Dachser

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dachser (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dachser Group SE & Co. KG
Logo der Dachser GmbH
Rechtsform SE & Co. KG
Gründung 1930
Sitz Kempten (Allgäu),
DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernhard Simon
Mitarbeiter ca. 26.506 (2015)[1]
Umsatz 5,6 Mrd. € (2015)[1]
Branche Logistik
Website www.dachser.com
Hauptniederlassung in Kempten

Die Dachser Group SE & Co. KG ist ein deutsches Logistikunternehmen mit Sitz in Kempten (Allgäu). Gegründet wurde es 1930 von Thomas Dachser. Seit Januar 2005 ist sein Enkel Bernhard Simon Sprecher der Geschäftsführung. Dachser ist in den Geschäftsfeldern Europa-Logistik (European Logistics), Luft- & Seefracht (Air & Sea Logistics) sowie Lebensmittel-Logistik (Food Logistics) vertreten. Im Bereich Kontraktlogistik werden neben dem Transport auch Lagerung und Mehrwertdienstleistungen angeboten. Im Segment Systemlogistik gehört Dachser zu den Weltmarktführern.[2]

Geschichte des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lkw von Dachser

Mitten in der Weltwirtschaftskrise begann Dachser im Jahr 1930 mit dem Transport von Allgäuer Käse in das Rheinland. 1934 wurde in Memmingen die erste Zweigniederlassung eröffnet, vier Jahre später erfolgte die Eröffnung einer Niederlassung in Neuss im Rheinland. Dachser wurde zum führenden Speditionsunternehmen im Allgäu.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Fahrzeuge und auch das Fahrpersonal des Unternehmens fast zur Gänze vom Staat eingezogen. Alle Niederlassungen wurden im Krieg zerstört. Bald nach dem Krieg wurde das Geschäft wieder aufgenommen, 1949 erfolgte der Eintrag der „Thomas Dachser Spedition“ ins Handelsregister.

In den 1950er Jahren begann das große Wachstum des Unternehmens. Im Inland wurden eine Vielzahl von Niederlassungen eröffnet, per Land, Luft und See internationale Verkehre aufgenommen. 1951 eröffnete am Münchner Flughafen das erste Luftfrachtbüro. Zum Ende des Jahrzehnts verfügte das Unternehmen über 1.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von mehr als 70 Millionen DM erwirtschafteten.

Im Jahr 1969 war das Unternehmen eines der Gründungsmitglieder der Kombiverkehr KG. Ziel der Gesellschaft war die Vernetzung des Schienenverkehrs mit dem Straßenverkehr. Ihr Zweck war unter anderem, für ihre Kommanditisten den Transport von Lastfahrzeugen und von Wechselaufbauten auf der Schiene zu organisieren. Dies war mit ein Grund, dass Dachser bis 1971 seinen gesamten Fuhrpark auf Wechselbrücken umstellte. Die gewählten Außenmaße der austauschbaren Ladungsträger wurden auch von anderen Herstellern und Transportunternehmen übernommen und so in der Branche zum Standard.

1979 starb der Firmengründer Thomas Dachser. Seine Unternehmensanteile wurden von seinen beiden Töchtern Christa Rohde-Dachser und Annemarie Simon übernommen.

1982 bot das Unternehmen seinen Kunden die Lagerung und den Transport für temperaturempfindliche Lebensmittel an. Damit entstand der neue Geschäftsbereich Frischdienst (heute Food Logistics).

1994 führte das Unternehmen zur Packstückidentifikation die NVE (Nummer der Versandeinheit) ein. Damit etablierte sich der Barcode in der Transportlogistik als eindeutige Identifikationsnummer.

