Haßfurt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Haßfurt
Haßfurt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Haßfurt hervorgehoben

Koordinaten: 50° 2′ N, 10° 30′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Höhe: 225 m ü. NHN
Fläche: 52,69 km2
Einwohner: 13.609 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 258 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97437
Vorwahl: 09521
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 147
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 5
97437 Haßfurt
Website: www.hassfurt.de
Bürgermeister: Günther Werner (Wählergemeinschaft Haßfurt)
Lage der Stadt Haßfurt im Landkreis Haßberge
ErmershausenMaroldsweisachPfarrweisachUntermerzbachBundorfEbernRentweinsdorfBurgpreppachAidhausenRiedbachHofheim in UnterfrankenKirchlauterBreitbrunn (Unterfranken)EbelsbachStettfeldEltmannOberaurachKönigsberg in BayernGädheimHaßfurtZeil am MainSand am MainTheresWonfurtRauhenebrachKnetzgauThüringenThüringenLandkreis CoburgLandkreis LichtenfelsBambergLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis Bad KissingenLandkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Haßfurt ist die Kreisstadt des Landkreises Haßberge im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, 20 km östlich von Schweinfurt. Die Stadt liegt am Main sowie am Westrand des Naturparks Haßberge und entstand um 1230 als Grenzbefestigung zwischen den Bistümern Würzburg und Bamberg. Obwohl das Stadtwappen einen Hasen zeigt, stammt der Ortsname vom germanischen Hasufurth (Nebelfurt, Weg durch den Nebel).[2] Im Südosten befindet sich der Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haßfurt – Altstadt von Westen
Das Haßfurter Industriegebiet von Norden (2017)

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haßfurt liegt am Nordufer des Mains (Flusskilometer 355) am Südwestrand des Naturparks Haßberge. Das Mittelzentrum gehört zur Region Main-Rhön. Vier Kilometer östlich der Stadt erhebt sich die Hohe Wann, ein 387 Meter hoher Berg mit einem Naturschutzgebiet. Die Stadt wird in Wohn- oder Stadtgebiet, Neubaugebiet und Industriegebiet eingeteilt. Die nächstgelegenen Ortschaften sind Wülflingen (drei Kilometer westlich), Sylbach (zwei Kilometer nördlich) und Augsfeld (drei Kilometer südöstlich).

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haßfurt gehört zu drei naturräumlichen Haupteinheiten. Nahezu das gesamte Stadtgebiet liegt im Südende der Haupteinheit Grabfeld (138). Der nordöstliche Stadtteil Prappach gehört zur Haupteinheit Haßberge (116) und der nordwestliche Stadtteil Sailershausen, mit dem Sailershäuser Wald, zur Haupteinheit Hesselbacher Waldland (139), auch Schweinfurter Rhön genannt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Riedbach, Königsberg in Bayern, Zeil am Main, Knetzgau, Wonfurt, Theres und Schonungen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haßfurt gliedert sich in zehn Stadtteile (Einwohnerzahlen in Klammern, Stand: 1. Juli 2008, für Mariaburghausen: 1. Januar 2008):[3]

Marktplatz und Pfarrkirche
Haßfurt mit Stadtteilen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haßfurt in der Topographia Franconiae von 1656: „Anno 1632 von den Friedländischen eingenommen / und Anno 1639 von den Schwedisch-Königmärckischen geplündert worden. Anno 1641 kam dieser Ort an die Weymarischen.“

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1230 erstmals schriftlich erwähnt, als der Würzburger Fürstbischof Hermann I. von Lobdeburg sein Gebiet nach Osten hin gegen den Bamberger Fürstbischof Siegfried II. von Eppstein sichern wollte. Das früheste Siegel der Stadt aus dem 14. Jahrhundert zeigt bereits den für das Stadtbild heute noch prägenden oberen und unteren Turm sowie einen Torturm mit Fallgitter zum südlich angrenzenden Main hin. Diese drei Tore/Türme symbolisierten das Stadtrecht.

Haßfurt gehörte ursprünglich zum Hochstift Würzburg und lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis und wurde nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen. 1814 fiel die Stadt endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Stadtgemeinde, wie sie noch heute existiert.

