Giesen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Giesen
Giesen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Giesen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 12′ N, 9° 54′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 86 m ü. NHN
Fläche: 33,91 km2
Einwohner: 9696 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 286 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31180
Vorwahlen: 05121, 05066
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 017
Gemeindegliederung: 5 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 27
31180 Giesen
Website: www.giesen.de
Bürgermeister: Andreas Lücke (CDU)
Lage der Gemeinde Giesen im Landkreis Hildesheim
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Giesen ist eine Gemeinde im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen, an der Innerste am Nordrand des Weser-Leine-Berglandes gelegen. Das Hauptdorf der Gemeinde ist Giesen, auch namensgebend für die Giesener Berge.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giesen liegt direkt westlich der Innerste und unmittelbar nördlich der Giesener Berge auf einer Höhe von 70–100 Metern. Die Gemeinde grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten an Harsum, Hildesheim, Nordstemmen und Sarstedt. Die Lage an der Innerste erwies sich im Oktober 2007 als problematisch, da in den Ortschaften Giesen (im ehemaligen Klein Giesen) und Ahrbergen beim Jahrhundert-Hochwasser zahlreiche Keller, der komplette Ahrberger Wald und ein ganzes Industriegebiet überflutet wurden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giesen hat fünf Ortschaften:

(Stand 31. Dezember 2019, in Klammern die Veränderungen zum Vorjahr)[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Giesen entstand am 1. März 1974 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Ahrbergen, Emmerke, Groß Förste, Groß Giesen, Hasede und Klein Giesen.[3] Die älteste dieser Ortschaften ist Emmerke. Dort wurde im Jahr 2004 das 1150-jährige Bestehen gefeiert.

Religionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der für Ostniedersachsen untypisch hohe Anteil an Katholiken beruht auf der historischen Zugehörigkeit zum Kleinen Stift Hildesheim. Die Dörfer der heutigen Gemeinde Giesen gehörten ebenso wie Harsum zu den Stiftsdörfern.

Seit dem 1. November 2014 gehören die katholischen Kirchen St. Maria, Mutter der Kirche und St. Peter und Paul (beide Ahrbergen), St. Pankratius (Groß Förste), St. Vitus (Groß Giesen), St. Andreas (Hasede), St. Johannes (im zu Harsum gehörenden Klein Förste) und St. Martin (Klein Giesen) zur Pfarrei St. Vitus mit Sitz in Groß Giesen. Die Kirche St. Martinus in Emmerke jedoch gehört zur Hildesheimer Pfarrei St. Martinus.

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Anteil von 18 % der Bevölkerung ist jünger als 18 Jahre, 26 % älter als 60.

Geschlechteranteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

4874 Einwohner sind weiblich, 4841 männlich (Stand Ende 2019).

Ausländeranteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2019 lebten 525 Ausländerinnen und Ausländer in der Gemeinde.

Geburten und Sterbefälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde vermeldete 79 Neugeborene und 89 Todesfälle für das Jahr 2019.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Giesen besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[5] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Andreas Lücke (CDU).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Giesen ist Andreas Lücke (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber mit 58,5 % der Stimmen wiedergewählt. Seine Gegenkandidatin Petra Heidemann erhielt 41,5 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,9 %.[6] Lücke trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giesener Wappen

Das Wappen der Gemeinde zeigt einen Schild, der durch einen silbernen Balken mit roter Eisenhutreihe geteilt wird. Die obere grüne Schildhälfte wird durch zwei silberne, schräg nach links aufsteigende Zinnenbalken gedrittelt. Die Felder beinhalten von rechts nach links in Silber: Eine Lilie, ein Mühlenrad und drei, ein gleichseitiges Dreieck bildende Hasenlöffel. Die untere Schildhälfte zeigt auf goldenem Grund fünf rote Nägel.[7]

Das Wappen entstand 1974, als die Gemeinde Giesen gegründet wurde. Es setzt sich zusammen aus Bestandteilen der sechs Wappen der Ortschaften Ahrbergen, Emmerke, Groß Giesen, Klein Giesen, Groß Förste und Hasede:

  • die roten Nägel und der gelbe Hintergrund aus dem Wappen von Groß Giesen
  • die Lilie aus dem Wappen von Klein Giesen
  • das Mühlrad aus dem Wappen von Groß Förste
  • die im Dreieck stehenden Hasenohren aus dem Wappen von Hasede
  • die im 45-Grad-Winkel stehenden Zinnen aus dem Wappen von Emmerke
  • Der horizontale Balken in Rot und Silber aus dem Wappen von Ahrbergen – allerdings wurden die Farben Rot und Silber vertauscht.
  • Der grüne Hintergrund des oberen Teils stammt sowohl aus dem Wappen von Hasede als auch aus dem Wappen von Groß Förste.
  • Die silberne Farbe der oberen Ornamente stammt sowohl aus dem Wappen von Groß Förste als auch aus dem Klein Giesener Wappen.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist in den Farben Grün und Gold gehalten.[7]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht seit 1976 eine Partnerschaft mit Chabanais in Frankreich. Die Partnerschaft ist ein eingetragener Verein und gehört offiziell zur Einrichtung der Gemeinde Giesen.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Kirche St. Martin

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum Giesen, Rathausstraße 42
  • Heimatmuseum Ahrbergen, Krugstraße 4

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV Giesen ist im deutschen Volleyball in der 1. Bundesliga der Männer vertreten.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giesen ist laut regionalem Raumordnungsprogramm ein Grundzentrum mit den besonderen Entwicklungsaufgaben Wohnen und Gewerbe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Emmerke liegt an der Bahnstrecke Lehrte–Nordstemmen, liegt jedoch über vier Kilometer von den anderen Ortsteilen entfernt. Der Haltepunkt wird von der Linie S 4 der S-Bahn Hannover und von der NordWestBahn bedient. Die Ortsteile der Gemeinde sind mit den Buslinien des Regionalverkehrs Hildesheim (RVHi) miteinander und mit den Städten Sarstedt und Hildesheim verbunden. Die frühere Straßenbahnlinie Hannover-Hildesheim wurde 1958 aufgegeben. Die Bundesstraße 6 und die Bundesstraße 1 führen durch das Gemeindegebiet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abraumhalde Wetterberg

Größtes Unternehmen in Giesen war lange Zeit die Firma K+S mit dem Bergwerk Siegfried, deren Kali-Abraumhalde weithin sichtbar ist. Die Mettler Toledo Garvens GmbH stellt mit über 160 Mitarbeitern dynamische Wägesysteme her, und die Firma Völsing ist als einer der in Europa führenden Hersteller von Urnen bekannt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Giesen-Hasede
  • Grundschule Ahrbergen
  • Grundschule Emmerke

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seniorenwohnpark Giesen

Der Seniorenwohnpark Giesen gliedert sich in ein Alten- und Pflegeheim mit 72 Plätzen sowie einer Wohnanlage mit 24 betreuten Altenwohnungen für Senioren der Gemeinde Giesen und des nördlichen Landkreises Hildesheim. Das Heim erbringt Pflegemaßnahmen als vollstationäre Pflege, befristete Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege. Die im Jahr 2003 erbaute Anlage in privater Trägerschaft befindet sich in zentraler Lage Giesens und ist Arbeitgeber für etwa 60 Mitarbeiter überwiegend sozialer und hauswirtschaftlicher Berufe.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit dieser Gemeinde verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Riebartsch (1902–1986), römisch-katholischer Theologe, war Pfarrkooperator in Groß Giesen
  • Heinrich Biermann (1938–2003), Architekt und Politiker (CDU), lebte in Klein-Giesen
  • Werner Buß (* 1945), Politiker (SPD), lebte im Ortsteil Hasede
  • Michael Weiner (* 1969), Fußballschiedsrichter, lebt im Ortsteil Hasede
  • Jan Stöß (* 1973), SPD-Politiker, ist in Giesen aufgewachsen
  • Tobias Willers (* 1987), Fußballspieler, stammt aus Hasede

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Giesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Giesener Gemeindebote 16.01.20. S. 2, abgerufen am 26. Januar 2020.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  4. Gemeinde Giesen – Ergebnis Kommunalwahl vom 11. September 2011, abgerufen am 13. November 2014
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 13. November 2014
  6. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen (Memento des Originals vom 3. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landeswahlleiter.niedersachsen.de, abgerufen am 8. November 2014
  7. a b Hauptsatzung der Gemeinde Giesen, abgerufen am 13. November 2014
  8. „Über uns“ auf der Homepage des Vereins Deutsch-Französische Partnerschaft Giesen e.V. Abgerufen am 26. April 2019, 00:01
  9. Naturschutzgebiet „Haseder Busch“ in der Datenbank des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), abgerufen am 13. November 2014
  10. Naturschutzgebiet „Entenfang“ in der Datenbank des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), abgerufen am 13. November 2014