Damm (Lohra)

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Damm
Gemeinde Lohra
Koordinaten: 50° 43′ 33″ N, 8° 38′ 47″ O
Höhe: 205 m ü. NHN
Fläche: 4,75 km²[1]
Einwohner: 260
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35102
Vorwahl: 06426
Bild von Damm

Damm ist ein Ortsteil der Großgemeinde Lohra und liegt im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat rund 260 Einwohner und liegt auf etwa 200 m Höhe. Er liegt links der Salzböde in dem nach dem Fluss benannten Salzbödetal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Absperreinrichtung im Damm des Rückhaltenbeckens

Damm wird zum ersten Mal als Damme 1200 im Klosterarchiv des Kanonissenstifts Wetter erwähnt, das hier ein Mannlehen von einer Hufe besaß.[1]

Direkt oberhalb der Ortschaft ist seit 2012 ein Damm für ein Rückhaltebecken der Salzböde eingerichtet.[2]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 schloss sich Damm im Rahmen der Gebietsreform in Hessen freiwillig der Großgemeinde Lohra an.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Damm lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][4]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Damm zuständig. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[8]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Justizamt Rauschenberg 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Fronhausen. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[9] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Fronhausen. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[10]

Das Amtsgericht Fronhausen wurde 1943 geschlossen. Es wurde zunächst als Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg geführt und 1948 endgültig aufgelöst. Der Gerichtsbezirk wurde dem Amtsgericht Marburg zugeschlagen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1502: 22 Hausgesesse
• 1577: 24 hausgesessene Mannschaften
• 1630: 24 hausgesessene Mannschaften (1 dreispännige, 4 zweispännige, 6 einspännige Ackerleute, 13 Einläuftige)
• 1681: 36 hausgesessene Mannschaften
• 1838: 15 nutzungsberechtigte, 5 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger.
Damm: Einwohnerzahlen von 1745 bis 1967
Jahr  Einwohner
1745
  
89
1834
  
92
1840
  
119
1846
  
144
1852
  
155
1858
  
176
1864
  
190
1871
  
156
1875
  
176
1885
  
197
1895
  
179
1905
  
198
1910
  
216
1925
  
234
1939
  
467
1946
  
706
1950
  
632
1956
  
535
1961
  
433
1967
  
316
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch
• 1885: 193 evangelische (= 97,97 %), kein katholischer, 4 andere Christen (= 2,03 %)
• 1961: 354 evangelische (= 81,76 %), 69 katholische (= 15,94 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1745: 89 Einwohner. Erwerbspersonen: 2 Schmiede, 1 Spielmann, 1 Schneider, 1 Müller, 1 Wirt, 1 Braumeister, 8 Brauer.
• 1838: Familien: 14 Ackerbau, 4 Gewerbe, 2 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 87 Land- und Forstwirtschaft, 89 Produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 25 Dienstleistungen und Sonstiges.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche und Naturkundehaus
Etzelmühle

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Damm sind vor allem die 1910 erbaute Kapelle und das Naturkundehaus, ein Museum, das sich mit der heimischen Flora und Fauna auseinandersetzt, sehenswert.[11]
  • Etwa 1 km flussabwärts des Rückhaltebeckens der Salzböde liegt die Etzelmühle, die bis 1914/18 in Betrieb war.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Damm existiert eine Freiwillige Feuerwehr, deren Räumlichkeiten sich in der Nähe des Bürgerhauses befinden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Damm (Lohra) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Damm, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 18. Januar 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Artikel über Rückhaltebecken in m.mittelhessen.de@1@2Vorlage:Toter Link/m.mittelhessen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 402.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Georg Landau: Beschreibung des kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 385 (online bei HathiTrust’s digital library).
  6. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 112 (online bei Google Books).
  7. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 223–224.
  8. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  9. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  10. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)
  11. Homepage des Naturkundehaus Damm