„Vor der Stadt“ befand sich ein mittelalterliches Leprosorium, das als „Siechenhaus“ benannt war und noch im 17. Jahrhundert erwähnt wurde.[4]

Haßfurt spielte Ende des 19. Jahrhunderts eine Rolle als Verladestation von Granitsteinen für den Bau des Reichstags in Berlin. Die Steine kamen aus dem Fichtelgebirge.[5]

Straßen und Bahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spätmittelalter führte eine so genannte Geleitstraße auf der nördlichen Mainseite von Bamberg über Haßfurt nach Schweinfurt. Der viel ältere Rennweg führt von Königshofen nach Hallstadt und weit nördlich an Haßfurt vorbei. Parallel zur Geleitstraße, südlich des Mains, befand sich eine Straße, die weit weniger befahren und begangen wurde als die nördlich des Mains. Dokumente vom frühen 16. Jh. weisen zudem deutlich stärkeren Verkehr von Haßfurt nach Osten als nach Westen auf. Die Geleitstraße war nicht befestigt, sondern war im Grunde ein Naturweg, der die Fortbewegung von Fuhrwerken zwar ermöglichte, aber mit Schwierigkeiten verbunden war; die Pferde und Wagenräder sanken teilweise tief im Morast ein. Die Post verkehrte ab 1744 einmal täglich, wenige Jahre später häufiger, von Schweinfurt nach Bamberg hin und zurück. Noch um 1800 herum brauchte der Postwagen 6 Stunden für 18 km von Haßfurt nach Stettfeld. Bauern in der Nähe der Straße boten ihre Hilfe an und machten daraus ein Geschäftsmodell, das die Vermutung nahelegt, dass eine Verbesserung des Untergrunds bewusst verhindert wurde. 1825 war die erste Chaussee anstelle des Feldwegs fertig, eine Straße mit befestigtem steinernem Untergrund und einer Breite für zwei entgegen kommende Fuhrwerke. Die Steine lieferten die benachbarten Steinbrüche, für den Unterhalt des Straßenabschnittes waren die Gemeinden zuständig. Bei Ebelsbach querte die Chaussee den Main und verlief an dessen Südufer weiter nach Bamberg. Die Straßenführung ähnelte damit der der heutigen Bundesstraße 26. Um 1910 befuhren erstmals Automobile die Strecke, nämlich in Form von Postbussen.

1835 wurde erstmals die Idee einer Bahnverbindung zwischen Bamberg und Aschaffenburg auf den Tisch gebracht, und zwar von Vertretern der unterfränkischen Handelsstände. Das stieß bei der Regierung in München auf wenig Wohlgefallen, weil diese gerade die Flussschifffahrt ausbaute und diese als optimalen Beförderungsweg ansah. 1843 taten sich Banken zusammen, um eine Kapitalgesellschaft für den Bau einer Eisenbahn von Bamberg nach Frankfurt zu gründen, die so genannte Ludwigs-Westbahn. Dieser Vorstoß setzte sich gegen andere, die zum Beispiel eine Trassenführung von Nürnberg über Marktbreit nach Frankfurt bevorzugten, durch. 1846 wurde die Bahnlinie beschlossen, Das Gesetz über die Zwangsabtretung von Grundeigentum für öffentlichen Zwecke von 1837 führt zu Zwangsenteignungen; jedoch erhielten viele Landwirte, deren Äcker durch die neue Trasse zerschnitten wurde, Abfindungen. In Haßfurt und in den Nachbargemeinden wurde durch die Schienen der Zugang zum Main deutlich erschwert. Im Sommer 1850 war der erste Bauabschnitt von Bamberg nach Haßfurt fertiggestellt, Ende 1852 hatte die Bahn Schweinfurt erreicht. Anfangs fuhren zwei Züge täglich in beide Richtungen. Die Fahrzeit von Haßfurt nach Bamberg lag bei etwa 40 Minuten. In den Jahren bis 1867 entstanden weitere Strecken in Bayern, die mit der Ludwigs-Westbahn vernetzt waren.[6]

