Gjerdrum

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Gjerdrum
Gjerdrum (Norwegen)
Gjerdrum (60° 4′ 57″ N, 11° 0′ 52″O)
Gjerdrum
Basisdaten
Kommunennummer: 3032
Provinz (fylke): Viken
Verwaltungssitz: Ask
Koordinaten: 60° 5′ N, 11° 1′ OKoordinaten: 60° 5′ N, 11° 1′ O
Fläche: 83,19 km²
Einwohner: 7.043 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Anders Østensen (Ap) (2011)
Lage in der Provinz Viken
Lage der Kommune in der Provinz Viken

Gjerdrum ist eine Kommune im norwegischen Fylke Viken. Die Kommune hat 7043 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021) und liegt im Großraum Oslo. Verwaltungssitz ist die Ortschaft Ask.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Gemeinde, 2008

Gjerdrum liegt in der Landschaft Romerike im Südosten Norwegens und grenzt an Nittedal im Westen, Ullensaker im Osten, Lillestrøm im Süden und Nannestad im Norden. An der Ostgrenze zu Ullensaker befindet sich der Fluss Leira, dessen Nebenfluss Gjermåa durchfließt die Gemeinde aus dem Nordwesten kommend in Richtung Südosten.[2] Die höchste Erhebung ist der Prekestolen mit einer Höhe von 410,6 moh. im Südwesten Gjerdrums.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grønlund ist der einzige sogenannte Tettsted, also die einzige Ansiedlung, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet wird. Zum 1. Januar 2020 lebten dort 5108 Einwohner.[4] Zum Tettsted Grønlund zählt auch das Verwaltungszentrum Ask. Ein Bevölkerungsanstieg wurde vor allem nach dem Bau des Flughafens Oslo-Gardermoen in der Nachbarkommune Ullensaker verzeichnet. Schätzungen des statistischen Büros Statistisk sentralbyrå gehen bis 2040 von einem weiteren Wachstum aus.[5]

Die Einwohner der Gemeinde werden Gjermsokning genannt.[6] Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Viken Bokmål, also die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[7]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[8] 3501 3778 3906 4554 5064 5821 6326 6890

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild nach dem Erdrutsch, 2021

Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Gjerdrum der damaligen Provinz Akershus an. Sie ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Viken über.[9]

In Gjerdrum befindet sich die Gjerdrum kirke, eine Kirche aus dem Jahr 1686. Sie wurde erbaut, nachdem die vorherige Holzkirche 1684 bei einem Brand zerstört worden war.[10] Mit der Heni kirke aus dem Jahr 1864 befindet sich eine weitere Kirche in der Gemeinde.[11]

Am 30. Dezember 2020 zerstörte ein Erdrutsch mehrere Wohnhäuser in einem Neubaugebiet der Ortschaft Ask. Dabei wurden neun Menschen getötet und weitere verletzt. Ab dem 9. Februar 2021 wurde weiter eine Person vermisst.[12] Rund 1.000 Menschen wurden zeitweise evakuiert.[13] Abgerutscht ist eine Grundfläche von rd. 10 Hektar, weitere 21 Hektar und einige Gebäude wurden von der Schlammlawine überspült.[14] Als möglicher Auslöser gelten starke Regenfälle, die den aus Quickton bestehenden Untergrund instabil gemacht hatten.[15] Rettungskräfte suchten das Gelände mit Handyortung, Wärmebildkameras und Drohnen nach Verschütteten ab.[16][17] Am 5. Januar kam es zu einer kleineren Nachrutschung.[18]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor man in den 1950er-Jahren damit begann, die landwirtschaftlich genutzten Flächen zu ebnen, konnten dort weitgehend keine Maschinen eingesetzt werden. Der Großteil der heute für die Landwirtschaft verwendeten Areale wird für den Anbau von Getreide genutzt. Im Bereich der Tierhaltung ist vor allem die Milchproduktion von Bedeutung. Die Forste gehören größtenteils dem Staat.[19]

Im Jahr 2019 arbeiteten von 3627 Menschen nur 805 in Gjerdrum selbst, 1080 waren in der norwegischen Hauptstadt Oslo tätig. Des Weiteren pendelten viele Einwohner nach Skedsmo, Ullensaker und Lørenskog.[20]

Wappen und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Jahr 1993 offiziell gewordene Wappen der Gemeinde zeigt einen silbernen Zaun (norwegisch: „gjerde“) auf grünem Hintergrund. Das Wappen spielt auf den Namen der Kommune an und symbolisiert zudem die Land- und Forstwirtschaft.[19]

Der Name setzt sich aus den beiden Bestandteilen „Gerðr“ und „vin“ zusammen, „vin“ steht dabei für „natürliche Wiese“.[21]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gjerdrum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. Gjerdrum kommune. In: Norgeskart. Kartverket, abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch).
  3. Høyeste fjelltopp i hver kommune. 1. September 2015, abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch (Bokmål)).
  4. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020 (englisch).
  5. Kommunefakta: Gjerdrum. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch (Bokmål)).
  6. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch (Nynorsk)).
  7. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch).
  8. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 21. April 2021 (englisch).
  9. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch).
  10. Gjerdrum kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch).
  11. Heni kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch).
  12. Ytterligere to av de savnede funnet i skredet i Gjerdrum. In: abcnyheter.no. 9. Februar 2021, abgerufen am 21. März 2021 (norwegisch).
  13. Eirik Husøy, Per-Helge Berg: Innsatsleder i Gjerdrum: - Søket er fortsatt en redningsaksjon. In: Nettavisen. 31. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020 (norwegisch).
  14. Ørjan Nerland: Film av kvikkleireskredet i Gjerdrum kommune 30. desember 2020. NGI - Norges Geotekniske Institutt, 31. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020 (norwegisch).
  15. Mehrere Verletzte und Vermisste nach Erdrutsch. In: Die Zeit. 30. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020.
  16. Politiet: 21 personer er ikke gjort rede for etter raset i Gjerdrum. NTB, 30. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020 (englisch).
  17. 10 personer savnet etter jordskred – vurderer nå å sende ned hundeførere. vg.no, 30. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020 (englisch).
  18. Norwegen: Erneuter Hangrutsch in Katastrophengebiet orf.at, 5. Januar 2021, abgerufen 5. Januar 2021.
  19. a b Svein Askheim, Geir Thorsnæs: Gjerdrum. In: Store norske leksikon. 20. August 2020 (norwegisch, snl.no [abgerufen am 30. August 2020]).
  20. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch).
  21. Gjerdrum. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 30. August 2020 (norwegisch).