Engel & Völkers

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Engel & Völkers AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1977
Sitz Hamburg
Leitung Christian Völkers,
Sven Odia[1]
Mitarbeiter 8.000 (2016)[2]
Umsatz 409,8 Mio. Euro (2015)[3]
Branche Immobilien
Website http://www.engelvoelkers.com

Die Engel & Völkers AG ist ein Franchising-Unternehmen im Bereich der Vermittlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie von Yachten und Flugzeugen, das 1977 als Engel & Cie gegründet wurde und 1987 in Engel & Völkers umfirmierte. Die Marke „Engel & Völkers“ ist in 32 Ländern auf vier Kontinenten vertreten, die Unternehmenszentrale befindet sich in Hamburg.[4]

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Läden des Unternehmens sind häufig mit einer historisierenden weißen Verkleidung versehen

Engel & Völkers ist ein Franchising-Unternehmen, das an selbstständige Unternehmer Lizenzen zur Vermittlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie Yachten und Flugzeugen unter der Marke „Engel & Völkers“ vergibt. Die Lizenzen umfassen eine festgelegte Region, in der die Lizenznehmer je nach Art der Lizenz einen Immobilien-Shop, ein Gewerbeimmobilien-Büro oder einen Yachting-Shop betreiben. Die Shops bzw. Büros sind im einheitlichen Corporate Design gestaltet. Die Dienstleistungspalette von Engel & Völkers umfasst die Beratung, Vermietung, Verkauf oder Bewertungen rund um die Transaktion von Immobilien, Yachten und Flugzeugen. Im weltweiten Netzwerk von Engel & Völkers arbeiten rund 8.000 Beschäftigte.[5]

Engel & Völkers ist weltweit an rund 700 Standorten vertreten. 2015 erzielte die Unternehmensgruppe einen Maklercourtageumsatz von 409,8 Mio.Euro.

2013 führte Engel & Völkers das Market Center Konzept (MC) ein. Die Lizenz für ein MC deckt die Region einer Metropole ab. Das Konzept sieht eine zentrale Bürofläche für bis zu 300 Immobilienberater vor. Das erste MC eröffnete 2013 in Barcelona. Insgesamt wurden bereits 9 Market Center etabliert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 gründete Dirk C. Engel die Gesellschaft Engel & Cie, 1981 wurde Christian Völkers Partner. Nach dem Tod von Dirk Engel 1986 wurde das Unternehmen in Engel & Völkers umbenannt.[6]

1988 gründete die Gesellschaft den hauseigenen Grund-Genug-Verlag.[7], der vierteljährlich das Immobilienmagazin „Grund Genug“ (GG) in sechs Sprachen veröffentlicht. Die IVW-geprüfte verbreitete Auflage lag im dritten Quartal 2015 bei 158.153 Exemplaren.[8]

1990 wurde das erste ausländische Engel & Völkers Büro in Palma de Mallorca eröffnet. 1998 wurde das Franchisesystem eingeführt. 1999 folgte die Gründung der Engel & Völkers AG. Seit 2004 expandiert Engel & Völkers in den USA. In Südamerika ist die Marke in Chile und Kolumbien präsent. Darüber hinaus ist die Marke Engel & Völkers in Südafrika, auf der arabischen Halbinsel, in Thailand sowie in Hongkong vertreten.[9]

Seit 1999 firmiert das Unternehmen als Engel & Völkers AG, nach Zusammenbruch des Neuen Marktes wurde jedoch die Aktienplatzierung bis heute nicht durchgeführt und auf unbestimmte Zeit verschoben.[10] Im September 2003 beendete der Edel-Makler Sotheby’s International Realty die Vertriebspartnerschaft mit Engel & Völkers aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über Vertriebskonzept und Geschäftsmodell.[11]

Die Engel & Völkers Residential GmbH ist seit 2008 Mitglied im Deutschen Franchise-Verband (DFV).[12] Im Mai 2013 wurde Kai Enders, Mitglied des Vorstandes der Engel & Völkers AG, in den Vorstand des DFV gewählt.[13]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 übernahm die Engel & Völkers Gruppe die Blumenauer Holding in Frankfurt am Main, im Zuge des darauf folgenden Bankrotts der Blumenauer Holding wurde Vorstandschef Christian Völkers am 29. Januar 2008 vom Landgericht Frankfurt am Main wegen Beihilfe zur Untreue verurteilt, zwei weitere Mitglieder der Unternehmensleitung erhielten jeweils eine Freiheitsstrafe zur Bewährung.[14]

Ein Kapitalanleger investierte zum Zeitpunkt des erheblichen Aufschwungs des Immobilienmarktes in Dubai in das Bauprojekt „White Bay“, das ihm ein Mitarbeiter eines Unterlizenzpartners von Engel & Völkers vermittelt hatte. Infolge der schweren Finanzkrise im Herbst 2008 brach der gesamte Markt in Dubai ein. Der Ausfall zahlreicher Banken bei den anstehenden Finanzierungen führte dazu, dass auch das Projekt „White Bay“ illiquide und schließlich insolvent wurde.[15][16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. cash-online.de: Engel & Völkers ordnet Vorstandsvorsitz neu
  2. engelvoelkers.com: Über uns
  3. [1] Webseite von Engel&Völkers
  4. engelvoelkers.com: Immobilienmakler werden
  5. Engel & Völkers:Daten und Fakten
  6. FOCUS Magazin Nr. 34 / 2010: „Ich bin auch mit nur drei Zimmern zufrieden“. Abgerufen am 31. Januar 2014.
  7. Engel & Völkers:Historie
  8. Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. Abgerufen am 3. Januar 2014.
  9. Engel & Völkers:Historie
  10. Völkers: Jetsetter in Bedrängnis. handelsblatt.com, 15. September 2003, abgerufen am 7. April 2013.
  11. Nobelimmobilien: Sotheby's beendet Partnerschaft mit Engel & Völkers. Die Welt, 8. August 2003, abgerufen am 20. April 2013.
  12. Die DFV-Mitglieder im Überblick. franchiseverband.com, Januar 2014, abgerufen am 22. Januar 2014.
  13. Franchise-Forum 2013: 3 Tage im Zeichen der Beziehungspflege. franchiseverband.com, 8. Mai 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.
  14. Hamburgs Promi-Makler Völkers verknackt. Bild.de, 22. April 2008, abgerufen am 6. April 2013.
  15. Promi-Makler Engel & Völkers Mega-Projekt in Dubai geplatzt. Bild.de, 18. Mai 2011, abgerufen am 26. August 2013.
  16. Dubiose Immobilien-Anlage in Dubai: Engel & Völkers-Kunden verlieren hohe Geldsummen / Kanzlei sucht weitere Engel & Völkers-Geschädigte. Flife.de, 17. Mai 2011, abgerufen am 26. August 2013.

Koordinaten: 53° 33′ 6,1″ N, 9° 59′ 7,1″ O