Globales Finanzsystem

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Das Globale Finanzsystem ist das Zusammenspiel von regulierten Finanzinstitutionen (z. B. Banken, Versicherungen), wenig bis nicht regulierten Schattenbanken (z. B. Hedge Fonds, Private Equity), der nationalen und supranationalen Finanzmarktaufsicht, der Zentralbanken und internationaler Organisationen wie z.B. dem Internationalen Währungsfonds.

So leihen z. B. Zentralbanken Geld an Banken, Banken leihen Geld an Hedge Funds, Private Equity Institutionen und Regierungen. Die Wechselbeziehungen dieser Kredite erzeugen ein globales systemisches Risiko. Deshalb konnte z. B. aus der amerikanischen Subprime-Krise die internationale Finanzkrise ab 2007 werden.[1]

Finanzglobalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassischer Goldstandard (1870–1914)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Goldstandard
Historische Karte der ersten transatlantischen Seekabel zwischen den USA und Europa.

Der Goldstandard markiert für viele Ökonomen den Beginn des globalen Finanzsystems. Der Wechselkurs vieler wichtiger Währungen wurde durch den Goldautomatismus reguliert.[2] Der Goldautomatismus führte auch (zumindest in der Theorie) zum Zahlungsbilanzausgleich indem in Ländern mit Zahlungsbilanzüberschüssen eine erhöhte Inflation auftrat und es in Ländern mit Zahlungsbilanzdefiziten zu einer Deflation und Depression kam.[3] Nach Analyse von Barry Eichengreen funktionierte das Währungssystem des Goldstandard in dieser Phase vor allem deshalb, weil die Zentralbanken unter Führung der Bank of England ihre Geldpolitik koordinierten. Bis zu einem gewissen Grad entzogen sich einige Länder dem Goldautomatismus durch eine protektionistische Außenhandelspolitik.[4] Die internationalen Finanztransaktionen unterlagen wenig bis keinen Regulierungen. Die Telegrafie beschleunigte die weltweite Kommunikation erheblich.[5]

Zwischenkriegszeit und Ende des Goldstandards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens verschiedener Volkswirtschaften während der Weltwirtschaftskrise. Der Zeitpunkt der Abkehr vom Goldstandard ist mit einem kleinen Dreieck markiert.

Während des Ersten Weltkrieges wurde der Goldstandard in fast allen Ländern ausgesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die USA durch beständige Handelsbilanzüberschüsse und niedrige Zinsraten zu dem wichtigsten Nettoexporteur von Kapital. Gleichzeitig verlor die Bank of England ihre führende Rolle in der Organisation des Goldstandards ohne dass die Federal Reserve System diese übernahm. Während in der Zeit des klassischen Goldstandards die Kapitalflüsse antizyklisch erfolgten, es also während wirtschaftlicher Schwächephasen eines Landes zu vermehrter Kapitalzufuhr kam, erfolgten die Kapitalflüsse in der Zwischenkriegszeit prozyklisch. Die USA exportierten in den 20er Jahren sehr viel Kapital. Als die FED 1928 die Zinsen erhöhte, stoppte der Kapitalexport.[6] Wirtschaftshistoriker sind sich einig, dass der Goldstandard ein Transmissionsmechanismus zur Verbreitung der Weltwirtschaftskrise war und zu Entstehung und Länge der Großen Depression maßgeblich beitrug.[7] Mit der Zeit wurde der Fehler der Geldpolitik offenbar. Nach und nach suspendierten alle Staaten den Goldstandard und gingen zu einer Reflationspolitik über. Nach fast einhelliger Ansicht besteht ein klarer zeitlicher und inhaltlicher Zusammenhang zwischen der weltweiten Abkehr vom Goldstandard und dem Beginn der wirtschaftlichen Erholung.[8]

Bretton-Woods-System (1944–1973)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahl der Länder die pro Jahr eine Bankenkrise erlebten. Während des Bretton-Woods-Systems gab es kaum Bankenkrisen (siehe Figure 10.1 in Rogoff und Reinhart)[9]
Hauptartikel: Bretton-Woods-System

