Georg Christoph von Taupadel

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General Georg Christoph von Taupadel (Kupferstich nach Merian)
General Georg Christoph von Taupadel (Kupferstich von Raphael Custos)

Georg Christoph von Taupadel (* um 1600 in Fichtenberg; † 12. März 1647 in Blotzheim) war ein deutscher General in zunächst schwedischen, später in französischen Diensten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Eltern waren Heinrich von Taupadel auf Fichtenberg bei Wurzen und dessen Gemahlin Johanna von Ende aus dem Haus Munzig.

Er fand sich bereits 1625 unter den Truppen des Bernhard von Sachsen-Weimar in der Armee des Königs Christian’s IV. von Dänemark. Als der schwedische König Gustav II. Adolf 1630 in den Krieg eingriff, wechselte er zur schwedischen Armee. Dort wurde er Oberst und erfreute sich der besonderen Aufmerksamkeit des Königs.

Er eroberte 1632 Leutkirch, wurde bei Neumarkt gefangen, verbrannte Freystadt und verteidigte Coburg gegen Wallenstein. Als Belohnung für die letztere Leistung wurde er zum Kommandanten von Erfurt ernannt, später lag er mit seinen Truppen in Cham. In der Schlacht an der Alten Veste bei Fürth verlor er seinen rechten Arm. Taupadel, von der bayerischen Bevölkerung auch „Raupatl“ genannt, war ab 1632 im Heer des Bernhard von Sachsen-Weimar bei den Kämpfen um Regensburg entscheidend beteiligt an der Eroberung der Reichsstadt Regensburg im November 1632. In den folgenden Monaten versuchte er einige Orte in der Oberpfalz zu besetzen und verbrannte am 29. November 1633 Kötzting, wobei viele der Einwohner ums Leben kamen. In den nächsten Jahren war er zeitweise Kommandant von Schorndorf und Speyer.[1]

Im Heer des Bernhard von Sachsen-Weimar war Taupadel zu Beginn des Jahr 1638 in der zweigeteilten Schlacht bei Rheinfelden Befehlshaber des rechten Flügels und nahm in der zweiten Schlacht am 3. März Johann von Werth gefangen. Weiterhin war er auch an Kampfhandlungen in Stuttgart und Tübingen beteiligt und geriet im August 1638 in der Schlacht bei Wittenweiher in Gefangenschaft.[1] Nach Bernhards Tod im Juli 1639 und Taupadels Freilassungs im Februar 1640 wechselte er zum Unmut der Schweden in die französische Armee. Er bekam das Kommando über die Weimaraner Truppen im Elsaß und im Breisgau und konnte zusammen mit Erlach die Spanier aus dem Raum um Konstanz vertreiben. Im Laufe des Jahres 1640 kämpfte er mit den Weimaranern wieder an der Seite des schwedischen Heeres unter Banér bei Göttingen. Am Ende des Jahres nahm Taupadel am überraschenden, letztlich aber erfolglosen Vorstoß von Banér nach Regensburg an die Donau teil, wo zu dieser Zeit ein Reichstag in Anwesenheit des Kaisers tagte.[2]

1642 wollte Taupadel zur Zeit der Schlacht auf der Kempener Heide in Bedburg sein Hauptquartier aufschlagen, wurde dabei aber bei seinem Einzug von bewaffneten Bauern angegriffen, die ihm das Pferd unter dem Sattel erschossen. Während der Schlacht bei Tuttlingen im November 1643 lag Taupadel krank in Rottweil. Nach der Niederlage bei Tuttlingen schloss sich Taupadel Generalmajor Reinhold von Rosen an, der sich von Tuttlingen nach Rottweil gerettet hatte. Sie nahmen auch die Leiche des Jean Baptiste Budes de Guébriant und dessen Leibregiment mit und wandten sich durch den Schwarzwald gegen Freiburg.[1]

1645 zog er Henri de La Tour d’Auvergne, vicomte de Turenne zu und war beteiligt an der Schlacht bei Herbsthausen. Am 4. Juli 1645 hatten sich die Truppen d’Enghiens, Marsins und Gramonts mit 4.000 Mann unter Taupadel, der zu den Scharen Turennes, Königsmarcks und Geysos gestoßen war, in der Gegend um Neckarhausen und Ladenburg vereinigt. Anschließend nahm Taupadel wohl auch an der Schlacht bei Alerheim teil und wird im Juni 1646 bei der Erstürmung von Höxter genannt.[1]

Am 12. März 1647 verstarb er auf seinem Landsitz Schloss Blotzheim im Sundgau.[1]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er hatte einen Sohn: Johann Georg von Taupadel, der 1668 von den eigenen Knechten erschlagen wurde. Damit erlosch die Linie.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Warlich: Taupadel, Georg Christoph von. In: Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten. Onlineveröffentlichung vom 21. Mai 2011, Abruf vom 11. Juni 2017.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Bernd Warlich: Taupadel, Georg Christoph von. In: Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten
  2. a b Bernhard von PotenTaubadel, George Christoph von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 418–420.