Doom (2016)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Doom
Doom – Game’s logo.svg
Studio Vereinigte StaatenVereinigte Staaten id Software
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bethesda Softworks
Leitende Entwickler Hugo Martin, Marty Stratton (Creative Directors)
Komponist Mick Gordon
Erstveröffent-
lichung
WeltWelt 13. Mai 2016
Plattform Microsoft Windows
PlayStation 4
Xbox One
Spiel-Engine id Tech 6
Genre Ego-Shooter
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Maus, Tastatur, Gamepad
Systemvor-
aussetzungen
Windows 7 (64-Bit) oder neuer, Intel Core i5-2400 oder AMD FX-8320, 8 GB RAM, 2 GB Grafikkarte (NVIDIA GTX 670 oder AMD Radeon HD 7870), 55 GB Speicherplatz, Breitband-Internetverbindung
Medium Blu-ray Disc, DVD-ROM, Download
Kopierschutz Steamworks, Denuvo
Altersfreigabe
USK ab 18
PEGI ab 18
Information Deutsche Version ungeschnitten.

Doom (auch DOOM, ehemals Doom 4) ist ein Ego-Shooter, der von id Software entwickelt und am 13. Mai 2016 veröffentlicht wurde. Das Spiel ist ein Reboot der klassischen und gleichnamigen Spielserie Doom und erschien für Windows, PlayStation 4 und Xbox One.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einzelspieler-Kampagne von Doom ist auf dem Planeten Mars und in der Hölle angesiedelt. Hintergrund sind Forschungen der Union Aerospace Corporation (UAC) an einer neuen Energiequelle namens Argent. Dabei wird eine andere, von Dämonen bevölkerte Dimension entdeckt. Die Erforschung der Höllendimension und damit einhergehende Experimente führen schließlich zur Invasion der Dämonen, die von einigen UAC-Wissenschaftlern bereitwillig in Kauf genommen wird. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines aus einem todesähnlichen Schlaf wiedererweckten legendären Kriegers, der die Monster zurückschlägt.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu aktuellen Ego-Shootern verzichtet Doom auf die automatische Regeneration von Lebensenergie.[1] Wie in den bisherigen Teilen sammelt der Spieler Waffen, Munition, Heilung und Power-ups auf. Alle Waffen haben einen sekundären Schussmodus, das Nachladen der Waffen entfällt.[2] Im Einzelspielermodus ist es zudem möglich, sämtliche aufgesammelte Waffen dauerhaft im Inventar zu behalten.

Die Anleihen an die klassischen Spiele der Serie werden mit modernen Spielelementen ergänzt. Eine Neuerung sind Finishing Moves (sog. „Glory Kills“), die es ermöglichen, durch Beschuss geschwächte Monster mit Nahkampfangriffen zu töten.[3] Durch ein „Runen“-System können bestimmte Eigenschaften der Spielfigur, wie Lebensenergie oder Bewegungsgeschwindigkeit, erhöht werden. Dazu müssen Herausforderungen im Spiel gemeistert werden, bis zu drei dadurch erworbene Runen können im Anschluss ausgerüstet werden und verstärken den Spieler permanent.[4]

Multiplayer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mehrspielermodus wird in sechs verschiedenen Modi 6 gegen 6 ausgetragen.

  • Domination
  • Team Deathmatch
  • Clan Arena: Team Deathmatch ohne Respawn.
  • Soul Harvest: Beim Töten eines Gegners kann dessen „Seele“ eingesammelt werden.
  • Freeze Tag: Durch Beschuss werden Gegner eingefroren, Mitspieler können diese wieder befreien. Ist ein Team komplett eingefroren, verliert es die Runde.
  • Kriegspfad: Variante von King of the Hill, die Spielzone wandert.

