Merkantilismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oesterreich Uber alles wann es nur will. Das ist wohlmeinender Fürschlag wie mittelst einer wolbestellten Lands-Oeconomie, die Kayserl. Erbland in kurzem über alle andere Staat von Europa zu erheben / und mehr als einiger derselben / von denen andern Independent zu machen. (1684) von Philipp von Hörnigk war eines der einflussreichsten theoretischen Werke des Merkantilismus. Der Titel zeigt beispielhaft die merkantilistische Verknüpfung von Ökonomie und Außenpolitik.

Merkantilismus (vom französischen mercantile ‚kaufmännisch‘, lat. mercator ‚Kaufmann‘) bezeichnet die Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie des absolutistischen Staates in der Epoche des Frühkapitalismus. Er dominierte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert das wirtschaftspolitische Handeln. Leitbild des Merkantilismus war das Streben nach Ausdehnung der politischen und militärischen Macht des Staates durch Förderung der heimischen Produktivkräfte.[1]

Mit dem Bedürfnis der absolutistisch regierten Staaten nach wachsenden, sicheren Einnahmen zur Bezahlung der stehenden Heere und des wachsenden Beamtenapparats und des repräsentativen Aufwands des Herrschers entwickelte sich in den verschiedenen europäischen Staaten eine vom Interventionismus geprägte wirtschaftspolitische Praxis, der erste Ansätze einer Wirtschaftstheorie zugrunde lagen. Gemeinsam ist dieser Praxis das Streben nach größtmöglicher Förderung der produktiven Kräfte im Inland und der Erwirtschaftung von Überschüssen im Außenhandel. Die inländische Geldmenge sollte auch durch eine aktive Handelsbilanz zunehmen. Regierungen unterstützten demnach diese Ziele, indem sie Exporte von Fertigwaren aktiv förderten und Importe von Fertigwaren hemmten.

In dieser Zeit entstanden erste Strukturen des modernen kapitalistischen Systems. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Merkantilismus durch die klassische Nationalökonomie des schottischen Ökonomen Adam Smith verdrängt.

Überblick

Thomas Mun

Verschiedene Strömungen theoretischer und praktischer Wirtschaftspolitik, die unter dem Begriff des Merkantilismus zusammengefasst werden dominierten vom 16. bis zum 18. Jahrhundert das politische Handeln. Die große Vielfalt der praktischen Empfehlungen kann nicht als eine geschlossene Theorie verstanden werden. Gleichwohl beruhten die Empfehlungen auf theoretischen Überlegungen die erste Ansätze einer Wirtschaftstheorie darstellten.[2]

Das oberste Ziel des Merkantilismus war die Mehrung des Reichtums des jeweiligen Staates. Die Steigerung der Staatseinnahmen sollten Macht und Einfluss des Landesherren stärken. Dazu wurde vor allem ein hohes Bevölkerungswachstum angestrebt, welches das Arbeitskräftepotential hoch und das Lohnniveau niedrig halten sollte (Förderung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischer Produktion). Zudem wurde erwartet, dass ein Bevölkerungswachstum automatisch die Inlandsnachfrage (consumtio interna) erhöhe. Die Förderung des inländischen Handwerks und vor allem von Manufakturen sollte der Steigerung der Produktion und einer Substitution des Imports von Fertigwaren durch inländische Produkte dienen. Die Geldpolitik zielte auf eine Vereinheitlichung des Münzwesens und der Vermeidung von Geldabflüssen in das Ausland.[3]

Eine Grundannahme des Merkantilismus war die Annahme von Unterbeschäftigung, die durch aktive Wirtschaftsförderung gelindert werden sollte. Es entstand eine frühe Erkenntnis des Zusammenhangs zwischen Geldumlauf, Geldmenge und dem Stand der Beschäftigung. Merkantilisten strebten deshalb neben der Vermehrung der Geldmenge Handelsbilanzüberschüsse an. Die Theorie, dass Handelsbilanzüberschüsse im Inland Wirtschaftswachstum ankurbeln geht auf Thomas Mun zurück.[4] Handelsbilanzüberschüsse bewirken nach Ansicht der Merkantilisten zunehmende Inlandsbeschäftigung und wenn das Geld nicht gehortet wird auch eine zunehmende Inlandsnachfrage (consumtio interna).[5] Ein weiterer Schwerpunkt war der Zusammenhang zwischen Lohnhöhe und Beschäftigung.[6]

Als deutsche Variante des Merkantilismus wird der Kameralismus angesehen, der eine Verknüpfung von Finanzpolitik und merkantilistischer Wirtschaftspolitik darstellt. Die Wirtschaftspolitik der meisten deutschen Fürsten und Könige war aufgrund der Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges stark von der Notwendigkeit des Wiederaufbaus beeinflusst.[7]

Theorie

Jean Bodin
Johann Joachim Becher (hinten links) als Berater des Grafen Friedrich Kasimir von Hanau (1669).
Josiah Child
James Denham-Steuart
Joseph von Sonnenfels

Erst zu Beginn der Neuzeit begannen sich erste Gelehrte mit wirtschaftswissenschaftlichen Themen zu befassen, insbesondere auf dem Gebiet der Geldtheorie. Die Theoretiker des Merkantilismus gehörten zu den Pionieren der Volkswirtschaftslehre.[8] Erst das merkantilistische Versprechen von Steuermehreinnahmen durch Wirtschaftsförderung motivierte Könige und Fürsten dazu an Universitäten erste Lehrstühle für Wirtschaftswissenschaften einzurichten.[9]

Geldlehre

Entgegen späterer Kritik von Adam Smith propagierten die führenden Merkantilisten keineswegs eine simple Gleichsetzung von Geld mit Reichtum. John Locke war der erste, der in seiner 1668 verfassten, aber erst 1692 veröffentlichten Schrift „Some Considerations of the Consequences of the Lowering of Interest, and Raising the Value of Money“ auf die Relevanz der Geldumlaufgeschwindigkeit hinwies. Diese Erkenntnis wurde später von Richard Cantillon in dem „Essai sur la nature du commerce en général“ vertieft. Die Merkantilisten propagierten eine rasche Geldumlaufgeschwindigkeit und verurteilten Geldhortung:[10]

„Der Wert des Geldes besteht einzig in seiner Verkehrung: je öffter es aus einer in eine andere Hand rouliret, je mehr bringet es seinem Eigenthümer ein. Wann aber in Cästen es verschlossen lieget, ist es kein Gold, sondern eine Todte und inutile Erde; und je mehr davon steril liegend [...]: je stärker wird dadurch aller Handel und Wandel geschwächet und verhindert..“

Theodor Ludwig Lau, Entwurff einer wohleingerichteten Policy (1717)

Bei den meisten Merkantilisten standen hinsichtlich der Funktionalität des Geldes die Funktionen als Tauschmittel sowie als Recheneinheit und Wertmaßstab im Vordergrund, weniger aber die Wertbewahrungsfunktion. Eine einfache (naive) Quantitätstheorie des Geldes entwickelte Jean Bodin vor dem Hintergrund des starken Edelmetallzuflusses aus den Kolonien und der dadurch verursachten Inflation der Gold- und Silberwährungen. Demnach stehen Geldmenge und Geldwert in einem umgekehrten Verhältnis zueinander, d.h. der Geldwert sei umso geringer, je höher die Geldmenge ist.[11]

Zur Zeit des Merkantilismus bestanden die Währungen in der Regel aus Kurantmünzen. Zur Ausweitung der Geldmenge mussten also Edelmetalle angekauft werden. Während Spanien sehr viel Gold und Silber aus den Kolonien gewann, verfügten viele andere europäische Staaten über wenig bis keine Gold- und Silberbergwerke. Diese Staaten konnten Edelmetalle zur Münzprägung nur aus Außenhandelsüberschüssen gewinnen. Von Wilhelm von Schröder stammt die Überlegung der Volkswirtschaft durch Ausgabe landesfürstlicher Wechsel einen monetären Impuls zu geben.[12]

Theorem der aktiven Handelsbilanz

In der frühen Neuzeit wurde das Denken von der simplen Gleichsetzung: „Reichtumb das ist Gelt“ dominiert.[13] Hinzu kam, dass frühen Monetaristen, wie Thomas Gresham und John Hales und die Bullionisten um Thomas Milles die staatlichen Edelmetallreserven als Maßstab für die wirtschaftliche und militärische Stärke eines Staates nahmen, da es damals noch keine Messgrößen für das Volkseinkommen gab. Im Vereinigten Königreich wurde die Devise am konsequentesten umgesetzt und daher eine bullionistische Geldpolitik betrieben. Da man Geld und Gold mit Reichtum gleichsetzte, wurde ein Ausfuhrverbot für Geld und Edelmetalle erlassen. Das Ausfuhrverbot wurde noch durch eine Devisenbewirtschaftung ergänzt. Der gesamte Zahlungsverkehr mit dem Ausland musste über den „King’s Exchanger“ abgewickelt werden. Dieser sollte darauf achten, dass mit jedem Geschäft mehr Geld nach England reinfließt als raus.[14]

Die bullionistische Sichtweise wurde von Thomas Mun in seinem Hauptwerk Englands Treasure by Forraign Trade (veröffentlicht 1664) für zu eng erklärt. Es könne nicht darauf ankommen im Außenhandel mit jedem einzelnen Staat einen Überschuss zu erzielen. Es kann durchaus sinnvoll sein viele Rohstoffe und Rohwaren zu importieren, um diese nach Verarbeitung in England zu höheren Preisen im Ausland zu verkaufen. Es solle nur darauf geachtet werden, dass in der Gesamtbilanz des Außenhandels ein Überschuss besteht.[15]

“... to sell more to strangers yearly than wee consume of theirs in value“.”