Anfang des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Telefon gab es in Haßfurt seit dem Jahr 1901. Die Jahresstatistik für 1905 weist ein langsames Wachstum mit einer Umschaltstelle (Amt/Vermittlung), 15 Privatsprechstellen (Telefonen), drei Sprechstellen bei Behörden, drei öffentlichen Telefonstellen (Telefonzellen) und insgesamt 14 Telefonteilnehmern einschließlich derer in den Behörden auf.[7]

Jüdische Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in vielen Orten Unterfrankens lebten auch in Haßfurt von der Stadtgründung an Juden als nicht ganz kleine Minderheit unter der überwiegend katholischen Bevölkerung. Bereits im späten 13. Jahrhundert ist von Judenverfolgungen die Rede, etwa im Zusammenhang mit dem Rintfleisch-Pogrom 1298, als die Juden aus Haßfurt vertrieben oder umgebracht wurden. Eine zweite Welle der Judenverfolgung fand, wie in vielen Gemeinden Europas, Mitte des 14. Jahrhunderts zu Zeiten der Pest statt. Die ersten, nach den Pest-Pogromen in Haßfurt ansässigen Juden sind 1414 nachweisbar.

Die Juden blieben immer in der Minderheit;[8] die meisten lebten vermutlich in der Judengasse, die es heute nicht mehr gibt. Die Bürgerlisten (Matrikel) von 1817 führen nur sechs jüdische Familienvorstände auf:

  • die Wein- und Spezereihändler Israel Jacob Heßlein und Seligmann Jacob Heßlein
  • den Vieh- und Weinhändler Moises Salomon Lonnerstädter
  • den Tuchhändler Joseph Peretz Neubauer
  • den Viehhändler Seligmann Peritz Dessauer
  • den Warenhändler Jakob Salomon Friedmann

Erst im 19. Jahrhundert lebten so viele Juden in der Stadt, dass sie eine eigene Gemeinde gründeten, die zum Distriktsrabbinat Schweinfurt gehörte. 1841 etwa lebten in Haßfurt 1602 Einwohner, davon waren 22 jüdischen Glaubens. Die Anzahl Juden wuchs bis 1910 auf 125 (4,4 % der Bevölkerung). 1888 errichteten sie in der Schlesingerstaße die erste Synagoge, eine Religionsschule und ein rituelles jüdisches Bad. Der jüdische Friedhof befand sich im benachbarten Dorf Kleinsteinach. Zu den prägenden Personen jüdischen Lebens um 1900 gehörte der Gymnasiallehrer Moritz Hammelburger. Nach seinem Tod folgte ihm 1928 Lothar Stein nach, dem nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 die Arbeitserlaubnis entzogen wurde.

1933 lebten noch 91 Bürger jüdischen Glaubens in der Stadt (2,6 %). Diese Zahl ging aufgrund der antisemitischen Repressionen in den Folgejahren stark zurück. Unter anderem verbot die Stadtverwaltung Juden ab September 1935, mit örtlichen Firmen Geschäftsbeziehungen zu unterhalten. Die Juden durften keine Parkbänke mehr benutzen, Kinder auf keinen Spielplätzen spielen.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie im ganzen Deutschen Kaiserreich überwog auch in Haßfurt 1914 die Begeisterung für den Ersten Weltkrieg. Der Bahnhof der Kleinstadt war das Zentrum, die Euphorie dafür zum Ausdruck zu bringen. Dort liefen die Züge der Mobilmachung durch. In den ersten vier Tagen nach Kriegsbeginn meldeten sich 18 Kriegsfreiwillige aus der Stadt. Im September 1915 waren 173 Bürger aus Haßfurt im Krieg, die wenigsten kamen zurück.[9]

Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Februar 1932 entstand die Haßfurter Ortsgruppe der NSDAP. Ihr Leiter war bis 1945 Franz Hanselmann. In den letzten freien Wahlen vor und kurz nach der Machtergreifung Hitlers verstärkte sich der Zulauf zur NSDAP. Im März 1933 wählten 35,7 % der Haßfurter Bürger die Nazi-Partei, 49,4 % die konservative Bayerische Volkspartei, 10,1 % die SPD.[10]

