Doom 2: Hell on Earth

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Doom 2: Hell on Earth
Studioid Software
Publishercdv Software Entertainment
Erstveröffent-
lichung
30. September 1994
PlattformMS-DOS, Windows, Mac OS, Game Boy Advance, PC-98, Tapwave Zodiac, PlayStation 3, Xbox 360
GenreEgo-Shooter
SpielmodusEinzelspieler, Mehrspieler
MediumCD-ROM, ursprünglich 3,5"-Diskette, Download
SpracheEnglisch
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
PEGI ab 16+ Jahren empfohlen
InformationVon 1994 bis 2011 indiziert, USK-Einstufung erfolgte danach.

Doom 2: Hell on Earth (engl.: 'doom': ‚Verhängnis‘, ‚Verderben‘, ‚Verdammnis‘, ‚Untergang‘ oder ‚böses Schicksal‘) ist ein Ego-Shooter und der zweite Teil der Doom-Computerspielreihe. Er wurde am 30. September 1994 für MS-DOS veröffentlicht und auf zahlreiche weitere Plattformen portiert. Als Nachfolger von Doom, der einen wichtigen Beitrag zur 3D-Grafik in Computerspielen leistete, unterscheidet er sich technisch kaum von diesem und bietet lediglich neue Missionen und einige neue Inhalte.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doom 2 schließt von der Handlung her direkt an den Vorgänger an. Nachdem der vom Spieler gelenkte Space Marine aus der Hölle entkommen ist, begibt er sich zurück zu seiner Heimat auf die Erde. Dort muss er feststellen, dass die Dämonen auch hier schon die Oberhand gewonnen haben, und so macht er sich auf, die Erde vor den Geschöpfen der Hölle zu bewahren. Nachdem alle übrigen Menschen auf ein Raumschiff evakuiert wurden, macht sich der Spieler auf, um das Portal zu finden, durch das die Dämonen auf die Erde gelangt sind. Als er dieses schließlich im Herzen seiner Heimatstadt gefunden hat, stellt er fest, dass es sich nur von der anderen Seite aus verschließen lässt, und so betritt er ein weiteres Mal die Höllendimension, um die Erde zu retten.

Zu diesem Zweck stehen dem Spieler die gleichen Waffen wie im ersten Teil der Serie zur Verfügung. Zusätzlich gibt es eine doppelläufige Flinte, die mit der einläufigen Variante beliebig getauscht werden kann. Doom 2 besteht aus dreißig normalen und zwei „geheimen“ Levels. Die ersten 20 Level spielen auf der von den Dämonen infiltrierten Erde, die restlichen in der Hölle.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doom 2 unterscheidet sich spielerisch nicht grundlegend von seinem Vorgänger. Der Spieler lenkt abermals seine Spielfigur aus der Egoperspektive durch verschachtelte Levels, die mit gegnerischen Kreaturen bevölkert sind. Ziel ist es, die angreifenden Monster zu besiegen und den Ausgang in den nächsten Level zu finden. Um diesen erreichen zu können, müssen mit fortschreitendem Spielverlauf kleinere Schalterrätsel gelöst und bis zu drei Schlüsselkarten gefunden werden, die in den Levels verborgen sind und verschlossene Bereiche zugänglich machen. Anders als im Vorgänger sind die Level nicht auf verschiedene, einzeln wählbare Episoden aufgeteilt, sondern bilden eine durchgehende Kampagne von insgesamt 30 Levels (zuzüglich zweier Geheimlevels). Zum Bekämpfen der Gegner kann der Spieler alle aus dem Vorgänger bekannten Waffen sowie als Neuerung eine doppelläufige Flinte benutzen. Einige neue Gegnertypen, neue Umgebungsgrafiken und neue Hintergrundmusik wurden ebenfalls hinzugefügt.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik zu Doom 2 orientiert sich wie die des Vorgängers an Metal-Stücken, wie South of Heaven und Behind the Crooked Cross von Slayer, dem Intro zu After All (The Dead) von Black Sabbath, Them Bones und Angry Chair von Alice in Chains.[1] Keith Murray von Console Arcade beschrieb die Musik zu Doom 2 als „‚chugga-chugga‘-MIDI-Klang“ und sah beim Hintergrund, der beim Beenden eines Levels angezeigt wird, Ähnlichkeiten zu einem Slayer-Schallplattencover.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doom 2 war nach dem Wolfenstein-3D-Sequel Spear of Destiny der zweite auf herkömmlichem Wege vertriebene Ego-Shooter des Unternehmens id Software. Andere Spiele wurden zuvor auf Shareware-Basis verteilt, um so eine kommerzielle Vollversion zu vermarkten. Der deutsche Vertrieb erfolgte durch cdv Software.

