Harburger Berge

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Harburger Berge
Höchster Gipfel Hülsenberg (155 m ü. NHN)
Lage Landkreis Harburg und Hamburg; Niedersachsen / Hamburg (Deutschland)
Teil der Schwarzen Berge (Lüneburger Heide)
Koordinaten 53° 25′ N, 9° 52′ OKoordinaten: 53° 25′ N, 9° 52′ O
Typ Endmoräne
Falk Oberdorf Harburger Berge physisch.jpg
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Hasselbrack (höchste Erhebung in Hamburg): Gipfelstein und Geocache
Trockental in der Fischbeker Heide

Die Harburger Berge sind ein maximal etwa 155 m ü. NHN[1] hoher Höhenzug im Landkreis Harburg in Niedersachsen, dessen Ausläufer bis in den Süden Hamburgs reichen. Sie bilden den Nordteil der Schwarzen Berge, deren Südteil die Lohberge sind. Oft wird auf Landkarten mit (Die) Schwarzen Berge nur der Nordteil der Harburger Berge bezeichnet, doch der Naturraum Schwarze Berge ist viel größer. Geomorphologisch sind sie eine in der Saaleeiszeit entstandene Endmoräne. Das bewaldete Gebiet ist beliebtes Naherholungsgebiet und wird innerhalb des Regionalpark Rosengarten als ILE-Region mit einem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) gefördert.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Harburger Berge erstrecken sich im Nordnordwesten der Hohen Heide, dem zentralen Endmoränenzug der Lüneburger Heide, und südlich des Alten Landes, einem Teil der Elbmarschen. Etwas südlich vom Zentrum der Hügellandschaft liegt am Südwestrand der niedersächsischen Einheitsgemeinde Rosengarten das Buchholzer Dreieck der Bundesautobahnen 1 und 261.

Die Harburger Berge grenzen mit ihrem Nordrand an die Hamburger Stadtteile Neugraben-Fischbek und Hausbruch, die Stadtteile Heimfeld und Eißendorf liegen nordnordöstlich sowie Marmstorf nordöstlich der Landschaft. Das übrige Gebiet befindet sich im niedersächsischen Landkreis Harburg. Am Ostrand der Landschaft liegen die Ortschaften Vahrendorf, Sottorf, Sieversen und Dibbersen. Die Ortschaft Steinbeck (zu Buchholz in der Nordheide gehörend) mit dem Ortsteil Meilsen liegt am Südsüdostrand. Den Übergangsbereich zu den südlich anschließenden Lohbergen bildet die dort etwa in Nordost-Südwest-Richtung durch eine Einsenkung verlaufende Bundesstraße 75. Am Südsüdwestrand liegt Drestedt und nördlich davon am Westrand Wenzendorf mit dem Ortsteil Wennerstorf, Rade, Ohlenbüttel, Eversen-Heide und Schwiederstorf. Am Nordwestrand befinden sich Daerstorf und Wulmstorf und im Nordnordwesten Neu Wulmstorf. Passiert werden die Harburger Berge durch die jeweils etwas entfernt des Höhenzugs verlaufenden Flüsse Seeve im Osten und Este im Westen, die beide in nördlichen Richtungen der Elbe zufließen.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Harburger Berge gehören in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Lüneburger Heide (Nr. 64), in der Haupteinheit Hohe Heide (640) und in der Untereinheit Wilseder Endmoränen (640.0) zum Naturraum Schwarze Berge (640.00).[2] Nördlich der Harburger Berge liegt der Naturraum Das Alte Land (670.02), der zur Haupteinheit Harburger Elbmarschen (670) gehört, und östlich der Naturraum Harburger Hügelland (644.0), der zur Haupteinheit Luheheide (644) zählt. Südlich der Harburger Berge liegen als Südteil der Schwarzen Berge die Lohberge. Nach Südwesten leitet die Landschaft zur Untereinheit Tosteder Geest (634.7) und nach Westen zur Apenser Lehmgeest (634.6) über, die beide zur Haupteinheit Zevener Geest (634) gehören.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Harburger Bergen gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders genannt laut[3]):

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Harburger Bergen liegen die Naturschutzgebiete Fischbeker Heide (CDDA-Nr. 4384; 1958 ausgewiesen; 7,62 km² groß) im Norden (Schwarze Berge) und Buchenwälder im Rosengarten (CDDA-Nr. 318259; 2003; 2,85 km²) im Mittelteil. Sie sind als Fauna-Flora-Habitat-Gebiete Fischbeker Heide (CDDA-Nr. 2525-301) und Buchenwälder im Rosengarten (CDDA-Nr. 2525-302) ausgewiesen. In Großteilen der Landschaft befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Rosengarten–Kiekeberg–Stuvenwald (CDDA-Nr. 323951; 1965; 58,68 km²).[3]

Landschaftsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Harburger Berge bilden eine hügelige Wald-, Heide- und Ackerlandschaft. Der Norden des Höhenzugs, auf Landkarten oft mit (Die) Schwarzen Berge bezeichnet, ist für norddeutsche Verhältnisse recht zerklüftet. Dort befindet sich der Wildpark Schwarze Berge. Im Staatsforst Rosengarten liegt der eiszeitliche Findling Karlstein. Am Ostrand bei Sieversen befindet sich zehn als Naturdenkmale geschützte Wanderblöcke.