Bei den Novemberpogromen 1938 („Reichskristallnacht“) setzten regimetreue Haßfurter das Innere der Synagoge in Brand, schichteten vor dem Gebäude Torarollen, Gebetbücher und Ritualien auf und verbrannten sie vor den Augen der zusammengelaufenen Menschenmenge. Alle Männer jüdischen Glaubens wurden verhaftet. 34 von den 68 im Jahr 1941 verbleibenden Juden gelang die Emigration. Wer blieb, wurde in Vernichtungslager deportiert: 16 jüdische Einwohner am 22. April 1942 über Würzburg nach Izbica, die letzten beiden im September ins Ghetto Theresienstadt.[11]

An dem heute als Geschäftshaus genutzten Gebäude der ehemaligen Synagoge erinnert eine Gedenktafel an das Novemberpogrom.[12]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Augsfeld, Sailershausen und Sylbach eingegliedert.[13] Am 1. Juli 1976 kamen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Hainert mit etwa 50 Einwohnern hinzu (mit dem Kloster Kreuztal Marburghausen). Am 1. Juli 1976 folgten Oberhohenried und Unterhohenried. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Prappach, Uchenhofen und Wülflingen zum 1. Mai 1978 abgeschlossen.[14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat von Haßfurt hat 25 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters. Nach den vergangenen Kommunalwahlen ergab sich jeweils folgende Sitzverteilung:

CSU SPD Grüne / Liste für Aktiven Umweltschutz Wähler-gemeinschaft Haßfurt FDP / Freie Bürger Junge Liste Gesamt
2002 13* 5 2 3 1 1 25 Sitze
2008 11* 5 2 4 2 1 25 Sitze
2014 9 4 2 8* 2 25 Sitze

* einschließlich Erster Bürgermeister

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus Haßfurt
  • 1945–1948: Gottfried Hart, CSU
  • 1948–1952: Hans Brochloß, CSU
  • 1952–1972: Hans Popp, Wählergemeinschaft Haßfurt
  • 1972–1978: Alfons Schwanzar, SPD
  • 1978–1990: Rudolf Handwerker, CSU
  • 1990–1997: Michael Siebenhaar, CSU
  • 1997–2014: Rudi Eck, ohne, bis 2012 CSU
  • seit 2014: Günther Werner, Wählergemeinschaft Haßfurt

Ortssprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Teilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Zeiten der Deutschen Teilung 1949 bis 1990 befand sich Haßfurt nah am Zonenrandgebiet.

Die DDR-Presse berichtete immer wieder über Vorgänge in der Stadt, etwa am 12. Juni 1960 über Alfons Schwanzar, der als Mitglied der SPD zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden war. Laut der Neuen Zeit nahm der katholische Dekan Wilhelm Zirkelbach (CSU) Anstoß daran, dass die Bürger einen Protestanten in dieses Amt gewählt hätten, der aus der katholischen Kirche ausgetreten sei. In seiner Funktion als Dekan und Kreistagsabgeordneter im Landkreis Haßfurt veranlasste Zirkelbach „zur öffentlichen Bekundung unserer Trauer“, dass alle Prozessionen bis auf die Fronleichnamsprozession ausfielen. Der Spiegel berichtete drei Tage später über den „Skandal“, der neben dem stellvertretenden Bürgermeister vier weitere konvertierte Stadträte betraf: Zirkelbach habe „just zu Pfingsten […] sein geistliches Ansehen in den Niederungen der Parteipolitik verlieren müssen“.[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Silber und Rot gevierten Schild ein aufgerichteter goldener Hase.

Symbolik: Der Hase im Wappen führt zum redenden Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadtgasse mit Pfarrkirche
Die spätgotische Ritterkapelle

Zu den Sehenswürdigkeiten von Haßfurt zählen die Stadtpfarrkirche St. Kilian von 1390 mit Werken von Tilman Riemenschneider, der Obere Turm, das Bamberger Tor, der Untere Turm, das Würzburger Tor (um 1230), die Ritterkapelle St. Maria von 1431 mit 238 heraldischen Schilden, die Heiliggeist-Spitalkapelle von 1430, das Alte Rathaus am Marktplatz von 1514, das Neue Amtshaus (Neues Rathaus) um 1700, die fürstbischöfliche Zehntscheuer vom Ende des 15. Jahrhunderts (jetzt Stadthalle) und das Kloster Kreuztal Marburghausen im Weiler Mariaburghausen.

