Edremit (Van)

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Edremit
Wappen fehlt
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Edremit (Van) (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Van
Koordinaten: 38° 25′ N, 43° 15′ OKoordinaten: 38° 25′ 27″ N, 43° 15′ 22″ O
Telefonvorwahl: (+90) 432
Postleitzahl: 65 170, 65 300
Kfz-Kennzeichen: 65
Struktur und Verwaltung (Stand: 2018)
Gliederung: 28 Mahalle
Bürgermeister: Atıf Çİçeklİ
Website:
Landkreis Edremit
Einwohner: 124.375[1] (2017)
Fläche: 515 km²
Bevölkerungsdichte: 242 Einwohner je km²
Kaymakam: Atıf Çİçeklİ
Website (Kaymakam):

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Edremit (armenisch Արտամետ Artamed, kurdisch Ertemêtan) ist ein ehemaliger Landkreis in der ostanatolischen Großstadtkommune Van im Rang einer Gemeinde (Belediye). Edremit liegt zentral in der Provinz an der Südostküste des Vansees. Die Bevölkerungsdichte beträgt fast das Fünffache von der Provinz. Die Gemeinde besteht aus 28 Ortsteilen (Mahalle), die vor der Verwaltungsreform Dörfer (Köy) waren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem armenischen Gelehrten Towma Arzruni wurde die dem Ort den Namen gebende Burg Ardamad im Jahre 100 vor Christus erbaut. Im Jahre 1914 lebten hier etwa 720 armenische und 2500 kurdische Anwohner. 1928 hieß der Ort noch Edremid. Die Ähnlichkeit des Namens zum Ort Edremit an der Ägäis ist Zufall.

Der Landkreis wurde erst 1960 mit dem Namen Sarmansuyu gegründet und später in Gümüşdere umbenannt. Der Name Sarmansuyu leitet sich von den Kanälen her, die von dem urartäischen König Menua im 8. Jh. v. Chr. erbaut worden waren.[2] Seit 1990 heißt der Ort Edremit.

Im September 2016 wurde die amtierende Bürgermeisterin Sevil Rojbin Çetin durch eine Gesetzesverordnung wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation durch einen Staatsbeamten ersetzt.

Inschriften Menuas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Inschrift befindet sich in einem Garten am Menua-Kanal (Inschrift 69 bei Harutjunjan): Ḫaldi dem Mächtigen. Menua, Sohn des Išpuini hat diesen Kanal angelegt. Sein Name ist Menua-Kanal (Menuai pili). Eine identische Inschrift (Nr. 65 bei Harutjunjan) befindet sich in der Wand des Kanals selbst.

Eine weitere, ausführlichere Felsinschrift (Inschrift 64 bei Harutjunjan) befindet sich an einem großen Felsblock am Ufer des Menua-Kanals. Sie wurde bereits 1882 von Lehmann-Haupt und Walter Belck vorgelegt.[3] Der Anfang ist mit der Garteninschrift identisch. In der 4. Zeile nennt Menua seine Titel, dann folgt der übliche Fluch über diejenigen, die diese Inschrift vernichten, austilgen „oder zu einem anderen sagen ‚Ich habe diesen Kanal gegraben‘: ihn soll der Gott Ḫaldi völlig vernichten, der Gott Teišeba, der Gott Šiwini, alle Götter …“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Н. В. Арутюнян: Корпус уратсқих қлинообразных надписеӣ. Ереван, Гитутюн 2001.
  • König: Handbuch der chaldischen Inschriften, 30 (T, P). Graz 1957.
  • Г. А. Меликишвили: Урартские клинообразные надписи. Москва: Издательство АН СССР, 1960, Nr. 52.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nufusu.com, abgerufen am 11. November 2018
  2. Н. В. Арутюнян: Корпус уратсқих қлинообразных надписеӣ. Ереван, Гитутюн 2001, 61, 69
  3. Zeitschrift für Ethnologie, 24, 125 (Nr. 12a)