Giesen (Ortschaft)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Giesen
Gemeinde Giesen
Koordinaten: 52° 11′ 48″ N, 9° 53′ 50″ O
Höhe: 86 (80–119) m ü. NHN
Fläche: 12,9 km²[1]
Einwohner: 3404 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 264 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31180
Vorwahlen: 05121, 05066
Giesen (Niedersachsen)
Giesen

Lage von Giesen in Niedersachsen

St.-Vitus-Kirche
St.-Vitus-Kirche

Giesen ist eine Ortschaft der Gemeinde Giesen im niedersächsischen Landkreis Hildesheim. Die Ortschaft hat rund 3400 Einwohner.

St.-Martin-Kirche

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Giesen liegt zwischen Hildesheim und Sarstedt direkt an der Innerste und am Fuße des Giesener Forstes (nordöstlich). Nachbarortschaften sind Hasede, Emmerke, Ahrbergen und Groß Förste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1146. Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1146 Gesim, 1147 Iesen, 1100–1200 Iesen, 1151 Iesen, 1181–1190 Ihesen, 1181 Iesen und 1193 Gesem. Auffällig ist bei dem Ortsnamen das Schwanken im Anlaut: „G-“ wechselt mit „J-“, jedoch ist dieses im Niederdeutschen gar nicht so selten. Es weist häufig auf eine Bezeichnung für „Gischtwasser“ hin: „wes-/*ges-“ für „schäumen, gären“ im Sinne von „Stelle am schäumenden Wasser“.[2]

Die Unterscheidung in Groß und Klein Giesen erfolgte bereits ab dem 14. Jahrhundert. Zwischen Giesen und Emmerke lag der Ort Beelte, der im Dreißigjährigen Krieg ausgelöscht wurde. Es wird davon ausgegangen, dass viele der Giesener Familien ihren Ursprung in der Ortschaft Groß Beelte haben.

Am 1. März 1974 wurden die beiden Gemeinden Groß Giesen und Klein Giesen zusammen mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Giesen zusammengefasst.[3] Groß- und Klein Giesen existieren bis heute als Gemarkungen weiter.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giesen hat zwei katholische Kirchen, St. Vitus von 1670 in Groß Giesen und St. Martin in Klein Giesen. Die Pfarrei St. Vitus mit Sitz in Groß Giesen umfasst seit dem 1. November 2014 die Kirchen Maria Mutter der Kirche und St. Peter und Paul (beide Ahrbergen), St. Pankratius (Groß Förste), St. Vitus (Groß Giesen), St. Andreas (Hasede), St. Johannes (Klein Förste) und St. Martin (Klein Giesen). Zuvor bildeten die beiden Giesener Kirchen St. Vitus und St. Martin mit den beiden Kirchen in Ahrbergen eine Seelsorgeeinheit.

Die evangelische Kirchengemeinde der Ortschaft Giesen ist die Pauluskirche in Hasede.

Ehemalige Wappen von Groß Giesen (rechts) und Klein Giesen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Niklas Nave (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen des Ortes Groß Giesen geht zurück auf das Siegel des Ethelgerus de Gesim, der einem ansässigen Rittergeschlecht angehörte. Der horizontale Balken soll einen Eichenholzbalken darstellen. Zusammen mit den Eisennägeln symbolisiert es Festigkeit und Standhaftigkeit. Das Klein Giesener Wappen beruht auf dem Schild des Rittergeschlechts von Beelte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum Giesen
  • Hügelgräberfeld aus der Bronzezeit im Giesener Forst
  • Der Westturm der katholischen Pfarrkirche St. Vitus wurde 1672–75 erbaut, das heutige Kirchenschiff 1929[4]. Im Kircheninneren sind die barocken Altäre vom Ende des 17. Jahrhunderts sowie sechs Deckengemälde aus der Zeit um 1675 beachtenswert. Der Hochaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert, während die Kanzel um 1520 angefertigt wurde und ursprünglich in der Nikolaikapelle in Hildesheim stand.
  • Die Giesener Teiche (gehören zum Gebiet der Stadt Hildesheim). Man kann hier seltene Pflanzen und Vögel beobachten. Hier entstand die Schilderung Die Teiche von Hermann Löns. Nach dem Abzug der Streitkräfte aus Hildesheim Ende 2007 wurde das Gebiet südlich der Giesener Teiche, der sogenannte Osterberg als NaturschutzgebietLange Dreisch und Osterberg“ durch ein sogenanntes Kleeblatt, welches die Form der Wege widerspiegelt, für die Bevölkerung erschlossen. Landschaftlich spiegelt diese Landschaft nördlich von Hildesheim eine kleine Rhön wider.
  • Das „inoffizielle Wahrzeichen“ von Giesen ist die Abraumhalde des ehemaligen Kali-Werkes. Sie kündet schon von weitem sichtbar vom Wetter indem sie sich von weiß nach dunkelgrau verfärbt und stellt somit eine Besonderheit dar.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mehrzweckhalle (mit Tennisplatz und Beachvolleyballplatz), Emmerker Straße
  • Sportplatz, Waldstadion
  • B-Sportplatz, Latherwischweg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Giesen ist überwiegend durch Wohnbebauung geprägt.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das größte Unternehmen der Ortschaft war bis in die 1990er-Jahre die Firma Kali und Salz AG (Schacht Siegfried). Momentan wird im Rahmen einer Studie die Wirtschaftlichkeit der Wiederinbetriebnahme des Reservebergwerks Schacht Siegfried geprüft. Wann hierzu eine Entscheidung getroffen wird, ist bislang unklar. Eine Inbetriebnahme würde Investitionen in Höhe von ca. 500 Mio. Euro nach sich ziehen und nachhaltig die Entwicklung der Ortschaft Giesen beeinflussen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten, Schöne Aussicht
  • Kindergarten, Hainweg
  • Grundschule Giesen-Hasede, Groß Beelter Straße

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giesen liegt verkehrsgünstig in der Nähe der Bundesstraße 6. Auch die Bundesautobahn 7, sowie auch die Bundesautobahn 2, sind innerhalb kürzester Zeit erreichbar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Giesen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen – Daten – Fakten. In: Webseite Gemeinde Giesen. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 4. August 2019.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  4. Kurt Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. S. 496, München 1992.