Nach der Übernahme id Softwares durch ZeniMax Media wurden auf der QuakeCon 2009 die bereits in Gerüchten oft aufgetauchte Portierung von Doom 2 für Xbox Live Arcade bestätigt.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen
PublikationWertung
PC Games82 %[4]
PC Player83 %[5]
Power Play82 %[6]

Im Test der deutsche Computerspielzeitschrift PC Games schnitt Doom 2 mit einer Wertung von 82 % schlechter als sein Vorgänger ab (95 %). Als Grund wurden die geringen Fortschritte im Vergleich zum Vorgänger genannt. Bemängelt wurde außerdem, dass der zweite Teil nicht mehr als Shareware angeboten wurde.[4]

„Ob ich mir Doom 2 privat kaufen würde? Wohl kaum. Nichts nervt mehr als lahme Grafik, und davon hat das Spiel reichlich. Außerdem sorgt der unverschämt hohe Schwierigkeitsgrad dafür, daß man ohne den entsprechenden Cheat schon nach wenigen Schritten in der eigenen Blutlache ertrinkt. Das ‚alte‘ Spiel plus ein Dutzend ausgefuchster Shareware-Levels macht mich jedenfalls glücklicher als Teil 2, der im Prinzip nur mit ein paar neuen Superfieslingen künstlich gestreckt wurde.“

Petra Maueröder: PC Games[4]

Alterseinstufung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wurde Doom 2: Hell on Earth als direkter Nachfolger des kurz zuvor indizierten Doom im Dezember 1994 ebenfalls auf die Liste für jugendgefährdende Medien der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) gesetzt und durfte im nachfolgenden Zeitraum in Deutschland nicht geschäftlich beworben werden (Einzelheiten zur Indizierungsbegründung im Artikel Doom). Am 4. August 2011 wurden die Spiele nach einem Antrag des Rechteinhabers von der Liste gestrichen.[7][8][9] Doom 2 erhielt daraufhin von der USK eine Freigabe ab 16 Jahren.

Davon ausgenommen bleibt jedoch die US-Version, da sie zwei geheime Level beinhaltet, die fast vollständige Kopien der Level 1 und 9 aus Episode 1 von Wolfenstein 3D sind. Diese stellen Bereiche der Hölle dar, die von Nazis bevölkert werden und deshalb Hakenkreuze und Adolf-Hitler-Porträts enthalten, und wurden für die in Deutschland vermarktete Version entfernt.

Speedruns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie beim Vorgänger existiert eine „Speedrun“-Szene, die jedoch schrumpft, da Technik und Gameplay veraltet sind. Compet-N ist die älteste Datenbank rund um Speedruns, bei denen einzelne Level, Levelabschnitte oder das ganze Spiel – weltweit – in Bestzeiten mit unterschiedlichen Einschränkungen gespielt werden. 1998 wurde von Thomas „Panter“ Pilger zum ersten Mal ein Run auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad Nightmare aufgenommen. Es gibt offiziell acht Personen, die Doom 2 auf diesem Schwierigkeitsgrad gemeistert haben.

Heutzutage sind die Rekorde für Doom 2 in allen Kategorien kaum noch zu schlagen, deswegen bilden sich Communitys um einzelne Mods wie zum Beispiel Hell Revealed und Alien Vendetta.