1959 besuchte ein Reporter der Londoner Times „The Banks of the Main“ (Die Ufer des Mains) und kam auch Haßfurt vorbei:

Hassfurt ist eine kleine Stadt mit alten Torhäusern und einer grundsätzlich mittelalterlichen Stimmung.[16]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen das im Juli stattfindende Kunst- und Kulturfestival und das im Oktober stattfindende Haßfurter Straßenfest mit buntem Programm auf der Hauptstraße.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Haßfurt befindet sich ein Freizeit- und Erlebnisbad mit Eissportstadion. In der Stadt sind der Turnverein Haßfurt, der Fußball- und Tennisverein 1. FC Haßfurt, der Turnverein TV Haßfurt, ein Schützenheim, der Eissportclub ESC Haßfurt, das Fallschirm-Sport-Zentrum Haßfurt e. V. und der Reit- und Fahrverein Haßfurt e. V. ansässig.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchenmusik in den Haßbergen / Evangelisch-Lutherisches Dekanat Rügheim

In der vom gleichnamigen Verein veranstalteten Konzertreihe Kirchenmusik in den Haßbergen mit Sitz in Rügheim sind mehrere Chöre aktiv. Außerdem finden Konzerte und Auftritte in der Stadt Haßfurt, in vielen Orten des Landkreises Haßberge, des Dekanats Rügheim und darüber hinaus statt. Das Repertoire reicht vom Kindermusical über Gospelkonzerte, Kammermusik, musikalische Gestaltung von Gottesdiensten bis hin zu großen Chorkonzerten und Oratorien. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Dekanatskantor Matthias Göttemann.[17]

  • Kirchenmusik des kath. Dekanats Haßberge

In der Konzertreihe Himmlische Landschaften[18] präsentieren u. a. die Kirchenmusik des kath. Dekanats Haßberge in der Formationen Kinderchor, Jugendchor, Erwachsenenchor in der Ritterkapelle Haßfurt Oratorien, a cappella Werke und Kindermusical. Die Chöre stehen seit 1999 unter Leitung von Regionalkantor Johannes Eirich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acker-, Garten- und Obstbau; Kleinindustrie, u. a. Korbflechten. Zu den größten Arbeitgebern nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Waldi Schuhfabrik aus Bamberg, die 1947 in einer Baracke am Rödersgraben und 60 vorwiegend jungen Arbeiterinnen ihre Haßfurter Filiale aufbaute. 1953 war die Fabrik mit 450 Angestellten der größte Arbeitgeber der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gericht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amtsgericht Haßfurt ist für den gesamten Landkreis Haßberge zuständig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt
  • Heinrich-Thein-Berufsschulzentrum
  • Grundschule mit den Schulhäusern Dr.-Neukam-Straße, Nassachtal und Sylbach
  • Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt
  • Freie Waldorfschule in den Mainauen
  • Volkshochschule Stadt Haßfurt
  • Volkshochschule Landkreis Haßberge
  • Albrecht-Dürer-Volksschule Haßfurt, Mittelschule
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum Franz-Ludwig-von-Erthal-Schule
  • Fachakademie für Sozialpädagogik Landkreis Haßberge

Energieversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haßfurt verfügt über ein 110-kV-Umspannwerk.

Die städtischen Betriebe Haßfurt und der bundesweit aktive Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy betreiben in Haßfurt eine kommerzielle Windgas-Anlage. Diese speist seit dem 8. September 2016 rund eine Million kWh Wasserstoff pro Jahr in das Gasnetz ein, der mittels überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Dazu wird in der Anlage im Hafengelände am Main ein containergroßer 1,25-Megawatt-PEM-Elektrolyseur eingesetzt.[19]

Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendeturm in Hassfurt zur Verbreitung des Programms von "Radio Primaton"