Bei Veröffentlichung enthielt Doom neun Mehrspieler-Level.[5] Weitere Level werden mit herunterladbaren Erweiterungen veröffentlicht.[6]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wertungsspiegel
Aggregierte Wertungen
Publikation Wertung
Metacritic
85/100[7]
GameRankings
85 %[8]
Einzelwertungen
Publikation Wertung
4Players
78 %[9]
PC Games
83 %[10]
GameStar
86 %[11]
Computer Bild Spiele
2,08[12]
IGN
71 %[13]
Game Informer
8.75/10[14]

Doom erhielt nach Veröffentlichung überwiegend positive Kritiken. Metacritic verzeichnet (Stand: 21. Mai 2016) einen aggregierten Metascore von 84/100.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Doom 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doom wurde erstmals im Mai 2008 unter dem Titel Doom 4 offiziell angekündigt[15], zu diesem Zeitpunkt sollte Doom für PC, PlayStation 3 und Xbox 360 erscheinen. Im August 2010 äußerte John Carmack gegenüber dem PlayStation Magazin UK, dass die Entwicklung „weit fortgeschritten“ sei und die Fertigstellung „nicht so lange […] wie Rage“ dauern würde.[16] Nachdem sich Mitte 2012 erste Vermutungen aufkamen, dass Doom nicht mehr auf der damals aktuellen Konsolengeneration erscheinen, sondern direkt für die nächste Generation an Spielekonsolen entwickelt würde[17] gab Publisher Bethesda Softworks im Frühjahr 2013 bekannt, dass die Entwicklung des Spiels bereits Ende 2011 abgebrochen wurde und seitdem an einer vollständigen Neuentwicklung gearbeitet wurde.[18] Im August desselben Jahres äußerte sich Entwickler Tim Willits in einem Interview mit IGN zum Neustart der Entwicklung:

„Es war nicht nur eine Sache. Es war nicht so, dass die Optik schlecht war oder die Programmierung. […] Jedes Spiel hat einen gewissen ‚Geist‘. […] Und Doom hatte diesen Geist nicht. Es hatte keine Seele, es hatte keine Persönlichkeit. Es hatte eine gewisse Schizophrenie, eine Identitätskrise. Es hatte nicht die Leidenschaft und die Seele, die ein Spiel von id Software kennzeichnen.“

Als Doom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2014 kündigte Publisher Bethesda im Rahmen einer Trailer-Veröffentlichung für Wolfenstein: The New Order das Spiel unter dem Namen Doom offiziell an.[21] Gleichzeitig wurde ein erstes Betatest-Programm angekündigt, bei dem Vorbesteller von Wolfenstein: The New Order einen exklusiven Zugang zu einem geschlossenen Betatest erhalten sollten. Ein erster Trailer wurde auf der E3 2014 gezeigt, ein weiterer Trailer auf der Quakecon im selben Jahr.[22] Im Rahmen der Quakecon wurde auch bekanntgegeben, dass sich Doom wieder mehr am Serienstart orientieren, und gezielt auf Elemente aktueller Shooter, wie dem automatischen Auffüllen von Lebensenergie, verzichten solle.[1] Gleichsam wurde eine explizite Gewaltdarstellung, unter anderem mit Finishing Moves, sowie klassische Waffen der Doom-Serie angekündigt. Auf die extreme Gewaltdarstellung angesprochen, äußerte sich Peter Hines dem Polygon-Spielemagazin gegenüber, dass Doom, wenn man nicht auf „auf gewalttätige, blutige Spiele stehe“, vermutlich nichts für einen sei.[23] Der Einzelspieler-Modus wurde am 27. März 2016 der Öffentlichkeit offiziell in einem gut einstündigen Livestream der Entwickler auf Twitch vorgestellt.[24] Rund einen Tag vorher erschien jedoch ein Leak auf dem Social-News-Aggregator Reddit unter dem Titel „Doom 4: Fight Like Hell“.[25][26]

