000 Mitarbeiter in 58 Ländern beschäftigte.[13][14][15][16] Hierdurch verdoppelte sich die Belegschaft des Unternehmens und DSV wurde hinsichtlich des Unternehmensumsatzes hinter DHL, Kühne + Nagel, Schenker und C. H. Robinson zum fünftgrößten Transport- und Logistikunternehmen der Welt.[17] 2017 besaß DSV einen Marktanteil von rund 2 %.[18]

Bedeutende Zukäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein LKW-Gespann von DSV.
  • 1989: Mit dem Erwerb von Borup Auto Transport A/S und Hammerbro A/S expandiert DSV über Dänemark hinaus.
  • 1997: Der Kauf von Samson Transport Co. A/S verdreifacht die Logistikaktivitäten.
  • 2000: Der Erwerb von DFDS Dan Transport Group A/S erweitert die Straßenaktivitäten in Nord-Europa und etabliert DSV mit Luftverbindungen in den USA, in Asien und im Pazifikraum als international tätiges Logistikunternehmen.
  • 2005: Durch die Integration von J.H. Bachmann stärkt DSV seine Luft- und Seefrachtaktivitäten.
  • 2006: Mit Kauf der niederländischen Koninklijke Frans Maas Groep N.V. erweitert DSV sein Straßennetzwerk über Skandinavien hinaus auf ganz Europa.
  • 2008: Der Erwerb von ABX Logistics stärkt die Marktposition von DSV in Europa.[19]
  • 2012: Nachdem DSV zur Etablierung des Logistiknetzwerks in Südamerika 2009 ein Joint Venture mit der INKAS Group of Companies einging, kauft DSV die übrigen 60 % auf und wird alleiniger Eigner der DSV-GL Latin America S.A..
  • 2016: Die Integration von UTi Worldwide macht DSV zum fünftgrößten Logistikunternehmen der Welt.

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DSV betreibt weltweit mehr als 300 Tochterunternehmen, mit rund 150 den weitaus größten Teil davon in Europa.[20]

Tochterunternehmen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DSV Air & Sea GmbH (ehemals J.H. Bachmann[21])
  • UTi Logistik Deutschland GmbH – Hungary Branch
  • DSV Solutions Group GmbH
  • DSV Solutions GmbH
  • DSV Stuttgart GmbH & Co. KG (ehemals Erwin Steinle Internationale Spedition GmbH & Co. KG[22])
  • DSV Stuttgart Verwaltung GmbH
  • Administration & Accounting Service GmbH
  • Jolkos Grundstücksverwaltung mbH
  • DSV Road GmbH
  • DSV Immobilien GmbH
  • GP0615 ApS & Co. Am Zunderbaum KG
  • DSV Real Estate Bochum ApS & Co. KG
  • DSV Real Estate Peine ApS & Co. KG

Tochterunternehmen in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DSV Österreich Spedition GmbH

Tochterunternehmen in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DSV Logistics S.A.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 2017 Annual Report (englisch, PDF; 5,61 MB) DSV A/S. S. 3. 8. Februar 2018. Abgerufen am 9. Februar 2018.
  2. 2013 Annual Report (englisch, PDF; 5,61 MB) DSV A/S. S. 4. 6. Februar 2014. Abgerufen am 29. Januar 2016: „We have an asset light business model. The actual transport operations are outsourced and we do not own any ships, planes and only a limited number of trucks and trailers.“
  3. Fuldstændigt ualmindelig (dänisch) Berlingske Media. 2. Januar 2004. Abgerufen am 28. Januar 2016.
  4. DSV over time (englisch) DSV A/S. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  5. The history behind the DSV name (englisch) DSV A/S. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  6. 2009 Annual Report (englisch, PDF; 1,88 MB) DSV A/S. S. 74. 4. März 2010. Abgerufen am 28. Januar 2016: „The company operated as a cartage department for the owners and only handled contracting haulage and deliveries.“
  7. a b c Milestones (englisch) DSV A/S. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  8. Executive Management of DSV A/S (englisch) DSV A/S. S. 2. Abgerufen am 28. Januar 2016.
  9. Torsten Buchholz: Aus DFDS Transport wird DSV. Transport, die Zeitung für den Güterverkehr. 15. Januar 2007. Abgerufen am 29. Januar 2016.
  10. The history behind the DSV name (englisch) DSV A/S. Abgerufen am 28. Januar 2016: „In 2003 the parent company shortened its name to DSV A/S, and in 2007 the activities went through a name change from DFDS Transport to DSV. This step was taken in order to mark a new and joint beginning after the acquisition of Frans Maas in 2006. Furthermore, it minimizes confusion and creates a more logical association between the name of the parent company and its activities.“
  11. Executive Management of DSV A/S (englisch) DSV A/S. S. 1f. Abgerufen am 28. Januar 2016.
  12. DSV global headquarters officially inaugurated – by HRH Prince Henrik of Denmark (englisch) DSV A/S. 29. Mai 2015. Abgerufen am 28. Januar 2016.
  13. 2016 Annual Report (englisch, PDF; 5,0 MB) DSV A/S. S. 14. 10. Februar 2017. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  14. Ole Mikkelsen: Denmark's DSV to buy UTi for $1.35 billion to boost global reach (englisch) REUTERS. 9. Oktober 2015. Abgerufen am 29. Januar 2016.
  15. Mega-Deal: DSV kauft UTi für 1,19 Milliarden Euro. Verkehrs-Rundschau. 9. Oktober 2015. Abgerufen am 29. Januar 2016.
  16. UTi Receives Final Required Antitrust Clearance for Merger With DSV (englisch) GlobeNewswire. 20. Januar 2016. Abgerufen am 29. Januar 2016.
  17. 2016 Annual Report (englisch, PDF; 5,0 MB) DSV A/S. S. 8. 10. Februar 2017. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  18. 2017 Annual Report (englisch, PDF; 5,61 MB) DSV A/S. S. 7. 8. Februar 2018. Abgerufen am 9. Februar 2018.
  19. 3i sells ABX LOGISTICS to DSV after transformation (englisch) 3i. 23. Juni 2008. Abgerufen am 29. Januar 2016.
  20. 2017 Annual Report (englisch, PDF; 5,61 MB) DSV A/S. S. 82ff. 8. Februar 2018. Abgerufen am 9. Februar 2018.
  21. E.-H. Arndt: „Wir sind DSV, aber da ist Bachmann drin“. In: LOGISTICS PILOT, Magazin für Wirtschaft und Transport. Nr. 1, 2007, S. 24 f. (transportpress.de [PDF]).
  22. Logistiker DSV will nach Vaihingen. Vaihinger Kreiszeitung. 26. Oktober 2007. Abgerufen am 28. Januar 2016: „In der DSV Road-Gesellschaft sind die internationale Speditionen Erwin Steinle (Schwieberdingen), Transitas (Kehl) und Frans Maas Deutschland aufgegangen. Der Schwieberdinger Standort firmiert unter dem Namen DSV Stuttgart GmbH & Co. KG.“