Falkenstein (Ludwigsstadt)

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Falkenstein
Koordinaten: 50° 30′ 59″ N, 11° 23′ 46″ O
Höhe: ca. 361 m ü. NHN
Postleitzahl: 96337
Vorwahl: 09263
Villa Falkenstein
Villa Falkenstein

Falkenstein ist ein Ortsteil von Ludwigsstadt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Die Einöde Falkenstein gehört zur Gemarkung Steinbach an der Haide und wurde 1978 nach Ludwigsstadt eingemeindet. Sie liegt in einem Tal auf 360 m ü. NN. am Zufluss des Steinbachs zur Loquitz. Falkenstein liegt an der Frankenwaldbahn, auf der einst als Teil der Strecke Berlin-München Interzonenzüge fuhren. Bis 1965 besaß Falkenstein einen Haltepunkt an der Strecke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1709 wird an der Stelle des heutigen Falkenstein eine Brauerei gegründet.[1][2] Mit dem Bau der Eisenhammer entstand 1765 Falkenstein. Seine Blüte erlebte das Eisenhammerwerk in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Schon früh wurde Falkenstein zum beliebten Ausflugsziel. Zwischen 1821 und 1825 existierte ein Lokal mit Biergarten und Kegelbahn. 1870 wird das Eisenhammerwerk eingestellt. Das dortige Ausflugslokal und die Brauerei wurden ausgebaut. Seinen Aufschwung und der Beginn der Blütezeit als Ausflugsort erlebte Falkenstein ab 1885 mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke EichichtStockheim. 1885 wurde die Falkensteingemeinde gegründet, ein Zusammenschluss namhafter Persönlichkeiten der Umgebung, welche den Weiler für gesellschaftliche Zusammenkünfte ausgewählt haben.[3] 1809 kaufte die aus dem Fichtelgebirge stammende Familie Schreider das Eisenwerk und brachte es zum wirtschaftlichen Höhepunkt.[4]

Die Teilung Deutschlands löste den wirtschaftlichen Niedergang Falkensteins aus.[3] Vor der Teilung Deutschlands war Falkenstein Sitz der großen Brauerei Bayerische Bierbrauerei Karl Schreider[1][2][5][6] und eines bekannten Ausflugslokals. Durch die Grenzziehung wurde dieses Lokal berühmt, da der historische Grenzverlauf (der unter dem Lokal fließende Steinbach) quer durch die Küche ging. Im so genannten Bierdeckelabkommen von 3./4. Juli 1945 zwischen Sowjets und Amerikanern wurde die Umverteilung des Landes an der ehemals thüringisch-bayerischen Landesgrenze geregelt: Durch den geänderten Verlauf der Demarkationslinie kamen das gesamte Lokal und die Wirtschaftsgebäude der Brauerei Schreider in die amerikanische Besatzungszone und zur sowjetischen Besatzungszone ein Stück der alten Reichsstraße 85.[5][7][8] 1967 versuchte die DDR vergeblich, das sowjetisch-amerikanische Bierdeckelabkommen zu korrigieren.[9] Der Betrieb der Brauerei wurde 1968 eingestellt, zum Abriss kam es in den 1980er Jahren.[10] Am 12. November 1989 wurde der Schlagbaum der Innerdeutschen Grenze bei Falkenstein entfernt und die Grenzsicherungsanlagen abgebaut. Seit Anfang der 1990er Jahre lag auch die Hotelgaststätte brach und das Gebäude verfiel in der Folgezeit.[3] 2000 bis 2003 wurde es jedoch wieder instand gesetzt. Heute trägt es den Namen „Villa Falkenstein“, in der regelmäßig kulturelle Veranstaltungen der seit 2005 als Verein aktiven Falkensteingemeinde[11] stattfinden. Die meisten anderen Gebäude der einst stattlichen Siedlung Falkenstein sind mittlerweile abgebrochen worden.[3]

In der näheren Umgebung (circa zwei Kilometer) befindet sich die Burg Lauenstein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Falkenstein (Ludwigsstadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b bierdeckelsammler.net - Bayerische Bierbrauerei Karl Schreider GmbH@1@2Vorlage:Toter Link/www.bierdeckelsammler.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. a b Klaus Ehm: Das große Brauereiverzeichnis Deutschland
  3. a b c d Saalfeld und das Thüringer Schiefergebirge (= Werte der deutschen Heimat. Band 62). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2001, ISBN 978-3-412-10800-7.
  4. Thomas Büttner: Die historische Kulturlandschaft des Landkreises Kronach
  5. a b Roman Grafe: Die Grenze durch Deutschland. Eine Chronik von 1945–1990. München 2002, ISBN 3-88680-832-7
  6. Online Bierschilder Archiv: Orte (Memento des Originals vom 22. Mai 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bierschilder.de
  7. Die Spuren der Teilung, inFranken.de
  8. Der Streifen des Todes, Die Welt Online
  9. Auf den Spuren der ehemaligen Zonengrenze zwischen BRD und DDR
  10. Henry Hatt: Ignorierte Geheimobjekte Hitlers: Kunstraubspuren in Bergwerken. Verlag Hattenhauer, Ludwigsstadt 1995, ISBN 3-930988-00-3
  11. Die Falkeinsteingemeinde (Memento des Originals vom 19. Mai 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.falkensteingemeinde.de