Offene Beta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 startete eine fünftägige offene Betaphase über die Spiele-Vertriebsplattform Steam, in der Teilnehmer den Mehrspieler-Modus in den Varianten Deathmatch und „Kriegspfad“ auf zwei Maps testen konnten.[27] Das Feedback der Community fiel durchwachsen aus: PC-Spieler kritisierten vor allem die Begrenzung der Bildwiederholfrequenz (sog. „Framelock“) auf 30 Bilder pro Sekunde, mangelnde Grafikoptionen und ein fehlendes „Doom-Feeling“. Demgegenüber fielen die Stimmen aus den Reihen der Konsolenspieler überwiegend positiv aus.[28][29] Als Konsequenz aus der Beta kündigte Bethesda an, den Framelock aufzuheben und weitere Grafikeinstellungen für PC-Spieler einzufügen.[30]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doom wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht. Aufgrund der expliziten Gewaltdarstellung wurde dem Spiel von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle keine Jugendfreigabe (USK 18) erteilt.[31] Über eine Twitter-Umfrage, an der über 60.000 Personen teilnahmen, wurde ein Wendecover-Entwurf gewählt, der sich an die Titelgrafik des Vorgängers von 1993 anlehnt. Vorangegangen waren Beschwerden der Community, das bisherige Cover sei generisch und nicht typisch für Doom.[32]

Das Spiel erschien außerdem in einer Collector’s Edition, der eine Figur des Revenant, eines skelettartigen Monsters aus dem Spiel, beilag. Das Artbook zum Spiel erschien auf Englisch im Dark-Horse-Books-Verlag unter dem Titel The Art of DOOM im Juni 2016.[33]

Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doom wird nach Veröffentlichung mit drei kostenpflichtigen DLCs erweitert werden. Publisher Bethesda kündigte an, dass zusätzlich ein „Season Pass“, der alle DLCs enthält veröffentlicht wird.[6] Mit den herunterladbaren Inhalten soll ausschließlich der Mehrspielermodus durch mehr Karten, Waffen, Ausrüstungsgegenstände, spielbare Dämonen und Individualisierungsoptionen erweitert werden. Zusätzlich können Spieler über den Editor SnapMap eigene Inhalte erstellen und untereinander austauschen. Dadurch kann Doom mit neuen Karten oder Spiel-Modi erweitert werden.[34]

Im Juli 2016 erscheint mit „Unto the Evil“ (dt.: Wider das Böse) die erste Erweiterung, die das Hauptspiel durch drei Multiplayer-Karten sowie durch den neuen Dämonen Harvester, die Waffe UAC EMG Pistol und das Ausrüstungs-Item Kinetic Mine erweitert. Hinzu kommen einige neue optische Anpassungsmöglichkeiten für den Doom-Marine.

Reminiszenzen an die Vorgängerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spiel wird an verschiedenen Stellen auf die Vorgänger der Serie angespielt. So ist in der Kampagne in jedem Level ein Hebel versteckt, der ein Easter Egg in Form eines Bonuslevels öffnet. Dabei handelt es sich um Original-Level aus Doom und Doom 2, die zunächst teilweise im regulären Einzelspieler, später über das Hauptmenü als kompletter Level gespielt werden können. In den „Retro-Leveln“ werden Waffen und Gegner in der aktuellen Engine dargestellt, jedoch Original-Texturen im Leveldesign verwendet und aufsammelbaren Gegenstände als zweidimensionale Sprites dargestellt.[35]

