Das Rußland-Haus

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Dieser Artikel behandelt den Spielfilm aus dem Jahr 1990; zur Romanvorlage von John le Carré siehe Das Rußlandhaus.
Filmdaten
Deutscher Titel Das Rußland-Haus
Originaltitel The Russia House
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 122 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Fred Schepisi
Drehbuch Tom Stoppard
Produktion Paul Maslansky
Fred Schepisi
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Ian Baker
Schnitt Beth Jochem Besterveld
Peter Honess
Besetzung

Das Rußland-Haus (The Russia House) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1990 mit Sean Connery, Michelle Pfeiffer, Klaus Maria Brandauer, Roy Scheider und James Fox. Die Regie führte Fred Schepisi.

Die literarische Vorlage für den Film bildete der gleichnamige Roman von John le Carré.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sowjetische Nuklearwissenschaftler „Dante“ nimmt Verbindung mit dem rußlandfreundlichen, unkonventionellen britischen Verleger Bartholomew Scott Blair auf, den er zu einem früheren Zeitpunkt in Russland kennengelernt hatte. „Dante“ bietet an, Geheimnisse des sowjetischen Atomprogramms zu verraten. Als Vermittlerin soll die Russin Katya Orlova dienen. Sie lernte den Dissidenten Dante im Jahr 1968 kennen und war zeitweise seine Geliebte. Nun lernt sie auch Blair kennen, der sich in sie verliebt.

Die Geheimdienste der US-Amerikaner und der Briten nehmen sich der Sache an, weil sie auf ein Manuskript gestoßen sind, das eigentlich an Blair gehen sollte. Sie gewinnen Blair für die Mission, die erhofften Informationen anhand eines Fragenkatalogs aus Dante herauszubekommen; Blair wird entsprechend vorbereitet. Kurz vor dem entscheidenden Treffen erfährt Katya, dass Dante vom KGB festgenommen wurde, was sie an Blair weiter gibt. Dieser erkennt, dass damit Katya, die zwei Kinder hat und zu der er große Zuneigung empfindet, extrem gefährdet ist. Er entschließt sich, den Fragenkatalog, der Schlüsse über die Interessen des Westens erlaubt, dem KGB zu übergeben, um damit Katya und sich zu schützen und letztendlich ihre Ausreise aus der Sowjetunion zu ermöglichen. Damit hat er seine Auftraggeber verraten, aber die Angelegenheit bleibt folgenlos: das „Gleichgewicht des Schreckens“ bleibt gewahrt. Nach seiner Rückkehr in den Westen erwartet Blair in Lissabon, wo er eine Wohnung besitzt, das Schiff, mit dem Katya und ihre Familie schließlich ankommen.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Branford MarsalisSaxophonspiel zur Musik des Oscar-Preisträgers und siebzehnfach Oscar-nominierten Jerry Goldsmith bekannte Clemmensen, dass er dafür kein geringeres Wort als „spektakulär“ gebrauchen könne („nothing short of spectacular“). Es geht in einer siebenminütigen Improvisation zu Ende. Die Orchestrierung übernahm Arthur Morton.[1]

Dies war das erste Mal, dass sowjetische Behörden einem westlichen Filmteam eine Drehgenehmigung von fünf Wochen Dauer erteilten. [2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„[…] kein Spionage-Reißer à la ‚James Bond‘, sondern ein ruhig erzähltes – trotzdem spannendes – und eher gefühlsbetones Plädoyer für die Menschlichkeit.“

„Statt Action, Stunts und Pyrotechnik gibt es intelligente Dialoge und stimmige Charaktere. Der australische Regisseur Fred Schepisi setzt ganz auf die Qualität des Drehbuchs […] sowie auf die Kraft seiner Darsteller und vollzieht damit einen Schritt, der im heutigen US-Kino Seltenheitswert hat: Er überlässt es über weite Strecken dem Zuschauer, aus dem Geschehen seine Schlüsse zu ziehen.“

epd-Film Ausgabe 3/1991

„[…] die Schauspieler verkörpern ihre Rollen brillant. […] Das ist einer der besten Filme des Jahres.“

Hal Hinson: The Washington Post[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michelle Pfeiffer wurde für ihre Rolle für den Preis Golden Globe nominiert. Fred Schepisi wurde für den Preis des Festival Internacional de Cinema do Porto nominiert.

Der Film nahm außerdem am Wettbewerb der Berlinale 1991 teil, ging bei der Preisvergabe jedoch leer aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Clemmensen: The Russia House. In: Filmtracks.com. Abgerufen am 14. September 2008 (englisch).
  2. Sönke Krüger: TV Spielfilm – Das große Filmlexikon. Hrsg.: Dirk Manthey u. a. 2. Auflage. Band IV. Verlagsgruppe Milchstraße, Hamburg, ISBN 3-89324-126-4, S. 2342.
  3. Das Russland-Haus. In: Prisma-online. Abgerufen am 18. März 2008.
  4. Hal Hinson: ‘The Russia House’ (R). In: The Washington Post. 21. Dezember 1990, abgerufen am 18. März 2008 (englisch): „[…] the actors play their pieces brilliantly. […] It's one of the year's best films“