Exit Marrakech

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Filmdaten
Originaltitel Exit Marrakech
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 122 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Caroline Link
Drehbuch Caroline Link
Produktion Peter Herrmann
Musik Niki Reiser
Kamera Bella Halben
Schnitt Patricia Rommel
Besetzung

Exit Marrakech (deutsch Ausweg Marrakech) ist ein deutscher Spielfilm von Caroline Link. Der Kinostart war am 24. Oktober 2013. Zuvor wurde er beim Filmfest München[1], dem Toronto International Film Festival[2], dem Festival do Rio[3] und dem Zurich Film Festival[4] gezeigt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 17-jährige Ben ist der Sohn geschiedener Eltern. Er muss ohne große Lust seinen Geburtstag und die Sommerferien bei seinem wiederverheirateten Vater Heinrich in Marrakesch verbringen, der dort als Theaterregisseur arbeitet und nun mit seinem Sohn in einem noblen Hotel wohnt. Beide zeigen sich als sehr voneinander entfremdet. Ben hat Diabetes und muss regelmäßig seinen Blutzuckerspiegel überprüfen und Insulin spritzen. Er sieht den Widerspruch zwischen der exportierten europäischen Kultur und dem Leben der armen Bevölkerung. Zwei einheimische Kulturschaffende nehmen ihn zu einem abendlichen Ausflug mit, auf dem er – wie immer mit Skateboard – sich in die Prostituierte Karima verliebt. Er fährt spontan mit ihr zu ihrer armen Familie auf dem Land. Dort wird er von Karimas Mutter sehr reserviert aufgenommen. Um die Ehre der Familie nicht noch mehr zu belasten, wird er zum Schlafen zum Haus der Großmutter gebracht. Karima schläft mit Ben, als niemand da ist. Als Karimas Vater und Bruder in das Dorf zurückkehren, schlägt der Bruder Karima. Diese wehrt sich und schlägt zurück. Der Vater wirft sie aus dem Haus. In einer anderen Stadt sucht Karima Unterschlupf im Prostituiertenmilieu. Dort trennt sie sich von Ben mitten in der Nacht. Er findet einen Schlafplatz. Am nächsten Tag bietet sich ein Einheimischer als Führer und Übersetzer an, der ihn in die Wüste bringen kann. Ben fährt eine Düne auf Sandski hinab. Unten wird er wie sein Führer von der Polizei mitgenommen.

Bens Vater ist ihm derweil hinterhergefahren und findet ihn mit Hilfe der Polizei und einer Suchmeldung mit Foto in allen Zeitungen. Auf der anschließenden mehrtägigen Fahrt von der Wüste ans Meer zu Bens vierjähriger Halbschwester Paula übernachten sie in einsamen Hotels und essen immer wieder Huhn. Die beiden kommen sich näher, nicht zuletzt – der Vater ist eigentlich eher dem Alkohol zugetan – durch abendliches gemeinsames Kiffen. Auf einer Wüstenpiste lässt der Vater Ben ans Steuer, der nach einer wilden Fahrt plötzlich stoppt, weil ihm übel wird und er sich übergeben muss. Die weitere Fahrt bringt er, mit seiner Übelkeit kämpfend, liegend auf den Rücksitzen zu. In der Nacht kommt Heinrich von der Straße ab, und sie stürzen mit dem Auto über Felsgeröll einen Abhang hinunter. Ben klettert mit schwindenden Kräften zur Straße zurück, um Hilfe für den im Auto eingeklemmten Vater zu suchen. Da sein Blutzucker inzwischen deutlich gesunken ist, fällt Ben vor einem herannahenden Auto in Ohnmacht. Ben und Heinrich werden gerettet und am nächsten Tag ins Krankenhaus der Stadt gebracht, wo Ben von seiner Mutter abgeholt wird. Dem Vater wird klar, dass er seine Rettung dem Sohn verdankt und beide fallen einander um den Hals. Schließlich besucht Ben doch noch die neue Familie seines Vaters am Strand, um seine Halbschwester kennenzulernen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Dass keine der Figuren in ihrer Psychologie überzeugt, ihre Konflikte und Krisen aber gleichzeitig völlig voraussehbar sind [...]“

– Hannah Pilarczyk, Der Spiegel[5]

„[...] ist eine Geschichte, die vor sich selbst Reißaus nimmt, vor dem, was in ihr an Trauer und Zorn, an offenen Rechnungen und unterdrückten Gefühlen lauert. Und als sie diese Rechnungen endlich aufmacht, als sie zu der Familiensache kommt, um die es von Anfang an geht, da ist es schon spät, sehr spät in diesem Film.“

– Andreas Kilb, FAZ[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Darstellung des Ben gewann Samuel Schneider 2014 den New Faces Award als bester Nachwuchsschauspieler.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. auf dem Filmfest München
  2. auf dem Toronto International Film Festival
  3. auf dem Festival do Rio
  4. auf dem Zurich Film Festival
  5. Hannah Pilarczyk: Billige Sommerferien. Spiegel Online, 23. Oktober 2013, abgerufen am 10. November 2013.
  6. Andreas Kilb: Im wüsten Land der Scheidungskinder. FAZ.net, 24. Oktober 2013, abgerufen am 10. November 2013.