Georg Reinbeck

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Georg (von) Reinbeck (* 11. Oktober 1766 in Berlin; † 1. Januar 1849 in Stuttgart) war ein deutscher Dichter und Ästhetiker.

Leben[Bearbeiten]

Reinbeck war der Sohn eines Archidiakonus in Berlin und der Enkel des theologischen Schriftstellers Johann Gustav Reinbeck, dessen Biografie er herausgegeben hat. Er wurde nach seiner Studienzeit Erzieher eines Herrn von Uwaroff in St. Petersburg, 1792 Lehrer der deutschen und englischen Sprache und der Ästhetik an der deutschen Hauptschule, 1804 am kaiserlichen Pageninstitut daselbst. 1805 kehrte er aus Gesundheitsgründen nach Deutschland zurück, lebte von September 1806 bis Frühjahr 1807 in Weimar, dann in Heidelberg und Mannheim, endlich von 1808 an in Stuttgart. In Manheim war er Mitglied der Freimaurerloge Carl zur Eintracht.

Hier wirkte er zuerst als Redakteur am Morgenblatt für gebildete Stände, dann vom Frühjahr 1811 an (mit dem Titel Hofrat) am oberen Gymnasium als Professor für deutsche Sprache und verwandte Fächer, daneben von 1818 bis 1827 auch am Königin-Katharina-Stift. Neben diesen Tätigkeiten war Reinbeck auch in weiteren Kreisen tätig: als Gründer eines Lesevereins, sowie des für die Errichtung des Stuttgarter Schillerdenkmals konstituierten Schillervereins. Von der letztgenannten Tätigkeit datiert seine Bekanntschaft mit Bertel Thorvaldsen; Reinbeck wusste diesen zu bestimmen, eine Anzahl Abgüsse und Modelle von seinen Werken an die Stuttgarter Kunstsammlung abzutreten. Diese Tätigkeit wurde 1837 durch Verleihung des Ritterkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone[1], die Vollendung des Schillerdenkmals 1839 durch Erteilung des Stuttgarter Ehrenbürgerrechts an ihn belohnt. Ende 1841 ließ er sich in den Ruhestand versetzen, dessen Muße er mit literarischer Tätigkeit ausfüllte.

Er war in Stuttgart eine sehr bekannte Persönlichkeit, sowohl durch seine gemeinnützigen Bemühungen als durch seine wohl noch auf den Petersburger Aufenthalt zurückgehenden preziös-höfischen Manieren, von welchen noch manche Anekdoten im Kurs sind.

Reinbeck war zweimal verheiratet, zuerst mit einer geb. Freiin v. Pallandt († 1816), sodann seit 1817 mit Emilie Hartmann, der kunstbegabten Tochter des Geheimrats August Hartmann, welche bereits 1846 starb. Sein Haus war ein Sammelpunkt literarischer Notabilitäten. Der bekannteste unter den Freunden desselben war Nikolaus Lenau, der seit 1833 dort ein und aus ging und 1844 daselbst den ersten Anfall seiner Krankheit erlitten hat (vergl. Lenaus Briefe an einen Freund). Als Schriftsteller der klassizistischen Zeit und Schule ist Reinbeck längst vergessen. Er war auf verschiedenen Gebieten fruchtbar, namentlich als Verfasser von Dramen, Erzählungen, Gedichten und Reiseschilderungen, daneben auch von ästhetischen und grammatisch-pädagogischen Werken.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Orestes. Heroische Oper in drei Abtheilungen. Nebst einem Vorwort über die deutsche Oper an die Gebildeten des weiblichen Geschlechts, in: Berlinischer Taschen-Kalender auf das Gemein-Jahr 1822, S. 133–214 (Digitalisat)
  • Handbuch der Sprachwissenschaft - mit besonderer Hinsicht auf die deutsche Sprache, Bädeker, Essen und Duisburg 1817
  • Reise-Plaudereien über Ausflüge nach Wien (1811), Salzburg und dem Salzkammergut in Ober-Oesterreich (1834), Weimar (1806), in die Würtembergische Alb (1824) und nach den Vor-Cantonen der Schweiz und dem Rigi (1818). Erstes Bändchen. Brodhag'sche Buchhandlung, Stuttgart 1837

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Königlich Württembergisches Hof- und Staatshandbuch 1839, Seite 37
  2. Hermann Fischer: Reinbeck, Georg (v.). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 1 f.

Literatur[Bearbeiten]