Frauke Heiligenstadt

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Frauke Heiligenstadt, 2013

Frauke Heiligenstadt (* 24. März 1966 in Northeim) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Seit dem 19. Februar 2013 ist sie niedersächsische Kultusministerin im Kabinett Weil.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1985 am Gymnasium Corvinianum in Northeim studierte Heiligenstadt an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Hannover. 1988 schloss sie ihr Studium ab und war bis zu ihrer Wahl in den Landtag als Diplomverwaltungswirtin bei der Stadtverwaltung Northeim tätig.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiligenstadt als Angehörige des Kabinetts Weil

Seit 1982 ist Heiligenstadt Mitglied der SPD. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Unterbezirks Northeim-Einbeck und war von 1986 bis 2011 Mitglied im Ortsrat Gillersheim. Von 1999 bis 2006 war sie dort Ortsbürgermeisterin. Seit 1991 ist sie außerdem Ratsfrau, von 1996 bis 2011 war sie Beigeordnete und von 2006 bis 2011 stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Katlenburg-Lindau. Seit 2006 ist sie Mitglied des Kreistages des Landkreises Northeim[1] und dort stv. Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion. Dem Niedersächsischen Landtag gehört sie seit 2003 an. Dort war sie Sprecherin für Kultur- und Schulpolitik.[2] Heiligenstadt ist Mitglied von ver.di, der Arbeiterwohlfahrt und einiger örtlicher Vereine.

Bei der Landtagswahl am 27. Januar 2008 erhielt sie im Wahlkreis 18 Northeim 44,1 Prozent der Stimmen.

Heiligenstadt ist Beisitzerin im Vorstand des SPD-Bezirks Hannover[3] und vertritt diesen im Bundesparteirat.[4]

Am 19. Februar 2013 bestätigte der Niedersächsische Landtag ihre Ernennung zur Niedersächsischen Kultusministerin durch Stephan Weil; sie ist damit Nachfolgerin von Bernd Althusmann und seitdem auch Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle.

Seit 2013 ist Heiligenstadt ordentliches Mitglied des Bundesrats.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Schulpolitik der Landesregierung brachte Heiligenstadt ab August 2013 vermehrt in die Medien. Eine besonders kontroverse Maßnahme war die Erhöhung der Pflichtstundenzahl für gymnasiale Lehrkräfte um eine Unterrichtsstunde, die ihr die Kritik von Lehrerverbänden einbrachte, zumal sie Untersuchungen über die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrer mit der Begründung „Mit Buchführung kann man keine Erkenntnisse gewinnen“ ablehnte. Die Reaktion von Lehrern, die es daraufhin ablehnten, Klassenfahrten durchzuführen, verschärfte die Debatte weiter. Die fehlende Untersuchung über die tatsächliche Arbeitsbelastung von Lehrern wurde dann auch vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg bemängelt, als es die Arbeitszeiterhöhung für niedersächsische Gymnasiallehrer am 9. Juni 2015 für rechtswidrig erklärte. Dadurch habe das Land seine Fürsorgepflicht gegenüber den Lehrern verletzt.[5] Vereinzelt findet sich auch innerparteiliche Kritik am schulpolitischen Kurs der rot-grünen Landesregierung.[6]

Im Widerspruch zu diesen Plänen steht ihre Kritik als Oppositionspolitikerin aus dem Jahr 2009: Damals prangerte sie die Überlastung der niedersächsischen Lehrkräfte an und forderte dringend, die Arbeitsbelastung der Lehrer zu reduzieren.[7]

Als im Mai 2015 Schüler des Gymnasiums in Brake auf ihrer Schulhomepage Proteste gegen Heiligenstadt veröffentlichten und gegen Lehrermangel, Abwertung des Abiturs und die Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Gymnasiallehrer demonstrierten,[8] schritt die Niedersächsische Landesschulbehörde ein und löschte den Artikel auf der Schulhomepage, der einen Link auf einen Artikel der Lokalpresse enthielt, in dem über die Protestaktion der Braker Schüler gegen die Stundenerhöhung berichtet wurde.[9][10] Diese Anordnung der Schulaufsicht, welche mit Heiligenstadts Kultusministerium abgestimmt war, wurde erst nach massiven Protesten zurückgenommen. Der Schulleiter wurde dennoch zum Disziplinargespräch geladen.[11]

Privat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauke Heiligenstadt ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Gillersheim, einem Ortsteil der Gemeinde Katlenburg-Lindau. Ihr Vater war Dachdecker.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frauke Heiligenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. zuletzt gewählt bei der Kreiswahl am 11. September 2016: PDF
  2. Sprecherinnen und Sprecher der SPD-Landtagsfraktion im Niedersächsischen Landtag. www.spd-fraktion-niedersachsen.de
  3. spd-bezirk-hannover.de
  4. Jahrbuch 07/08
  5. Bittere Niederlage für Ministerin Heiligenstadt. Die Welt vom 10. Juni 2015
  6. spd-verden.de
  7. frauke-heiligenstadt.de
  8. Buh-Rufe in Brake für Kultusministerin. Nordwest-Zeitung, abgerufen: 11. Mai 2015
  9. Behörde zensiert Schul-Homepage. Spiegel Online, abgerufen: 11. Mai 2015
  10. Artikel entfernt: Protest wegen Klassenfahrten – Buhrufe in Brake für Kultusministerin. Gymnasium Brake, abgerufen: 11. Mai 2015
  11. Behörde zensiert Schul-Homepage. www.spiegel.de, abgerufen am 11. Mai 2015
  12. R. Bingener: Rache der Gymnasiasten, in: FAZ, 29. September 2017, S. 4.