Mit dem Bretton-Woods-System wurde 1944 eine neue globale Finanzordnung beschlossen. Die einzelnen Währungen waren innerhalb von Wechselkursbandbreiten an den US-Dollar als Ankerwährung gebunden. Der Dollar wiederum war mit einem Wechselkurs von 35 $ je Unze an den Goldpreis gebunden. Zum Umtausch von Dollar in Gold waren nur Zentralbanken berechtigt. Die Abwertung einer Währung war nur mit Zustimmung des Internationalen Währungsfonds zulässig, diese Zustimmung wurde allerdings auch nie versagt. Die internationalen Kapitalströme waren durch nationale Kapitalverkehrskontrollen reguliert und beschränkten sich im Wesentlichen auf langfristige Investitionen. Der Internationale Währungsfonds wurde zur Stabilisierung von Ländern mit Zahlungsbilanzschwierigkeiten gegründet. Die Weltbank wurde zur Verfolgung entwicklungspolitischer Ziele gegründet.[10]

Das Bretton-Woods-System stellte einen Kompromiss zwischen Freihandel und nationaler Autonomie vor allem in der Geldpolitik zur Wahrung bzw. Wiederherstellung eines hohen Beschäftigungsstands und eines hohen Nationaleinkommens dar. Die Autonomie nationaler Wirtschaftspolitik wurde bis zu einem gewissen Grad durch Kapitalverkehrskontrollen und Feste Wechselkurse gesichert.[11]

Zunehmende Finanzglobalisierung und Ende des Bretton-Woods-Systems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Webfehler des Bretton-Woods-Systems war das Triffin-Dilemma. Der weltweite Handel benötigte Liquidität, die nur durch die Freisetzung zusätzlicher US-Dollar geschaffen werden konnte. Dadurch aber entstanden den USA Zahlungsbilanzdefizite. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren entwickelte sich in Europa ein Eurodollar-Markt. Zum einen sammelten sich große Dollarbestände aufgrund der Handelsbilanzdefizite der USA. Zum anderen unterlagen die Eurodollar weder in Europa noch in den USA den Kapitalverkehrskontrollen, so dass Banken und internationale Unternehmen einen Anreiz hatten Eurodollar anzuhäufen. Es entwickelte sich ein reger Eurobond-Markt (ein Markt für Fremdwährungs-Anleihen die auf Dollar ausgestellt werden). Die Ölpreiskrise von 1973 führte durch steigende Gewinne aus den Ölgeschäften zu einer starken Zunahme der Petrodollar. Die erdölproduzierenden Länder investierten einen Großteil der aus dem Ölgeschäft stammenden Dollar, so dass die Kapitalmärkte zusätzlich auch mit Petrodollar geflutet wurden.[12]

Zu Beginn der 1970er Jahre geriet der US-Dollar aufgrund der chronischen Handelsbilanzdefizite und erhöhter Inflation in den USA unter Abwertungsdruck. Die Aufrechterhaltung des festen Wechselkurses zum Dollar hätte auch für die anderen Länder wie z. B. Deutschland und Japan die Inkaufnahme erhöhter Inflation erfordert. Dazu waren einige Länder nicht bereit. Auch war aufgrund der stark angewachsenen Eurodollar- und Petrodollar-Bestände die Eintauschbarkeit von Dollar in Gold nicht mehr gewährleistet. Da die außerhalb der USA gehaltenen Dollar keinen Kapitalverkehrskontrollen unterlagen, konnten an den Finanzmärkten auf eine Abwertung des Dollar spekuliert werden. Deshalb wurde das Bretton-Woods-System Anfang der 1970er Jahre aufgegeben, der Dollar wertete ab.[13][14]

Heutiges globales Finanzsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems gingen die meisten Länder zu einem System flexibler Wechselkurse über. Der Internationale Währungsfonds (IWF) verlor die Aufgabe das Bretton-Woods-System zu stützen. Bald zeigte sich jedoch, dass es nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems viel häufiger zu internationalen Finanz- und Währungskrisen kam, bei denen sich der IWF zur Krisenhilfe zuständig sah. In den 1990er Jahren warb der IWF zudem (in Übereinstimmung mit der zeitgenössischen Finanzmarkttheorie) für eine Deregulierung des Kapitalverkehrs.[15] Mit der Abschaffung der Kapitalverkehrskontrollen in fast allen OECD Staaten entfielen die gesetzlichen Grenzen zwischen den heimischen und den internationalen Kapitalmärkten.[16]

In Abkehr von den Vorstellungen der Architekten des Bretton-Woods-Systems John Maynard Keynes und Harry Dexter White gibt es heute in kaum noch einem Land Kapitalverkehrskontrollen und das Volumen der internationalen Kapitalmärkte übersteigt um ein Vielfaches das weltweite BIP und das weltweite Exportvolumen.[17] Für diese Situation hätten Keynes und White eine Architektur empfohlen, die folgendes enthält:[18]

  • eine internationale Insolvenzordnung
  • eine wirksame internationale Finanzmarktregulierung und
  • einen internationalen Lender of last resort.

