Felsenbirnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Felsenbirnen
Amelanchier lamarckii (Syn. Amelanchier grandiflora)

Amelanchier lamarckii (Syn. Amelanchier grandiflora)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Felsenbirnen
Wissenschaftlicher Name
Amelanchier
Medik.

Die Pflanzengattung Felsenbirnen (Amelanchier) gehört zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Amelanchier canadensis
Ährige Felsenbirne kurz vor dem Aufblühen

Amelanchier-Arten sind sommergrüne, kleine Bäume und Sträucher. Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind häufig filzig behaart. Die Blattränder sind glatt oder gesägt. Nebenblätter sind vorhanden.

In traubigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. Der Blütenbecher ist glockenförmig. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig. Der Rand der fünf Kelchblätter ist glatt. Die fünf freien Kronblätter sind weiß. Es sind zehn bis 20 Staubblätter vorhanden. Die zwei bis fünf Fruchtblätter sind unterständig bis halbunterständig. Die zwei bis fünf Griffel sind teilweise verwachsen oder frei.

Die bei Reife dunkelvioletten bis bläulich schwarzen, kleinen, apfelförmigen Früchte mit vier bis zehn einsamigen Fächern weisen am oberen Ende noch die zurückgekrümmten Kelchblätter auf.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blätter und Samen der Felsenbirne enthalten geringe Mengen cyanogener Glykoside (d. h. Blausäure abspaltender Glykoside). Nach dem Verzehr von unreifen Früchten oder großer Mengen zerkauter Samen können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Unzerkaute Samen werden unverdaut wieder ausgeschieden. Nach dem unbeabsichtigten Zerbeißen einiger Samen sind jedoch keine Vergiftungssymptome zu erwarten – ähnlich wie bei Apfelkernen, die auch cyanogene Glykoside enthalten.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felsenbirnen-Arten werden in der Regel als Ziersträucher kultiviert. Als Ziersträucher werden in Mitteleuropa die Arten Amelanchier arborea, Amelanchier lamarckii, Amelanchier laevis und Amelanchier ovalis und deren Sorten verwendet, seltener auch Amelanchier alnifolia und Amelanchier spicata.

Die aromatischen, saftig-süß schmeckenden Wildfrüchte können zu einer süßen Marmelade mit marzipanartigem Beigeschmack verarbeitet werden. In Kanada gibt es Plantagen der Erlenblättrigen Felsenbirne oder Saskatoon (Amelanchier alnifolia).

Felsenbirnenfrüchte enthalten zahlreiche Vitamine, normalisieren den Schlaf, die Herzleistung, verringern den Blutdruck und helfen bei Hals- und Mundentzündungen. Die Früchte enthalten unter anderem auch Flavonoide (Vitamin P), die zur Festigung, Erweiterung und allgemeinen Elastizität von Blutgefäßen einen Beitrag leisten können.

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der botanische Gattungsname Amelanchier leitet sich ab von der französisch-provencalischen Bezeichnung „amelanche“ für die Früchte der dort heimischen Amelanchier ovalis. Das Wort „amelanche“ ist keltisch-gallischen Ursprungs und bedeutet „Äpfelchen“. Die erste schriftliche Erwähnung von Amelanchier datiert aus dem Jahre 1549. Die Gattung Amelanchier wurde 1789 durch Friedrich Casimir Medicus aufgestellt.

Die Gattung Amelanchier umfasst etwa 25 Arten, die fast alle in Nordamerika verbreitet sind. Eine Art ist in Europa bis Kleinasien und zwei Arten sind in Asien beheimatet.

Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) mit Früchten

Pflanzenkrankheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amelanchier-Arten werden manchmal von Mehltau befallen. In Frage kommen die Mehltau-Arten Podosphaera clandestina var. clandestina, Phyllactinia guttata und Phyllactinia mali.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Amelanchier, S. 190 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9 - Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felsenbirnen (Amelanchier) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]