Fiege Logistik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Fiege Stiftung)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fiege Logistik Holding Stiftung & Co. KG
Logo
Rechtsform Stiftung & Co. KG
Gründung 1873
Sitz Greven, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Felix Fiege, Jens Fiege, Alfred Messink, Peter Scherbel
Mitarbeiter 7331 (Jahresdurchschnitt 2015)[1]
Umsatz 1,02 Mrd. Euro (2015)[1]
Branche Kontraktlogistik
Website www.fiege.com
Stand: 31. Dezember 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015
Unternehmenszentrale am Flughafen Münster/Osnabrück in Greven

Fiege Logistik Holding Stiftung & Co. KG (Eigenschreibweise: FIEGE) ist ein international tätiges deutsches Logistik- und Gütertransport­unternehmen mit Sitz in Greven. Die Gesellschaft ist das Mutterunternehmen des Fiege Gruppe genannten Konzerns.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1873 wurde von dem Fuhrmann und Landwirt Joan Joseph Fiege (1835–1905) in Greven ein Fuhrgeschäft gegründet. Zu Beginn betrieb er das Geschäft in bescheidenem Umfang neben der Landwirtschaft. Er fuhr Kohle in der Nachbarschaft aus und baute ein kleines Lager auf. Daneben übernahm er Aufträge von den Kolonialwarenhändlern des Ortes und beförderte für diese Lebensmittel und Haushaltsgerätschaften. Ab 1884 begann er mit dem Transport von Holz für die Grevener Holzhandelsfirma Sahle sowie der Lieferung von Agrarprodukten in die damalige Landeshauptstadt Münster.

Nach dem Tod von Joan Joseph Fiege im Jahre 1905 übernahm sein Sohn Josef Fiege das Unternehmen. Er setzte das Geschäft mit der Beförderung von Kolonialwaren fort. Nach der Einweihung des Dortmund-Ems-Kanals im Jahre 1899 übernahm Josef Fiege auch den Transport von Steinen und Baumaterial, die mit Frachtkähnen im Hafen angeliefert wurden.

1924 erwarb das Unternehmen einen gebrauchten VOMAG-Lastwagen. Zwei Jahre danach wurden weitere Lastkraftwagen gekauft. 1929 begann das Unternehmen mit dem Ferntransport und liefert Waren unter anderem nach Berlin und Kassel.

1938 starb Josef Fiege im Alter von 67 Jahren. Sein Sohn, Josef Fiege jun. übernahm die Geschäfte. Im September 1939 wurde das Unternehmen Fiege vom Oberpräsidenten Westfalens zum „kriegs- und lebenswichtigen Transportunternehmen“ erklärt, Josef Fiege wurde quasi enteignet.

Nach 1945 begann Josef Fiege mit dem Wiederaufbau des Unternehmens. Nach seinem Unfalltod im Jahre 1959 übernahmen sein Schwager und seine Schwägerin Heinz und Anne Fischbach die Geschäftsführung. 1967 trat der älteste Sohn von Josef Fiege, Heinz Fiege, in das Unternehmen ein. 1974 folgte ihm sein Bruder Hugo Fiege. Die Brüder bauten das Geschäft weiter aus. Mit dem dreigeschossigen Neubau von Hauptniederlassung und Verwaltung in Reckenfeld und dem daneben erbauten sechseckigen Güterverteilzentrum begann der Wandel vom Speditions- und Transportunternehmen zum internationalen Logistikkonzern.

Im Juli 2012 nahm Fiege für den Modehersteller Esprit das Esprit-Vertriebszentrum Europa (DCE) in Mönchengladbach in Betrieb. Das Zentrum übernimmt die europaweite Versorgung aller Esprit-eigenen Geschäfte sowie Großhändler. Ende 2012 erweiterte Fiege durch die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Apollo Fiege Integrated Logistics Pvt. Ltd. seinen Marktfokus auf Indien. Partner des Gemeinschaftsunternehmens ist die zur indischen Apollo Group gehörende Apollo LogiSolutions Ltd. Das Gemeinschaftsunternehmen tritt in Indien als integrierter Logistikdienstleister auf, der komplette Lieferkettenlösungen inklusive Dienstleistungen wie Luft- und Seefracht, Zollabwicklung, Transportdienstleistungen sowie Lagerabwicklung und Mehrwertdienste (Value Added Services) anbietet.

Im Jahr 2012 wurde außerdem mit dem Ausscheiden von Heinz und Hugo Fiege aus dem Vorstand ein wichtiger Schritt für die Übergabe des Unternehmens an die fünfte Fiege-Generation vollzogen. Jens Fiege, Sohn von Heinz Fiege, führte ab 2004, zunächst als CEO, den internationalen Geschäftsbereich und ist seit 2009 Mitglied des Vorstands der Fiege Logistik Holding Stiftung & Co. KG. Felix Fiege, Sohn von Hugo Fiege, stieg 2008 in die Führungsebene der Unternehmensgruppe als Geschäftsführer des Bereichs Fiege Engineering ein und ist seit 2012 ebenfalls Mitglied des Vorstands.

Unternehmensdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fiege-Gruppe ist ein Logistikdienstleister mit 160 Standorten in 15 Ländern in Europa und dem Fernen Osten. Insgesamt beschäftigt die Fiege-Gruppe nach eigenen Angaben 10.500 Mitarbeiter.[2] Das Unternehmen betreibt Logistikzentren, insbesondere sogenannte Megazentren und verfügt insgesamt über circa 3 Millionen Quadratmeter Lager- und Logstikfläche. Als Kontraktlogistiker umfassen die Dienstleistungen die gesamte Warenwirtschaftskette – von der Beschaffungslogistik, Produktionslogistik und Absatzlogistik über das Fulfillment, die Entsorgungslogistik bis hin zu 3PL und LLP-Lösungen. Ein weiterer Unternehmenszweig der Fiege-Gruppe ist die Fiege tec, die sich mit dem Fahrzeugbau und -dienstleistungen von Nutzfahrzeugen beschäftigt und die Flottenverwaltung der Fiege-Gruppe übernimmt.

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 wurden neben der Fiege Logistik Holding Stiftung & Co. KG als Mutterunternehmen 55 weitere Unternehmen vollkonsolidiert. Für das Geschäftsjahr 2015 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 1,02 Milliarden Euro (Vj.: 1,04 Mrd. Euro) ausgewiesen, die zu knapp 63 % in Deutschland und rund 16 % in der Schweiz als umsatzstärkste Märkte erzielt wurden. 2015 waren durchschnittlich 7331 Arbeitnehmer (Vj.: 9244) im Konzern beschäftigt, davon 2302 (Vj.: 2333) Angestellte und 5029 (Vj.: 6911) gewerbliche Mitarbeiter.[1]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 erhielt Fiege den Deutschen Logistik-Preis der Bundesvereinigung Logistik. 1996 folgte die Auszeichnung als Ökomanager des Jahres für Heinz und Hugo Fiege für ihre Rolle als Vorreiter in der Ökologistik durch den WWF Deutschland und die Zeitschrift Capital. 2005 wurden die Brüder Heinz und Hugo Fiege aufgrund ihrer Pionierleistungen in der Kontraktlogistik und der Ökologistik in die Logistik Hall of Fame[3] aufgenommen. Ebenfalls 2005 erhielt das Unternehmen einen Frost & Sullivan Product Innovation Award und wurde 2007 in die Liste der Hidden Champions aufgenommen. Im selben Jahre wurden Heinz und Hugo Fiege mit dem LEO-Award der Deutschen Logistik-Zeitung ausgezeichnet. Im März 2009 gewann die Fiege Gruppe den ControllerPreis 2009 des Internationalen Controller Vereins (ICV) für innovative Lösungen, mit der ein grundlegender Veränderungsprozess im Logistik-Controlling der Fiege Gruppe vollzogen wurde.[4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Fiege Gruppe herausgegebene Publikationen:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 der Fiege Logistik Holding Stiftung & Co. KG. In: Bundesanzeiger, 7. Juni 2016, abgerufen im Unternehmensregister am 31. Mai 2017.
  2. Auf einen Blick. Die Fiege Gruppe in Zahlen. Website der FiegeFiege Logistik Stiftung & Co. KG, abgerufen am 31. Mai 2017.
  3. Heinz Fiege und Hugo Fiege in der Logistik Hall of Fame.
  4. ControllerPreis 2009 geht an die Fiege Gruppe. Pressemitteilung des Internationalen Controller Vereins.