Derartige Institutionen gibt es derzeit noch nicht. Es gibt aber punktuell Ansätze zu einer freiwilligen internationalen Kooperation.

Basler Ausschuss für Bankenaufsicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbung eines Hypothekenmaklers für Kreditnehmer mit geringer Bonität. Derartige Subprimekredite führten zur Finanzkrise ab 2007.
Die G20 einigten sich beim Treffen in Seoul 2010 auf Kernelemente von Basel III.

Nachdem beobachtet wurde, dass die Banken mit immer weniger Eigenkapital arbeiteten, gründeten die G10 (Industrienationen) den Basler Ausschuss. Dieser entwickelte 1988 mit Basel I Regulierungsempfehlungen an die nationale Bankenaufsicht der G10 Länder, die im Kern vorsahen dass Banken im Verhältnis zu ihren risikogewichteten Aktiva mindestens 8 % Eigenkapital zur Abdeckung von Ausfallrisiken vorhalten müssen.[19]

Basel I konnte die Finanzkrise ab 2007 jedoch nicht verhindern, weil die Eigenkapitalanforderungen von Basel I umgangen wurden. Hochriskante Hypothekenkredite wurden mittels Conduit auf der Bank gehörende Zweckgesellschaften übertragen. Diese werden als Schattenbanken bezeichnet, da sie bankähnliche Geschäfte tätigen ohne der Bankenregulierung zu unterliegen. Die Zweckgesellschaften finanzierten den Kauf durch die Ausgabe von commercial papers mit kurzer Laufzeit.[20] Über die commercial papers konnte Kapital von kurzfristig orientierten Kapitalgebern (z. B. Geldmarktfonds) akquiriert werden.[21] Da diese Fristentransformation die Gefahr barg, bei Fälligkeit der Emission keine Anschlussrefinanzierung zu erhalten, mussten die Mutterbanken Garantien in Form von Liquiditätslinien bereitstellen, die den commercial paper-Investor bei Fälligkeit der Papiere vor Verlusten schützte. Diese Garantien wurden normalerweise rollierend mit einer Laufzeit von 364 Tagen gestellt, da die bankaufsichtlichen Regeln vor dem Inkrafttreten von Basel II für solche außerbilanziellen Verpflichtungen mit einer Laufzeit unter einem Jahr kein Eigenkapital forderten. Es konnten also Erträge generiert werden, ohne dass bankaufsichtliches Eigenkapital dafür in Anspruch genommen werden musste. Nach dem Platzen der Immobilienblase im Juli/August 2007 war niemand mehr bereit commercial papers von Schattenbanken zu kaufen. Auch ein Verkauf der strukturierten Hypothekenkredite war nicht mehr möglich. Die Zweckgesellschaften nahmen die Liquiditätslinie ihrer Mutterbanken in Anspruch (vgl. z. B. IKB Deutsche Industriebank, Sachsen LB). Die Mutterbanken mussten diese Kredite wegen der mangelnden Solvenz der Schattenbanken abschreiben.[22][23]

2007 wurden mit Basel II verbesserte Regelungen beschlossen. Mit Basel II unterlagen auch kurzfristige Investments den Eigenkapitalanforderungen. Die Eigenkapitalanforderungen wurden stärker an der Bonität des Kreditnehmers ausgerichtet. Kurze Zeit später zeigte sich in der Finanzkrise ab 2007, dass das Kreditrating von Ratingagenturen und Banken sehr unzuverlässig war.[24] Basierend auf diesen Erfahrungen wurde 2013 Basel III beschlossen.

Aktuelle Problembereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geldpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Bretton-Woods-Systems war den einzelnen Staaten eine autonome Geldpolitik nicht möglich. Da die Währungen an den US-Dollar gekoppelt waren und die USA eine potentiell wachstumsförderliche expansive Geldpolitik verfolgten, mussten alle anderen Staaten auch eine expansive Geldpolitik verfolgen. Durch die Abschaffung fester Wechselkurse mit Ende des Bretton-Woods-Systems konnten die einzelnen Länder wieder eine autonome Geldpolitik betreiben. Allerdings begrenzt die hohe Finanzmobilität und das Aufkommen von Finanzinnovationen die Möglichkeit der nationalen Notenbanken die nationale Geldmenge und Inflation zu steuern. Zugleich förderte die Globalisierung eine eher wachstumshemmende restriktive Geldpolitik. Wenn ein einzelner Staat eine expansive Wirtschaftspolitik verfolgt, dann führt dies dazu, dass an den globalen Finanzmärkten eine erhöhte Inflation in dem Land erwartet wird. Die Zinsen für Kredite an dieses Land erhöhen sich also um den Faktor der erwarteten Inflation. Dies kann den Effekt expansiver Wirtschaftspolitik konterkarieren und verteuert zudem die Staatsanleihen. Deshalb verfolgten die meisten Länder in den 1980er und 90er Jahren eine eher restriktive Geldpolitik, die eine niedrige Inflation erwarten ließ.[25]

Wechselkurse und Zahlungsbilanzungleichgewichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Plaza-Abkommen von 1985 wurde nach dem Verhandlungsort, dem Plaza-Hotel in New York benannt.

Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems war es den einzelnen Länder nicht mehr verboten die Wechselkurse zu manipulieren. Zeitweise gingen einige Ökonomen davon aus, dass Devisenmarktinterventionen aufgrund der Finanzmarktglobalisierung und der Abschaffung der Kapitalverkehrskontrollen kaum noch Wirkung zeigen würden. Diese These wurde durch die Erfahrungen mit dem Plaza-Abkommen widerlegt. Als die USA in den 1980er Jahren eine Hochzinspolitik verfolgten um die Inflation einzudämmen und gleichzeitig eine expansive Fiskalpolitik um den wachstumsbremsenden Effekt hoher Zinsen abzumildern, führte dies zu einer starken Aufwertung des US-Dollar und in der Folge zu einem Starken Anstieg der Importe aus Deutschland und vor allem Japan und einer wirtschaftlichen Schwächephase in den USA. Im Plaza-Abkommen wurde deshalb 1985 zwischen den G5-Staaten vereinbart, dass Maßnahmen zur Aufwertung der anderen Währungen gegenüber dem Dollar ergriffen werden. Die Devisenmarktinterventionen und die abgestimmte Geldpolitik führten zu einer scharfen Abwertung des US-Dollar, vor allem gegenüber dem Yen und der DM. Die Wechselkurspolitik verursachte vor allem in Japan große wirtschaftliche Probleme.[26][27]

Asiatische Schwellenländer, insbesondere China, betrieben bis mindestens 2007 eine Wechselkurspolitik, die auch als Bretton-Woods-II-Regime bezeichnet wird. Denn China versucht, ähnlich wie es viele europäische Staaten (u.a. Deutschland) in den 1950er und 60er Jahren unter dem tatsächlichen Bretton-Woods-System taten, mit einer unterbewerteten Währung möglichst viele Arbeitsplätze im Exportsektor zu schaffen und große Bestände an Dollar-Devisen anzusammeln. Manche Ökonomen sehe die dadurch verursachte Sparschwemme als eines der Wegbereiter für die Finanzkrise ab 2007.[28]

Europäische Staaten schufen als europäischen Nachfolger des Bretton-Woods-Systems das Europäisches Währungssystem, das innerhalb von Wechselkursbandbreiten feste Wechselkurse schuf. Damit sollten Wechselkursunsicherheiten und Währungskriege verhindert werden.[29] Nachfolger des europäischen Währungssystems wurde das Eurosystem.

Internationale Finanzströme und sudden stop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich ist es für Entwicklungs- und Schwellenländer vorteilhaft Zugang zu internationalen Krediten zu haben. Mit diesem Kapital kann aber nur dann der Wohlstand erhöht werden, wenn es so produktiv genutzt wird, dass der Nutzen die Kapitalkosten übersteigt. Es kommt aber immer wieder vor, dass viel mehr Investitionen und Kredite in eine bestimmte Region fließen, als dort produktiv genutzt werden kann. Dann kommt es zu Finanz- und Wirtschaftskrise, so in der Lateinamerikanischen Schuldenkrise der 1980er Jahre, der Tequila-Krise Mitte der 1990er Jahre, der Asienkrise Ende der 1990er und auch im Vorfeld der Finanzkrise ab 2007 floss viel zu viel Geld in den US-Immobilienmarkt. Ungehinderte Kapitalströme erwiesen sich also nicht immer als Wohlfahrtssteigernd.[30]

