Van (Provinz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Van
Nummer der Provinz: 65
BulgarienGriechenlandZypernGeorgienArmenienAserbaidschanIranIrakSyrienEdirneTekirdağİstanbulÇanakkaleYalovaBalıkesirBursaKocaeliSakaryaBilecikKütahyaİzmirManisaAydınMuğlaUşakDenizliDüzceBoluEskişehirAfyonkarahisarBurdurAntalyaIspartaZonguldakBartınKarabükÇankırıAnkaraKonyaKaramanMersinNiğdeAksarayKırşehirKırıkkaleÇorumKastamonuSinopSamsunAmasyaYozgatKayseriAdanaOrduTokatSivasGiresunOsmaniyeHatayKilisMalatyaK. MaraşGaziantepAdıyamanŞanlıurfaMardinBatmanDiyarbakırElazığErzincanTrabzonGümüşhaneTunceliBayburtRizeBingölArtvinArdahanKarsIğdırErzurumMuşAğrıBitlisSiirtŞırnakVanHakkariVan in Turkey.svg
Über dieses Bild
Landkreise
Van location districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 38° 30′ N, 43° 40′ OKoordinaten: 38° 30′ N, 43° 40′ O
Provinzhauptstadt: Van (Türkei)
Region: Ostanatolien
Fläche: 20921 km²
Einwohnerzahl: 1.149.342[1] (2020)
Bevölkerungsdichte: 54,9 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Mehmet Emin Bİlmez[2]
Sitze im Parlament: 8
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0432
Kennzeichen: 65
Website
www.van.gov.tr (Türkisch)

Van (kurdisch Wan; armenisch Վան) ist eine Provinz im Osten der Türkei. Ihre Hauptstadt Van liegt am Ostufer des Vansees.

Ende 2020 lebten in der Provinz Van 1.149.342 Einwohner auf einer Fläche von 20.921 km².

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Van ist seit 2012 eine Großstadt (Büyükşehir belediyesi). Nach der Verwaltungsreform 2013 sind alle Landkreise direkt dem Oberbürgermeister von Van unterstellt. Die ehemaligen Bürgermeister der Gemeinden (Belediye) wurden auf den Rang eines Muhtars heruntergestuft. Der zentrale Landkreis (Merkez) wurde im Zuge der Reform in zwei neue Bezirke (Eyyübiye, Haliliye und Karaköprü) aufgeteilt. Alle 13 Landkreise sind gleichzeitig Stadtgemeinden (Belediye). Alle 9 Gemeinden, die kein Kreissitz waren sowie die bis Ende 2012 bestehenden 579 Dörfer (Köy) wurden im Zuge der Verwaltungsreform in Stadtbezirke/Stadtviertel (Mahalle) überführt.

Diese 13 Landkreise (auch Bezirke, Ilçe) bilden nun gleichzeitig die Stadtbezirke:

Kreis-
code1
Landkreis
İlçe
Fläche2
(km²)
Bevölkerung am 31.12.20203 Anzahl
der
Mahalle
Bevölke
rungs
dichte
(Einw./km²)
Sex Ratio4
Frauen
auf 1000
Männer
Grün-
dungs
datum5,6
Gesamt männlich weiblich
1770 Bahçesaray 426 14.379 7.223 7.156 20 33,8 991 1987
1175 Başkale 2.727 49.850 26.250 23.600 68 18,3 899
1786 Çaldıran 1.478 63.133 32.589 30.544 70 42,7 937 1987
1236 Çatak 1.952 20.337 10.743 9.594 33 10,4 893
1918 Edremit 515 128.557 64.230 64.327 30 249,6 1.002 1990
1309 Erciş 2.133 176.680 91.080 85.600 101 82,8 940
1350 Gevaş 1.544 28.242 14.253 13.989 40 18,3 981
1372 Gürpınar 4.028 34.956 18.154 16.802 79 8,7 926 1936
2098 İpekyolu 956 334.470 166.903 167.567 50 349,9 1.004 2012
1533 Muradiye 912 50.247 25.678 24.569 48 55,1 957
1565 Özalp 1.430 65.495 33.717 31.778 58 45,8 942
1980 Saray 872 20.843 10.935 9.908 27 23,9 906 1990
2099 Tuşba 1.948 162.153 84.099 78.054 67 83,2 928 2012
Provinz 65 Van 20.921 1.149.342 585.854 563.488 691 54,9 962
1 Interner Kreiscode des Innenministeriums
2 Fläche 2014[3]
3 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2020[4]
4 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
5 PDF des Innenministeriums[5]
6 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

Dörfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Verwaltungsreform verschwanden die Dörfer und wurden in Stadtbezirke (Mahalle) umgewandelt. Ende 2012 zählte man noch 579 Dörfer mit einer Gesamtbevölkerung von 442.082 Einwohnern (also durchschnittlich 763,5 Einw. pro Dorf). Dies entsprach einem Anteil an der Provinzbevölkerung (1.051.975) von 42 Prozent. 147 dieser Dörfer zählten mehr als 1.000 Einwohner, das größte war Bardakçı im Merkez Bucağı (8.561 Einw.).

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. die rechnerisch ermittelte Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 1.059.734 Einwohner.[6]

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2020 1.149.342 585.854 563.488 1,11 962 19
2019 1.136.757 578.044 558.713 1,15 967 19
2018 1.123.784 574.461 549.323 1,53 956 19
2017 1.106.891 563.824 543.067 0,61 963 19
2016 1.100.190 561.592 538.598 0,35 959 19
2015 1.096.397 560.480 535.917 1,00 956 19
2014 1.085.542 554.791 530.751 1,44 957 19
2013 1.070.113 545.479 524.634 1,72 962 19
2012 1.051.975 538.121 513.854 2,88 955 19
2011 1.022.532 525.144 497.388 −1,24 947 19
2010 1.035.418 525.788 509.630 1,28 969 19
2009 1.022.310 523.864 498.446 1,79 951 19
2008 1.004.369 516.525 487.844 2,52 944 19
2007 979.671 500.068 479.603 959 19

Volkszählungsergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgende Tabellen geben den bei den 15 Volkszählungen dokumentierten Einwohnerstand der Provinz Van wieder. Die Werte der linken Tabelle entstammen E-Books (der Originaldokumente[7]) entnommen, die Werte der rechten Tabelle basieren aus der Datenabfrage des Türkischen Statistikinstituts TÜIK[8]

Jahr Bevölkerung
am Zensustag
jährl. Wachs-
tumsrate in %
Rang
Türkei Provinz Van
1927 13.648.270 075.437 58
1935 16.158.018 143.434 2,30 58
1940 17.820.950 112.975 2,06 58
1945 18.790.174 127.858 1,09 57
1950 20.947.188 145.944 2,30 56
1955 24.064.763 175.250 2,98 58
1960 27.754.820 211.034 3,07 56
Jahr Bevölkerung
am Zensustag
jährl. Wachs-
tumsrate in %
Rang
Türkei Provinz Van
1965 31.391.421 0.266.840 2,62 48
1970 35.605.176 0.325.763 2,68 43
1975 40.347.719 0.386.314 2,66 42
1980 44.736.957 0.468.646 2,18 39
1985 50.664.458 0.547.216 2,65 35
1990 56.473.035 0.637.433 2,29 32
2000 67.803.927 0.877.524 2,01 23
2011 74.525.696 1.059.734 0,90 18

Anzahl der Provinzen bezogen auf die Censusjahre:

  • 1927, 1940 bis 1950: 63 Provinzen
  • 1935: 57 Provinzen
  • 1955: 67 Provinzen
  • 1960 bis 1985: 73 Provinzen
  • 1990: 73 Provinzen
  • ab 2000: 81 Provinzen

