Doom (1993)

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Doom
Doom-logo.gif
Doom-Logo von der Verkaufsbox (gestaltet von Don Ivan Punchatz)
Studio id Software
Publisher cdv Software Entertainment, Pearl Agency
Komponist Robert Prince
Erstveröffent-
lichung
10. Dezember 1993
Plattform Windows, MS-DOS, 3DO, Atari Jaguar, Game Boy Advance, Linux, Sega 32X, Super Nintendo Entertainment System, PlayStation 3, Xbox 360
Genre Ego-Shooter
Thematik Science-Fiction
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
DOS:
Medium CD-ROM, ursprünglich 3,5"-Diskette, Download
Sprache Englisch
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
PEGI ab 16+ Jahren empfohlen
Information Von 1994 bis 2011 indiziert, USK-Einstufung erfolgte danach.

Doom (engl.: ‚Verhängnis‘, ‚Verderben‘, ‚Verdammnis‘, ‚Untergang‘ oder ‚böses Schicksal‘) ist ein Ego-Shooter und der erste Titel der gleichnamigen Serie. Er wurde am 10. Dezember 1993 von id Software für MS-DOS veröffentlicht. Der Spieler steuert darin einen Soldaten, der nach einem gescheiterten Forschungsexperiment auf den Marsmonden Höllenkreaturen bekämpfen muss. Wegen der 3D-Grafik und des kommerziellen Erfolgs gilt der Titel als Meilenstein im Bereich der Computerspiele. In Deutschland war der Titel ab Mai 1994 indiziert, wurde nach einer Neuprüfung im August 2011 jedoch wieder von der Liste für jugendgefährdende Medien gestrichen und erhielt eine neue Altersfreigabe der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Im Laufe der Jahre wurde der Titel für zahlreiche Plattformen portiert. 1994 erschien der Nachfolger Doom 2: Hell on Earth.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Union Aerospace Corporation (UAC) durchgeführte Teleportationsexperimente auf den beiden Marsmonden Phobos und Deimos öffnen ungewollt ein Portal zur Hölle. Dämonen besetzen die Forschungseinrichtungen, Menschen werden getötet oder in Zombies verwandelt. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Space Marines, der sich zu Beginn des Spieles nur mit einer Pistole bewaffnet auf dem Mond Phobos befindet. Im weiteren Verlauf erweitert sich das Arsenal um Kettensäge, Flinte, Gatling-Gewehr, Raketenwerfer, Plasmagewehr sowie die fiktive BFG9000 (laut Entwicklern die Abkürzung für Big Fucking Gun, oder Bio Force Gun im Doom-Film). Nachdem der Spieler das experimentelle Portal auf Phobos erreicht hat, teleportiert er sich von dort aus nach Deimos. Dieser zweite Marsmond befindet sich jedoch inzwischen nicht mehr in der Umlaufbahn des Planeten, sondern in der Höllendimension, aus der die angreifenden Monster stammen. Nachdem er auch die dortigen Einrichtungen von den Dämonen befreit hat, begibt sich der Spieler direkt in die Hölle, um den Urheber der dämonischen Invasion zu finden.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spieler lenkt seine Spielfigur aus der Egoperspektive frei durch eine festgelegte Abfolge von Levels. Diese sind in drei thematisch aufeinanderfolgende Episoden aufgegliedert (Knee-Deep in the Dead, The Shores of Hell, Inferno), die jeweils unabhängig voneinander vom Startmenü aus anwählbar sind. Ziel des Spieles ist es, in den oft labyrinthartig verschachtelten Levels den Ausgang zu finden und die dabei angreifenden Monster zu töten. Die als Zombies und Dämonen gestalteten Monster verfügen über unterschiedliche Attacken. Für den Kampf gegen die Monster stehen dem Spieler am Beginn jeder Episode zunächst nur eine relativ schwache Pistole sowie seine Fäuste zur Verfügung. Im weiteren Verlauf sammelt er stärkere Waffen auf, die an bestimmten Stellen innerhalb des Levels zu finden sind und (wie alle Gegenstände im Spiel) durch Darüberlaufen aufgenommen werden. Insgesamt sieben Waffen mit unterschiedlicher Wirkweise (z. B. Schrotflinten, Raketenwerfer, Energiewaffen) kann der Spieler benutzen. Alle aufgesammelten Waffen bleiben bis zum Ende der Episode im Inventar des Spielers und können beliebig gewählt werden. Zusätzlich sind Munition, Rüstungen und kleine Verbandkästen zur Auffrischung der Lebensenergie in der Umgebung verteilt. Anders als im Vorgängerspiel Wolfenstein 3D gibt es keine Einheitsmunition mehr, sondern verschiedene Munitionstypen (Kugeln, Schrotpatronen, Raketen, Energiezellen) für einzelne Waffengruppen. Damit wird das Wirtschaften mit den Munitionstypen zu einem neuen Element des Spiels.