„... an Ausländer jedes Jahr mehr zu verkaufen als wir von ihnen wertmäßig kaufen.“

Thomas Mun 1630

Damit gelang erstmals eine logische Trennung von Reichtum und Geld. Zudem schuf Mun damit eine Außenhandelstheorie, die sich von der Betrachtung der Kapitalbilanz löste. Die Bullionisten verfolgten das Ziel einer positiven Kapitalbilanz durch Vermeidung jeglicher Kapitalabflüsse. Dies führte zwar automatisch zu einer positiven Zahlungsbilanz, schränkte aus Sicht von Thomas Mun aber den Außenhandel und damit die Entfaltung der Produktivkräfte übermäßig ein. Mun riet dazu eine positive Zahlungsbilanz durch geeignete Gestaltung des Außenhandels zu erzielen. Der Focus rückte damit auf die Handelsbilanz. Konkret empfahl Mun alle Importe außer die Importe von Rohwaren zu beschränken, die Exporte von Fertigwaren zu fördern und den Außenhandel möglichst nur über inländische Transportunternehmer zuzulassen.[16] Ähnliche Empfehlungen hatte bereits Jean Bodin 1576 in seinen Les six livres de la république entwickelt. Durch Ausfuhrzölle auf Waren, deren Import für das Ausland unerlässlich ist, durch niedrigen Einfuhrzölle auf benötigte Rohstoffe und durch hohe Importzölle auf ausländische Fertigprodukte sollte auf eine aktive Handelsbilanz (Handelsbilanzüberschuss) hingewirkt werden.[17] Diese Thesen bildeten die Kernidee des Merkantilismus.

Nach der einfachen Quantitätstheorie des Geldes wäre eigentlich davon auszugehen gewesen, dass eine Erhöhung der Geldmenge und der Geldumlaufgeschwindigkeit - wie sie die Merkantilisten anstrebten - bei nicht sofort einsetzender Erhöhung des Güterangebots zu Preissteigerungen (also einer Erhöhung der Inflation) und somit über Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zu einer Verschlechterung der Exportchancen und somit zu einer passiven Außenhandelsbilanz führen müsste. Die Merkantilisten gingen jedoch von einem Zustand der Unterbeschäftigung aus. Die Produktionskapazitäten seien unterausgelastet, so dass ein Anstieg der Nachfrage über eine gestiegene Geldmenge ohne größere Zeitverzögerung zu einer Erhöhung der Produktion führen würde. Eine steigende Geldmenge würde also zu keiner Erhöhung der Inflation führen.[18]

Arbeitsmarkttheorie

Aus dem Ziel der Förderung von Exporten und der Substitution von Importen folgte, dass eine hohe Produktion zu konkurrenzfähigen Preisen erzielt werden musste. Hierzu war es erforderlich, dass ein Reserve an billigen und fleißigen Arbeitskräften zur Verfügung stand. 1720 formulierte John Cary, dass fleißige Menschen den Wohlstand der Nation ausmachen. Deshalb sollten die Arbeitslosen nicht der Bettelei oder bestenfalls zweifelhaften Methoden des Gelderwerbs überlassen werden, sondern in Arbeitshäusern bei relativ niedrigem Lohn eine Arbeit von dem Staat zugewiesen bekommen. William Petty sah darin auch den Vorteil, dass die Arbeit im arbeitsteiligen Manufaktursystem der Arbeitshäuser besonders effizient sein konnte. In seinem Treatise of Taxes and Contributions (1662) formulierte er, dass selbst eine völlig sinnlose Tätigkeit Nachfrageimpulse auslöste, deren Multiplikatoreffekt den Reichtum der Nation mehren würden.[19]

Monopole

Die meisten Theoretiker wie z.B. Josiah Child oder Charles Davenant lehnten Monopole prinzipiell strikt ab, sahen in einzelnen Monopolgesellschaften aber auch Vorteile. In der Praxis wurden Monopole im Inlandsmarkt abgelehnt, Monopole zur Ausschaltung ausländischer Konkurrenz aber bisweilen befürwortet.[20] Im Deutschen Reich wandte sich vor allem Johann Joachim Becher gegen Monopole, weil sie einem zugestehen was viele ernähren könnte, zugleich aber auch gegen das Polypol, wenn viele erhalten was nur zum Unterhalt von einem ausreicht. Außerdem bezeichnete er Propole (Verkaufskartelle) als schädlich, dass dazu führt dass Waren aufgehäuft werden damit sie zu Überpreisen verkauft werden können. Damit leistete Becker einen ersten Beitrag zur Marktformenlehre.[21][22] Mit Reichstagsbeschluss von 1671 wurden Monopole verboten, Kartellabsprachen untersagt und die Vergabe kaiserlicher Privilegien abgeschafft.[23]

Kolonien

Die Besiedlung von Kolonien führte zu einer Bevölkerungsabwanderung aus dem Mutterland und wurde daher von Merkantilisten nicht uneingeschränkt begrüßt. Der Vorteil von Kolonien bestand darin, dass von dort Rohstoffe bezogen werden konnten, deren Bezug über andere Länder tatsächlich oder potentiell Beschränkungen unterworfen war. Zudem dienten die Kolonien als Absatzmarkt für Fertigwaren des Mutterlandes. John Cary empfahl daher die Besiedlung einzelner Kolonien davon abhängig zu machen, ob die Kolonien den Beschäftigungsgrad im Mutterland erhöhen könnten.[24]

Marktgesetze und Marktungleichgewichte

Ein Vertreter des späten Merkantilismus war James Denham-Steuart. Er entdeckte, dass sich die Preise auf dem Markt durch das Verhältnis von Angebot zu Nachfrage unter Berücksichtigung der Konsumelastizität ergeben. In der Praxis führte dies dazu, dass er überbordenden staatlichen Interventionismus kritisierte. Anders als Adam Smith glaubte er aber, dass Marktungleichgewichte durch staatliche Intervention schneller beseitigt werden könnten als dies der Markt selbst vermag. Sein Werk wurde daher trotz gewisser Parallelen von der klassischen Nationalökonomie um Adam Smith eher kritisch gesehen. Breit rezipiert wurde es hingegen von der Historischen Schule der Nationalökonomie.[25]

Besonderheiten des Kameralismus

Während sich die meisten Merkantilisten auf die Förderung des Handels und des Gewerbes konzentrierten, empfahlen die deutschen Kameralisten wie Johann Joachim Becher und Philip Wilhelm von Hornick eine gleichgewichtige Entwicklung von Landwirtschaft, gewerblicher Fertigung und Handel damit die Inlandsnachfrage aus allen drei Sektoren ausreichend bedient werden kann. Vor dem Hintergrund der massiven Bevölkerungsverluste durch den Dreißigjährigen Krieg, in vielen Territorien des Deutschen Reiches hatte sich die Bevölkerungszahl halbiert, hatte sogar der landwirtschaftliche Sektor gewaltige Produktionsrückgänge zu verzeichnen. Becher formulierte deshalb, dass die merkantilistische Formel: „Je mehr Menschen an einem Ort zusammenkommen, desto mehr können voneinander leben“ nur dann funktioniere, wenn alle Sektoren expandieren.[26]

