Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind

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Ostfriesisches schwarzbuntes Rind

Das Schwarzbunte Niederungsrind, im Rasseschlüssel als Deutsche Schwarzbunte Rind alter Zuchtrichtung bezeichnet, ist eine Hausrind-Rasse. Ihr offizieller Name in Deutschland lautet seit 2006 nach dem Beschluss der Zuchtverbände Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind (DSN).

Schwarzbunte Niederungsrinder haben eine Widerristhöhe von 150 – 162 cm (Bullen) bzw. 130 – 140 cm (Kühe) und ein Gewicht von 1000-1150 kg (Bullen) bzw. 550-650 kg (Kühe).[1]

Die Rasse entstammt den Küstengebieten Norddeutschlands und der Niederlande und ist im Gegensatz zum Holstein-Rind kleiner und hat eine geringere Milchleistung. Dafür ist es aber fruchtbarer, lebt länger, ist genügsamer und besitzt eine bessere Mastleistung.

Züchtungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins 18. Jahrhundert wurden an der Nord- und Ostseeküste Rinder verschiedener Farbe gezüchtet. Erst nach 1750 setzte sich der schwarz-weiße Farbschlag durch. 1878 wurde dann in Ostfriesland der erste Zuchtverband für das Schwarzbunte Niederungsrind gegründet, in der Folgezeit waren Ostfriesland und Ostpreußen die wichtigsten Zuchtgebiete. Die Rasse verbreitete sich über ganz Nord- und Mitteldeutschland.

Seit 1958 wurden in der Bundesrepublik Deutschland erstmals Holstein-Rinder in die Rasse eingekreuzt. Seit den 1960er Jahren konnten sich diese Einkreuzungen durchsetzen, und es entstand das Deutsche Holstein-Rind.

In der DDR wurde aus dem Schwarzbunten Niederungsrind mit Hilfe des Jersey-Rindes und des Holstein-Rindes die Rasse Schwarzbuntes Milchrind (SMR) gezüchtet. Die ursprüngliche Zuchtrichtung des Schwarzbunten Niederungsrindes wurde in der DDR als Genreserve erhalten. Einzelne Züchter in der Bundesrepublik und Züchter in den Niederlanden konnten ebenfalls den ursprünglichen Typ des Rindes erhalten. Es steht 2016 in Stufe III (= gefährdet) auf der Roten Liste gefährdeter Nutztierrassen der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) und wurde zusammen mit dem Originalen Braunvieh und dem Glanrind zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ 2016 erklärt.[2]

In Südamerika entstand aus den Schwarzbunten das Holländisch-Argentinische Rind.

Bestandsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Stand von 2013 gab es 8 Bullen und 2.722 Kühe. Frühere Bestandserhebungen weisen Bestände von etwa 2.200 im Jahr 1997 und ein Absinken auf knapp unter 2.000 im Jahr 2006 aus. Danach erfolgte ein ständiges Ansteigen auf den Wert von 2013.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rassebeschreibung auf der Webseite der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH), abgerufen am 16. November 2016
  2. Rote Liste der GEH, abgerufen am 16. November 2016