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb von zwei Wochen nach Release wurde Doom mehr als eine halbe Million mal über die Internet-Vertriebsplattform Steam verkauft. [36]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Benjamin Schmädig: Doom: Geht zurück zu den Wurzeln, nutzt id Tech 6. 4Players.de, 18. Juli 2014, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  2. Tobias Ritter: Doom – So spielt sich die Singleplayer-Kampagne. GameStar.de, 28. April 2016, abgerufen am 28. April 2016 (deutsch).
  3. Marcel Kleffmann: DOOM: "Glory Kills": Details und Videomaterial zu den brutalen Nahkampfaktionen und Finishern. 4Players.de, 29. August 2015, abgerufen am 28. April 2016 (deutsch).
  4. Michael Obermeier: Division-Netcode laut Experte »nicht mehr zu retten«. GameStar.de, 28. April 2016, abgerufen am 28. April 2016 (deutsch).
  5. Andy Chalk: New Doom teaser showcases nine multiplayer maps. PCGamer.com, 16. März 2016, abgerufen am 28. April 2016 (englisch).
  6. a b Martin Eiser: Doom: Alle Details zur offenen Beta und DLC. GIGA.de, 6. April 2016, abgerufen am 28. April 2016 (deutsch).
  7. Metacritic.com: DOOM (PC) (englisch, abgerufen am 21. Mai 2016)
  8. Gamerankings.com: DOOM (PC) (englisch, abgerufen am 21. Mai 2016)
  9. 4players.de: Test: Doom (abgerufen am 21. Mai 2016)
  10. PCGames.de: Doom - Test (abgerufen am 21. Mai 2016)
  11. GameStar.de: DOOM (abgerufen am 21. Mai 2016)
  12. ComputerBildSpiele: DOOM (abgerufen am 3. Juni 2016)
  13. IGN: DOOM (abgerufen am 3. Juni 2016)
  14. GameInformer: DOOM (abgerufen am 3. Juni 2016)
  15. Rene Heuser: Doom 4 – id Software kündigt Fortsetzung an. GameStar.de, 7. Mai 2008, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  16. Michael Obermeier: Doom 4 – »Schneller fertig als RAGE«. GameStar.de, 12. August 2010, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  17. Ben Sikasa: id Software – Entwickler sucht Mitarbeiter für NextGen-Konsolenspiele. GameStar.de, 26. Juli 2012, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  18. Andre Linken: Doom 4 – Kompletter Reboot des Shooters, alte Version verworfen. GameStar.de, 3. April 2013, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  19. id Software 'Pushing Boundaries,' Focusing Only on Doom 4. IGN.com, 2. August 2013, abgerufen am 27. April 2016 (englisch).
  20. Andre Linken: Doom 4 – Bethesda nennt erstmals Gründe für den Reboot des Shooters. GameStar.de, 5. August 2013, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  21. Christian Schneider: Doom – Wolfenstein-Trailer kündigt Doom-(4)-Beta an. GameStar.de, 19. Februar 2014, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  22. Michael Bonke: Doom 4: E3-Teaser zum id-Shooter – Enthüllung auf der Quakecon im Juli. Abgerufen am 26. April 2016 (deutsch).
  23. Ben Kuchera: Bethesda had the perfect answer for people bothered by Doom's violence: ¯\_(ツ)_/¯. Polygon.com, 23. Juni 2015, abgerufen am 27. April 2016 (englisch).
  24. DOOM Single-player Preview. Bethesda, 27. April 2016, abgerufen am 13. Mai 2016 (englisch).
  25. Muravyei: Leaked Doom Trailer, Cancelled/Unfinished. Reddit.com, 26. April 2016, abgerufen am 27. April 2016 (englisch).
  26. Peter Bathge: Doom (2016): Singleplayer-Trailer zeigt Gameplay-Szenen aus der Einzelspieler-Kampagne (Leak). pcgames.de, 27. April 2016, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  27. Andre Linken: Doom – Die Kämpfe gehen weiter: Open-Beta des Shooters verlängert. GameStar.de, 18. April 2016, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  28. Mirco Kämpfer: Doom – Spielerstimmen zur Open Beta. GameStar.de, 18. April 2016, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  29. Daniel Herbig: Doom (2016): Steam-User-Feedback zur Beta fällt durchwachsen aus – PS4- und Xbox One-Spieler zücken hohe Bewertungen. pcgames.de, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  30. Tobias Ritter: Doom – Nach Beta-Kritik: Erweiterte Grafik-Optionen für PC bestätigt. GameStar.de, 23. April 2016, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  31. Sandro Odak: Doom erscheint uncut mit USK 18-Freigabe. IGN.de, 24. Februar 2016, abgerufen am 27. April 2016 (deutsch).
  32. Ben Kuchera: Doom's box art is terrible. Polygon.com, 5. Februar 2016, abgerufen am 27. April 2016 (englisch).
  33. https://www.darkhorse.com/Books/27-841/The-Art-of-Doom-HC
  34. SnapMap: Nahezu grenzenloses Spielerlebnis. Bethesda Softworks, abgerufen am 28. April 2016 (deutsch).
  35. Manuel Fritsch: Doom – Retrolevel als Eastereggs für Fans des Originals im Spiel versteckt. GameStar.de, 28. April 2016, abgerufen am 29. April 2016 (deutsch).
  36. Peter Bathge: Artikel über den Erfolg von Doom auf PCGames.de. pcgames.de, 31. Mai 2016, abgerufen am 23. August 2016 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]