Gardyny

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Gardyny
Gardyny führt kein Wappen
Gardyny (Polen)
Gardyny
Gardyny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ostróda
Gmina: Dąbrówno
Geographische Lage: 53° 25′ N, 20° 11′ OKoordinaten: 53° 25′ 0″ N, 20° 11′ 0″ O
Einwohner: 420
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOS



Gardyny [garˈdɨnɨ] (deutsch Groß Gardienen) ist eine Ortschaft der Gemeinde Dąbrówno (Gilgenburg) im Powiat Ostródzki (Osteroder Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 19 km nordwestlich der Stadt Neidenburg (Nidzica).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1321. Ab 1436 hieß der Ort Gardienen, 1579 Garden, dann wieder Gardienen. Der Name leitet sich von prußisch „gardinai“ ab und bedeutet Umzäunung, Pferch. 1785 wird Gardiehnen als adliges Gut mit 20 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet.[1] Im 18. Jahrhundert gehörte das Kirchdorf einer Linie der Grafen Finck von Finckenstein, die ihren Sitz im Schloss bei der Stadt Gilgenburg hatte.[2] Um 1865 befand sich die Herrschaft Groß Gardienen im Besitz des Grafen Louis von Nostitz (* 1824), dem auch die Herrschaften Feilen und Neidenburg gehörten.[3]

Am 26. August 1914 kam es hier zu einem Gefecht im Rahmen der Schlacht bei Tannenberg.

Bis 1945 gehörte Groß Gardienen zum Landkreis Neidenburg im Regierungsbezirk Allenstein der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region mit Groß Gardienen am 20. Januar 1945 von sowjetischen Truppen erobert. Nach Kriegsende wurde Groß Gardienen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Es setzte nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten ein, die sich der Behausungen und Anwesen der eingessenen deutschen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Soweit die deutschen Einheimischen nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1852 307 [4]
1905 360 [5]
1933 464 [6]
1939 508 [6]

Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kirche gab es bereits vor der Reformation. Der Bau der Kirche wurde mehrfach erneuert, insbesondere in den Jahren 1596 und 1930.

Zum evangelischen Kirchspiel Gr. Gardienen gehörten auch: Klein-Gardienen, Logdau, Oschekau, Reinshoff, Siemienau. 1785 wird die Kirchs als Filiale von Maplitz; bezeichnet, ihr Patron war Graf von Finckenstein.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 51.
  2. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 29.
  3. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon. Band 6, Leipzig 1865, S. 537.
  4. Kraatz: Topographisch-Statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 171.
  5. http://wiki-de.genealogy.net/Gardienen
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/neidenburg.html#ew33ndnbgardienen