Die schwarze 13

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Die schwarze 13
Originaltitel Eye of the Devil
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie J. Lee Thompson
Drehbuch Dennis Murphy
Produktion Martin Ransohoff
Musik Gary McFarland
Kamera Erwin Hillier
Schnitt Ernest Walter
Besetzung

Die schwarze 13 (Eye of the Devil) ist der Titel eines britischen Horrorfilms aus dem Jahr 1966. Der Schwarzweißfilm im Verleih von MGM basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philip Loraine.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film kontrastiert die moderne säkulare Welt des 20. Jahrhunderts mit der archaischen Vorstellungswelt des europäischen Heidentums, insbesondere mit dem Brauchtum des „Erntekönigtums“, wie etwa von Frazer in seinem Werk The Golden Bough beschrieben.

Philippe de Montfaucon, ein Marquis, lebt mit seiner Frau Catherine de Montfaucon und den beiden Kindern Jacques und Antoinette in großbürgerlichen Verhältnissen in Paris. Während einer mondänen Abendgesellschaft erscheint ein linkisch auftretender Fremder, der dem Marquis die Nachricht überbringt, dass in Belnac, auf den Weingütern des Marquis, eine Missernte drohe. Der Marquis entschließt sich, sofort nach Belnac, dem Stammsitz seiner Familie, zu fahren. Er tritt die Reise allein an, aber Catherine, beunruhigt durch sein aufgewühltes Wesen, folgt ihm gegen seinen Willen mit den Kindern nach Belnac. Dieses ist eine kleine ländliche Gemeinde, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Dominiert wird sie von dem imposanten Renaissance-Schloss der Montfaucons.

Eine archaische Atmosphäre ist überall spürbar, merkwürdige Dinge geschehen. Bereits als Catherine und die Kinder am Schloss eintreffen, werden sie Zeuge als ein junger Mann, Christian de Caray, der Sohn des Jagdpächters von Belnac, mit Pfeil und Bogen eine weiße Taube erschießt, die der Marquise vor die Füße fällt. Die anmaßende Mimik und Gestik des jungen Mannes lassen den Vorgang zunächst wie eine Provokation oder Machtdemonstration erscheinen. Als später aber die Marquise allein in den unheimlichen Gängen und Räumen umhergeht, und in einem Kapitelsaal eine Versammlung von düsteren schwarzen Kapuzenmännern beobachtet, wird die vom Pfeil durchbohrte weiße Taube auf einer silbernen Platte hereingetragen. Es wird klar, dass sie ein Opfertier und zugleich ein Sinnbild ist. Trägerin der Platte ist Odile de Caray, die Schwester des Schützen, die, wie ihr Bruder, im Schloss ein- und ausgeht.

Catherine trifft in der Folgezeit ihren Mann nur selten. Überhaupt scheint er verändert, er wirkt abwesend, starrt vor sich ins Leere und betet inbrünstig in der Schlosskapelle. Dann wieder bittet er seine Frau, abzureisen oder sich wenigstens aus allem herauszuhalten, das alles verstehe sie nicht. Catherine hat viel Gelegenheit, sich umzusehen. Sie begegnet Père Dominic, dem Pfarrer von Belnac, von dem sie Aufklärung über das veränderte Verhalten ihres Mannes und insbesondere über seine scheinbar unvermittelt erwachte Frömmigkeit erhofft, aber nicht erhält. Stattdessen fordert der Priester sie auf, Belnac zu verlassen. Als sie von Philippe eine Erklärung erbittet, weicht er ihr aus und spricht von seltsamen Bräuchen und der großen Verantwortung, die er habe. Auch er fordert sie auf, mit den Kindern Belnac zu verlassen. Auch Philippes Tante Estelle will ihr nichts sagen und fordert sie auf zu gehen.

Die schöne Odile de Caray scheint eine Kröte in eine Taube verwandelt zu haben. Odile bringt Catherine auf dem Dach des Schlosses derart in ihren Bann, dass diese sich beinahe vom Dach in Tiefe stürzt. Philippe züchtigt Odile daraufhin. Odile war aufgetragen worden, Catherine einzuschüchtern, damit sie Belnac verlässt, nicht aber, sie in ernste Gefahr zu bringen.

Catherine bittet Jean Claude Ibert, einen Freund der Familie, zu kommen und ihr Gesellschaft zu leisten. Er durchstöbert gemeinsam mit Catherine die Familienchronik der Montfaucons in der Schlossbibliothek. Sie erfahren, dass die letzten 22 Oberhäupter der Familie unter mysteriösen Umständen gestorben sind. Catherine sucht später ein solches Grab im Wald auf, sieht sich aber auf dem Rückweg von den Männern in schwarzen Kutten umringt, die sich ihr nähern. Sie gerät in Panik, flüchtet, verfängt sich im Gestrüpp und wird bewusstlos. In ihrem Bett wacht sie wieder auf, Philippe ist bei ihr. Er verabreicht ihr ein Beruhigungsmittel. Sie schläft ein, verfällt in Albträume und hat Wahnsinnsphantasien. Später stellt sich heraus, dass sie ein Extrakt aus der Tollkirsche (Belladonna) eingenommen hatte. Von der englischen Bezeichnung der Tollkirsche „Eye of the Devil“ leitet sich im Original der Titel des Films ab.

Die Situation scheint immer bedrohlicher. Die Schloss- und Dorfbewohner begegnen Catherine voller Ablehnung. Endlich erfährt sie von Philippes Vater Alain de Montfaucon, der sich mit Wissen seiner Schwester Estelle im Schloss versteckt hält, die Hintergründe: Nach einer uralten heidnischen Überlieferung wird bei längeren Missernten ein Menschenopfer dargebracht, dies nahmen jeweils die Oberhäupter der Familie de Montfaucon auf sich. Catherines Versuche, ihren Mann von seinem Freitod abzubringen, scheitern. Zunächst im Schloss eingesperrt, kann sie zwar noch ins Freie gelangen, muss aber hilflos zusehen, wie ihr Mann, umringt von den Männern von Christian mit einem Pfeil erschossen wird. Die Presse berichtet hinterher von einem Jagdunfall. Catherine verlässt mit ihren Kindern das Schloss. Was nur die Zuschauer erahnen, ist, dass ihr Sohn Jacques von Père Dominic bereits in die Pflichten eines Oberhaupts der de Montfaucons eingeweiht wurde.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Balladesker Horrorfilm, stimmungsvoll inszeniert und vorzüglich besetzt.“

„[…] virtuos fotografierte Gruselballade um „Schwarze Magie“. (Wertung: 2½ Sterne, gleich „überdurchschnittlich“)“

Lexikon „Filme im Fernsehen“.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die schwarze 13. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  2. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“.(Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 726.