Neben Veit Ludwig von Seckendorff war Joseph von Sonnenfels einer der bekanntesten Theoretiker der Peuplierungspolitik. Von Sonnenfels sah im Bevölkerungswachstum sogar den eigentlichen Grund für die Fortentwicklung einer Volkswirtschaft. Seiner Ansicht nach wird eine Bevölkerungszunahme bestmöglich durch Arbeitsbeschaffung stimuliert. Demnach bewertete er den Außenhandel auch weniger anhand von Leistungsbilanzdaten, sondern anhand der Beschäftigungsbilanz.[27]

Französische Merkantilisten

In Frankreich gab es zwar eine umfangreiche merkantilistische Wirtschaftspolitik, aber wenig theoretische Arbeiten hierüber. Barthélemy de Laffemas führte in seinen Les Trésors et richesses pour mettre l'Estat en splendeur die Unterkonsumtionstheorie ein. Eine der frühen Schriften war auch Traité d'économie politique (1615) die Antoine de Montchrétien für Ludwig XIII. verfasste. Am bekanntesten sind Einzelschriften von Sébastien Le Prestre de Vauban, von denen einige durch Ludwig XIV verboten wurden. In der Regierungszeit von Ludwig XV wurden die theoretischen Arbeiten bereits durch die physiokratischen Kritiker des französischen Merkantilismus dominiert.[28] Einer der letzten französischen Theoretiker des Merkantilismus war François Véron de Duverger Forbonnais (1722–1800).

Wirtschaftspolitik

In der Wirtschaftspolitik ergaben sich gewisse regionale Unterschiede, die darauf zurückzuführen sind, dass die Förderung der produktiven Kräfte eines Landes bzw. Territoriums je nach dem Entwicklungsstand und den geografischen Gegebenheiten zu unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Präferenzen führte:

  • In England und den Niederlanden wurde eine Variante des Merkantilismus verfolgt, die als Kommerzialismus bezeichnet wird. Hier lag der Schwerpunkt auf der Förderung von Handel und Verkehr, insbesondere dem Handel mit den eigenen Kolonien.
  • In Frankreich dominierte der Colbertismus, der nach dem maßgeblichen Wirtschaftspolitiker und Finanzminister Jean-Baptiste Colbert benannt wurde. Hier dominierte eine ausgeprägt dirigistische Handels-, Verkehrs- und Gewerbepolitik. Der Colbertismus strahlte auf viele kontinentaleuropäische Staaten aus.
  • Die deutsche Variante des Merkantilismus wird als Kameralismus bezeichnet. Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort camera (=Schatzkammer) ab. Da die Situation der Staatsfinanzen der deutschen Fürstentümer nach dem Dreißigjährigen Krieg ganz besonders angespannt war, hatte die Finanz- und Steuerpolitik einen besonderen Stellenwert. Die Aufgabe der deutschen Fürsten bestand zunächst vor allem darin die gewaltigen Bevölkerungsverluste durch den Dreißigjährigen Krieg und die damit einhergehenden wirtschaftlichen und finanziellen Probleme zu beheben. Oberste Maxime war daher die „Peuplierungspolitik“, also eine Förderung der Bevölkerungszunahme. Die theoretische Grundlage bildete u.a. der 1656 veröffentlichte „Teutsche Fürstenstaat“ von Veit Ludwig von Seckendorff und später Joseph von Sonnenfels. Johann Joachim Becher und Philip Wilhelm von Hornick betonten die Notwendigkeit einer gleichgewichtigen Entwicklung der heimischen Produktivkräfte. Denn durch den „Bindeschlüssel“ der Konsumtion ergebe sich eine Interdependenz von Landwirtschaft, gewerblicher Fertigung und Handel.[29] Darüber hinaus begann das merkantilistische Schrifttum in Deutschland sich über Haushalt, Verwaltungs- und Besteuerungsverfahren, Staatskredite und staatliche Buchführung Gedanken zu machen und diese zu systematisieren. Hier sind Namen wie Johann Joachim Becher und Johann Heinrich Gottlob von Justi, aber auch Caspar Klock, Philipp Wilhelm von Hörnigk, Wilhelm von Schröder, Veit Ludwig von Seckendorff und Joseph Freiherr von Sonnenfels zu nennen.

Großbritannien

Die Royal Exchange in London
Schiffe und Niederlassung der Britisch Ostindien-Kompanie in Mumbai (1732)
Ein Raum im Arbeitshaus St James's Parish in London.

Vorgeschichte

Im Gegensatz zu fast allen anderen europäischen Staaten war England bereits vor dem Merkantilismus frei von Binnenzöllen. Durch Einhegung wurde einerseits die Rentabilität der Landwirtschaft erhöht, andererseits wurden viele Landarbeiter arbeitslos und drängten in die Städte. Dort gerieten die Handwerkerlöhne unter Druck, so sank z.B. der Lohn eines Zimmermanns von 1480 bis 1630 um 2/3. 1634 verbot Karl I. den Bau mechanischer Sägemühlen, damit die Holzsäger nicht arbeitslos wurden.[30]

Entwicklung

Bereits unter Elisabeth I. begann England den Außenhandel durch Gründung und staatliche Unterstützung von Handelskompanien wie die Moskovy Company (1554), die Levante Company (1581) und die Britische Ostindien-Kompanie (1600). Gleichzeitig wurde der ausländische Handel mit England stark behindert. 1598 wurde mit dem Stalhof die Niederlassung der Hansekaufleute in London geschlossen. Um die Akkumulation von Kapital zu erleichtern wurde 1571 mit der Royal Exchange die erste Börse in London eröffnet. Mit der Gründung der Kolonie Virginia (1584) wurde anfangs noch keine kohärente Strategie verfolgt.[31]

1620 kam es bei dem Export von englischen Tuchen in andere europäische Staaten zu einer Absatzkrise. Jakob I. berief deshalb eine Sachverständigenkonferenz ein, an der u.a. Thomas Mun teilnahm. Es kam zu einer öffentlichen Kontroverse über die Wirtschaftspolitik, in welcher die aufstrebenden gewerblichen Unternehmer die Aufhebung jeglicher Erbuntertänigkeit forderten, damit weiterhin reichlich billige Arbeitskräfte verfügbar bleiben. Weiterhin forderten sie Schutzzölle und merkantilistische Gewerbeförderung. Mit den Forderungen gerieten sie in Konflikt mit dem Landadel, der eine offene Konkurrenz zwischen adliger Großlandwirtschaft und Gewerbebetrieben um das Arbeitskräfteangebot fürchtete und für Lohn- und Preisregulierungen eintrat. Der Konflikt zog sich bis in den Bürgerkrieg von 1642-49 hinein, in denen die gewerblichen Unternehmer das Parlament und der Landadel den König unterstützten. Mit der Niederlage des Königs und der Berufung Oliver Cromwells zum Lordprotektor hatte auch der Landadel den Kürzeren gezogen. Die merkantilistische Position der Gewerbetreibenden gewann die Oberhand. Mit den Navigationsakten von 1651 wurde bestimmt, dass alle Überseegüter nur auf englischen Schiffen transportiert werden durften. Dies stellte eine bedeutende Benachteiligung der Kolonien gegenüber dem Mutterland dar. Gegenüber den anderen europäischen Staaten wurde bestimmt, dass Importe nach England nur auf englischen Schiffen stattfinden durften. Die Durchsetzung in der Praxis hing allerdings von der Verhandlungsposition des englischen Königs gegenüber dem Ausland ab. Karl II. erneuerte das Exportverbot für Wolle und erließ ein Importverbot für ausländische Tuche.[32] Zölle wurden auch für Importe aus den Kolonien erhoben. Insbesondere für Fertigwaren wurde der Zoll so hoch angesetzt, dass er legalen Handel praktisch unterband. Die Zölle für den Handel zwischen den Kolonien waren oft höher als die Zölle auf den Handel mit England. Die Benachteiligung der Kolonien führte zu Spannungen mit England, u.a. zur Boston Tea Party. Ein typisch merkantilistischer Handelsvertrag war der Methuenvertrag den England 1703 mit Portugal schloss. In dem Vertrag wurde vereinbart, dass englische bzw. portugiesische Waren zu außergewöhnlich geringen Zöllen in das Partnerland und die portugiesischen Kolonien exportiert werden durften. In der Folge brach die im Entstehen begriffene portugiesische Textilindustrie zusammen, während portugiesischer Wein auf dem englischen Markt den französischen Burgunderwein verdrängte.[33]

