Francis Cabrel

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Francis Cabrel beim Festival International de Louisiane in Lafayette, 28. April 2007
Francis Cabrel in Hanoi, 6. Oktober 2009

Francis Cabrel (* 23. November 1953 in Agen[1] bei Toulouse) ist ein französischer Chansonnier und Komponist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Der nahe seines Geburtsorts im Dorf Astaffort lebende Sänger erfreut sich seit den 1980er Jahren großer Beliebtheit, nachdem ihm 1979 der Durchbruch mit dem Lied Je l'aime à mourir gelang. Durch seine eindrucksvolle Diskographie konnte er sich in der Folge bis heute einen festen Platz im französischen Chanson sichern. In der Reihenfolge der erfolgreichsten Alben in Frankreich seit 1968 steht sein dort 3,9 Millionen mal verkauftes Album Samedi soir sur la terre auf Platz 2.[2]

Seine Musik zeichnet sich durch anspruchsvolle Harmonien und häufig einfühlsame Texte aus, denen er mit einer freundlich-warmen Stimme und seinem typischen südfranzösischen Akzent Ausdruck verleiht. Aber auch Rock'n'Roll, Folk und Blues, die in seiner Jugend durch Musiker wie Neil Young, Leonard Cohen, Jimi Hendrix und insbesondere Bob Dylan ihren Einfluss nicht verfehlt haben, prägen bis heute sein Werk. So löste Dylans Like a Rolling Stone bei ihm als Jugendlichem ein Hörerlebnis aus, das ihn veranlasste, sofort seine erste Gitarre zu kaufen - und diese spielt bei seinen Chansons fast immer eine tragende Rolle.

Seine Texte handeln von Leben, Lebensart und Heimat, Liebe und Freundschaft, üben aber auch oft soziale Kritik (z.B. bezüglich Rassismus und Stierkämpfen).

Zu seinen bekanntesten Liedern gehört das seiner Frau Mariette gewidmete Petite Marie, mit dem er 1974 den Musikwettbewerb einer Radiostation gewann. Daraufhin erhielt er bei CBS einen Schallplattenvertrag. Je l'aime à mourir, das zunächst in französischer Sprache auf dem Album Les chemins de traverse erschien, wurde von Cabrel unter dem Titel La quiero a morir auf dem 1980 in Kolumbien erschienenen Album Algo más de amor[3] in einer spanischen Fassung veröffentlicht. Eine Version dieses Liedes wurde von der kolumbianischen Sängerin Shakira zweisprachig gesungen. La Corrida, ein Pamphlet gegen den Stierkampf vom Album Samedi soir sur la Terre, wurde u. a. vom Berliner Straßenmusiker Felix Meyer gesungen. Cabrel ist auch ein überaus beliebter Duettpartner, z. B. von Jean-Jacques Goldman, Daniel Lavoie, France Gall, Maxime Le Forestier, Isabelle Boulay oder Roch Voisine. Er gehört außerdem zur Stammbesetzung der Enfoirés.

Francis Cabrel hat nie Lieder in englischer Sprache aufgenommen, aber gelegentlich englische Songs mit eigenen französischen Texten versehen. Von mehreren seiner Lieder singt er spanische und italienische Versionen in Konzerten und veröffentlichte sie auch auf CDs. Außerdem schreibt er Chansons für andere Künstler, u. a. für Patricia Kaas und Johnny Hallyday.

Alben[Bearbeiten]

Hauptartikel: Francis Cabrel/Diskografie
  • Les murs de poussière (1977; mit Petite Marie)
  • Les chemins de traverse (1979; mit Je l'aime à mourir)
  • Fragile (1980)
  • Carte postale (1981)
  • Quelqu'un de l'intérieur (1983)
  • Cabrel Public (1984; Live-Album mit Petite Marie und Je l'aime à mourir)
  • Photos de voyages (1985)
  • 77-87 (1987)
  • Sarbacane (1989)
  • D'une ombre à l'autre (1991; Live-Album)
  • Samedi soir sur la terre (1994; mit La corrida)
  • Algo más de amor (1998; mit La quiero a morir)
  • Hors-Saison (1999)
  • Double Tour (2000; Live-Album)
  • Les beaux dégâts (2004)
  • La Tournée des Bodegas (2005; Live-Album)
  • L'essentiel 1977-2007 (2007)
  • Des roses et des orties (2008)
  • Vise le ciel ou Bob Dylan revisité (2012)
  • In Extremis (2015)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie bei universalmusic.fr, abgerufen am 5. März 2014
  2. Les Meilleures Ventes de CD/Albums depuis 1968 bei infodisc.fr, abgerufen am 22. Juli 2015
  3. Francis Cabrel - Albums bei perso.neuf.fr, abgerufen am 23. September 2014