David Harnasch

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David Harnasch (* 1977 in Freiburg) ist ein deutscher Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Tätigkeiten in der IT-Branche und als Unternehmensberater begann Harnasch, für Lokalfernsehen und Radio zu arbeiten,[1] unter anderem für die Badische Zeitung.[2] Für den Lokalsender TV Südbaden besuchte er als „Nachtschwärmer“ Clubs und Messen der Region und führte Interviews mit verschiedenen Künstlern und Prominenten, unter anderem mit Markus Kavka. Daneben schrieb er für das publizistische Netzwerk Die Achse des Guten und den Blog Freunde der offenen Gesellschaft.

Für die Tageszeitung Die Welt produzierte er die Video-Kolumne "Medien-Märchen".[3] Im mittlerweile eingestellten Nachrichtenportal zoomer.de veröffentlichte er regelmäßig Videos in der Kolumne „Meinungsmacher“. Der Tagesspiegel druckte mehrere seiner Beiträge als Gastkommentare.[4] Daneben schrieb er unregelmäßig für die Jüdische Allgemeine. Bis 2008 betrieb er den Videoblog Bildschirmarbeiter, in dem er sich kritisch mit dem Medium Fernsehen, vor allem mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk auseinandersetzte. Besonders fokussierte er sich dabei auf politische Sendungen.[5][2]

Am 26. Februar 2009 strahlte der deutsch-französische Kultursender ARTE in der Sendung Paris-Berlin eine Debatte mit dem Titel „Welche Kultur fürs Fernsehen?“ aus, in der David Harnasch als deutscher Gast neben französischen Prominenten mitdiskutierte.[6]

Ab Mitte 2009 bis 2010 war Harnasch für das Politikmagazin Cicero tätig.[7] Gemeinsam mit Ivo Bozic von der Wochenzeitung Jungle World veröffentlichte er ab 2010 alle zwei Wochen die Video-Kolumne Berliner Ferngespräche.[8][9] Im Jahr 2011 zog seine TV-Kritik zu WELT online um. Seither kommentierte er u.A. auch bei bild.de.[10][11]

Ebenfalls in 2011 wurde er von der Friedrich-Naumann-Stiftung beauftragt, deren Magazin liberal komplett neu zu konzeptionieren und einen Relaunch zu verantworten, wobei die Erscheinungsfrequenz von vier auf sechs Ausgaben pro Jahr erhöht wurde. In der Folge war er bis zur Ausgabe 4/2014 dessen Chefredakteur. Da er als Freiberufler unter der Zahlungsmoral mancher Auftraggeber litt, gründete er 2014 zusammen mit zwei Freunden das auf Freiberufler und KMUs spezialisierte Factoringunternehmen „Pagido“. Unter den Investoren war über den Akzelerator Axel Springer Plug and Play auch die Axel Springer SE.[12][13][14]

Im Jahr 2016 gründete er als Geschäftsführer zusammen mit Chefredakteur Jan-Philipp Hein die journalistische Online-Plattform Salonkolumnisten.[15][16][17] Er lebte in Berlin und Freiburg. Derzeit (2019) lebt er als Digitalnomade auch in Portugal und Israel.[1]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Harnasch in seiner Jugend zunächst linke Positionen vertreten hatte und Fördermitglied bei Greenpeace war, wurde er später FDP-Mitglied und trat für Freiheit, Demokratie, Globalisierung und die Unterstützung der USA ein. Er befürwortete den Irakkrieg, hält jede Art von Sozialismus für gesellschaftlich und wirtschaftlich bedenklich und unterstützte die Standpunkte Paul Kirchhofs, als dieser kurzzeitig als Finanzminister vorgesehen war.[18]

Harnasch kritisiert die seiner Ansicht nach oft tendenziöse Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Fernsehsender in Deutschland. Neben ARD und ZDF stand die Sendung Kulturzeit des Senders 3sat dabei mehrmals im Fokus, unter anderem wegen eines Beitrags, in dem Schüler als Anhänger eines „toleranten Islam“ dargestellt wurden, die den niederländischen Politiker Geert Wilders enthaupten wollten.[2]

Jan-Philipp Hein bescheinigte Harnasch auf Spiegel Online:

„Harnaschs Argumentation ist meist stringent und nachvollziehbar [...] Wie Kalkofe beamt er sich ab und an selbst in die Kulissen der karikierten und kritisierten Sendungen. Das ist meistens originell, weniger krawallig, aber ähnlich komisch wie bei Altmeister Kalkofe.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b David Harnasch bei The European. Abgerufen am 18. November 2014.
  2. a b c d Jan-Philipp Hein: Der TV-Untergang im Internet, Spiegel Online, 2. September 2008. Abgerufen am 30. November 2014.
  3. Video-Kolumne "Medien-Märchen"@1@2Vorlage:Toter Link/suchen.welt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Die Welt. Abgerufen am 18. November 2014.
  4. Beiträge von David Harnasch im Tagesspiegel.
  5. Bildschirmarbeiter, ehemaliger Blog von David Harnasch. Abgerufen am 30. November 2014.
  6. Paris-Berlin, ARTE, 26. Februar 2009. Abgerufen am 30. November bei Vimeo.
  7. Harnasch, David (Memento des Originals vom 26. September 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cicero.de bei Cicero. Abgerufen am 18. November 2014.
  8. Cicero und Jungle World starten Video-Kolumne, Onlinebranchendienst Meedia, 25. Mai 2010. Abgerufen am 30. November 2014.
  9. Berliner Ferngespräche (Memento des Originals vom 19. Mai 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jungle-world.com, Jungle World. Abgerufen am 30. November 2014.
  10. David Harnasch: David Harnasch. Vimeo, abgerufen am 13. Januar 2019.
  11. David Harnasch: Warum Trumps Entscheidung richtig ist, aber … Bild.de, 22. Juni 2018, abgerufen am 13. Januar 2019.
  12. Pagido UG: Internetauftritt. Pagido UG, abgerufen am 13. Januar 2019.
  13. Axel Springer Plug and Play Accelerator GmbH: Internetauftritt. Axel Springer Plug and Play Accelerator GmbH, abgerufen am 13. Januar 2019.
  14. Marc Etzold: Freiberufler müssen oft lange auf ihr Geld warten. Mit Pagido haben die Gründer einen Ausweg für alle Leidensgenossen geschaffen. Wirtschaftswoche, 27. Oktober 2014, abgerufen am 13. Januar 2019.
  15. Impressum. Harnasch, Hein & Dultz GbR, abgerufen am 13. Januar 2019.
  16. Hass im Netz. Salonkolumnisten nehmen den Kampf auf. Konrad-Adenauer-Stiftung, 8. Dezember 2016, abgerufen am 13. Januar 2019.
  17. Paul Ingendaay: Plattform „Salonkolumnisten“ - Ein Wertekatalog für windige Zeiten. Wie stark die bürgerliche Mitte von allen Seiten unter Druck steht, zeigt sich auch beim CDU-Parteitag. In der Konrad-Adenauer-Stiftung tritt unterdessen eine Plattform an, um den anstehenden Streit zu führen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 2016, abgerufen am 13. Januar 2019.
  18. Philipp Dudek: Die Achse der Guten, taz, 22. September 2005. Abgerufen am 30. November 2014.