Der zunehmende Pauperismus (strukturelle Armut) wurde mit dem Armengesetz von 1662 mit der Statuierung einer Arbeitspflicht begegnet. Es wurden Arbeitshäuser eingerichtet, die zunächst von Privaten betrieben wurden, wegen anhaltender Unrentabilität dann aber 1723 verstaatlicht wurden. Kinderarbeit war in der Landwirtschaft seit jeher üblich, im 18. Jahrhundert hielt sie auch im Textilgewerbe Einzug. 1720 wurden Gewerkschaften verboten um das Preisniveau niedrig zu halten. Der Einfluss der Zünfte wurde gänzlich beseitigt. Eine Nebenwirkung davon war die Vernachlässigung der Handwerkerausbildung. Ab 1672 wurden gezielt niederländische Handwerker angeworben, später auch hugenottische Facharbeiter. 1669 wurden Lebensmittelimporte aus Holland und Frankreich und sogar aus Irland und Schottland verboten. Auf die entstandene Lebensmittelknappheit hin wurde 1689 der Export von Getreide verboten. Die Niederlande wurden in verschiedenen Seekriegen zwischen 1652 und 1674 als europäischer Machtfaktor und als Handelskonkurrent weitgehend ausgeschaltet. Die französische Kolonial- und Handelskonkurrenz wurde in mehreren Kriegen zwischen 1688 und 1763 weitgehend ausgeschaltet.[34]

Der Merkantilismus prägte das Landschaftsbild in einigen Regionen Großbritanniens sowohl durch den Bau von Schifffahrtskanälen (z. B. Bridgewater-Kanal, Thames & Severn Canal), den frühen sog. Narrowboat-Kanälen als auch durch Trockenlegung von Sümpfen und ähnliche Projekte. Die Maximierung der landwirtschaftlichen Produktion durch Umwandlung von „nutzlosem Land“ in Agrarfläche erhöhte nach merkantilistischer Auffassung auch die wirtschaftliche Stärke einer Nation, da mit einer Erhöhung der Agrarproduktion fallende Preise für Lebensmittel und demzufolge für Manufakturarbeit erwartet werden konnten.

Abkehr vom Merkantilismus

1757 wurde die Kontrolle der Mindestlöhne durch einen Friedensrichter aufgehoben. Die Gestaltung der Löhne sollte alleine den Marktkräften überlassen werden. Mit dem Eden-Vertrag von 1783 wurde der Außenhandel zwischen England und Frankreich stärker an Freihandelsprinzipien ausgerichtet.[35]

Frankreich

Ludwig XIV. besucht die Manufacture nationale des Gobelins, Gobelin von 1667
Eine Blumenmanufaktur von 1765.

Der Merkantilismus hatte in Frankreich bereits im frühen 16. Jahrhundert eingesetzt, bald nachdem die Monarchie die wichtigste Macht in der französischen Politik geworden und den Adel aus seiner regionalen Einflussmöglichkeit verdrängt hatte. 1539 wurde eine Verordnung erlassen, der zufolge Wollgüter aus Teilen der habsburgisch beherrschten Gebiete (Spanien und Teile Flanderns) nicht mehr eingeführt werden durften. Ein Jahr später wurden zahlreiche Restriktionen gegen den Export von Gold in Kraft gesetzt.

Nach einer Periode 30-jähriger Bürger- und Religionskriege entschloss sich der siegreiche Hugenotte Henri de Navarre zum Katholizismus überzutreten („Paris ist eine Messe wert“) und als König Heinrich IV. ab 1594 zu regieren. Er übertrug das Amt des Finanzministers seinem alten hugenottischen Freund und Waffenkameraden Sully, der bei Amtsantritt neben völlig zerrütteten Staatsfinanzen ein verwüstetes Land mit brachliegender Landwirtschaft und darniederliegendem Handwerk und durch Räuberbanden und marode Verkehrswege geschrumpften Handel vorfand. Sully war der bedeutendste frühe französische Vertreter des Merkantilismus. Die ersten wirtschaftspolitischen Maßnahmen dienten der Erschließung des Binnenhandels. Hierzu wurden Straßen und Kanäle gebaut. Ein besonderes technisches Meisterwerk war der 1681 fertiggestellte Canal du Midi. Mit dem ordonance civil von 1667 wurde das Justizwesen vereinheitlicht und damit für Kaufleute überschaubarer. Weiterhin sollten alle Inlandszölle abgeschafft werden, dies gelang bis 1664 für die Hälfte Frankreichs.[36] Zugleich wurden die Zölle für Importe immer weiter erhöht, beispielsweise stieg der Zoll auf englische Tuche von 6 Livres (1632) über 30 Livres (1653) auf 80 Livres (1667). Ausführzölle wurden gesenkt oder ganz aufgehoben.[37]

Der Höhepunkt des französischen Merkantilismus ist eng verknüpft mit Jean-Baptiste Colbert, der 1665 Greneralkontrolleur der Finanzen und 1669 Staatssekretär des königlichen Haushalts wurde. Seine Variante des Merkantilismus wird auch als Colbertismus bezeichnet. Sein Ziel war die Steigerung der französischen Exporte, um mehr Gold ins Land zu holen und eine Million neue Arbeitsplätze in Manufakturen zu schaffen. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Manufakturwaren sicherzustellen, übertrug er den Zünften die Aufgabe, die Produktion zu kontrollieren. Spitzenprodukte erhielten ein königliches Gütesiegel. Colbert verlängerte die Arbeitszeit indem er die Zahl kirchlicher Feiertage reduzierte. Ein Versammlungs- und Streikverbot für Arbeiter sollte niedrige Löhne sicherstellen. Später wurden Herstellungsmethoden, Maße und Farben der Produkte sowie die Arbeitszeiten in Gewerbeverordnungen detailliert geregelt und von halbstaatlichen Kontrollorganen überprüft. Mit der Manufacture nationale des Gobelins übernahm der Staat selbst die Produktion von sehr hochwertiger Tapisserie. Colbert gelang es 1665 die holländische Tuchfabrikantenfamilie Van Robais dafür zu gewinnen in Abbeville die Manufacture royale des Rames zu errichten, mit der die Produktion feiner Tuche in Frankreich begründet wurde. Weiterhin wurden unzählige Maulbeerbäume angepflanzt, um in Frankreich ein Seidengewerbe zu begründen. Unternehmer, die neue Produktionsverfahren beherrschten, wurden mit Steuernachlässen, einer Monopolstellung oder staatlicher Darlehen angeworben.[38]

Der Ausbau der Kriegsflotte war eine Voraussetzung für die Teilnahme am Welthandel. Unter Ludwig XIV stieg Frankreich nach England und den Niederlanden zur drittstärksten Seemacht auf. Es wurden Kolonien und Handelsstützpunkte gegründet, so z.B. 1603 Neufundland und 1659 Haiti. Die französische Handelsflotte vergrößerte sich bis 1683 auf 80.000 t (zum Vergleich: England verfügte über 560.000 t, die Niederlande und die Hanse jeweils über 100.000 t).[39]

Um 1700 erkannte man im conseil de commerce, dass man nicht einerseits Frankreich autark machen und andererseits andere Nationen zwingen kann französische Waren zu kaufen. In Abkehr von der Außenhandelspolitik Colberts wurden wichtige Hafenstädte zu Freihäfen erklärt. Nach 1713 wurden außenhandelsfreundlichere Handelsverträge abgeschlossen.[40]

Deutsches Reich

Empfang von Hugenotten durch Kurfürst Friedrich Wilhelm.
Friedrich der Große inspiziert auf einer seiner Inspektionsreisen den Kartoffelanbau („Der König überall“, Gemälde von Robert Warthmüller).
Mit dem preußischen Edikt von 1719 wurden die Nutzung ausländischer Tuche und Wollwaren verboten.
Stromaufwärts wurden Schiffe i.d.R. mit Zugtieren getreidelt. (Hier: Finowkanal um 1885).

