Drei-Meere-Initiative

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Mitgliedsstaaten der Drei-Meere-Initiative

Die Drei-Meere-Initiative ist eine Initiative zur Stärkung der mitteleuropäischen Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Infrastruktur, Energiepolitik und Sicherheit. Sie besteht aus zwölf mittel- und ostmitteleuropäischen Staaten der Europäischen Union vom Baltikum bis Kroatien und Bulgarien.

Entstehung und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Initiative wurde am 25. August 2016 auf Bestreben Polens und Kroatiens ins Leben gerufen und besitzt bisher keine formelle oder institutionelle Struktur.[1] Mitglieder sind Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Auf ihrer ersten Konferenz in Dubrovnik verständigten sich die zwölf Staaten auf verstärkte Zusammenarbeit.[2] Kernprojekte beinhalten den Bau von Flüssiggas-Terminals in Kroatien und Polen inklusive einer Pipeline sowie die „Via Carpathia“, eine Straße, die Litauen mit der Ägäis verbinden soll.[3]

Der zweite Kongress der Initiative fand am 6. und 7. Juli 2017 in Warschau unter Teilnahme von US-Präsident Donald Trump statt.[4] Auf dem dritten Treffen im September 2018 in Bukarest erklärte Außenminister Heiko Maas, Deutschland sei daran interessiert, als Brückenbauer bei der Initiative mitzuwirken.[5]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung „Drei-Meere-Initiative“ geht auf die Adria, Ostsee und das Schwarze Meer zurück, zwischen denen die Teilnehmerländer liegen (siehe Abbildung).

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Region der Drei-Meere-Initiative leben auf etwa 28 % der Fläche der EU etwa 22 % der EU-Bewohner, die etwa 10 % des Bruttonationaleinkommens erwirtschaften.

Ziele der Initiative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Initiative ist es, die mitteleuropäische Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Infrastruktur, Energiepolitik und Sicherheit zu stärken. Einer der Zentralpunkte ist dabei die Schaffung eines gemeinsamen Energiekorridors und die Diversifizierung der Energieversorgung, um durch den Import von Flüssigerdgas auf dem Seeweg unabhängiger von russischen Gaslieferungen (z. B. über den geplanten Nord Stream) zu sein. Die Initiative versteht sich darin auch nicht als Konkurrenz zur Europäischen Union, sondern sie will – durch das Schaffen eines Gleichgewichts zwischen Ost und West – die Union stärken und die Zusammenarbeit ausbauen.[6]

Gipfeltreffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Gipfelort Gastgeber Anmerkungen
1. 25.–26. August 2016 KroatienKroatien Kroatien, Dubrovnik Kolinda Grabar-Kitarović
2. 6.–7. Juli 2017 PolenPolen Polen, Warschau Andrzej Duda Teilnahme von US-Präsident Donald Trump
3. 17.–18. September 2018 RumänienRumänien Rumänien, Bukarest Klaus Iohannis

Rundfunkberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Krupa: Drei-Meere-Initiative: Trump umgarnt die Polen. In: Die Zeit. 2. Juli 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 4. Juli 2017]).
  2. Dubrovnik Forum adopts declaration called „The Three Seas Initiative“. In: EBL News. 25. August 2016 (eblnews.com [abgerufen am 4. Juli 2017]).
  3. Poland hopes to tap Trump's business acumen at regional summit. In: Business Insider. (businessinsider.com [abgerufen am 4. Juli 2017]).
  4. Trump spielt mit Europa. (tagesspiegel.de [abgerufen am 4. Juli 2017]).
  5. Maas beschwört „neue Ostpolitik“. (tagesschau.de [abgerufen am 18. September 2018]).
  6. President of the Republic of Poland / News / President Duda: Many infrastructure projects possible in CEE. Abgerufen am 7. Juli 2017 (englisch).