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 veröffentlichte id Software das von TeamTNT entwickelten Serienableger Final Doom. Es beinhaltet zwei neue Episoden (TNT: Evilution und The Plutonia Experiment) mit je 32 Levels und basiert auf der gleichen Spiele-Engine wie bereits Doom 2. Das Spiel ist eigenständig lauffähig und wurde zusammen mit der Portierung für Windows 95 (Doom95) verkauft. Neben der PC-Version ist Final Doom auch auf der PlayStation erschienen. Diese Konsolenumsetzung enthält jedoch andere Level und Levelabfolgen als die für den PC veröffentlichte Variante und besetzt einen eigens komponierten Soundtrack.

2004 veröffentlichte id Software mit Doom 3 einen regulären Nachfolger, der inhaltlich eine Nacherzählung des ersten Teils ist.

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GPL-Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FreeDoom

Der Quelltext der Engine – ausgenommen der eigentlichen Spieldaten, wie z. B. der Grafiken und Level – wurde 1997 erstmals unter einer proprietären Lizenz freigegeben. 1999 wurde die Freigabe-Lizenz zur GNU General Public License geändert. Seit der Freigabe haben sich verschiedene Projekte des Programms angenommen, z. B. um Programmfehler und Beschränkungen der Grafik-Engine zu entfernen. Durch die Veröffentlichung des Quelltextes konnte das Spiel von Programmierern auf weitere Plattformen portiert werden.

Einige Ports haben OpenGL- und DirectX-Unterstützung, wodurch die Grafik auch mit späteren Titeln mithalten konnte. Diese Weiterentwicklungen arbeiten weiterhin mit den ursprünglichen Grafik- und Level-Dateien (WADs) zusammen, wahlweise kann die Sprite-Grafik jedoch auch durch Polygon-Modelle, wie sie in den Titeln der Quake-Reihe verwendet werden, ersetzt werden.

Comic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Doom-Comic ist ein sechzehnseitiges Comicheft, das 1996 von Steve Behling und Michael Stewart geschrieben von Tom Grindberg gezeichnet und koloriert wurde. Es wurde von Dana Moreshead für Marvel Comics als Werbeartikel für eine Videospielmesse produziert. Die Geschichte basiert auf der Handlung von Doom sowie Doom 2 und dreht sich um einen Soldaten, der nach einer starken Bewaffnung sucht, um einen Cyberdemon zu besiegen.

Es gibt zwei bekannte Ausgaben des Comics. Die erste war der originale Druck als Werbegeschenk, die zweite Version wurde für die id-Anthology-Kollektion produziert.

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1995 und 1996 erschienen vier Romane zum Spiel, die offiziell von id Software lizenziert wurden. In deutscher Übersetzung wurden sie ab 2005 veröffentlicht. Der Autor der Romane ist Dafydd ab Hugh, der bereits in der Star-Trek-Szene durch Buchveröffentlichungen bekannt war. Während sich die ersten beiden Teile der Serie noch stark an den klassischen Spielen orientieren, gehen die letzten Fortsetzungen gänzlich neue Wege.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Kushner: Masters of Doom: How Two Guys Created an Empire and Transformed Pop Culture, ISBN 0-375-50524-5
  • Friedemann Schindler, Jens Wiemken: DOOM is invading my dreams - Warum ein Gewaltspiel Kultstatus erlangte, in: Handbuch Medien: Computerspiele, BpB 1997, ISBN 3-89331-302-8; Online-Version

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Doom 2 tracks.
  2. Keith Murray: Review - DOOM II.
  3. QuakeCon: Doom II für XBLA vorgestellt
  4. a b c Doom 2: Der PC Games-Test von 1994
  5. Doom 2: Hell on Earth
  6. Die Zahl des Tiers: Hell on Earth
  7. »Doom« aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. In: BPjM-Aktuell 3/2011. Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, abgerufen am 17. Oktober 2017 (PDF; 80 kB).
  8. Bericht auf gamesaktuell.de
  9. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2918