Durch den Dreißigjährigen Krieg sank die Bevölkerungszahl von 16 auf 10 Mill. Produktionsstädten und landwirtschaftliches Betriebsvermögen waren weitgehend zerstört. Die Mündungen von Rhein, Weser und Oder in die Nord- bzw. Ostsee waren in Niederländischem bzw. Schwedischem Besitz, so dass der Handel von der Steuer-, Zoll- und Stapelpolitik der Niederlande bzw- Schweden abhängig waren. Alle Versuche das Münzwesen zu vereinheitlichen scheiterten an Partikularinteressen der souverän gewordenen deutschen Fürsten.[41]

Bevölkerungspolitik

Viele Könige und Fürsten versuchten das Bevölkerungswachstum durch die Förderung von Eheschließungen zu erhöhen. Beispielhaft ist die Bevölkerungspolitik in dem vom Dreißigjährigen Krieg besonders stark verwüsteten Brandenburg-Preußen. Mit dem Edikt von Potsdam versprach Kurfürst Friedrich Wilhelm den Hugenotten Sicherheit und auch weitreichende Privilegien wie z.B. umfangreiche Befreiungen von Steuern und Zöllen, Subventionen für Wirtschaftsunternehmen und staatliche Besoldung der hugenottischen Prediger. Bis 1720 wurden 20.000 französische Hugenotten im Land angesiedelt. Es handelte sich vorwiegend um hochqualifizierte Handwerker, die in Preußen die Produktion von hochwertigen Gütern und Luxusgütern wie Hüte, Seifen, Porzellan, Modeartikel und Seide begründeten und so eine importsubstituierende Wirtschaftsentwicklung anschoben. Friedrich Wilhelm I. betrieb eine planmäßige Besiedlungspolitik, indem er ausländische Bankiers, Kaufleute, Manufakturisten, Textil- und Metallhandwerker mit Patenten und Privilegien anzulocken suchte. 1732 siedelte Brandenburg-Preußen 15.000 Salzburger Exulanten an. Friedrich der Große ließ durch Trockenlegung des Warthe-, Netze- und Großen Bruchs neuen Siedlungsraum schaffen. Allein im Warthebruch konnten 58.000 Familien in 1.000 neu gegründeten Dörfern angesiedelt werden. In seiner Regierungszeit verdoppelte sich die Bevölkerung Brandenburg-Preußens.[42] Durch Meliorationsmaßnahmen vergrößerte sich die landwirtschaftliche Anbaufläche beispielsweise in Schlesien um 15 % und in Hinterpommern um 10 %.[43]

Erheblichen Einfluss auf die Landwirtschaft und Bevölkerungsentwicklung hatte die Einführung der Kartoffel, die gegenüber dem Getreideanbau weniger anspruchsvoll ist und einen deutlich höheren Flächenertrag bringt. Die Durchsetzung des Kartoffelanbaus erforderte vielerorts öffentliche Aufklärungsarbeit. In Preußen erließ Friedrich II. 1756 den ersten seiner sogenannten Kartoffelbefehle mit dem er seine Beamten die Weisung gab:[44]

„... denen Herrschaften und Unterthanen den Nutzen von Anpflantzung dieses Erd Gewächses begreiflich zu machen, und denselben anzurathen, dass sie noch dieses Früh-Jahr die Pflantzung der Tartoffeln als einer sehr nahrhaften Speise unternehmen“

Friedrich der Große in einem seiner Kartoffelbefehle.

Der Legende nach ließ er sogar einen Kartoffelacker von Soldaten bewachen um die Bauern zum stehlen und zum eigenen Anbau der vermeintlich besonders wertvollen Pflanzen zu verleiten. Den endgültigen Durchbruch erzielte der Kartoffelanbau in Deutschland nach der Hungersnot von 1770/72.[45]

Einfuhrbeschränkungen und Einfuhrverbote

Auf Initiative des Kameralisten Johann Joachim Becher verbot Österreich 1673 den Import französischer Luxuswaren wie Uhren, Schmuckgegenstände, Teppiche, Perücken etc. Nach Beratungen auf dem Reichstag von 1675 folgten auch die anderen Territorien des Deutschen Reiches dem Beispiel. Ziel der Maßnahme war es das inländische Handwerk zu fördern, aber auch den Abfluss von Geld nach Frankreich zu verhindern. Frankreich betrieb zu der Zeit eine Außenpolitik, die stark auf Subsidien-Zahlungen an befreundete Staaten beruhte. Deshalb war das Ziel der Verringerung französischer Außenhandelsüberschüsse auch außenpolitisch-militärischer Natur.[46]

In der Praxis führten derartige Maßnahmen oft zu unerwünschten Gegenreaktionen. Als das Deutsche Reich kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg den Import niederländischer Fertigwaren verbot, antworteten die Niederlande mit einem Importverbot für deutsche Waren. Daraufhin warben die Gesandten von Brandenburg und Köln auf dem Reichstag für Vergeltungsmaßnahmen. 1711 verabschiedete der Reichstag eine Verordnung über Retorsionsmaßnahmen, mit denen eine Diskriminierung deutscher Produkte beantwortet werden konnte.[47]

Ausfuhrbeschränkungen für Rohstoffe

In der Annahme der Begrenztheit von Rohstoffen wurde eine Außenhandelspolitik empfohlen, die den Export von Rohstoffen vermindert und den Import von Rohstoffen begünstigt.[48] Nach Empfehlung der Merkantilisten sollten Rohstoffe auch möglichst im Inland verarbeitet werden, damit die Wertsteigerung durch inländische Wertschöpfung erfolgt. Dies führte bisweilen dazu, dass der Export von Rohstoffen staatlicherseits beschränkt wurde. Beispielsweise war die Schafzucht in Brandenburg aufgrund von Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg stark zurückgegangen. Zum Schutz der inländischen Wollweber verbot Brandenburg-Preußen deshalb übergangsweise den Export von Wolle nach England.[49]

Direkte Förderung von Exporten

Merkantilisten empfahlen zur Exportförderung auch Exportprämien sowie Finanzierungshilfen für Exporteure.[50]

Gewerbeförderung

Durch den Bau von Straßen und Kanälen wurden die Transportkapazitäten erhöht und die Transportkosten verringert und somit der Binnenmarkt besser erschlossen. Beispielsweise verband der 1662-69 gebaute Friedrich-Wilhelm-Kanal die Elbe über die Spree mit der Oder. Dies führte zu einer Expansion von Handel und Binnenschifffahrt.[51]

Merkantilisten waren auch bestrebt die u.a. auf dem Zunftzwang beruhende Macht der Zünfte zu begrenzen, denn eine starke Beschränkung des Zugangs zur Handwerkerschaft stand dem Ziel der Expansion der handwerklichen Produktion entgegen. So erlaubte die Reichszunftordnung von 1731 auch „unehrlichen“ Leuten, wie den Nachkommen der Nachtwächter, der Stadtdiener oder von Schäfern ein Handwerk zu erlernen.[52] Maßnahmen zur Beschränkung der Macht der Zünfte stießen i.d.R. auf deren Widerstand und wurden nach Möglichkeit hintertrieben. Auch deshalb förderten die staatlichen Merkantilisten die Errichtung von Manufakturen, die nicht im Zunftwesen organisiert waren. In Manufakturen arbeiteten mehrere Dutzend Menschen gegen Arbeitslohn für den Manufaktur-Unternehmer. Anders als Handwerker fertigten die einzelnen Arbeiter die Ware nicht von Anfang bis Ende, sondern in arbeitsteiligen Abschnitten. Die Arbeitsteilung erlaubte eine Spezialisierung auf einzelne Arbeitsabschnitte, dadurch war die Produktivität höher als im traditionellen Handwerk.[53]

Die Ansiedlung von Gewerbetreibenden und insbesondere von Manufakturen wurde oft durch Subventionen, Steuerprivilegien und verbilligte Kredite gefördert. Oft wurden auch Gebäude und Holz aus den staatlichen Forsten kostenlos überlassen. Die finanzielle Unterstützung durch den Staat sollte die den Gewerbetreibenden über die erste Durststrecke hinweghelfen. Viele Manufakturen gingen nach Wegfall der Subventionen Bankrott weil es nicht gelungen war das Unternehmen mit ausreichender Wirtschaftlichkeit zu etablieren. So überlebte beispielsweise die preußische Seidenindustrie nur so lange, wie sie staatliche Hilfen erhielt. Erfolgreicher verlief in Preußen die Ansiedlung von kriegswichtigen Manufakturen wie z.B. das Königliches Lagerhaus (eine Tuchmanufaktur). 1740 wurde das Departement für Manufactur- und Commerciensachen gegründet, um die Produktionstechniken preußischer Manufakturen zu verbessern. Wo sich keine inländischen Unternehmer bereitfanden und auch keine ausländischen Unternehmer angeworben werden konnten, versuchten Könige und Fürsten auch mit der Gründung staatlicher Manufakturen die Gewerbetätigkeit auszuweiten.[54]