Mithilfe einer eigenen Tastenfunktion (use key) kann der Spieler Türen öffnen und Schalter benutzen, die meistens andere Türen entriegeln oder Hebebrücken aktivieren. Zusätzlich gibt es farbig markierte Sicherheitstüren, für die in einem anderen Bereich des Levels entsprechende Schlüssel gefunden werden müssen. Mit Hilfe dieser einfachen Schlüssel- und Schalterrätselaufgaben sind die meisten Level in verschiedene, anfänglich unzugängliche Bereiche untergliedert. Wenn der Spieler alle Bereiche aufgeschlossen und durchquert hat, gelangt er zum Ausgang in den nächsten Level. Zusätzlich lassen sich versteckte Bereich entdecken (secret areas) sowie pro Episode je ein zweiter versteckter Ausgang, der in einen Geheimlevel führt.

Mit dieser Kombination aus Kampf, Erkundung der Umgebung und einfachen Rätselaufgaben etablierte Doom in den 1990er Jahren die Grundstruktur des Gameplays für den klassischen Ego-Shooter.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Doom-Engine

Die Engine des Spiels wurde von id Software ursprünglich für das Betriebssystem NeXTStep entwickelt, dann jedoch auf MS-DOS portiert. Sie setzte zum damaligen Zeitpunkt neue Maßstäbe im Bereich der 3D-Grafik, verwendete jedoch keine Polygone, sondern setzte zum Erzeugen eines dreidimensionalen Eindrucks stattdessen auf Raycasting-Techniken. Texturen, Gegenstände und Gegner basierten weiterhin auf zweidimensionalen Grafiken (u.a. Sprites). Im Vergleich zu id Softwares vorherigem Egoshooter Wolfenstein 3D konnte die Engine schräge Oberfläche visualisieren und erlaubte zusätzlich die Erstellung unterschiedlicher hoher sowie runder Räume, was neue Gestaltungsmöglichkeiten für das Leveldesign ermöglichte. Mit dem Binary Space Partitioning (BSP) war es möglich, große Level auch für 386er-PCs flüssig darzustellen. Doom besaß außerdem einen Mehrspieler-Modus, in dem der Spieler gegen maximal drei weitere Spieler über ein Netzwerk antreten bzw. im Team agieren konnte, was maßgeblich zur Beliebtheit des Spiels beitrug.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hintergrundmusik des Spiels wurde von Robert Prince komponiert.[1] Es handelt sich hierbei um MIDI-Sequenzen, die großenteils Musikstücken aus dem Metal-Genre, wie Rise von Pantera und Behind the Crooked Cross von Slayer, nachempfunden sind.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Teil von Doom wurde am 10. Dezember 1993 veröffentlicht. Neben dem regulären Verkauf über Spiele-Läden wurde die erste Episode (Knee-deep in the Dead) von Doom nach dem Shareware-Prinzip gratis verteilt. Die zweite und dritte Episode (Shores of Hell und Inferno, welche in der Hölle spielt) waren nur in der kommerziellen Version enthalten. Der deutsche Vertrieb erfolgte durch cdv Software sowie durch Pearl Agency. Pearl Agency veröffentlichte damals zum Preis von 14,80 DM auch die Shareware-Version in einer Extra-Ausgabe der Zeitschrift DOS-Trend.

Später erschien eine Neuauflage von Doom unter dem Titel Ultimate Doom, die eine zusätzliche Episode (Thy Flesh Consumed) enthielt. Diese zusätzliche Episode ist nach wie vor als Patch für die normale Version mit drei Episoden gratis verfügbar.

Nach der Übernahme von id Software 2009 durch ZeniMax Media wurde Doom über mehrere Plattformen neu veröffentlicht, darunter über Xbox Live Arcade erstmals für die Spielkonsole Xbox 360. Diese Versionen bietet neu Vierspieler-Modi über Splitscreen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen
Publikation Wertung
32X DOS Jaguar
ASM k. A. 11/12[3] k. A.
Mega Fun 87 %[9] k. A. 91 %[10]
PC Games k. A. 95 %[4] k. A.
PC Joker k. A. 79 %[5] k. A.
PC Player k. A. 85 %[6] k. A.
Play Time k. A. 90 %[7] k. A.
Power Play k. A. 87 %[8] k. A.