Im Jahr 1999 kaufte das Unternehmen den französischen Logistik-Dienstleister Graveleau, um sein Netzwerk in Europa und Nordafrika zu erweitern. Seitdem expandiert Dachser in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten.[3]

Durch Akquisition der Haugstedt-Gruppe im Jahr 2005 baute das Unternehmen sein Netzwerk in Nordeuropa aus.[4] Außerdem wurde das Joint Venture „Logimasters & Dachser“ in Brasilien gegründet und mit dem Erwerb des Logistikers E.S.T. die Präsenz in Tschechien gestärkt.[5] 2010 erwarb Dachser das britische Logistikunternehmen Ja Leach Transport Ltd. in Rochdale.[6]

Anfang des Jahres 2013 erwarb das Unternehmen das spanische Luft- und Seefrachtspeditionsunternehmen Transunion S.A.. So expandierte das Unternehmen auch in Spanien, der Türkei, in Argentinien, Peru und Mexiko.[7]

Am 15. Januar 2013 übernahm Dachser den spanischen Logistikdienstleister Azkar mit Firmenzentrale in Coslada; damit wuchs man um über 3.000 Mitarbeiter an 91 Standorten in Spanien und Portugal.[8]

Am 14. Oktober 2013 erwarb das Unternehmen die Mehrheit bei der finnischen See- und Luftfrachtspedition Oy Waco Logistics Finland. Das Unternehmen mit Hauptsitz im südfinnischen Vantaa unterhält weitere Standorte in den Wirtschaftszentren Lahti, Oulu, Tampere und Vaasa. Mit 54 Mitarbeitern erwirtschaftete Dachser 2012 einen Umsatz von knapp 24 Millionen Euro. [9]

Am 16. Februar 2015 gab das Unternehmen seine Umfirmierung in eine SE & Co. KG bekannt. Die Geschäftsfelder Road Logistics und Air & Sea Logistics wurden an die hundertprozentige Tochtergesellschaft Dachser SE übertragen.[10]

Netzwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dachser verfügt über 437 Standorte. Das Europanetz besteht aus Niederlassungen, die durch einen Mix aus Direktfahrten, Plattformen und Hubs täglich miteinander verknüpft sind.

Die logistischen Drehkreuze in Europa, die Eurohubs, befinden sich in Überherrn, Bratislava und Clermont-Ferrand. Die interkontinentale Anbindung erfolgt über das globale Luft- und Seefrachtnetzwerk von Dachser Air & Sea Logistics mit 160 Standorten und lokalen Partnern.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernhard Simon erhielt 2008 von der Deutschen Verkehrszeitung den LEO (Logistics, Excellence, Optimisation)-Award in der Kategorie „Unternehmer des Jahres“.[12] Ebenfalls 2008 küren die INTES Akademie für Familienunternehmen und die Zeitschrift Impulse Bernhard Simon zum „Familienunternehmer des Jahres“.[13]

Im Rahmen der Studie „Image-Ranking Transport- und Logistikdienstleistungen 2014“ durch das Marktforschungsinstitut Kleffmann im Auftrag des Münchner Wochenmagazins VerkehrsRundschau erhielt Dachser jeweils die höchste Punktzahl in den Kategorien „Allgemeiner Ladungs- und Stückgutverkehr“, „Lebensmittel- und Konsumgüterlogistik“ sowie „Luftfracht und internationale Seecontainerverkehre“.[14]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dachser beschäftigte 2015 an 437 Standorten insgesamt ca. 26.506 Mitarbeiter, bei einem Umsatz von 5,6 Mrd. Euro. Versendet wurden 78,1 Mio. Sendungen mit einem Gesamtgewicht von 37,3 Mio. Tonnen.[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erker, Paul: Das Logistikunternehmen Dachser: Die treibende Kraft der Familie als Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-593-37928-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dachser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b eigene Angaben. dachser.com, 2015, abgerufen am 30. Mai 2016.
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  3. Graveleau heißt jetzt Dachser. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  4. Dachser kauft Haugsted-Gruppe. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  5. Brasilianisches Joint Venture. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  6. Dachser erweitert Netzwerk in Großbritannien. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  7. DACHSER erwirbt Transunion. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  8. DACHSER erwirbt Azkar. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  9. DACHSER übernimmt Mehrheit an Oy Waco Logistics Finland. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  10. DACHSER wechselt Rechtsform zu SE & Co. KG. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  11. Das Dachser Netzwerk. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  12. Preisträger LEO 2008. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  13. Video-Interview – Bernhard Simon (Dachser GmbH). Abgerufen am 29. Juni 2015.
  14. Dachser holt drei Image Awards. Abgerufen am 29. Juni 2015.
  15. Fakten. Abgerufen am 29. Juni 2015.

Koordinaten: 47° 44′ 51″ N, 10° 18′ 8″ O