Bankwesen

Aufgrund der Münzverschlechterungen der ersten und zweiten Kipper- und Wipperzeit und weil jedes Territorium des deutschen Reiches eigene Währungen hatte wurden Zahlungen unter Kaufleuten zunehmen durch bargeldlosen Zahlungsverkehr (Giroverkehr) über Banken abgewickelt. Damit begann die Giralgeldschöpfung durch die Banken. Eine der ersten modernen deutschen Banken war die 1619 gegründete Hamburger Bank, die als Rechnungswährung die Mark Banco schuf. Weitere größere Banken waren die 1621 in Nürnberg gegründete Banco Publico, die 1698 in Leipzig gegründete Banco di Depositi, die 1706 gegründete Wiener Stadtbank oder die 1765 für Preußen gegründete Königlichen Giro- und Lehn-Banco.[55]

Spanien

Ähnlich wie in England und Flandern beruhte in Spanien ein beträchtlicher Teil der Produktion im 15. und 16. Jahrhundert auf der Erzeugung von Wolle und Tuchen. Da Kastilien trotz des reichlichen Rohstoffs Wolle – anders als Flandern – nicht genügend Kapazitäten in der „Schlüsselindustrie“ Tuchmanufaktur besaß, um die Inlandsnachfrage zu decken, beantragen die Cortes in Madrigal bereits 1439 das Verbot von Wollexport und Tuchimport. Die Cortes bestimmen 1438 und 1462 in Gesetzen, dass ein Drittel der Wolle den kastilischen Werkstätten vorbehalten bleiben müsse.

Die Monarchie vermochte nicht einen einheitlicheren spanischen Binnenmarkt herzustellen. Die Steuer- und Zollgrenzen zwischen den verschiedenen spanischen Königreichen blieben weitgehend unangetastet. Zwischen Galicien und Asturien wurde eine königliche 20%ige Steuer als „diezmos de la mar“ (Meereszehnter) erhoben. Sogar an den Grenzen zwischen den Königreichen Kastilien und Granada, Aragón, Navarra und Valencia wurde der „diezmo del rey“ (Königlicher Zehnter) erhoben. In Kastilien bestand eine Goldwährung (1 dobla/castellano = 365 Maravedís; ab 1497 1 ducado = 375 Maravedís), die von den Silbermünzen (1 real = 34 Maravedís; und der blanca = 0,5 Maravedís) ergänzt wurde. In Aragón beruhte die Währung auf Silbermünzen (1 libra = 20 sueldos = 240 dinaros). Die Maße unterschieden sich nicht allein zwischen Aragón und Kastilien; auch das politisch zu Kastilien gehörende Andalusien benutzte eigene Maße. Der Handel mit Fleisch, Wein, Fisch, Salz, gelegentlich Gemüse und Brennholz wurde durch lokale Beschränkungen geregelt. Die Ausfuhr von Gold und Silber, Getreide, Vieh, Waffen, Eisen und Holz war verboten und der Binnenhandel wurde gefördert. Die Produktion des Agrarsektors und des Handwerks (Ausnahme: Tuche) blieb weitgehend der lokalen und regionalen Obrigkeit überlassen.

1495 erhielten zunächst Kastilier die Erlaubnis, Agrarprodukte – in erster Linie Weizen, Öl und Wein – und handwerkliche Erzeugnisse der Alten Welt nach Westindien auszuführen und Luxusgüter von dort aus ins spanische Königreich zu importieren. 1511 erweiterte Fernando II. de Aragón dieses Handelsprivileg auch auf die Aragoneser. Kaiser Karl V. dehnte die Handelsfreiheit mit den amerikanischen Kolonien 1529 auf alle Untertanen seines Kaiserreichs aus, 1549 wurde sie jedoch wieder auf seine spanischen Untertanen eingeschränkt. Selbst an die flandrischen Weber, die viel für die spanische Wolle gegeben hätten, durfte bald keine Wolle mehr ausgeführt werden, da sie als feindliche Provinzen galten. 1552 erließ Karl V. ein Ausfuhrverbot für spanische Stoffe nach Amerika; 1569 wurde die Textilindustrie in den spanischen Kolonien verboten. Nur noch grobes, billiges Tuch durfte mit importierter Wolle gefertigt werden, um die indianische Bevölkerung zu bekleiden. Kaum kam es der Obrigkeit zu Ohren, dass die Tuchfabrikation im mexikanischen Pueblo de los Angeles schon zur Exportkonkurrenz der Textilmanufakturen im Mutterland herangewachsen war, die sogar Perú belieferte, gab König Felipe II. seinem Vizekönig den Befehl, diesen Gewerbezweig auf regionale Maße zurückzustutzen.

Als infolge der allgemeinen Verarmung durch die Inflation auch für Spanier heimisches Wolltuch unerschwinglich wurde, verbot die Krone kurzerhand den heimischen Manufakturen, Qualitätsware zu erzeugen, „damit das Volk nicht zum Luxus gereizt würde“. Ausländische Billigware wurde beinahe zollfrei um den Preis der Vernichtung des Hauptgewerbes ins Land gelassen, um die Preise des spanischen Tuchs zu drücken, das zeitweilig den „Weltmarkt“ beherrscht hatte. Auf Initiative Karls V. wurde die aus den Niederlanden bekannte Technologie der Windmühlen in der Mancha übernommen. Das Gewerbe der Kolonien beschränkte sich deshalb anfangs auf einheimische Produkte (Wolle, Baumwolle, Felle), die für den unmittelbaren Bedarf verarbeitet werden (Textilien, Leder). Die Philippinen lieferten durch jährlich einmal ins mexikanische Acapulco verkehrende Konvois chinesische Seide, Gewürze und Porzellan. Deshalb bezogen die Siedler in den amerikanischen Kolonien in dieser Phase fast ihren gesamten Bedarf samt Wein und Weizen aus dem Mutterland. Die Krone übernahm durch Monopole (Tabak, Salz, Spielkarten, Quecksilber, Sklavenhandel) weitgehend Wirtschaft und Handel zwischen Kolonien und Mutterland und kontrollierte alles durch die Casa de Contratación. Die Krone schrieb die Handelswege („la flota“, das 1561 eingeführte System von Schiffen, die als Geleitzug im Konvoi regelmäßig zwei Mal jährlich festliegende, befestigte Häfen anliefen) verbindlich vor, verbot den Außenhandel zwischen ihren Kolonien und anderen europäischen Mächten, verbot den Anbau von Wein und Olivenöl und erhob von den ex- und importierten Waren eine Abgabe („la almojarifazgo“) von 20 %. Daneben wurde, wie im Mutterland, eine Art Umsatzsteuer, die „alcabala“ von jedem Verkauf und der „quinto real“, das königliche Fünftel erhoben. Für die Unterhaltung der flota musste eine Sondersteuer entrichtet werden, die „avería“. Dies verteuerte Manufakturprodukte in den Kolonien, verhinderte Wettbewerb für die Manufakturen des Mutterlandes und zog Bestechung, Betrug, Schmuggel und alle Formen der Schattenwirtschaft geradezu magisch an. Die Bürokratie konnte gar nicht genug aufgebläht werden, um all die Schlupflöcher zu stopfen: Die 1782 nach französischem Vorbild eingeführte Intendanturbürokratie verschlang 80 % der Steuereinnahmen. Während des wirtschaftlichen Zusammenbruchs im 17. Jahrhundert hatte Spanien eine wenig kohärente Wirtschaftspolitik, aber unter Felipe V. wurde die französische Politik mit einigem Erfolg eingeführt. So wurde zum Beispiel eine königliche Manufaktur für Gobelins eingerichtet, für die Fachkräfte aus den Niederlanden abgeworben wurden.

Übriges Europa

Die anderen Nationen Europas übernahmen den Merkantilismus ebenfalls in unterschiedlichem Umfang. In Mitteleuropa und den nordischen Ländern wurde der Merkantilismus nach dem Dreißigjährigen Krieg populär, mit Christina I. von Schweden und Christian IV. von Dänemark als nennenswerten Befürwortern. Die Niederlande, die durch ihre Handelsvormachtstellung zum Finanzzentrum Europas geworden war, hatte kein Interesse an Handelsbeschränkungen. Auch gab es wenig staatliche Reglementierungen der Wirtschaft, so dass ein Teil der Literatur die Wirtschaftspolitik der Niederlande nicht dem Merkantilismus zuordnet.[56]

Einordnung

Die Gelehrten sind sich nicht einig, warum der Merkantilismus die führende wirtschaftliche Ideologie für zweieinhalb Jahrhunderte war. Eine Gruppe, repräsentiert durch Jacob Viner, argumentiert, dass der Merkantilismus einfach ein eingängiges System gewesen sei und Menschen der damaligen Zeit nicht die analytischen Möglichkeiten gehabt hätten, um festzustellen, dass dieses System in Wahrheit sehr trügerisch war. Eine zweite Gruppe, vertreten durch Leute wie Robert B. Ekelund, behauptet, der Merkantilismus sei überhaupt kein Fehler gewesen, sondern das bestmögliche System für seine Entwickler. Diese Gruppe argumentiert, der Merkantilismus sei von gewinnorientierten Kaufleuten und Regierungen geschaffen worden. Die Kaufleute profitierten kräftig von den erzwungenen Monopolen, Ausschluss von ausländischen Wettbewerbern und Armut in der Arbeiter- und Bauernklasse. Die Regierungen profitierten von den hohen Zöllen und den Zahlungen der Kaufleute. Während spätere wirtschaftliche Ideen von Akademikern und Philosophen entwickelt wurden, waren fast alle merkantilistischen Autoren Kaufleute oder Regierungsbeamte.

