Georg Ernst Konjetzny

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Georg Ernst Konjetzny

Georg Ernst Konjetzny (* 2. April 1880 in Gleiwitz, Oberschlesien; † 10. Februar 1957 in Hamburg) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konjetzny studierte Humanmedizin an der heimatlichen Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität und wurde Mitglied der Turnerschaft Suevia Breslau.[1] Mit Wilhelm Anschütz, dem Schüler und Schwiegersohn von Johann von Mikulicz, ging er 1906 als Wissenschaftlicher Assistent an die Chirurgische Klinik der Christian-Albrechts-Universität Kiel. 1921 wurde er Oberarzt. Nachdem er sich habilitiert hatte, wurde er 1929 Chefarzt im Klinikum Chemnitz. 1930 wechselte er an die Städtischen Krankenanstalten Dortmund.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er 1933 Mitglied der SA.[2] 1934 trat er zusätzlich als förderndes Mitglied der SS bei.[2] Vorübergehend o. Professor an der Universität Greifswald, folgte er 1935 dem Ruf der Universität Hamburg auf ihren Lehrstuhl für Chirurgie. Als Direktor leitete er die Chirurgische Klinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. 1936 trat er dem NS-Dozentenbund und 1937 der NSDAP bei.[2] Seit 1936 war er Beratender Chirurg der Wehrmacht. Seit 1940 gehörte er dem Senat der Kolonialärztlichen Akademie der NSDAP an.[2]

In der Nachkriegszeit setzte ihn die Universität Hamburg trotz seiner Parteimitgliedschaft 1947 wieder in sein Eppendorfer Direktorat ein.[2] 1947 und 1949 leitete er die 60. und 64. Tagung der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen. Von 1946 bis 1950 war er ihr Schriftführer.[3]

1950 wurde Konjetzny mit 70 Jahren emeritiert. Sein Nachfolger in Eppendorf war Albert Lezius.

Ihm zu Ehren wurde eine Straße im Hamburger Stadtteil Langenhorn benannt (bis 2016).

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1947 diskutierte Konjetzny in seiner Monographie Die Geschwürsbildung in Magen, Duodenum und Jejunum die infektiöse Ätiologie der Ulcusbildung. Später wurde sie in Helicobacter pylori erkannt.[4][5]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronische Gastritis und Duodenitis als Ursache des Magenduodenalgeschwürs. Zieglers Beiträge zur Pathologischen Anatatomie und Allgemeinen Pathologie 71 (1923), S. 595–618
  • Der Magenkrebs. Stuttgart 1938
  • Mastopathie und Milchdrüsenkrebs. Stuttgart 1942, 2. Aufl. 1954
  • Die Geschwürsbildung in Magen, Duodenum und Jejunum. Stuttgart 1947

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Stelzner: Georg Ernst Konjetzny (1880-1957). Ein Prophet der entzündlichen Genese des Magen-Duodenalulkus. Der Chirurg 76 (2005), S. 1113 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alte Herren des CC in Hamburg und Harburg. Mitglieder-Verzeichnis der VACC Hamburg und VACC Harburg. Hamburg 1952, S. 31
  2. a b c d e Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, 2. aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 330.
  3. Wolfgang Teichmann, Christoph Eggers, Heinz-Jürgen Schröder: 100 Jahre Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen. Hamburg 2009
  4. B. Marshall, R. Warren, 1983
  5. F. Stelzner, 2005