Steinbach an der Haide

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Koordinaten: 50° 30′ 28″ N, 11° 25′ 9″ O

Steinbach an der Haide
Höhe: 580 m ü. NN
Fläche: 6,35 km²
Einwohner: 177
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 96337
Vorwahl: 09263
Steinbach an der Haide (Bayern)
Steinbach an der Haide

Lage von Steinbach an der Haide in Bayern

Steinbach an der Haide ist ein Ortsteil von Ludwigsstadt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt 3 km nordöstlich von Ludwigsstadt, nahe der Grenze zu Thüringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 1000 war die Gegend von dichten Urwäldern bedeckt. Nachdem der Landstrich in den Besitz des Erzstiftes in Köln gekommen war, begannen von Norden her umfangreiche Rode- und Besiedelungstätigkeiten durch das Benediktinerkloster Paulinzella bei Saalfeld und andere weltliche Herren.

Um das 11. Jahrhundert wurden die Grafen von Orlamünde die Eigentümer der Herrschaft Lauenstein. In diese Zeit fällt auch die Errichtung der Burg Lauenstein. Steinbach dürfte somit um das Jahr 1100 gegründet worden sein. In den folgenden Jahrhunderten bis 1622 wurden die Geschicke des Ortes von den jeweiligen Besitzern der Herrschaft Lauenstein bestimmt.

Blick zur Kirche des Ortes

Die erste urkundliche Erwähnung Steinbachs befindet sich im Jahr 1417 in einem Urkundenbuch des Klosters Paulinzella. In einer Urkunde der Grafen von Schwarzburg wurde der Ort „Sawsteinbach“ (Sausteinbach) genannt. Diese Schreibweise des Ortsnamens findet man bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts.[1] Eine weitere Erwähnung geht auf das Jahr 1481 zurück. Aus Aufzeichnungen aus dem Jahre 1497 geht hervor, dass Steinbach aus einem Rittergut mit vier Höfen, das nicht der Herrschaft in Lauenstein unterstand, und 21 weiteren Höfen bestand. Das Rittergut mit Kapelle dürfte auch der Ursprung Steinbachs gewesen sein, um dieses Gut entwickelte sich allmählich der Ort.

Im Jahre 1556 kaufte Christoph von Thüna das Rittergut und fügte es der Herrschaft Lauenstein hinzu. Aus dem Gut wurde ein herrschaftliches Vorwerk, der Steinbachshof, der 1713 zerschlagen und an Bauern aufgeteilt wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg blieb Steinbach nicht von Kriegswirren und Plünderungen verschont. Unter anderem brandschatzten 1634 Kronacher Soldaten die Dorfkirche. Die Bevölkerung suchte öfters in den Gemäuern der Burg Lauenstein Zuflucht.

Im Jahr 1622 wurde nach dem Kauf durch den Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach das Ende der Herrschaft Lauenstein besiegelt und es entstand das Amt Lauenstein. Im Jahr 1792 wurde das Amt mit anderen fränkischen Besitztümern an Preußen übergeben und kam 1803 durch einen Landes- und Grenztauschvertrag zum Kurfürstentum Bayern.

Nach der Neuordnung der Gemeindebezirke im Königreich Bayern zu Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten der Weiler Falkenstein, die Einöden Steinbacher Ziegelhütte, Kalksteinbrücke, Schieferbrücke und das Falkensteiner Hammerwerk zum Ort. Gegen Ende des Jahrhunderts wurden die meisten Vereine gegründet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Teilung Deutschlands kam der Ort in eine Grenzlage (die bewaldeten Hänge in Richtung Norden befinden sich bereits in Thüringen).

Im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden wurde 1967 und 1975 je eine Goldmedaille auf Bundesebene errungen.

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurde Steinbach an der Haide 1978 in die Stadt Ludwigsstadt eingegliedert.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ludwigsstadt.de/index.php?id=3&id2=10&id3=6
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]