Feuchtgebiete (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Feuchtgebiete
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie David F. Wnendt
Drehbuch Claus Falkenberg
David F. Wnendt
Produktion Peter Rommel
Musik Enis Rotthoff
Kamera Jakub Bejnarowicz
Schnitt Andreas Wodraschke
Besetzung

Feuchtgebiete ist eine Verfilmung des Romans Feuchtgebiete von Charlotte Roche. Seine Weltpremiere hatte der Film am 11. August 2013 im Wettbewerb des Filmfestival Locarno, der deutsche Kinostart war am 22. August 2013 im Majestic Filmverleih.[2][3][4] Mit fast einer Million Zuschauer war er einer der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres.[5]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 18-jährige Helen Memel lebt mit ihrem jüngeren Bruder als Scheidungskind bei ihrer Mutter. Sie hat ein ungewöhnlich intensives Verhältnis zu ihrem Körper, das sie selbst jedoch vollkommen normal findet, obwohl ihr bewusst ist, dass sie damit gesellschaftliche Tabus verletzt. Beispielsweise leckt sie ihre Scheidenflüssigkeit von ihrem Finger ab, praktiziert Selbstbefriedigung mit Gemüse, liebt Oralverkehr und hält Körperhygiene für überbewertet.

Von ihrer Mutter hat sie sich längst entfremdet, sich aber mit der gleichaltrigen Nachbarin Corinna angefreundet, der sie ihr unverkrampftes Verhältnis zu Körperlichkeit und Sexualität vermittelt.

Bei einer unzureichend sorgsam durchgeführten Intimrasur zieht sich Helen eine Analfissur zu, wird als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert und unverzüglich operiert. Ihre Genesung zögert sie absichtlich lange hinaus, einerseits um eine Beziehung zu ihrem Pfleger Robin aufzubauen, andererseits um ihre Eltern dazu zu zwingen, sich an ihrem Krankenbett zu versöhnen. Schließlich jedoch verlässt sie ihr Bett und fährt gemeinsam mit Robin in dessen Wohnung.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Medienboard Berlin-Brandenburg förderte die Erarbeitung eines Drehbuches für den Film mit 36.000 €. Die Produktion lief 2010 bis 2012 verdeckt unter dem Titel „Memelland“.

Gefilmt wurde an 37 Drehtagen in Berlin und auf Mallorca.[6]

Der Film hatte seine Weltpremiere im August 2013 auf dem Filmfestival Locarno in der Schweiz. Der Majestic Filmverleih brachte den Film am 22. August 2013 in die deutschen Kinos.

Die Autorin der literarischen Vorlage, Charlotte Roche, war in der Frühphase der Produktion beteiligt: Sie suchte den Produzenten des Films aus und las das Drehbuch in einer frühen Fassung. Aus der weiteren Entwicklung hielt sie sich laut Aussage des Regisseurs heraus.[7]

Die Audiodeskription des Films wurde von Andreas Sparberg gesprochen und 2014 für den deutschen Hörfilmpreis in der Kategorie Kino nominiert.[8][9]

Im Jahr 2013 wurden bundesweit 937.647 Besucher an den deutschen Kinokassen gezählt, womit der Film den 36. Platz der meistbesuchten Filme des Jahres belegte.[5]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Soundtrack steuerte die Newcomerin Ezra de Zeus und Hauptdarsteller Christoph Letkowski mit seiner Indie-Band Von Eden bei.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Feuchtgebiete. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juni 2013 (PDF; Prüf­nummer: 139 377 K).
  2. Feuchtgebiete (2013) filmjunkies.de
  3. „Feuchtgebiete“ als Film Es wird ekelig und explizit, stern.de, 19. Juni 2013
  4. „Feuchtgebiete“-Film – die fünf ekligsten Fakten, joy.de
  5. a b Was ihr wolltet: Münsters Kinojahr 2013, KINOaktuell, C. Lou Lloyd, Filminfo Nr. 4, 23. – 29. Januar 2014, S. 24f
  6. News-Archiv, medienboard Berlin-Brandenburg, 19. Nov. 2012, angerufen 5. Nov. 2015
  7. Interview mit dem Regisseur, welt.de, abgerufen am 13. August 2013
  8. Feuchtgebiete in der Hörfilm-Datenbank des Hörfilm e. V.
  9. 12. Deutscher Hörfilmpreis 2014
  10. Feuchtgebiete Presseheft – Majestic Filmverleih