Der Merkantilismus entwickelte sich zu einer Zeit, in der sich die europäische Wirtschaft in einer Übergangsphase befand. Mit dem Vordringen des Geldes und seinem Austausch von Gütern, Dienstleistungen und Zahlungsbilanzmitteln über Grenzen hinweg veränderten sich die Bedürfnisse sowohl der Fürstenhaushalte, als auch der Kaufleute. Technische Verbesserungen in der Schifffahrt und das Wachstum der großen Städte führten zu einem schnellen Wachstum des internationalen Handels. Durch die Einführung der doppelten Buchführung und der modernen Bilanzierung konnten Zu- und Abflüsse von Geld leicht nachvollzogen werden. Die isolierten, auf Naturalwirtschaft beruhenden feudalen Grundherrschaften wurden durch zentralisierte, auf Geldwirtschaft beruhende Nationalstaaten ersetzt. Dies veränderte auch die Betrachtung der Einnahmen der Fürstenhaushalte: Hatte sich im Frühmittelalter der Monarch von einer Königspfalz zur anderen begeben, um die Realabgaben seiner lokalen Untertanen zu verzehren, bzw. für Bauprojekte ihre reale Arbeitsleistung in Anspruch genommen und sich ansonsten mit den Einnahmen aus den Regalien begnügen müssen, konnte der Staat im Zeitalter des Absolutismus in einer Geldwirtschaft auf Steuern zurückgreifen. Mit der Einführung indirekter Steuern war die Durchsetzung ihrer Erhebung auch nicht mehr zwangsläufig mit der Ausübung von individueller Gewalt verbunden.

Vor dem Merkantilismus strebten die mittelalterlichen Scholastiker ein Wirtschaftssystem an, das zur christlichen Lehre von Gerechtigkeit und Frömmigkeit passte. Sie konzentrierten sich hauptsächlich auf Tauschvorgänge zwischen Individuen, die Mikroökonomie. Der Merkantilismus gehörte zu den Theorien und Ideen, welche das mittelalterliche Weltbild ersetzten. Machiavellis Politikmodell und das Prinzip der Staatsräson wurden zum Leitbild staatlicher Politik. Die merkantilistische Idee, dass jeglicher Handel ein Nullsummenspiel sei, in welchem jede Seite den anderen in skrupellosem Wettbewerb zu betrügen versuchte, wurde in die Arbeit von Thomas Hobbes integriert. Diese dunkle Seite der menschlichen Natur passte ebenfalls gut in die puritanische Weltsicht, und einige der schärfsten merkantilistischen Gesetze, wie die Navigations-Akte, wurden von der Regierung Oliver Cromwells eingeführt.

Der Merkantilismus förderte eine immense Gewaltausbreitung im 17. und 18. Jahrhundert in Europa. Da das Welthandelsvolumen als konstant angesehen wurde, glaubte man, das eigene Handelsvolumen nur dadurch erhöhen zu können, dass man anderen ihren Handel wegnahm. Mehrere Kriege, z. B. die englisch-niederländischen Seekriege sowie der französisch-niederländische Krieg können direkt auf merkantilistische Theorien zurückgeführt werden. Die häufigen Kriege während dieser Periode verstärkten wiederum den Merkantilismus, der als notwendige Komponente erfolgreicher Kriegsführung gesehen wurde. Ebenso verstärkte er den Imperialismus dieser Zeit, da jeder Staat versuchte, neue Kolonien als Rohstofflieferanten und exklusiven Handelspartner zu gewinnen. Während dieser Periode breiteten sich die europäischen Mächte rund um den Globus aus. Wie in der heimischen Wirtschaft geschah dies oft unter der Führung von Unternehmen mit staatlich garantierten Monopolen: Staatlich monopolisierte Handelskompanien versorgten und verwalteten bestimmte Teile der Welt, wie die verschiedenen Ostindien-Kompanien oder die britische Hudson’s Bay Company.

Ein Großteil von Adam Smiths Wohlstand der Nationen ist eine Attacke auf den Merkantilismus

Gelehrte wie Dudley North, John Locke und David Hume kritisierten den Merkantilismus, lange bevor Adam Smith seine klassische Theorie formulierte. Die Merkantilisten konnten den Begriff des komparativen Vorteils, der 1817 von David Ricardo gelehrt wurde, und den Nutzen des Freihandels nicht nachvollziehen. Ricardo verweist darauf, dass Portugal Wein und Kork kostengünstiger als England produzieren könne, während England vergleichsweise günstig Textilien herstellen konnte. Wenn also Portugal sich auf die Produktion von Wein und Kork und England auf die von Textilien spezialisieren würde und beide Handel trieben, so hätten beide Länder am Ende einen Vorteil. Handel sei kein ruinöses Nullsummenspiel, sondern könne für beide Seiten vorteilhaft sein. Durch Importbeschränkungen und Zölle entginge beiden Nationen dieser Vorteil.

David Hume zeigte die Unmöglichkeit einer konstant positiven Außenhandelsbilanz, die von den Merkantilisten angestrebt wurde. Wenn Geld in ein Land fließt, so werde der Wert des Geldes in diesem Land beständig sinken, da die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steigt. Damit würden die Güter immer teurer werden. Umgekehrt würden in dem Land, das Geld exportiert und Güter importiert, die Preise langsam fallen. An irgendeinem Punkt wäre es dann nicht mehr kosteneffektiv, Güter von einem Hochpreisland in ein Niedrigpreisland zu exportieren, und die Außenhandelsbilanz würde sich umkehren. Die Merkantilisten unterschätzten diesen Vorgang, weil die frühen Monetaristen noch vom Wert des Edelmetalls überzeugt waren und annahmen, die Ausweitung der zirkulierenden Geldmenge würde das Land reicher machen.

Die Wichtigkeit, die den Geldreserven beigemessen wurde, war ebenfalls ein zentrales Ziel der Kritiker, auch wenn viele Merkantilisten von selbst begonnen hatten, Gold und Silber als weniger wichtig zu sehen. Für Adam Smith war Gold ein Gut wie jedes andere, nichts anderes als ein gelbes Mineral, das nur aufgrund seiner Seltenheit so gefragt war.

Die Physiokraten in Frankreich bildeten die erste Schule, die den Merkantilismus komplett ablehnte. Aber auch die physiokratische Theorie war umstritten, und erst Adam Smith konnte 1776 mit seinem Buch Wohlstand der Nationen eine durchdachte Alternative veröffentlichten. Dieses Buch beschreibt die Grundsätze dessen, was heute als die klassische Nationalökonomie bekannt ist. Smith verwendet einen beträchtlichen Anteil des Buches dafür, Argumente der Merkantilisten zu widerlegen, obwohl er oft vereinfachte oder überzogene Versionen derselben bemüht.

Die Gelehrten streiten auch über die Gründe, warum der Merkantilismus zu Ende ging. Diejenigen, die ihn für einen Irrweg halten, glauben, dass seine Ersetzung durch das präzisere Modell vom Adam Smith unausweichlich gewesen sei. Andere Theoretiker betrachteten den Merkantilismus als eine Einrichtung gewinnsüchtiger Kaufleute und Regierungen, der durch größere Machtverschiebungen endete. In Großbritannien verblasste der Merkantilismus, als das Parlament das Recht zur Vergabe von Monopolen erhielt. Der zeitliche und finanzielle Aufwand zum Erreichen einer parlamentarischen Mehrheit wurde so groß, dass kaum noch neue Monopole vergeben wurden, obwohl reiche Kapitalbesitzer das Parlament kontrollierten.

Die merkantilistischen Regulierungen wurden in Britannien im Laufe des 18. Jahrhunderts kontinuierlich abgebaut, und während des 19. Jahrhunderts übernahm es vollständig den Freihandel und Smiths Laissez-faire-Haltung. Auf dem europäischen Festland verlief die wirtschaftliche Liberalisierung etwas langsamer. In Frankreich verblieb die Kontrolle über die Wirtschaft in den Händen der königlichen Familie, und der Merkantilismus setzte sich bis zur Französischen Revolution fort. In Deutschland blieb der Merkantilismus vom späten 19. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert, als die Historische Schule ihren Höhepunkt hatte, eine wichtige Ideologie.

Auswirkungen

In der englischsprachigen Welt wurde Adam Smiths Ablehnung des Merkantilismus ohne Widerspruch akzeptiert, allerdings stimmen heute die meisten Ökonomen überein, dass der Merkantilismus in einigen Bereichen richtig gewesen sei. An prominentester Stelle unterstützte der Brite John Maynard Keynes explizit einige der Lehren des Merkantilismus. Adam Smith lehnte es ab, sich mit der Geldmenge zu befassen, weil Güter, Menschen und Institutionen die Grundlagen des Wohlstands seien. Keynes hielt dagegen, dass die Geldmenge, die Außenhandelsbilanz und die Zinssätze von großer Bedeutung für eine Volkswirtschaft seien. Diese Ansichten wurden später zur Basis des modernen Monetarismus.

Adam Smith lehnte die merkantilistische Konzentration auf die Produktion ab. Er glaubte, Konsum sei der einzige Weg zu Wirtschaftswachstum. Keynes argumentierte hingegen, die Förderung der Produktion sei genauso wichtig wie die Förderung des Konsums. Keynes erkannte auch, dass in der Frühmoderne das Streben nach größeren Edelmetallreserven vernünftig gewesen sei. Vor der Einführung des Papiergeldes sei die Erhöhung der Goldmenge der einzige Weg gewesen, um die Geldmenge zu erhöhen. Als infolge der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre die USA ihr Kapital aus dem Ausland abzogen bzw. die Schuldnerstaaten ihre Schuldenlast nur mühsam und verzögert bedienen konnten, erkannte Keynes die Bedeutung der Zahlungsbilanz. Er erkannte, dass wenn alle Staaten ihre Exporte fördern und ihre Importe beschränken wollten, um den heimischen Arbeitsmarkt zu unterstützen, das Deutsche Reich den Handelsbilanzüberschuss nicht mehr erwirtschaften könne, um die nach dem Krieg geforderten Reparationen zu leisten. Anders als die Laissez-faire-Ideologie von Smith übernahm Keynes vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise die merkantilistische Idee aktiver staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft. Keynes' Theorien wurden von vielen politischen Parteien aufgegriffen, Franklin D. Roosevelts New-Deal-Programm in den USA war das umfangreichste staatliche Beschäftigungsprogramm. Diese Politik wurde von allen Parteien bis Mitte der 1970er Jahre mit großem Erfolg weitergeführt.

Bis heute wird der Begriff oft abwertend benutzt, weil er einseitig mit protektionistischen Maßnahmen gleichgesetzt wird. Die Ähnlichkeiten zwischen dem Keynesianismus (und nachfolgenden Ideen) und dem Merkantilismus führten dazu, dass Anhänger dieser Theorien oft „Neomerkantilisten“ genannt werden. Andere Systeme, die einige merkantilistische Merkmale aufweisen, wie das Wirtschaftssystem Japans, werden ebenfalls Neomerkantilisten genannt. Moderne regionale und sektorale Wirtschaftsförderung wäre ohne die Gedanken und Erfahrungen der Merkantilisten nur schwer denkbar.

In der merkantilistischen Periode etablierten sich viele moderne wirtschaftliche Institutionen wie die Börse, das moderne Bankensystem und die Versicherungswirtschaft.

In einigen Fällen hatte der Protektionismus wichtige positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaften. Smith selbst lobte beispielsweise die Navigations-Akte, da sie die englische Handelsflotte vergrößerte und eine zentrale Rolle spiele, Großbritannien in eine ökonomische Weltmacht zu verwandeln, die sie über mehrere Jahrhunderte blieb. Einige Ökonomen wie der Deutsche Friedrich List hielten es für sinnvoll, junge Industrien zu schützen, weil der langfristige Nutzen den kurzfristigen Mehraufwand übertreffe.

Merkantilisten, die ja im Allgemeinen Kaufleute oder Regierungsbeamte waren, sammelten riesige Mengen an Handelsdaten und verwendeten diese für ihre Forschung und ihre Publikationen. William Petty, ein starker Anhänger des Merkantilismus, wird üblicherweise als der erste gesehen, der empirische Datenanalyse in der Wirtschaftsforschung benutzte. Smith lehnte diese Methode ab und argumentierte, dass nur deduktives Schließen zur Entdeckung ökonomischer Gesetze führe. Heute weiß man, dass beide Methoden wichtig sind.

Literatur

  • Fritz Behrens: Grundriss der Geschichte der politischen Ökonomie. Band 1: Die politische Ökonomie bis zur bürgerlichen Klassik. Akademie-Verlag, Berlin 1962.
  • Fritz Blaich: Die Epoche des Merkantilismus (= Wissenschaftliche Paperbacks Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. 3, ISSN 0170-3579). Wiesbaden 1973.
  • Ingomar Bog: Der Merkantilismus in Deutschland. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik. Bd. 173, 1961, S. 125–145.
  • Rainer Gömmel: Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620–1800 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 46). Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-55757-2.
  • Jochen Hoock, Pierre Jeannin, Wolfgang Kaiser (Hrsg.): Ars mercatoria. Eine analytische Bibliographie. (Handbücher und Traktate für den Gebrauch des Kaufmanns, 1470–1820). 6 Bände. Schöningh, Paderborn u. a. 1993 ff.
  • Moritz Isenmann (Hrsg.): Merkantilismus. Wiederaufnahme einer Debatte (= Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beihefte. 228), Franz Steiner, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-515-10857-7 (Rezension).
  • Immanuel Wallerstein: Das moderne Weltsystem. Band 2: Der Merkantilismus. Europa zwischen 1600 und 1750 (= Edition Weltgeschichte. 1). Promedia, Wien 1998, ISBN 3-85371-138-3 (engl. Erstauflage: New York 1980).
  • Angelika Westermann, Ekkehard Westermann (Hrsg.): Wirtschaftslenkende Montanverwaltung – Fürstliche Unternehmer – Merkantilismus. Zusammenhänge zwischen der Ausbildung einer fachkompetenten Beamtenschaft und der staatlichen Geld- und Wirtschaftspolitik in der Frühen Neuzeit. Matthiesen, Husum 2009, ISBN 978-3-7868-5301-5.

Einzelnachweise

  1. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 15
  2. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 41, 42
  3. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 44, 45
  4. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 42
  5. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 47-48
  6. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 42
  7. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 42
  8. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 8
  9. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 11
  10. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 16, 17
  11. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 16, 17
  12. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 12
  13. Drei Flugschriften über den Münzstreit der sächsischen Albertiner und Ernestiner um 1530, zitiert nach Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 8
  14. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 17
  15. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 17
  16. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 9
  17. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 17
  18. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 17
  19. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 10
  20. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 10
  21. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 20
  22. Klaus-Peter Kruber, Theoriegeschichte der Marktwirtschaft, LIT Verlag Münster, 2002, ISBN 9783825862886, S. 9
  23. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 49
  24. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 10, 11
  25. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 11
  26. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 12
  27. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 12
  28. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 13
  29. Gerhard Kolb, Ökonomische Ideengeschichte, 2. Auflage, April 2015, ISBN 978-3-11-041380-9, Online bei De Gruyter, S. 19, 20
  30. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 14
  31. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 14
  32. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 15
  33. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 17
  34. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 16
  35. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 17, 18
  36. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 18
  37. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 20
  38. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 18-20
  39. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 20
  40. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 21
  41. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 21
  42. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 20, 45, 46
  43. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 21
  44. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 21
  45. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 21
  46. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 46
  47. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 48
  48. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 42
  49. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 46
  50. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 48
  51. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 26
  52. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 14 und 49
  53. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 26
  54. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 24, 50-51
  55. Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800, Oktober 2010, ISBN 9783486702125, Online bei De Gruyter, S. 54-55
  56. Richard Tilly, Geschichte der Wirtschaftspolitik, Reprint 2015, ISBN 978-3-486-78496-1, Online bei De Gruyter, S. 33