Uzdowo

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Uzdowo
Uzdowo führt kein Wappen
Uzdowo (Polen)
Uzdowo
Uzdowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Działdowo
Gmina: Działdowo
Geographische Lage: 53° 21′ N, 20° 6′ OKoordinaten: 53° 21′ 0″ N, 20° 6′ 0″ O
Einwohner: 1000
Postleitzahl: 13-214
Telefonvorwahl: (+48) 23
Kfz-Kennzeichen: NDZ
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Warschau



Uzdowo [uzˈdɔvɔ] (deutsch: Usdau) ist eine Ortschaft der Landgemeinde Działdowo (Soldau) im Powiat Działdowski der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im ehemaligen Ostpreußen, etwa 15 km nordwestlich der Stadt Działdowo (Soldau) und 57 Kilometer südwestlich von Olsztyn (Allenstein).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usdau in Ostpreußen, südwestlich von Allenstein, westlich von Neidenburg und nordwestlich von Soldau, auf einer Landkarte von 1908.
Gedenkstein in Usdau

Im Jahr 1785 wird Usdau als ein adliges Dorf mit einer Mutterkirche und 38 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet, das zum Domänenamtsbezirk Gilgenburg gehört.[1] Am 22. Juni 1874 erteilt Kaiser Wilhelm I. der Kreisverwaltung des Landkreises Neidenburg die notwendigen Genehmigungen für den chausseemäßigen Ausbau der Straße von Neidenburg über Lissaken und Usdau zum künftigen Bahnhof in Koschlau an der Eisenbahnstrecke MarienburgMława.[2]

Der Ort wurde im Verlauf der Schlacht bei Tannenberg beim Gefecht von Usdau am 27. August 1914 fast vollständig zerstört. Noch im Ersten Weltkrieg begann der Wiederaufbau.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste Usdau aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten werden. Im Jahr 1934 kündigte die polnische Staatsregierung das deutsch-polnische Minderheitenschutzabkommen einseitig auf.

Als Folge des Polenfeldzugs 1939 kam das entnommene Territorium an das Reichsgebiet zurück, und am 26. Oktober 1939 wurde Usdau zunächst dem neu geschaffenen Landkreis Soldau zugeordnet, bevor das Dorf am 24. April 1940 in den Landkreis Neidenburg zurückgegliedert wurde. Bis 1945 gehörte Usdau zum Landkreis Neidenburg im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Usdau im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde Usdau von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen unter polnische Verwaltung gestellt. Soweit deutsche Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit vertrieben.

Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kirche existierte in Usdau bereits in vorreformatorischer Zeit. Zum Kirchspiel gehörten auch die Orte Crämersdorf, Meischlitz, Groß-Tauersee, Schönkau. Einige der Pfarrer, die hier seit der Reformation bis zum vierten Quartal des 18. Jahrhunderts gewirkt haben, sind namentlich bekannt.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

bus 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 277 [4]
1852 518 [5]
1858 480 davon 469 Evangelische, neun Katholiken und zwei Juden[6]
1905 645 [7]
1910 675 [7]
1931 886 [8]
seit 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
2007 1.000 [7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 196.
  2. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Königsberg, Nr. 25, Königsberg i. Pr., 27. August 1874, S. 279–280.
  3. Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 484–485.
  4. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 60, Ziffer 385.
  5. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 642.
  6. Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Königsberg. Hartung, Königsberg 1861, S. 180, Ziffer 213.
  7. a b c http://wiki-de.genealogy.net/Usdau
  8. http://www.verwaltungsgeschichte.de/neidenburg.html