Gertraud Klemm

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Gertraud Klemm, LiteraturBrunch der Münchner BücherFrauen, 2015

Gertraud Klemm (* 6. Juli 1971 in Wien) ist eine österreichische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgewachsen ist Klemm in Baden bei Wien. Sie absolvierte ein Studium der Biologie an der Universität Wien, arbeitete dann bis 2005 als hygienische Gutachterin bei der Stadt Wien, bevor sie sich 2006 dem Schriftstellerberuf zuwandte. Sie verdient ihren Lebensunterhalt seither als Autorin sowie Anbieterin von Unterricht in kreativem Schreiben.[1]

Bereits 2006 erschien ihr erstes Buch Höhlenfrauen mit zwölf Kurzgeschichten im Wiener Mille Tre Verlag.[2] In ihrem 2010 bei Arovell erschienenen dokumentarischen Essay Mutter auf Papier setzt sie sich mit den emotionalen und bürokratischen Herausforderungen einer Adoption auseinander. Ihre Kinder sind adoptiert.[3][4] Sie erhielt 2010 den Literaturpreis der Akademie Graz sowie 2011 den Lise-Meitner-Literaturpreis für ihre Erzählung Wasserweib.

2014 erschien im Grazer Literaturverlag Droschl ihr erster Roman Herzmilch. Er erzählt aus dem Leben einer Frau, die sich nicht mit den ihr zugedachten Rollen zufriedengeben will. Mit der geschälte tag. ein Dialog kam im gleichen Jahr ein experimentelles Buch heraus, in dem ihre Tagebuchtexte in Wechselwirkung treten mit zeitgleich entstandenen Bildwerken von Uta Heinecke.

Klemm bekam 2014 ein Wiener Literaturstipendium sowie ein Projektstipendium des Ministeriums für Kunst und Kultur. Außerdem erhielt sie im gleichen Jahr den Literaturpreis Irseer Pegasus. Auf Einladung von Hubert Winkels nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2014 teil. Für ihren Text Ujjayi, einem Kapitel aus dem damals noch nicht erschienenen zweiten Roman, setzte sie sich beim mit 7000 Euro dotierten BKS-Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Preis durch. Die deutliche Mehrheit der Internetleser stimmte für sie. Man lobte ihre „erfrischende, direkte Sprache“, den temperamentvollen, eigenständigen Schreibstil.[5]

Anfang 2015 kam der entsprechende Roman Aberland wiederum bei Droschl heraus. Bei einer akademisch gebildeten zeitgenössischen Frau, die manche Züge mit der Autorin gemeinsam hat, ergeben sich aus ihrer Mutterschaft ähnliche soziale Nachteile wie bei ihrer Mutter, die mit ihrer Hausfrauenrolle ebenfalls nicht allzu glücklich wurde. Im direkten, durchaus konflikthaften Generationenvergleich schildert die Autorin eindringlich das feministische Dilemma ihrer Protagonistinnen.[6]

Der Roman „Aberland“ wurde 2015 für „Books at Berlinale“ ausgewählt und stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2015[7], die Autorin war 2015 Klagenfurter Stadtschreiberin.[8] Gertraud Klemms Werk rückt die feministische Analyse der zeitgenössischen bürgerlichen Frauenrolle ins Zentrum ihrer Erzählungen.

Gertraud Klemm lebt mit ihrer Familie in Pfaffstätten, Niederösterreich.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autorenprofil von G. Klemm bei der Literaturedition Niederösterreich, abgerufen 10. Mai 2015
  2. Mille Tre Verlag Robert Schächter, Verlag für Wissenschaft und Kultur, Wien
  3. Video Interview, TAZ Studio, Leipzig, 15. März 2015, abgerufen 10. Mai 2015
  4. Gertraud Klemm: Wäre es mit leiblichen Kindern anders?, Der Standard vom 30. November 2014
  5. Mit klarem Abstand stimmten die Internetleser für Gertraud Klemms Text "Ujjayi", Bachmannpreis: Preisträger 2014
  6. Roman "Aberland": Mama Drama und die Kinder, Rezension von Carola Ebeling in Die Zeit vom 5. März 2015, abgerufen 10. Mai 2015
  7. http://www.deutscher-buchpreis.de/nominiert/ - abgerufen am 2. September 2015
  8. Gertraud Klemms neuer Roman „Aberland“ für „Books at Berlinale“ ausgewählt // Gertraud Klemm wird neue Klagenfurter Stadtschreiberin
  9. Buchdeskription des Verlags