Detaillierte Volkszählungsergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Gesamtbevölkerung Stadtbevölkerung Landbevölkerung
Gesamt männlich weiblich Gesamt männlich weiblich Gesamt männlich weiblich
1927 22.548 11.984 10.564 6.981 3.971 3.010 15.567 8.013 7.554
1935 143.434 75.053 68.381 23.419 13.133 10.286 120.015 61.920 58.095
1940 112.975 59.969 53.006 23.252 13.613 9.639 89.723 46.356 43.367
1945 127.858 69.362 58.496 26.932 16.271 10.661 100.926 53.091 47.835
1950 145.944 78.304 67.640 26.155 119.789
1955 175.250 93.090 82.160 33.469 19.130 14.339 141.781 73.960 67.821
1960 211.034 111.246 99.788 42.881 23.778 19.103 168.153 87.468 80.685
1965 266.840 142.446 124.394 60.686 34.778 25.908 206.154 107.668 98.486
1970 325.763 171.232 154.531 88.227 49.052 39.175 237.536 122.180 115.356
1975 386.314 203.229 183.085 115.830 63.342 52.488 270.484 139.887 130.597
1980 468.646 244.802 223.844 156.852 85.213 71.639 311.794 159.589 152.205
1985 547.216 280.658 266.558 189.269 101.759 87.510 357.947 178.899 179.048
1990 637.433 324.624 312.809 258.967 138.166 120.801 378.466 186.458 192.008
2000 877.524 448.039 429.485 446.976 237.246 209.730 430.548 210.793 219.755
2011 1.059.734 543.447 516.287 detaillierte Angabe fehlen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früherer Zeit trug die Provinzhauptstadt Van den Namen Tušpa und war im 9. Jahrhundert v. Chr. die Hauptstadt des Urartäischen Königreichs. Die damalige Bevölkerung nannte sich selbst Nairi.

Später wurde die Region wieder ein Zentrum in der Regentschaft des armenischen Königs Tigranes II., der die Stadt Tigranakert im 1. Jahrhundert v. Chr. gründete. Nachdem die Stadt während des Ersten Weltkriegs durch russische Truppen weitgehend zerstört worden war, wurde sie nach dem Krieg nahe der alten Stadt wieder aufgebaut. Bis dahin, als es unter dem Vilâyet-Gouverneur Cevdet Bey zu Massakrierungen durch die muslimische Bevölkerung kam, hatte es als osmanische Provinz Van eine großteils armenische Bevölkerung.

Am 2. Juli 2004 wurde in der Stadt Van auf den Gouverneur der Provinz ein Bombenattentat verübt. Drei Menschen starben, 24 weitere wurden teilweise schwer verletzt.

Bei einem starken Erdbeben im Jahr 1976 kamen in der Region 4000 Menschen ums Leben. Am 23. Oktober 2011 ereignete sich in der Nähe von Erciş ein weiteres folgenschweres Erdbeben.

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Referendum zur Verfassungsänderung entschieden sich in der Provinz 57,27 % der gültigen Stimmen dagegen, lediglich die İlçe Bahçesaray, Gevaş und Gürpinar entschieden sich für eine Änderung der Verfassung.[9]
Van ist die zweitgrößte Stadt im Südosten der Türkei. Über die Hälfte der Bevölkerung hat die Demokratische Partei der Völker gewählt. An zweiter Stelle folgt die Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung.

Parlamentswahl 2018 Ergebnisse aus Van
Partei Prozent
Halkların Demokratik Partisi
  
59,3 %
Adalet ve Kalkınma Partisi
  
31,8 %
Milliyetçi Hareket Partisi
  
3,1 %
Cumhuriyet Halk Partisi
  
2,6 %
Sonst.
  
3,3 %

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Van ist auch für seine Katzen bekannt. Die halblanghaarige Vankatze hat häufig zwei verschiedene Augenfarben und ist weltweit gefragt. Eine touristische Attraktion ist die armenische Kirche zum Heiligen Kreuz (armenisch Սուրբ խաչ, Surb Chatsch/Surb xač) auf der Insel Akdamar im Vansee.

Weiterhin sind hier die Klöster Sankt Bartholomäus, Arter und Karmravank, sowie das Ktuts-Kloster, Narekawank und Varagavank anzutreffen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen am 18. März 2021
  2. Webseite der Provinz Van
  3. Directorate General of Mapping (Excel-Tabelle; 48 KB)
  4. Muğla Nüfusu, abgerufen am 18. März 2021
  5. illeridaresi.gov.tr (PDF; 1,4 MB).
  6. Van Nüfusu, abgerufen am 18. März 2021
  7. Bücherei des Türkischen Statistikinstituts TÜIK, abrufbar nach Suchdateneingabe
  8. Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000) abrufbar nach Auswahl des Jahres und der Region
  9. Sabah.com, abgerufen am 11. November 2018