„Mehr als ein Labyrinthspiel ist Doom eigentlich nicht. Oder etwa doch? Vielleicht ist das Spiel auch – wieder einmal – der Vorreiter einer neuen Generation von Computerspielen. Die virtuellen Umgebungsgrafiken geben bereits einen Vorgeschmack auf das, was der oft mißbrauchte Begriff ‚Virtual Reality‘ einmal werden könnte.“

Thomas Borovskis: PC Games, 1994[4]

Beliebtheit erfreute sich Doom auch unter Speedrunnern, deren Ziel es ist, Spiele in möglichst kurzer Zeit durchzuspielen. Derzeit liegt der Rekord auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad bei ca. 20 Minuten.[11]

Alterseinstufung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wurde Doom von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) wegen der Gewaltdarstellung indiziert. Dies wurde im Bundesanzeiger Nr. 100 vom 31. Mai 1994 bekannt gegeben. Im August 2011 wurde im Bundesanzeiger Nr. 131 vom 31. August 2011 die Listenstreichung verkündet.[12][13][14]

Des Weiteren enthält der Level Command Control ursprünglich eine räumliche Struktur, die in der Draufsicht die Form eines Hakenkreuzes hat. Ab Version 1.4 wurde dieses Detail verändert, so dass das Hakenkreuz nicht mehr enthalten ist.[15]

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelltextfreigabe der Engine und Portierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FreeDoom

Auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung hat das ursprüngliche Doom, auf dessen Engine die Nachfolgetitel Doom 2: Hell on Earth, Final Doom, Heretic, Hexen sowie weitere unabhängige Spiele aufsetzten, noch eine große Fangemeinde. Der Quelltext der Engine – ausgenommen der eigentlichen Spieldaten, wie z. B. der Grafiken und Level – wurde 1997 erstmals unter einer proprietären Lizenz freigegeben. 1999 wurde die Freigabe-Lizenz zur GNU General Public License geändert. Seit der Freigabe haben sich verschiedene Projekte des Programms angenommen, z. B. um Programmfehler und Beschränkungen der Grafik-Engine zu entfernen. Durch die Veröffentlichung des Quelltextes konnte das Spiel von Programmierern auf weitere Plattformen portiert werden, beispielsweise Amiga, iOS, Atari ST/TT/Falcon, *BSD, Dingoo, Dreamcast, GP2X, GP32, Mac OS X, OS/2, Palm OS, Symobi, Pocket PCs, Nintendo DS, N770, PlayStation Portable, S60-Mobiltelefone, S80-Nokia Communicator und diverse MP3-Spieler im Rahmen des Rockbox-Projekts.

Einige Ports implementierten OpenGL- und DirectX-Unterstützung, wodurch die Grafik auch mit späteren Titeln mithalten konnte. Diese Weiterentwicklungen arbeiten weiterhin mit den ursprünglichen Grafik- und Level-Dateien (WADs) zusammen, wahlweise kann die Sprite-Grafik jedoch auch durch Polygon-Modelle, wie sie in den Titeln der Quake-Reihe verwendet werden, ersetzt werden.

Comic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Doom-Comic ist ein sechzehnseitiges Comicheft, das 1996 von Steve Behling und Michael Stewart geschrieben von Tom Grindberg gezeichnet und koloriert wurde. Es wurde von Dana Moreshead für Marvel Comics als Werbeartikel für eine Videospielmesse produziert. Die Geschichte basiert auf der Handlung von Doom sowie Doom 2 und dreht sich um einen Soldaten, der nach einer starken Bewaffnung sucht, um einen Cyberdemon zu besiegen.

Es gibt zwei bekannte Ausgaben des Comics. Die erste war der originale Druck als Werbegeschenk, die zweite Version wurde für die id-Anthology-Kollektion produziert.

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1995 und 1996 erschienen vier Romane zum Spiel, die offiziell von id Software lizenziert wurden. In deutscher Übersetzung wurden sie ab 2005 veröffentlicht. Der Autor der Romane ist Dafydd ab Hugh, der bereits in der Star-Trek-Szene durch Buchveröffentlichungen bekannt war. Während sich die ersten beiden Teile der Serie noch stark an den klassischen Spielen orientieren, gehen die letzten Fortsetzungen gänzlich neue Wege.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Kushner: Masters of Doom: How Two Guys Created an Empire and Transformed Pop Culture, ISBN 0-375-50524-5
  • Friedemann Schindler, Jens Wiemken: DOOM is invading my dreams - Warum ein Gewaltspiel Kultstatus erlangte, in: Handbuch Medien: Computerspiele, BpB 1997, ISBN 3-89331-302-8; Online-Version

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Music.
  2. The Doom tracks.
  3. Doom
  4. a b Doom: Der originale PC Games-Test von 1994 jetzt zum Nachlesen - Update: Komplettlösung
  5. Doom
  6. Doom
  7. Doom
  8. Doom
  9. Doom 32X
  10. Doom
  11. Doom bei speeddemosarchive.com
  12. »Doom« aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. In: BPjM-Aktuell 3/2011. Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, abgerufen am 31. August 2011 (PDF; 80 kB).
  13. Bericht auf gamesaktuell.de
  14. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2918
  15. http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=3262