Georg Weifert

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Georg Weifert (serbisch Ђорђе Вајферт/Đorđe Vajfert; * 15. Juni 1850 in Pančevo, Österreich12. Januar 1937 in Belgrad) war ein serbischer Industrieller deutscher Herkunft, Gouverneur der Zentralbank des Königreichs Serbien und erster Gouverneur der Zentralbank des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Zudem gilt er als Begründer des modernen Bergbauwesens in Serbien.

Biographie[Bearbeiten]

Nach Abschluss einer ökonomischen Fachhochschulausbildung in Budapest absolvierte Georg Weifert die Braumeisterschule in Weihenstephan, Oberbayern. 1872 übernahm er die von seinem Vater Ignaz Weifert (1826-1911) zwei Jahre vorher gegründete Brauerei in Belgrad, dem ersten modernen Brauereibetrieb im damaligen Serbien.

Weifert auf dem 1000-Dinar-Schein

Georg Weifert investierte seinen Gewinn in ein Braunkohlebergwerk bei Kostolac, ein Kupferbergwerk bei Bor und ein Steinkohlebergwerk bei Podvis (Knjaževac). Mit seinen modern strukturierten Betrieben wurde er zum reichsten Mann des damaligen Serbien und galt als größter Industrieller des späteren Jugoslawiens. 1890 wurde Weifert zum Gouverneur der Zentralbank des Königreichs Serbien ernannt. Er bekleidete dieses Amt von 1890 bis 1918. In dieser Zeit bemühte er sich um die Werterhaltung des serbischen Dinars. Wegen seiner Verdienste wurde Weifert schließlich 1919 zum Gouverneur der Zentralbank des neu gegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Seine bekannteste Anordnung war der Umtausch der österreichisch-ungarischen Krone in den neuen Dinar, die auch zu großer Kritik führte, da der frühere serbische Dinar 1:1 in den neuen Dinar umgetauscht wurde, die Krone dagegen im Verhältnis 4:1, was vielfach zu Vermögensverlusten derjenigen Staatsbürger führte, die vormals Staatsbürger von Österreich-Ungarn waren.

Weifert gehörte seit 1890 der Freimaurerloge Bruderschaft in Belgrad an und war im Jahr 1922 Mitbegründer der Großloge des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Er galt als bedeutender Mäzen und Förderer humanitärer und kultureller Einrichtungen. Seine Sammlung antiker Münzen vermachte er 1923 der Universität Belgrad. Im Jahre 1921 wurde er Präses des Banater Feuerwehrverbandes. In Pančevo wurde eine von ihm finanzierte römisch-katholische Kirche am 26. Juli 1923 zu Ehren seiner Mutter der heiligen Anna geweiht. Im selben Jahr wurde er von Alexander I. persönlich mit einem Orden für seine Verdienste ausgezeichnet. Im Jahre 1924 ließ er den Eingang zum römisch-katholischen Friedhof von Pančevo mit einem neuen Portal gestalten.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Felix Milleker: Die Familie Weifert und das Brauhaus in Pančevo 1722/23-1923: zur Erinnerung an die goldene Hochzeit Georg Weiferts mit Marie Gassner am 9. September 1923. Wittigschlager, Pančevo 1925, S. 9-29.

Weblinks[Bearbeiten]