In Haßfurt befindet sich ein Sendeturm, der das Programm von "Radio Primaton" auf 95,7 MHz mit 100 W ERP verbreitet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Virdung (* 1463 in Haßfurt; † 1538/39), Mediziner und Astrologe, der vor allem als Kalendermacher bekannt war
  • Sigismund Derleth (* 21. Mai 1675 in Haßfurt; † 11. Juni 1752 in Heidenfeld), katholischer Stiftspropst, von 1719 bis 1752 Propst von Stift Heidenfeld, die Klostergebäude von Balthasar Neumann entstanden in seiner Amtszeit
  • Stephan Mösinger (* 1697 in Haßfurt; † 1751 in Kloster Langheim), katholischer Abt, von 1734 bis 1751 Abt des Klosters Langheim, gab den Auftrag zum Bau der berühmten Basilika Vierzehnheiligen
  • Nikolaus Stössel (* 17. Mai 1793 in Haßfurt; † 1844 in Ludwigsburg), Militärkapellmeister und Komponist
  • Gregor von Zirkel, (* 2. August 1762 im Ortsteil Sylbach; † 18. Dezember 1817 in Würzburg), von 1802 bis 1817 Weihbischof in Würzburg, wurde am 25. Oktober 1817, wenige Wochen vor seinem Tod, zum ersten Bischof der wiedererrichteten Diözese Speyer ernannt. Er starb jedoch noch vor der päpstlichen Bestätigung, weshalb er nicht in der offiziellen Bischofsliste erscheint.
  • Joseph Kehl (* 9. März 1885 in Haßfurt; † 1967), Stadtrat und Chronist der Stadt Haßfurt, Fossiliensammler, 1948 Ehrenbürger der Stadt Haßfurt
  • Fritz Sauckel (* 27. Oktober 1894 in Haßfurt; † 16. Oktober 1946 in Nürnberg), maßgeblicher NSDAP-Politiker, in den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilter und hingerichteter Kriegsverbrecher, u. a. Gauleiter in Thüringen und Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz der Zwangsarbeiter, wuchs in Haßfurt auf.
  • Hermann Kreß (* 23. Juli 1895 in Haßfurt; † 11. August 1943), Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
  • Hans Betz (* 6. November 1906 in Haßfurt; † 3. Oktober 1938), Tropenmediziner, Arzt der Beagle Bay Herz-Jesu-Missionsstation in Australien
  • Max Adler (* 24. Juli 1907 in Haßfurt; † 10. Juni 1981 in England), deutsch-britischer Physiker
  • Albert Neuberger (* 15. April 1908 in Haßfurt; † 14. August 1996 in Hampstead, London), britischer Biochemiker und Mediziner
  • Walter Zipfel (* 1914 in Haßfurt; † 8. Februar 1997), Jurist, Richter am Bundesgerichtshof
  • Herman Neuberger (* 26. Juni 1918 in Haßfurt; † 21. Oktober 2005 in Baltimore, USA), orthodoxer amerikanischer Rabbiner deutscher Herkunft, wuchs in Haßfurt auf
  • Ludwig Müller (* 25. August 1941 in Haßfurt), sechsfacher Fußball-Nationalspieler in Diensten der Vereine 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC.
  • Maximilian Schönherr (* 27. Dezember 1954), Journalist
  • Felix Weber (* 1. Dezember 1960 in Haßfurt), international bekannter Komponist und Musikproduzent, lebte in Haßfurt bis 2000 und emigrierte dann in die USA.
  • Parker Tuomie (* 31. Oktober 1995), Eishockeynationalspieler

Personen, die in der Stadt wirken oder wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Alexander Heideloff (* 2. Februar 1789 in Stuttgart; † 28. September 1865 in Haßfurt); Architekt und Denkmalpfleger, lebte seit 1854 in Haßfurt
  • Erich Ullrich (1913–1998), Wirtschaftsjurist, lebte und starb in Haßfurt, war dort Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender des ADAC-Ortsclubs und des Motorflugclubs Haßfurt
  • Karlheinz Deschner (* 23. Mai 1924 in Bamberg; † 8. April 2014); Schriftsteller und Religions- und Kirchenkritiker, lebte zuletzt in Haßfurt
  • Reinhold Pommer (* 6. Januar 1935 in Zigartice; † 26. März 2014 in Haßfurt) war ein deutscher Radrennfahrer, der 1956 eine olympische Bronzemedaille in der Mannschaftswertung des Straßenrennens gewann.
  • Heinz-Herbert Kreh (* 14. Februar 1937 in Kitzingen; † 19. Juni 2009 in Haßfurt) war ein deutscher Fußballspieler.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Kehl: Chronik von Haßfurt, die Geschichte eines fränkischen Landstädtchens. Schöningh, Würzburg 1948

