Werner Remmers

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Kandidatenplakat zur Landtagswahl in Niedersachsen 1967
Kandidatenplakat zur Landtagswahl in Niedersachsen 1978

Werner Remmers (* 3. Dezember 1930 in Papenburg; † 19. März 2011[1]) war ein deutscher promovierter Volkswirt, niedersächsischer Landespolitiker (CDU), Kultus- und Umweltminister.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Remmers war der Sohn eines Malermeisters; der Politiker Walter Remmers ist sein jüngerer Bruder. Nach dem Abitur am Gymnasium in Papenburg studierte er von 1951 bis 1955 Volkswirtschaftslehre und Sozialwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Westfälische Wilhelms-Universität Münster. 1961 wurde er bei dem späteren Kardinal Joseph Höffner mit seiner Arbeit Die Auswirkungen der Lohnformen und Lohnermittlungsmethoden auf die persönliche und soziale Zufriedenheit der Arbeitnehmer zum Dr. rer. pol. promoviert.

Remmers arbeitete von 1955 bis 1976 in der Erwachsenenbildung an katholischen Einrichtungen. Er war von 1960 bis 1962 stellvertretender Direktor des Franz-Hitze-Hauses in Münster und anschließend bis 1976 Direktor des neu gegründeten Ludwig-Windthorst-Hauses in Lingen-Holthausen. Von 1991 bis 1998 fungierte er als Gründungsdirektor der Katholischen Akademie in Berlin.

Remmers wurde auf dem Friedhof in Lingen im Ortsteil Holthausen-Biene beerdigt.[2]

Politik[Bearbeiten]

Remmers trat in die CDU ein und war von 1976 bis 1990 Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Osnabrück-Emsland. Remmers gehörte von 1967 bis 1994 dem Niedersächsischen Landtag an, war dort zunächst bildungspolitischer Sprecher und von 1982 bis 1986 Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Remmers wurde am 13. Februar 1976 als niedersächsischer Kultusminister in die erste von Ministerpräsident Ernst Albrecht geführte Regierung des Landes Niedersachsen berufen (Kabinett Albrecht I). Gleichzeitig übernahm er die Leitung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, die er aber am 16. Februar 1977 an Eduard Pestel übergab. Am 22. Juni 1982 schied Remmers aus der Regierung aus und war im Anschluss Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Vom 9. Juli 1986 bis zum 21. Juni 1990 war er erneut Regierungsmitglied und amtierte als niedersächsischer Umweltminister im fünften Kabinett Albrecht. Er gehörte zu den bekanntesten Köpfen der Regierung Albrecht.[3]

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Remmers war viele Jahre im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (davon vier Jahre sein Vizepräsident) und Mitglied im Beirat der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie.

Remmers war auch Präsident des Maximilian-Kolbe-Werks, das Hilfe für die Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager und Ghettos leistet.

Sonstiges[Bearbeiten]

Remmers "gilt als einer der profiliertesten Köpfe des politischen Katholizismus in den 80er- und 90er-Jahren" (NDR zum 80. Geburtstag). Er war ein Förderer und "politischer Ziehvater" des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff.

"Konflikte mit Unionspolitikern aus dem Süden scheute er nicht." (faz)[3]

Sehr bekannt wurde Remmers durch seine frühmorgendlichen Interviews im Deutschlandfunk. Dabei zögerte er nicht, beispielsweise die Haltung der Bischöfe in der Frage der Schwangerschaftsberatung ("§ 218") zu kritisieren oder Kritik zu Positionen des Papstes zu äußern.[4]

Anfang 1999 gab er die Leitung der Katholischen Akademie auf. Ende desselben Jahres erlitt er einen Schlaganfall. Weitere Schlaganfälle machten ihn schwer pflegebedürftig.

Anlässlich seines 80. Geburtstages veranstaltete das katholische Ludwig-Windthorst-Haus Lingen (dessen erster Leiter er war) eine Festakademie.

Ehrungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Wirtschaft: Ein Grundriss, Aschendorff 1963
  • Unterschied zwischen der Ehelosigkeit aus Glauben und der christlich gelebten Ehe aus Glauben hebt sich im Endeffekt auf, Zentralredaktion des Evang. Pressedienstes, 1996, zusammen mit Josef Homeyer
  • Wassersparprogramm Niedersachsen: Konzept zum Einsparen von Trinkwasser in Niedersachsen, 1989
  • Tschernobyl, Folgen und Folgerungen, 1987
  • Thermische Verwertung durch Verbrennung, 1988

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Resing: Werner Remmers. Die Kraft des politischen Katholizismus. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2011, ISBN 3451305224

Quellen[Bearbeiten]

  • Who's Who in Germany, 1980, Band 1, S. 1369
  • Wer ist wer? Das Deutsche who's who, Arani 2002, S. 1142

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CDU trauert um Werner Remmers. 19. März 2011, abgerufen am 19. März 2011.
  2. http://www.noz.de/lokales/52468282/dr-werner-remmers-wurde-am-freitag-in-lingen-zu-grabe-getragen
  3. a b faz.net Personalie Werner Remmers gestorben
  4. Volker Resing: CDU-Politiker Werner Remmers wird 80 Jahre alt Der politische Ziehvater des Bundespräsidenten
  5. Niedersächsisches Ministerialblatt