Gemälde des Großsteingrabes Elstorf von Jacob Gensler, 1839

Kulturgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der Harbuger Berge befinden sich eine Reihe von Grabstätten, die auf ein eine erste Besiedelung durch die jungsteinzeitliche Trichterbecherkultur und in der Bronzezeit hindeuten. Hierzu zählen eine Steinkiste in der Feldmark Rade, die Großsteingräber Daerstorf und Elstorf sowie auch weitere archäologische Stätten in der Umgebung, wie dem Archäologischen Wanderpfad in der Fischbeker Heide. Ferner zeugen die Spitzwecken von Ovelgönne von der Aktivität zur Vorrömische Eisenzeit (Keltische Eisenzeit) und weitere Funde bei Daerstorf von einer Siedlung um 770.[5][6][7][8]

Historische Forstgrenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Rosengarten wurde ab dem 15. Jahrhundert mit Grenzsteinen markiert. Die ursprünglich mehr als 235 Steine sind heute weitgehend erhalten und beschreiben unter anderem Forstgrenzen aus dem 15. Jahrhundert (20 Steine) und den 1750er Jahren (östliche Staatsforstgrenze aus 65 Steinen, westliche Staatsforstgrenze aus 87 Steinen).[9]

Verkehr und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Harburger Berge sind von den Bundesautobahnen 1 und 261 durchzogen; von deren Anschlussstellen Neu Wulmstorf-Rade, Buchholz-Dibbersen (beide A 1) und Rosengarten-Tötensen (A 261) ist der Höhenzug gut zu erreichen. Die A 7, von deren Anschlussstelle Marmstorf die Hügellandschaft angesteuert werden kann, durchläuft das Gebiet im Nordosten.

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Per Bahn können der Bahnhof Buchholz in der Nordheide (an Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg und Heidebahn), der Haltepunkt Klecken (Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg) und die S-Bahnhöfe Neugraben oder Fischbek genutzt werden. Von dort verkehren jeweils Linienbusse, die mit zahlreichen Haltestellen näher an die Harburger Berge heran oder sogar in sie hineinführen.

Wander- und Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Wanderwegen der Harburger Berge gehören:

  • Europäischer Fernwanderweg E1, von Neugraben-Fischbek in Nord-Süd-Richtung durch die Harburger Berge nach Buchholz in der Nordheide und dann weiter durch die Lohberge
  • Heidschnuckenweg (Fernwanderweg), von Bahnhof Hamburg-Neugraben-Fischbek durch die Lüneburger Heide zum Schloss Celle
  • Wanderweg W1 Harbuger Berge,[10] im Norden der Harbuger Berge – (Die) Schwarzen Berge
  • Wanderweg W2 Wildpark,[11] dort und um den Wildpark Schwarze Berge
  • Wanderweg W3 Buchholz,[12] am Südostrand und außerhalb der Harburger Berge
  • Wanderweg W4 Wulmstorfer Heide,[13] im Norden und Nordnordwesten der Harburger Berge
  • Wanderweg W5 Schwarze Berge,[14] im nördlichen Mittelteil der Harburger Berge
  • Wanderweg W6 Fischbeker Heide,[15] im Norden der Harbuger Berge – (Die) Schwarzen Berge
  • Wanderweg W9 Appelbeck-Karlstein,[16] im südlichen Mittelteil und westlich der Harburger Berge
  • Wanderweg W10 Buchholz-Appel,[17] im Südteil und westlich der Harburger Berge
  • Wanderweg W11 Buchholz-Drestedt,[18] im Südteil und südwestlich der Harburger Berge

Der Radfernweg Hamburg–Bremen führt von Sottorf kommend entlang der Rosengartenstraße weiter nach Bachheide.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Topo-Karte mit Die Diebeskuhlen (DTK25; siehe starke Vergrößerung der Karte), auf natur-erleben.niedersachsen.de
  2. Landschaftssteckbrief Schwarzen Berge (64003), beim Bundesamt für Naturschutz, auf bfn.de
  3. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Hasselbrack-Höhe u. a. laut Aufschrift des bis 2013 vorhanden Gipfelkreuzes
  5. 1200 Jahre altes Gräberfeld aus der Sachsenzeit bei Elstorf entdeckt (Memento vom 28. August 2013 im Webarchiv archive.is), vom 28. August 2013, abgerufen am 28. August 2013, auf han-online.de
  6. Pferdegrab – Grabbeigabe oder Tieropfer (Memento vom 28. August 2013 im Webarchiv archive.is), vom 28. August 2013, abgerufen am 28. August 2013, auf han-online.de
  7. Neue Funde bei archäologischer Ausgrabung in Neu Wulmstorf-Elstorf, in Archäologischer Ausgrabung in Neu Wulmstorf-Elstorf, vom 4. November 2011, auf dein-hollenstedt.de
  8. Elstorf Grab 475. In: blog.amh.de. Abgerufen am 4. September 2015.
  9. Forstgrenzen und Grenzsteine im Rosengartener Forst, private Dokumentation
  10. Wanderweg W1 Harbuger Berge. Abgerufen am 29. September 2013.
  11. Wanderweg W2 Wildpark. Abgerufen am 29. September 2013.
  12. Wanderweg W3 Buchholz. Abgerufen am 29. September 2013.
  13. Wanderweg W4 Wulmstorfer Heide. Abgerufen am 29. September 2013.
  14. Wanderweg W5 Schwarze Berge. Abgerufen am 29. September 2013.
  15. Wanderweg W6 Fischbeker Heide. Abgerufen am 29. September 2013.
  16. Wanderweg W9 Appelbeck-Karlstein. Abgerufen am 29. September 2013.
  17. Wanderweg W10 Buchholz-Appel. Abgerufen am 29. September 2013.
  18. Wanderweg W11 Buchholz-Drestedt. Abgerufen am 29. September 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harburger Berge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien