Er ist wieder da (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Er ist wieder da
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie David Wnendt
Drehbuch Mizzi Meyer,
David Wnendt
Produktion Lars Dittrich,
Christoph Müller
Musik Enis Rotthoff
Kamera Hanno Lentz
Schnitt Andreas Wodraschke
Besetzung

Er ist wieder da ist eine deutsche Filmkomödie des Regisseurs David Wnendt aus dem Jahr 2015. Die Literaturverfilmung basiert auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman des Autors Timur Vermes. Der Film hatte am 6. Oktober 2015 Premiere in Berlin und lief am 8. Oktober in den deutschen Kinos an.[3] Er wurde von mehr als 2,4 Millionen Kinobesuchern gesehen.[4]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2014, 69 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wacht Adolf Hitler bei bester Gesundheit in Berlin auf. Aufgrund der veränderten Umgebung und Menschen ist er vorerst ziemlich orientierungslos. Ein Kioskbesitzer gewährt ihm vorläufigen Unterschlupf. Bei der Zeitungslektüre im Kiosk ist Hitler mit einem völlig veränderten Deutschland konfrontiert, das seiner Ideologie entgegensteht und ihm daher auch nicht sonderlich gefällt. Zudem halten ihn alle Menschen, denen er begegnet, lediglich für einen Hitler-Imitator.

Unweit des Ortes, an dem Hitler aufwacht, dreht der freie Angestellte des Senders MyTV, Fabian Sawatzki, eine Dokumentation über Kinder in einem Berliner Brennpunkt. Da dies aber nicht gut bei den Verantwortlichen des Senders ankommt, wird er entlassen. Sawatzki sichtet das von ihm gedrehte Video erneut und entdeckt Hitler im Hintergrund. Als Sawatzki bald darauf Hitler im Kiosk ausfindig machen kann, unterbreitet er ihm den Vorschlag, mit ihm eine Fernsehsendung zu produzieren, nicht zuletzt, um wieder bei MyTV eingestellt zu werden. Die beiden machen sich auf eine Reise an verschiedene Orte in Deutschland, bei der Hitler im Gespräch mit der Bevölkerung gefilmt wird.

Nach ihrer Rückkehr nach Berlin stellt Sawatzki Hitler und das gedrehte Material bei den Senderchefs vor. Begeistert von Hitler, beschließt die Vorsitzende Katja Bellini, ihn für seinen ersten Einsatz in der bereits etablierten Sendung Krass, Alter auftreten zu lassen. Im Senderbüro bekommt er eine Sekretärin zur Seite gestellt, die ihm mit einiger Mühe das Internet erklärt. Hitler findet sich allmählich in der Gegenwart zurecht und absolviert erste Bühnenauftritte. Er greift auch seine alten Pläne, die Weltherrschaft an sich zu reißen, wieder auf, erarbeitet sich stattdessen aber mehr oder weniger ungewollt die Rolle eines großen Comedy-Stars, der wenig später bei allen großen Medien gefragt ist. Allerdings kommen nun auch erste Zweifel an dem vermeintlichen Schauspieler auf, da ihn bisher niemand anders erlebt hat als in seiner vermeintlichen Rolle.

Als Frank Plasberg Hitler in seiner Sendung mit einem Video konfrontiert, in dem Hitler einen kleinen Hund erschießt, wird dessen Show abgesetzt, und er verliert zunächst seine noch frische Popularität. Wegen dieses Vorfalls verliert auch Katja Bellini ihre Anstellung beim Sender und muss den Chefsessel an ihren stillen Rivalen Christoph Sensenbrink abtreten. Parallel zu seinen weiteren Fernsehauftritten, die er absolviert, um seinen Ruf nach dem Hundevideo wieder aufzupolieren, schreibt er ein Buch über die Zeit nach seinem Wiederauftauchen. Es wird, mit Hilfe von Katja Bellini, zu einem Bestseller. Bald darauf wird das Buch sogar verfilmt, woran sich MyTV und Sensenbrink aufgrund des Quotenabsturzes nach Hitlers Imageverlust beteiligen.

Als Hitler aus dem Hotel, in dem der Sender ihn untergebracht hatte, wieder auszieht, kommt er bei seiner Sekretärin Franziska Krömeier unter, mit der Sawatzki mittlerweile zusammen ist. Beim Einzug erkennt Franziskas demente Großmutter den tatsächlichen Adolf Hitler. Nachdem Hitler und Sawatzki die Wohnung verlassen haben, stellt Sawatzki verärgert fest, dass der vermeintliche Schauspieler auch nach diesem Ereignis seine Rolle weiterspielt. Verwundert darüber, und wegen der Reaktion von Franziskas Großmutter und der jetzt bestehenden Zweifel über diesen Mann, geäußert von Mitarbeitern des Senders, beginnt Sawatzki Nachforschungen anzustellen.

Vor dem Filmstudio wird Hitler, der auch von Neonazis für einen Komiker gehalten wird, von diesen verprügelt. In ein Krankenhaus eingewiesen, wird er deshalb zu einer Art Märtyrer der Demokratie hochstilisiert. Während sich Hitler im Krankenhaus befindet, sichtet Sawatzki noch einmal das Videomaterial von dem Tage, an dem Hitler in Berlin aufgetaucht war. Dabei stellt er fest, dass dieser einfach aus dem Nichts erschienen ist, lediglich ein Licht deutet auf den Vorfall hin. Als Sawatzki an der gleichen Stelle, an der er auf dem Band das Licht gesehen hat, verbrannte Blätter findet und außerdem ein Schild, welches darauf hinweist, dass dort einst der Führerbunker gestanden hat, wird ihm klar, dass es sich um den echten Adolf Hitler handeln muss. Schockiert von seiner Erkenntnis stürmt er ins Krankenhaus, aus dem Hitler zwischenzeitlich jedoch schon wieder entlassen wurde. Nur Bellini befindet sich noch im Zimmer, die dem völlig aufgelösten Sawatzki jedoch keinerlei Glauben schenkt. Vom Krankenhauspersonal wird der nun wutentbrannt randalierende Sawatzki in eine geschlossene Psychiatrie gebracht.

Die Verfilmung des Buches wird abgeschlossen, und Hitler wähnt sich bereits auf der Straße des Sieges. Er ist populärer als je zuvor und sieht Deutschland in einem Zustand, in dem es für seine Rückkehr an die Macht bereit zu sein scheint, allerdings glaubt das Volk weiterhin, es handle sich nur um einen Schauspieler. Der Film endet mit Hitlers Worten „Damit kann man arbeiten“, während die Zuschauer unter anderem Bilder von tatsächlichen politisch motivierten, rechten Gewalttaten und Demonstrationen zu sehen bekommen.

Unterschiede zum Roman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Roman spielt im Jahr 2011, der Film im Jahr 2014.
  • Sensenbrink, Sawatzki, Krömeier und Bellini arbeiten beim Fernsehsender MyTV. In der Romanfassung arbeiten sie bei der Agentur Flashlight, die Hitler vertritt und im Auftrag des Senders seine Sendung produziert. Der Konkurrenzkampf zwischen Sensenbrink und Bellini um die Firmenspitze fehlt im Roman.
  • Im Roman lernt Hitler Sawatzki und Sensenbrink durch Zufall am Kiosk kennen. Im Film sucht Sawatzki gezielt nach ihm, nachdem er ihn beim Sichten seines Videomaterials, das er mit den Fußball spielenden Kindern gedreht hatte, entdeckt hat.
  • Im Roman sind die Kinder allein, und niemand sieht Hitlers Ankunft.
  • Sawatzki und Hitler fahren auf eigene Kosten durch Deutschland und befragen Menschen zu politischen Themen, um Anschauungsmaterial für den Sender zu haben und Sawatzkis Wiederanstellung zu erreichen. Im Buch fehlt dieser Aspekt völlig.
  • Im Roman ist der Kiosk auch nach Hitlers Bekanntwerden einer seiner regelmäßigen Anlaufpunkte. Im Film taucht dieser nach seiner Abreise mit Sawatzki nicht mehr auf.
  • Im Buch heißt der Moderator der Show Krass, Alter, in der Hitler seinen ersten Fernsehauftritt hat, Ali Witzgür. Da er im Film von einem deutschstämmigen Schauspieler, nämlich Michael Kessler, dargestellt wird, wurde der Name in Michael Witzigmann geändert.
  • Auch die Vornamen der Figuren Sawatzki, Sensenbrink, Krömeier und Bellini wurden geändert. Während diese Figuren im Roman die Namen Joachim, Frank, Vera und Carmen tragen, wurden im Film die Vornamen der Darsteller verwendet.
  • Das Treffen mit Krömeiers Großmutter verläuft im Roman weitaus friedlicher als die Auseinandersetzung im Film.
  • Im Buch erschießt Hitler keinen Hund.
  • Im Film wird Hitler als Autor der Romanvorlage präsentiert. Dieser Aspekt fehlt ebenfalls im Buch. Auch ein möglicher Film über seine Zeit nach dem Aufwachen kommt in der Vorlage nicht vor.
  • Im Roman ereilt Sawatzki ein erfreulicheres Schicksal. Dort heiratet er Vera Krömeier, und das Paar erwartet ein Kind, das wahrscheinlich den Namen Adolf tragen soll.
  • Im Gegensatz zum Film findet im Roman niemand heraus, dass es sich um den leibhaftigen Adolf Hitler handelt.
  • Der letzte Satz Hitlers „Damit lässt sich arbeiten“ wird im Roman in einem weit weniger drastischen Kontext zitiert.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Albrecht schrieb auf der Website des Deutschlandfunks, dass der Film als Mediensatire durchaus Schtonk das Wasser reichen könne. Das Lachen könnte jedoch schnell verstummen, wenn man sehe, dass „die deutsche Willkommenskultur auch für Adolf Hitler gilt“.[5]

In der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau schrieb Daniel Kothenschulte: „Erst ist es nicht richtig witzig, und dann ist es auch wieder nicht schmerzhaft genug.“ Die Bestseller-Verfilmung verschenke große dokumentarische Momente an eine biedere Mediensatire.[6]

Als „dümmsten und perfidesten Film, der seit langem in die Kinos gekommen ist“ bezeichnete Michael Hanfeld bei faz.net die Romanverfilmung. Der Film wolle eine Satire sein, in Wahrheit sei er „eine experimentelle Anordnung und ein Pamphlet“.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Foto von den Dreharbeiten in Berlin
  • Am Ende der Filmhandlung erscheint eine Film-im-Film-Szene, bei der Sawatzki den Pflegern scheinbar entkommt (die Szene ist ein Filmzitat aus 12 Monkeys), Hitler auf dem Dach eines Hochhauses stellt und erschießt, worauf dieser in die Tiefe stürzt. Im Stil eines Twists ändert sich das Ende der Geschichte aber noch einmal: Hitler taucht plötzlich wieder lebendig hinter Sawatzki auf und konfrontiert ihn damit, dass er ihn nicht loswerde. Es wird klar, dass es sich nur um den Dreh der Schlussszene des Films handelt, die von einem Sawatzki-Darsteller mit Gesichtsmaske dargestellt wird.
  • Im Film wird eine Szene aus dem Hitler-Film Der Untergang detailliert nachgespielt: Die Szene, in der Hitler auf die Nachricht, dass ein befohlener Entlastungsangriff ("Angriff Steiner") nicht stattfinden konnte, mit einem Wutanfall reagiert. Hier ist es allerdings Sensenbrink, der angesichts von Firmenproblemen in Wut gerät.
  • Die im Stil einer Dokumentation gedrehten Szenen sind teils echt, teils mit Schauspielern eingespielt. Echt sind unter anderem die Szenen bei der Fußball-WM und der Versuch, als Porträtmaler Geld zu verdienen, die mit zufälligen Passanten gedreht wurden.
  • Zwei Schauspieler des Films haben selbst schon in früheren Rollen Hitler gespielt bzw. parodiert: Christoph Maria Herbst in Der Wixxer und Neues vom Wixxer (als Hitler-Parodie Alfons Hatler) und Michael Kessler in Switch reloaded. Herbst hat zudem die Hörbuch-Version von Er ist wieder da eingesprochen.
  • Im Film werden Ausschnitte des Schaffens verschiedener Schauspieler in der Rolle Adolf Hitlers gezeigt. Unter anderen sieht man Michael Kessler (Switch reloaded), Helge Schneider (Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler) und Bruno Ganz (Der Untergang).
  • In einer Szene entdeckt Hitler die Wikipedia und freut sich darüber, dass sie nach den Wikingern benannt worden sei und arische Wurzeln habe.[8] Das ist aber falsch: Tatsächlich steht das "Wiki" in Wikipedia für "schnell" und Wikipedia wurde in Amerika erfunden.
  • Die Fernsehshows, die Hitler nach seinem Auftritt bei Krass, Alter im Film besucht, existieren tatsächlich. So ist er unter anderem bei Circus HalliGalli zu Gast. Diese Sequenzen wurden in den echten Studios gedreht, und die Moderatoren haben Cameoauftritte. Die Sendung „Frank Plasberg“ des gleichnamigen Moderators dagegen ist nur angenähert an dessen reale Sendung „hart aber fair“.
  • Einige YouTuber, unter anderen Robert Hofmann, Dagi Bee, Joyce Ilg und ChrisTezz, haben Gastauftritte im Film. In diesen Auftritten kommentieren sie Hitlers Fernsehauftritt bei Krass, Alter. Diese Kommentare wurden im Stile ihrer bekannten Videos gedreht und als tatsächliche YouTube-Clips präsentiert.
  • Das Lied Er ist wieder da in der Abspannsequenz ist eine Neuaufnahme von 1970, gesungen von Katja Ebstein. Das Original stammt aus dem Jahre 1966 und wurde von der Schlagersängerin Marion Maerz gesungen.
  • Der Film erhielt von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat „besonders wertvoll“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Er ist wieder da – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Er ist wieder da. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2015 (PDF; Prüf­nummer: 154 619 K).
  2. Alterskennzeichnung für Er ist wieder da. Jugendmedien­kommission.
  3. Er ist wieder da. In: filmportal.de. Abgerufen am 18. Oktober 2015.
  4. Die erfolgreichsten deutschen Filme seit 1966. In: insidekino.com. Abgerufen am 8. Januar 2016.
  5. Jörg Albrecht: Neue Filme – Der Führer ist zurück. In: Deutschlandfunk. 7. Oktober 2015, abgerufen am 18. Oktober 2015.
  6. Daniel Kothenschulte: „Er ist wieder da“: Lachen über Hitler? Nur wenn’s lustig ist. In: Frankfurter Rundschau. 7. Oktober 2015, abgerufen am 18. Oktober 2015.
  7. Michael Hanfeld: Der Adolf in uns allen, faz.net, 3. November 2015, abgerufen am 9. November 2015.
  8. http://forward.com/culture/171112/rebooting-the-fuehrer/