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stephan Diller: Haßfurt 1871–2007, Band 1, S. 31, ISBN 3-938438-06-1
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111024/200912&attr=OBJ&val=1631
  4. Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Bayern, Gesellschaft für Leprakunde, Münster 1995, abgerufen 6. Januar 2017 (Memento des Originals vom 6. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenster.org
  5. Chicago Daily Tribune vom 29. November 1885. In der Meldung ist die Rede von acht Jahren Bauzeit, 160.000 Kubik-Yards (umgerechnet 120.000 qm) hochglanzpolierten Granits und Kosten von 1.325.000 US-Dollars.
  6. Mayer, Roller, Mantel: 1200 Jahre Ebelsbach - ZVAB. Abgerufen am 15. Dezember 2018.
  7. Statistischer Bericht über den Betrieb der Königlich Bayerischen Posten und Telegraphen im Verwaltungsjahre 1905. Dort findet sich Haßfurt als 186. Ortsnetz des Deutschen Reichs.
  8. Juden nahmen am normalen zivilen Leben der Stadt und auch als Soldaten am deutsch-französischen Krieg 1870/71 und am Ersten Weltkrieg teil. Emanuel Kohnstamm wird auf dem Denkmal der Gefallenen zwischen Bahnhof und Post genannt, Leo Luitpold Frank, Louis Frank, Julius Silbermann stehen auf der Gefallenentafel an der Südseite der Ritterkapelle.
  9. Diller, S. 38 ff.
  10. In den Nachbargemeinden Ebern (50 %) und Hofheim (56,7 %) war der Zulauf zur NSDAP deutlich stärker. Siehe Diller, S. 55
  11. In den Listen des Holocaust-Archivs Yad Vashem und des Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 finden sich unter anderem diese im Holocaust getöteten Haßfurter Bürger jüdischen Glaubens: Joseph Aufsesser, Babette Goldmann, Julius Goldmann, Louis Goldmann, Salomon Goldmann, Fanny Hammelburger, Ida Heimann geb. Frank, Salomon (Sally) Heimann, Irma Hess geb. Silbermann, Jakob Julius Hess, Siegbert Hess, Nanny (Anna) Hirschberg geb. Lonnerstädter, Hedwig Koschland geb. Lonnerstädter, Babette Lonnerstädter, Flora Lonnerstädter, Löb Lonnerstädter, Karolina Rosenthal, Jakob Lonnerstädter, Rosa (Rosel) Lonnerstädter, Siegfried Lonnerstädter, Clothilde (Klothilde) Neuburger geb. Aufsesser, Hilda Neuburger geb. Sündermann, Hirsch Neuburger, Paula Ottensooser geb. Braun, Isa Pauson geb. Aufsesser, Cäcilie Rosenthal, Jonas Rosenthal, Karoline Rosenthal, Selma Rosenthal geb. Lonnerstädter, Therese (Theresia) Rosenthal, Katti (Kathi) Silbermann geb. Dittmann, Herz Stein, Maria (Marie) Silbermann, Fanny Stein geb. Samuel, Frieda Stein geb. Willner, Irma Stein, Ruth Lina Stein, Simon Stein, Bertha Wolff geb. Schloß.
  12. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 145
  13. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 479.
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 759.
  15. Der Spiegel, 15. Juni 1960
  16. The Times vom 14. Februar 1959, S. 9. In dem Artikel werden auch Schweinfurt („Industriestadt“), das noch stark kriegszerstörte Würzburg, Bamberg, aber auch kleiner Gemeinden wie Dettelbach, Lichtenfels, Bischofsgrün und Gemünden. Der ganze Artikel findet sich im Times-Archiv und → hier.
  17. Website des Vereins Kirchenmusik in den Hassbergen
  18. [1]
  19. http://www.greenpeace-energy.de/presse/artikel/article/greenpeace-energy-und-stadt-hassfurt-produzieren-erneuerbaren-wasserstoff-fuer-die-energiewende.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haßfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien