Fischbeker Heide

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NSG Fischbeker Heide

IUCN-Kategorie IV − Habitat-/Species Management Area

Fischbeker Heide

Fischbeker Heide

Lage Hamburg, Deutschland f3
Fläche 7,73 km²
WDPA-ID 4384
FFH-Gebiet 7,63 km²
Geographische Lage 53° 27′ N, 9° 50′ OKoordinaten: 53° 27′ 18″ N, 9° 50′ 18″ O
Fischbeker Heide (Hamburg)
Fischbeker Heide
Kiefern in einer Heidefläche im NSG

Die Fischbeker Heide ist ein 773 Hektar großes Naturschutz– und FFH–Gebiet[1] im Südwesten Hamburgs in den Stadtteilen Neugraben-Fischbek und Hausbruch. Es umfasst eine Heide- und Waldlandschaft, die einschließlich der zum Schutzgebiet gehörenden Neugrabener Heide nach der Lüneburger Heide die zweitgrößte Kulturlandschaft dieser Art in Deutschland ist.[2] Am Rande eines Höhenzuges gelegen, befindet sich im Süden die mit 116 Metern höchste Erhebung Hamburgs. Eine Reihe von erhaltenen Bodendenkmälern zeugt von der frühen Besiedlung des Gebietes.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet liegt im Hamburger Bezirk Harburg, südlich der Bundesstraße 73. Es umfasst neben der eigentlichen Fischbeker Heide im Stadtteil Neugraben-Fischbek (Gemarkung Fischbek) auch das Neugrabener Heide genannte Gebiet in Hausbruch (Gemarkung Neugraben), mit dem es im Süden verbunden ist. Das Naturschutzgebiet liegt im Nordteil, beziehungsweise den nördlichen Ausläufern der Harburger Berge, hier auch Schwarze Berge genannt, die sich nach Süden auf dem Gebiet von Niedersachsen fortsetzen. Die süd- und südwestliche Landesgrenze zu den Gemeinden Rosengarten und Neu Wulmstorf bildet hier auch die Grenze des Naturschutzgebietes.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fischbeker Heide gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Lüneburger Heide (Nr. 64), in der Haupteinheit Hohe Heide (640) und in der Untereinheit Wilseder Endmoränen (640.0) zum Naturraum Schwarze Berge (640.00).

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Heide befindet sich das Naturschutz-Informationshaus Schafstall (Koordinaten: 53° 27′ 12″ N, 9° 51′ 1″ O), ein umgebauter alter Stall, neben einem noch für Schafe genutzten Stallgebäude. In dem von der Loki Schmidt Stiftung betreuten Informationszentrum und der dortigen Ausstellung erfährt man alles Wissenswerte über die geschützte Heidelandschaft.[3] Der Schafstall ist zudem Ausgangspunkt für den vom Archäologischen Museum Hamburg angelegten und als dessen Außenstelle betreuten Archäologischen Wanderpfad, der zu den zahlreichen vor- und frühgeschichtlichen Bodendenkmälern in der Fischbeker Heide führt.

Die Hamburger Umweltbehörde sorgte seit Ende der 1980er Jahre durch großflächige Rodungen für den Erhalt der Heide in der jetzigen Form als Kulturlandschaft. Auch wird in der Fischbeker Heide eine Heidschnuckenherde gehalten, ohne die die Heide nicht in der Lage wäre zu bestehen. Zusätzlich ist es notwendig, dass sie regelmäßig „entkusselt“, das heißt von Baumtrieben befreit wird, woran auch Schulklassen teilnehmen.

Der Segelflug-Club Fischbek[4] fliegt hier von seinem erstmals 1910 genutzten Segelfluggelände Fischbek und trägt durch seine Aktivitäten in seinem Gebiet ebenfalls dazu bei, dass aus der Heide kein Waldgebiet wird.

Durch das Naturschutzgebiet verläuft das Bett der Fischbek, eines Baches, der um 1900 durch Trinkwasserentnahme austrocknete.

Bis 2005 grenzte an die Fischbeker Heide (auf niedersächsischem Gebiet) ein umfangreicher Truppenübungsplatz, dessen Flächen teilweise durch die Stadt Hamburg aufgekauft wurden und als Ausgleich für andere Eingriffe in die Natur zum Naturschutzgebiet erklärt wurden. Diese Erweiterungen des Naturschutzgebietes wurden im Frühjahr 2009 teilweise gerodet, um größere Heideflächen und die durch den Einsatz schwerer Panzer bedingten offenen Sandflächen zu erhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischbeker Trockental

Ursprünglich befanden sich auf dem Gebiet der Fischbeker Heide Eichen- und Birkenwälder. Durch Überweidung entstand die Heidelandschaft zwischen der Steinzeit und dem Mittelalter.

Es gibt Bodenfunde, die eine Besiedlung der Gegend bereits für die Jungsteinzeit belegen. Noch heute befinden sich dort Bodendenkmale, wie Grab- und Megalithanlagen aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit. Diese stehen unter Denkmalschutz und bilden den größten zusammenhängenden Bestand an oberirdisch sichtbaren Bodendenkmälern auf Hamburger Gebiet.[5] Diese sind seit 1975 über den vom Archäologischen Museum Hamburg (Helms-Museum) betreuten Archäologischen Wanderpfad erschlossen. 2002 wurde dessen Restaurierung abgeschlossen, bei der die vor- und frühzeitlichen Grabanlangen wieder in Stand gesetzt wurden und eine zeitgemäße Beschilderung des Wanderpfades mit seinen 11 Stationen erfolgte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steckbrief Fischbeker Heide(FFH-Gebiet), BfN, Gebietsnummer 2525-301
  2. Hamburg von Altona bis Zollenspieker, Hoffmann und Campe Verlag Hamburg, 1. Auflage 2002, S. 725, ISBN 3-455-11333-8
  3. Naturschutz-Informationshaus Schafstall
  4. Chronik des Segelflugclub Fischbek
  5. Denkmalschutzamt der Freien und Hansestadt Hamburg auf hamburg.de: Archäologische Fundplätze 6, 25-42, 44-53, 67 und 71-72 in Fischbek

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fischbeker Heide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien