Viken

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Wappen von Møre og Romsdal
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Über dieses Bild
Basisdaten
Land: Norwegen
Verwaltungszentrum: Oslo
Fläche: 22.768 km²
Einwohner: 1.227.305 (1. Januar 2019)
Kommunen: 51
Internet: Viken
Politik
Fylkesordfører: Roger Ryberg (2019)
Fylkesmann: Valgerd Svarstad Haugland

Viken ist eine norwegische Provinz (Fylke), die zum 1. Januar 2020 aus dem Zusammenschluss der Provinzen Akershus, Buskerud und Østfold sowie der Kommunen Jevnaker und Lunner aus dem Fylke Oppland und Svelvik aus dem Fylke Vestfold entstand. Grundlage war ein Beschluss des Storting vom 8. Juni 2017, der im Zuge einer Regionenreform der rechten Regierung Erna Solbergs eine Reduzierung auf elf Fylke vorsah.[1] Verwaltungszentrum ist Oslo[2], im Parlament (Fylkesting) der Provinz sitzen 87 Abgeordnete.[3]

Der Name bezieht sich auf den historischen Namen für das Gebiet um den Oslofjord, ohne jedoch dasselbe Areal abzudecken. Nicht dabei sind Oslo, das ein eigenes Fylke bildet, Vestfold, das in Vestfold og Telemark aufging, und das zu Schweden gehörige Båhuslen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Fläche von 24.597,48 km² leben 1.227.305 Einwohner (Stand: 1. Januar 2019), sodass Viken die mit großem Abstand einwohnerstärkste Provinz Norwegens ist. Viken grenzt im Norden an Innlandet, im Westen an Vestland, im Südwesten an Vestfold og Telemark und im Südosten an Schweden. Komplett von Viken umgeben liegt Oslo. Die Provinz ist das zentrale Gebiet des Landesteils Østlandet.

Neben der Glomma, dem längsten Fluss Norwegens, die in Viken in den Skagerrak mündet, sind der Lågen, die Vorma, Drammenselva und Begna weitere große Flüsse in Viken. Vom Mjøsa, Norwegens größtem See, gehört nur der südwestliche Teil zu Viken, während der Tyrifjord der größte vollständig in der Provinz liegende See ist. Die höchste Erhebung in Viken ist der 1933 moh. hohe Folarskardnuten, der zum Hallingskarvet-Gebirgskamm gehört.

Dank der Lage rings um Oslo führen Europastraßen in alle Richtungen: die E 6 nach Trondheim und Göteborg, die E 16 nach Bergen und Gävle, die E 18 nach Kristiansand und Stockholm sowie die E 134 von Drammen nach Haugesund. Zudem gibt es ein für norwegische Verhältnisse dichtes Netz an Eisenbahnlinien. Mit dem Flughafen Oslo-Gardermoen liegt der wichtigste und größte Flughafen Norwegens in Viken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche mittelalterliche Landschaft Viken mit den Fylken (Provinzen) Vestfold, Vingulmark und Ránrike

Die rechte bis rechtspopulistische Regierung von Erna Solberg schlug 2016 den Zusammenschluss der Fylken Akershus, Buskerud und Østfold unter dem neuen Namen Viken vor. Der Name bezieht sich auf den historischen Region Viken, die sich in der Wikingerzeit auf die Gebiete rund um den Oslofjord bezog und im Mittelalter zum Synonym für Bohuslän (heute in Schweden) wurde.[4] Der größte Teil der historischen Region Viken gehört nicht zur neuen Provinz Viken.[4] Die neue Provinz ist keine traditionelle geographische Region in Norwegen; alle drei Fylken gehörten jedoch bis 1919 zum Stiftamt Akershus, zusammen mit dem größten Teil Ostnorwegens.

2016 stimmte das Regionalparlament von Akershus mit großer Mehrheit gegen Viken. Das Regionalparlament kritisierte den Versuch, Akershus mit andere Regionen als Oslo zu fusionieren und wies darauf hin, dass Oslo und Akershus eng miteinander verbunden sind: Oslo ist das Zentrum und seit dem Mittelalter Verwaltungssitz von Akershus, Oslo war ursprünglich ein Teil von Akershus, sie teilen sich einen Teil ihrer Verwaltung und Infrastruktur, ganz Akershus gehört zur Großregion Oslo und fast 60 % der Bevölkerung von Akershus leben im Stadtgebiet Oslos.[5] Im Jahr 2016 stimmte das Regionalparlament von Østfold ebenfalls mit großer Mehrheit gegen den Zusammenschluss, da die Region Viken zu groß war.[6] Viken wurde ebenfalls im Jahr 2017 von das Regionalparlament von Buskerud abgelehnt.[7] Nachdem der Zusammenschluss als Viken von den betroffenen Fylken selbst abgelehnt worden war, schlug die Regierung Solbergs 2017 einen Zwangsvereinigung vor.[8] Politiker und Einwohner von Akershus, Buskerud und Østfold bezeichneten Viken weitgehend als undemokratisches Konstrukt;[9][10] so bezeichnete Karin Andersen (Sosialistisk Venstreparti), Vorsitzende des Ständigen Stortings-Ausschusses für Kommunal- und Regionalverwaltung, die Viken-Reform als "Machwerk."[11]

Auflösungsbestrebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schaffung der neuen Provinz Viken ist Gegenstand heftiger Kontroversen und wird von den betroffenen Fylken und ihren gewählten Parlamenten abgelehnt. Die im September 2019 gewählte Regionalregierung Vikens (fylkesråd) hat die Auflösung von Viken und die Wiederherstellung von Akershus, Buskerud und Østfold im Jahr 2021 zum wichtigsten politischen Ziel des Fylkes Viken erklärt. Die Regierungserklärung der regierenden Parteien Vikens (Arbeiderpartiet, Senterpartiet, Sosialistisk Venstreparti und Grüne) erklärt: „Viken ist ein künstliches Konstrukt. Das Storting hat Østfold, Akershus und Buskerud gegen ihren Willen zusammengelegt.“ Dementsprechend haben sie kein gemeinsames Verwaltungszentrum in Bærum errichtet. Stattdessen dient Oslo weiter als Verwaltungssitz.[12][13][14] Eine Umfrage ergab, dass Viken von rund 20 % der Bevölkerung in den betroffenen Fylken unterstützt wird.[15]

Der frühere Direktor des Oslo Museums, Lars Roede, bezeichnete Viken als „eine extreme Monstrosität, die Geographie und Geschichte ignoriert“, „die an manipulierte Wahlbezirke in den Vereinigten Staaten erinnert“ und die in den betroffenen Regionen zutiefst unbeliebt ist. Roede kritisierte auch „die amateurhaften Logos und unhistorischen Namen“.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Fylkestingswahlen für die neu entstandene Provinz fanden am 9. September 2019 statt. Es waren 963.350 Personen wahlberechtigt.

Ergebnisse der Fylkestingswahl
Partei Ergebnis 2019
Stimmen % Sitze
Konservative (H) 139.538 25,1 22
Arbeiterpartei (Ap) 134.764 24,2 22
Zentrumspartei (Sp) 73.665 13,2 12
Fortschrittspartei (FrP) 48.700 8,8 8
Umweltpartei Die Grünen (MDG) 42.087 7,6 7
Sozialistische Linkspartei (SV) 25.342 4,6 4
Liberale (V) 19.292 3,6 3
Folkeaksjonen nei til mer bompenger (FNB) 19.292 3,5 3
Rot (R) 17.528 3,2 3
Christliche Volkspartei (KrF) 14.334 2,6 2
Pensjonistpartiet 8.440 1,5 1
Sonstige 12.318 2,2 0
Gesamt 565.840 100,0 87
Wahlbeteiligung 58,7
Quellen: [16]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viken ist in 51 Kommunen gegliedert. Sieben Kommunen entstanden zum selben Zeitpunkt wie die Provinz durch die Zusammenlegung von Altgemeinden: Asker (aus Asker, Hurum und Røyken), Aurskog-Høland (aus Aurskog-Høland und Rømskog), Drammen (aus Drammen, Nedre Eiker und Svelvik), Indre Østfold (aus Askim, Eidsberg, Hobøl, Spydeberg und Trøgstad), Lillestrøm (aus Fet, Skedsmo und Sørum), Moss (aus Moss und Rygge) und Nordre Follo (aus Ski und Oppegård).[17]

Stand der Einwohnerzahlen: 1. Januar 2019

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Viken

Das Wappen von Viken zeigt einen silbernen Berg und seine dreifache silberne Spiegelung im Wasser. Es wurde aus über 600 Vorschlägen von rund 500 Personen ausgewählt.[18][19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Viken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nye fylker auf www.regjeringen.no, abgerufen am 29. April 2019
  2. Monsterfylket Viken vil oppløse seg selv, auf ABC Nyheter, abgerufen am 1. Januar 2020
  3. Partienes listeforslag auf www.viken2020.no, abgerufen am 29. April 2019
  4. a b c Lars Roede, „Viken og Innlandet: Amatørmessige logoer og uhistoriske navn“, Aftenposten, 11. Januar 2020
  5. Akershus sier nei til Viken, Kommunal Rapport, 5. Dezember 2016
  6. Nei til Viken-sammenslåing, NRK
  7. Flertallet i fylkestinget sier nei til Viken
  8. Alle tvangssammenslåingene vedtatt, Dagbladet, 8. Juni 2017
  9. Viken må stanses nå!
  10. Udemokratiske Viken
  11. Det nye storfylket Viken blir en realitet, Aftenposten, 21. November 2017
  12. Viken-flertallet vil legge ned Viken, Aftenposten, abgerufen am 1. Januar 2020
  13. NRK erfarer: Vil legge ned nye Viken, NRK, abgerufen am 1. Januar 2020
  14. Vil legge ned monsterfylket, OAvis.no, abgerufen am 1. Januar 2020
  15. Folk flest vil ikke ha Viken [Die Bevölkerung lehnt Viken ab], Dagsavisen, 2. Juli 2019
  16. Viken fylke. valgresultat.no, abgerufen am 10. September 2019 (norwegisch).
  17. Navn på nye kommuner auf www.regjeringen.no, abgerufen am 29. April 2019
  18. Dette bør være Vikens nye fylkesvåpen auf www.viken2020.no vom 22. März 2019, abgerufen am 7. August 2019
  19. Trude har tegnet Vikens nye fylkesvåpen auf www.viken2020.no vom 13. Juni 2019, abgerufen am 7. August 2019

Koordinaten: 60° 0′ N, 10° 0′ O