Kurzfristige Gelder führen oft zu schlecht geplanten Investitionen aufgrund von kurzfristigem Denken und Herdenverhalten der Anleger. Wenn Anleger dann Übertreibungen und Fehlinvestitionen erkennen führt dies zu einem sudden stop, also einer Übertreibung nach unten, Anleger ziehen ihr Kapital gleichermaßen aus unproduktiven wie aus produktiven Anlagen ab. Die Kreditklemme aufgrund eines allgemeinen Misstrauens führt dazu, dass auch intakte und produktive Wirtschaftsstrukturen aus Kapitalmangel eingehen.[31]

Ein Beispiel wie derartige Probleme verringert werden können war Chile Anfang der 1990er Jahre. Der starke Zufluss ausländischen Kapitals wurde durch eine Rücklagepflicht reguliert (Indirekte Kapitalverkehrskontrolle). Dadurch wurde sichergestellt, dass ein massiver Abzug ausländischen Kapitals nicht so schnell eine Finanzkrise verursachen kann. Die Tequila-Krise von 1994/95 konnte somit nicht auf Chile übergreifen.[32]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ross P. Buckley, Douglas W. Arner: From Crisis to Crisis. The Global Financial System and Regulatory Failure (= International Banking and Finance Law Series. NF 14). Kluwer Law International, Alphen aan den Rijn 2011, ISBN 978-90-411-3354-0.
  • David Held, Anthony McGrew, David Goldblatt, Jonathan Perraton: Global Transformations. Politics, Economics and Culture. Stanford University Press, Stanford CA 1999, ISBN 0-8047-3625-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Financial Times Lexicon, Definition of global financial system
  2. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 192.
  3. Dietmar Dorn, Rainer Fischbach: Volkswirtschaftstheorie und -politik (= Volkswirtschaftslehre. Bd. 2). 4., überarbeitete Auflage. Oldenbourg, München 2002, ISBN 3-486-25870-2, S. 212.
  4. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 196–197.
  5. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 192.
  6. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 199.
  7. Peter J. Montiel: International Macroeconomics. Wiley-Blackwell, Malden MA u. a. 2009, ISBN 978-1-4051-8386-4, S. 154.
  8. Randall E. Parker: Reflections on the Great Depression. Elgar Publishing, Cheltenham u. a. 2003, ISBN 1-84376-335-4, S. 22.
  9. Carmen M. Reinhart, Kenneth S. Rogoff: This Time is Different. Eight Centuries of Financial Folly. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2009, ISBN 978-0-691-14216-6.
  10. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 199–201.
  11. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 201.
  12. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 202.
  13. Buckley, Arner: From Crisis to Crisis. 2011, S. 12, 13.
  14. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 202.
  15. Buckley, Arner: From Crisis to Crisis. 2011, S. 14.
  16. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 216.
  17. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 203.
  18. Buckley, Arner: From Crisis to Crisis. 2011, S. 14, 15.
  19. Chris Brummer, Soft Law and the Global Financial System: Rule Making in the 21st Century, Cambridge University Press, 2012, ISBN 9781107004849, S. 263
  20. Die Finanzkrise meistern – Wachstumskräfte stärken. Jahresgutachten 2008/2009 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Ziffer 174.
  21. Markus K. Brunnermeier: Deciphering the Liquidity and Credit Crunch. S. 79.
  22. Die Finanzkrise meistern – Wachstumskräfte stärken. Jahresgutachten 2008/2009 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Ziffer 174.
  23. Vgl. zum Schattenbankensystem auch CESifo-Group München: The EEAG Report on the European Community 2009, passim, ISSN 1865-4568.
  24. Chris Brummer, Soft Law and the Global Financial System: Rule Making in the 21st Century, Cambridge University Press, 2012, ISBN 9781107004849, S. 263
  25. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 229.
  26. David Flath, The Japanese Economy, Oxford University Press, 2014, ISBN 9780198702405, S. 139-141
  27. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 131-132.
  28. Benedikt Fehr, „Bretton Woods II ist tot. Es lebe Bretton Woods III“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Mai 2009
  29. Held et al.: Global Transformations. 1999, S. 132.
  30. Buckley, Arner: From Crisis to Crisis. 2011, S. 23.
  31. Zeitschrift für Parlamentsfragen, Gerhard Illing, Sebastian Jauch und Michael Zabel, Die Diskussion um den Euro, S. 161-162
  32. Ricardo Ffrench-Davis: Economic Reforms in Chile: From Dictatorship to Democracy. University of Michigan Press, 2002, ISBN 0-472-11232-5, S. 17–19.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]